Das ist grundsätzlich erstmal richtig und die Rennvergaser sind in der Betrachtung auch außen vor. Es geht mehr um die Sichtweise. Früher nutzte man den Luftschieber sehr wohl auch zur Gemischanfettung im Fahrbetrieb. Nur ist das heute nicht mehr bekannt. Typisches Anwendungsbeispiel: Ein Fahrzeug mit Zweiganggetriebe soll eine Steigung bezwingen. Um nicht kurz vor der Bergkuppe noch auf den ersten Gang, also quasi eine deutlich langsamere Untersetzung, schalten zu müssen, versucht man durch dezentes Zurücknehmen des Luftschiebers (und nebenbei bemerkt auch der Zündung) bei schon verhältnismäßig langsam laufenden Motor das langsam abmagernde Gemisch anzufetten und damit das Erreichen der Bergkuppe zu erzwingen. Das ist nur ein Beispiel. Selbstverständlich gab es auch Vergaser, die noch viel mehr auf diese Bedientechnik eingehen. Am bekanntesten dürfte der Framo "E" Vergaser sein.
Bei weniger archaischen Fahrzeugen lassen sich diese Vergaser aber genauso fahren wie ein "moderner". Abgesehen von der Betriebsstellung des Luftschiebers natürlich.
Kurz und knapp: Ein Luftschieber funktioniert zwar wie ein Choke, ist aber keiner, weil das Bedienprinzip umgekehrt ist. Startvergaser funktionieren zwar anders als der klassische Choke, zählen aber trotzdem dazu, weil sie Startgemischanreicherungsvorrichtungen (geiles Wort) sind.
-- Hinzugefügt: 27. September 2026 22:49 --Mir fällt gerade ein: Es ist vielleicht möglich, daß die englischsprachige Literatur auch bei Motorradvergaser-Luftschiebern von einem Choke spricht. Das ist bei uns aber aufgrund des größeren Wortreichtums dank beliebig zusammensetzbarer Substantive dankenswerterweise nicht notwendig. Wir finden für alles einen Begriff.

MZ TS 150 GS-Umbau Bj 1983; DKW NZ 250 Bj. 1938; Simson S51 Umbau Bj.1980; RT 125 International Projekt; NSU Quick-Umbau Projekt Bj.1936; Trial-Projekt mit MZ-Motor; Eigenbau-Simmi mit Starrrahmen und MZ Motor; Phänomen Bob Projekt Bj.1941;DKW NZ 350/ISH Umbau Projekt