Alles rund um die 3 Räder.
4. Januar 2012 13:39
Beim letzten Stammtisch kam die Frage auf, ob man für die hydraulische Bremse des Seitenwagens statt der normalen Bremsflüssigkeit auch ein Hydrauliköl nehmen könnte, zum Beispiel das, welches für den Citroen 2CV üblich ist. Vielleicht wäre das besser, um vergammelte Hauptbremszylinder und Radbremszylinder zu vermeiden. Hat das schonmal jemand ausprobiert bzw. gibt es da Erfahrungen damit.
4. Januar 2012 13:46
LHM (2CV-Bremsflüssigkeit) statt DOT in einer DOT-Anlage habe ich keine Erfahrung. Aber anders rum. Das Ergebnis war katastrophal, ich hab die gesamte Bremsanlage ausgetauscht. Das DOT hat mit den geringen LHM-Resten eine geleeartige Pampe erzeugt, und alle Dichtungen haben versagt. Kann mir gut vorstellen, daß das andersrum auch droht.
LHM läßt sich gut durch eine Alternative ersetzen: Durch Motoröl.
4. Januar 2012 14:05
Grundsätzlich kann man die Beiwagenbremse auf Mineralöl umstellen, weil die thermische Beanspruchung geringer ist als bei einer anderen Bremse.
ABER:
Dann muss man alle Dichtungen, Manschetten, Schläuche und andere Elastomere gegen solche aus NBR wechseln. Die in Anlagen mit Flüssigkeit auf Glykolbasis (DOT3, DOT4) besitzen Dichtungen aus EPDM und das ist nicht gegen Mineralöl beständig, ebenso wie NBR nicht beständig gegen Bremsflüssigkeit ist.
4. Januar 2012 16:40
Silikonbremsflüssigkeit.
Nie mehr wechseln, keine Korrosion oder Lackschäden.
Leider nicht ganz billig.
4. Januar 2012 17:24
Klaus P. hat geschrieben:Silikonbremsflüssigkeit.
Nie mehr wechseln, keine Korrosion oder Lackschäden.
Leider nicht ganz billig.
Ist auch nicht hygroskopisch, sondern bildet wunderschöne Eiskristalle im System. Nix für Winterfahrer. Hat schon einen Grund, das DOT5 in Harleys drinne ist
4. Januar 2012 18:35
Klaus P. hat geschrieben:Silikonbremsflüssigkeit.
Nie mehr wechseln, keine Korrosion oder Lackschäden.
Leider nicht ganz billig.
Richtig, aber leider für den deutschen Strassenverkehr nicht zugelassen.
4. Januar 2012 19:37
So so, dann sind Harleys und Buells nicht zugelassen

Wieder was gelernt...
4. Januar 2012 20:20
eichy hat geschrieben:So so, dann sind Harleys und Buells nicht zugelassen

Wieder was gelernt...
...ne, die sind nur für SchönWetterSommerWeicheifahrer
4. Januar 2012 22:11
Warum will man überhaupt DOT3/4 was wunderbar funktioniert und stinkbillig ist gegen irgendeine andere Plörre austauschen?
4. Januar 2012 23:04
Ölsorten und mineralische Fette jedweder Art haben in einem Bremssystem, das mit Dichtungen für Bremsflüssigkeit ausgelegt ist, nichts zu suchen. Auch nicht tröpfchenweise. Auch der allseits beliebte Bremsenreiniger ist von den Manschetten und Dichtungen fernzuhalten, da dieser aus Naphta (Leichtbenzin) besteht und deshalb wiederum zu den mineralischen Ölen zählt. Bremsflüssigkeit ist den Alkoholen näher und das Bremssystem kann mit Spritus gereinigt werden, ohne dass die Dichtungen unkontrolliert quellen und sich dann quetschen und abscheren. Zum Schmieren und Montieren gibt es noch immer ein blaues "Fett" von ATE in der Tube. Generell können alle Bremsflüssigkeiten gemischt werden.
DOT 5 als Silikonbremsflüsigkeit nimmt kein Wasser auf, ist jedoch von den meisten Herstellern nicht für deren Bremssystem zugelassen, womit auch dann die Bretriebserlaubnis erlischt.
5. Januar 2012 06:19
berlin750 hat geschrieben:Generell können alle Bremsflüssigkeiten gemischt werden.
Ausnahme: DOT5 (silikonbasis) darf keinesfalls mit anderen DOTen(3/4/5e) auf Glykolbasis gemischt werden. Hast Du sicherlich gewusst, wollt ich nur nochmal ganz klar gesagt haben.
Gruß
Hans
5. Januar 2012 10:32
Habe schon jahrelang Hydrauliköl drinn,nichts undicht, immer sauber,Keine zerfressene Kolben mehr,noch nicht gewechselt weil noch wie neu,Dichtungen halten auch.
Bremse funktioniert tadellos.
9. Januar 2012 20:36
Hans, hat Recht. DOT5 hatte ich nicht klar genug getrennt. Dieses darf nicht mit den Glykolbasierten Sorten gemischt werden.
Warum füllt nicht jeder das ein, was der Hersteller empfohlen hat. Ich denke, dass alle Hersteller nicht nur auf Einkaufspreise achten, sondern auch vielmehr Garantiefälle vorbeugen möchten. Nun ist natürlich ein Wortlaut wie in MZ Reparaturbüchern :" nachgefüllt wird mit handelsüblicher Bremsflüssigkeit" nicht besonders hilfreich. In der DDR und Exportländern war nach wie vor DOT und DOT 4 "handelsüblich". Wer also Öl hineinschüttet ist selber Schuld und hat vielleicht nur Glück gehabt mit den DDR Materialien. In einem heutigen PKW hat dies innerhalb kurzer Zeit einen Schaden von etwa 2000 Euro verursacht.
10. Januar 2012 11:00
Hallo, wir reden hier von der Bremsanlage des MZ Seitenwagens. Wir kamen auf das Hydrauliköl, weil es der Korrosion der Bremszylinder ( die hier immer wieder beschrieben wird ) vorbeugen soll. Das man keine normale Bremsflüssigkeit für einen 2CV nehmen soll, ist bekannt, dann werden alle Dichtungen undicht. Doch wir wollten einfach nur mal wissen, ob das schon mal einer wirklich ausprobiert hat, auch über einen längeren Zeitraum. Bei Karl hat das wohl ja auch funktioniert. Wir reden hier auch nicht über den Preis, spezielles 2CV Hydrauliköl ist auch wohl etwas teurer wie handelsübliche Bremsflüssigkeit. Das Hauptproblem sind doch immer wieder total vergammelte SW Hauptbremszylinder, die nirgends mehr neu zu bekommen sind.
10. Januar 2012 15:16
bbknoell hat geschrieben:Hallo, wir reden hier von der Bremsanlage des MZ Seitenwagens. Wir kamen auf das Hydrauliköl, weil es der Korrosion der Bremszylinder ( die hier immer wieder beschrieben wird ) vorbeugen soll..
Die Frage ist doch ehr, warum der Zylinder korrodiert !?
Sicher nicht durch die "normale" Bremsflüssigkeit....
26. März 2012 13:31
Also ich hatte heute ein längeres Gespräch mit Gabor über das Thema. Sein Tipp : Hydrauliköl für die Telegabel SAE 5W nehmen und der Gammel hat ein Ende. Da die Bremsflüssigkeit für den Seitenwagen durch die Trommelbremse nicht warm wird, muß man auch keine hygroskopische Bremsflüssigkeit nehmen. Den Dichtungen schadet das auch nicht.
26. März 2012 18:06
bbknoell hat geschrieben: Den Dichtungen schadet das auch nicht.
Sorry, aber das ist einfach Quatsch. Gabors Fähigkeiten sonst in allen Ehren.
Wie oben schon beschrieben, sind die Dichtungsmaterialien die für Dot3/4 auf Glykolbasis geeignet sind dieses für Mineralöl nicht. Das ist ein Fakt. Da hilft auch Schönreden nicht. Sicher zerdröselt es das Material nicht in Sekunden, Minuten, Stunden. Ausfallen wird so ein Teil wenn höchste Belastung drauf kommt, also dann wenn man die Bremse gerade gaaar nicht braucht.
Natürlich kann jeder in seine Bremse füllen was er will. Ich verstehe nur nicht warum man an einem so wichtigen Bauteil pfuschen muss, wenn es mindestens 2 100%ige Lösungen des Problemes gibt.
27. März 2012 07:38
TeEs hat geschrieben:Natürlich kann jeder in seine Bremse füllen was er will. Ich verstehe nur nicht warum man an einem so wichtigen Bauteil pfuschen muss, wenn es mindestens 2 100%ige Lösungen des Problemes gibt.
die da währen?
gabor gespannt
27. März 2012 12:10
ich fahr mit Nähmaschinenöl säurefrei im Seitenwagen, das ist auch bei -19°C , wie in diesem Winter noch geschmeidig genug. Die Alterungsbeständigkeit habe ich im Auge...
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