Zusatzantrieb am Gespann

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon MRS76 » 8. März 2019 17:45

Bei der Baghira wurden am Anfang auch Senkkopfschraube benutzt
Der Inbus dreht sich aber schnell mal rund.
Es wurde dann auf Maschinenschraube umgerüstet. Die Kettenblätter waren dann an den Stellen abgesetzt.


Das Kickerpedal gibt mir Kraft. 👍🏻😎

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon muenstermann » 8. März 2019 18:03

g-spann hat geschrieben:
muenstermann hat geschrieben:Senkkopfschrauben zur Befestigung des Kettenrades sind absolut umgeeignet!!!
Besser kurze Zapfensenkungen und dann Schrauben DIN 6912 verwenden!


Öhm, warum?
Die Anlagefläche des Schraubenkopfs ist doch größer...oder geht's hier um die Materialschwächung des Kettenrads?
Bei meinem damaligen Becker-Fettkettenkasten an der SR 500 waren auch Senkkopfschrauben verbaut...


weil:
1. bei allen Kostruktionen mit Senkschrauben nur eine wirklich trägt, meistens die Erste die angezogen wird.
Das liegt daran, daß bei geringsten Abweichungen der Lage der Bohrungen in den verschraubenden Teile die anderen Schrauben nicht meht richtig anliegen.

2. bei, in diesem Fall radialer. Belastung werden sich die Schrauben sehr leicht lösen

3. der Antriebssechskant der Senkkopfschraube zu klein ist um das max. Anzugsmoment entsprechend der Schraubengüte zu erreichen
Is maith an scáthán súil charad.

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Richy » 8. März 2019 19:25

Punkt 2 kann man mit Sicherungslack leicht beheben.
Die anderen Punkt sind fertigungstechnischer und konstruktiven Überlegungen unterworfen, es gibt jedenfalls nicht wenige Fahrzeuge, an denen das genau so gelöst ist. Auch und vor allen an Bremsscheiben. In Normalfall werden hier jedoch M8-Schrauben und große Radien(=Hebellängen) verwendet. Mir sind allerdings auch Fälle bekannt, an denen man Bremsscheiben mit M6-Schräublein an geradezu absurden Hebellängen verbaut. Auch von großen Herstellern. :stumm:
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fränky hat geschrieben:"Nur" MZ wäre nix für mich - i ess au net jedn Dag Spätlza
oder anders gesagt, ich will MZ fahren, muss es aber nicht.


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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 8. März 2019 19:51

muenstermann hat geschrieben:
g-spann hat geschrieben:
muenstermann hat geschrieben:Senkkopfschrauben zur Befestigung des Kettenrades sind absolut umgeeignet!!!
Besser kurze Zapfensenkungen und dann Schrauben DIN 6912 verwenden!


Öhm, warum?
Die Anlagefläche des Schraubenkopfs ist doch größer...oder geht's hier um die Materialschwächung des Kettenrads?
Bei meinem damaligen Becker-Fettkettenkasten an der SR 500 waren auch Senkkopfschrauben verbaut...


weil:
1. bei allen Kostruktionen mit Senkschrauben nur eine wirklich trägt, meistens die Erste die angezogen wird.
Das liegt daran, daß bei geringsten Abweichungen der Lage der Bohrungen in den verschraubenden Teile die anderen Schrauben nicht meht richtig anliegen.

2. bei, in diesem Fall radialer. Belastung werden sich die Schrauben sehr leicht lösen

3. der Antriebssechskant der Senkkopfschraube zu klein ist um das max. Anzugsmoment entsprechend der Schraubengüte zu erreichen


Hallo,

danke für die Ausführungen! Demnach werde ich mir bei meinem Antrieb wohl keine Sorgen machen müssen.

Zu 1. Die Bohrungen im Kettenrad-Träger habe ich selbst pingelig genau auf einer 3/4 to-Fräsmaschine mittels Drehteller und Grad-/Minutenskala gesetzt, und zwar mit dem Fräser und nicht einem verlaufenden Bohrer. Die Anlagefläche ist ebenso penibel plangedreht.

Zu 2. Exakte Fertigung des Kettenrades vorausgesetzt, sollten sich die evtl. Ungenauigkeiten in sehr geringem Rahmen halten. Ein Lösen der Schrauben wird äußerst unwahrscheinlich sein, vor allem wegen der Helicoil-Einsätze. Laut der Produktseite von Böllhoff haben diese einen Klemmeffekt, der zusätzliche Schraubensicherungen überflüssig macht!

Zu 3. Siehe oben bei 2.; ferner konnte ich die Schrauben schon recht ordentlich andonnern (ohne Drehmomentschlüssel :shock: ). Man schlage mich - nach 50 Jahren Schrauberei habe ich schon ein gewisses Gefühl dafür in der Hand, ob ich bei locker, fest oder kurz vor "ab" bin. Bei besonders sensiblen Verschraubungen gehe ich aber schon nach Drehmoment vor.

Grüße, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon sammycolonia » 8. März 2019 21:59

Richy hat geschrieben: Mir sind allerdings auch Fälle bekannt, an denen man Bremsscheiben mit M6-Schräublein an geradezu absurden Hebellängen verbaut. Auch von großen Herstellern. :stumm:
Offtopic:
Richtig absurd wirds dann, wenn die Besitzer diese Schrauben durch VA Schrauben ersetzen... :mrgreen:
Gruß Thomas
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 8. März 2019 22:42

Hallo Leute,

V2A M6 ist nicht meine Liga. Im vorliegenden Fall handelt es sich um M 8, Festigkeitsklasse 8.8.
So, wie ich den Antrieb ausgelegt habe, bleibt er, und ich habe da nicht die geringste Sorge. Bitte jetzt hier keine sinnfreien Bedenken-Diskussionen!

Danke, Fritz.
Ex-User Der alte Fritz

 

Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon g-spann » 9. März 2019 16:14

muenstermann hat geschrieben:
g-spann hat geschrieben:
muenstermann hat geschrieben:Senkkopfschrauben zur Befestigung des Kettenrades sind absolut umgeeignet!!!
Besser kurze Zapfensenkungen und dann Schrauben DIN 6912 verwenden!


Öhm, warum?
Die Anlagefläche des Schraubenkopfs ist doch größer...oder geht's hier um die Materialschwächung des Kettenrads?
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weil:
1. bei allen Kostruktionen mit Senkschrauben nur eine wirklich trägt, meistens die Erste die angezogen wird.
Das liegt daran, daß bei geringsten Abweichungen der Lage der Bohrungen in den verschraubenden Teile die anderen Schrauben nicht meht richtig anliegen.

2. bei, in diesem Fall radialer. Belastung werden sich die Schrauben sehr leicht lösen

3. der Antriebssechskant der Senkkopfschraube zu klein ist um das max. Anzugsmoment entsprechend der Schraubengüte zu erreichen


Ok, vielen Dank!
das 1. hab ich wohl unterschätzt, bin halt davon ausgegangen, dassein schrittweises Anziehen der Schrauben gerade das verhindert...der Einsatz von Loctite 270 an solchen Stellen ist für mich allerdings obligatorisch...zu 3. wären dann noch TORX-Schrauben eine Überlegung, oder?
Gruß aus dem Niederbergischen,

Gerd

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 22. März 2019 17:08

Hallo,

bin wieder tätlich geworden ...

Der Auspuff ist nun nahezu anbaufertig. Der Hitzeschutz für den Topf hat hinten noch eine Abrundung erhalten - Streifen aus dem Originalblech geschnitten und angepunktet.

DSCN7356.JPG


Mit Edelstahl-Flexrohr konnte ich die Kurve nach innen kriegen.

DSCN7345.JPG


Dann mußte nur noch der Krümmer auf die gleiche Höhe gebracht werden. Also vorne am Flansch abgesägt, wobei er gleich noch knapp 1 cm gekürzt wurde, damit genügend Freiraum zum Schutzblech garantiert ist. Dann in die passende Höhe gedreht und verschweißt. Weil ich nicht der hochbegnadete Schweißer bin, habe ich den bekannten Trick mit dem Kupferklotz angewandt - hier in Form einer kegelig gedrehten und ins Rohr gesteckten Kupferstange. So schmilzt das Material nicht so rasch weg, und es hängen auch keine Tropfen ins Innere.

DSCN7346.JPG


So sieht die Sache jetzt montiert aus. Über das Flexrohr kommt noch Hitzeschutzband.

DSCN7353.JPG
DSCN7355.JPG


Wo ausgepufft wird, muß auch angesaugt werden. Der Einbau des Vergasers hat mir einige Kopfschmerzen bereitet, da bisher unklar war, ob er überhaupt hineinpaßt. Es handelt sich ja um einen Viertakter, bei dem der Gaser wesentlich höher angeflanscht ist, als beim MZ-Motor. Bislang ging ich davon aus, den oberen Motorhalter am Rahmen abflexen zu müssen, zumindest so weit, wie mit der gestrichelten, weißen Linie angedeutet. Siehe Bild, auf dem der originale Access-Ansaugstutzen montiert ist.

DSCN7331.JPG


Nachdem kürzlich der Vergaser eingetroffen ist, zeigte sich, daß er selbst bei entferntem Motorhalter wahrscheinlich noch mit dem Rahmen-Oberrohr kollidieren würde. Deshalb Plan B: Ein anderer Stutzen mußte her mit größerem Neigungswinkel und insgesamt kürzer. Es war wieder einmal Selberschnitzen angesagt. Das Teil ist aus POM gedreht und gefräst. Für solche Anfertigungen mache ich mir meist eine maßstäblich vergrößerte Skizze (bitte nicht mit einer technischen Zeichnung verwechseln), an der ich Bohrtiefen, Radien usw. ausmessen kann. Ziel ist, möglichst viel maschinell zu erledigen und nur wenig Nacharbeit von Hand. Auf den Bildern sieht man den fertigen Stutzen im Vergleich zum Original und zuletzt montiert am Zylinderkopf. Dort habe ich die Stehbolzen ausgeschraubt. Nach guten Erfahrungen am MZ-Motor wird der Stutzen mit versenkten Inbusschrauben am Kopf befestigt. So kann vergaserseitig die Preßpassung noch verklebt werden, um Falschluft keine Chance zu geben.
Mit etwas Glück kann ich nun den Motorhalter belassen und brauche nur dessen Bolzen absägen, was eine evtl. Wiedereinsetzung in den Urzustand erleichtert (will ich aber keineswegs).

DSCN7323.JPG
DSCN7324.JPG
DSCN7326.JPG
DSCN7332.JPG
DSCN7334.JPG
DSCN7335.JPG
DSCN7344.JPG


Als Letztes für heut die Fußrasten-Anlage:

Hier war ein kompletter Neubau erforderlich. Der neue Motor baut breiter, und der Rastenhalter am Rahmen wird durch die neuen Motorhalter verdeckt. Die originalen Rastenausleger hatte ich ja schon erfolgreich verstärkt. Wenn man als halbwegs gestandenes Mannsbild immer über die Raste auf' s Gespann steigt, hält derselbe das sonst nicht lange aus. Meine Konstruktion ist nicht auf einen Schönheitspreis aus, wohl aber auf unbedingte Stabilität - robust bis russisch! :)
Ich mußte mir neue Befestigungsmöglichkeiten überlegen. Wer selbst eine neue Anlage bauen will, kann vielleicht mit den Ideen etwas anfangen.
Als Haupthalter dient nun das verwaiste Hauptständerrohr (der Ständer könnte aber durchaus dranbleiben ohne Konflikt mit den neuen Rasten). Die Rasten sind Einzelteile und werden von links und rechts ins Ständerrohr eingeschoben. Am inneren Ende sind sie jeweils geschlitzt, und per Gewindestange kann von außen ein Spreizkonus in den Schlitz hineingezogen werden. Das reicht annähernd für eine Befestigung, war mir aber nicht sicher genug. Darum wird jedes Rastenrohr außen von einem weiteren Klemmkopf gehalten, der sich am Rahmen gegen Verdrehung abstützt, links per Flachstahl, der mit dem Soziusrastenhalter verschraubt wird (und zugleich dem Regler / Gleichrichter ein kühles Plätzchen bietet). Rechts greift ein U-förmiger Flachstahl um das Rahmenrohr.
Beide Rasten sind unabhängig verstellbar. Montiert sind die gröbsten und festesten Gummis, die sich auftreiben ließen; wie gesagt, russisch ...

DSCN7347.JPG
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Und tschüß, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon ETZChris » 25. März 2019 14:25

Willst du ausschließlich per Hand schalten?
Gruß
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon seife » 25. März 2019 15:06

Per Fußpedal den Rückwärtsgang rein fände ich eher bedenklich (daß man das mal aus versehen macht). Normal fährt das ding ja per Variomatik.
Gruß, Stefan

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon ETZChris » 25. März 2019 15:41

Achja, Automatik :oops:
Gruß
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 25. März 2019 16:52

Hallo,

richtig, der Fahrbetrieb läuft automatisch per Riemengetriebe, auch die Kupplung mittels Fliehkraft.
Mit dem Zahnrad-Getriebe wird nur der Betriebszustand vorgewählt (ausschließlich im Stand und keinesfalls über Leerlaufdrehzahl), nämlich 4 Stufen: Rückwärts - Neutral - Geländeuntersetzung - normaler Fahrbetrieb.
Rechts neben den Tank kommt dazu noch ein Handschalthebel, möglichst mit Kulisse, also ganz im alten Stil. Soll dann so etwa aussehen wie an der kürzlich hier vorgestellte DKW NZ 250.
Von der Automatik verspreche ich mir einiges, besonders im Gelände und auf kurvigen, engen Bergstraßen, wo es ja mitunter schwierig ist, schnell genug den richtigen Gang hineinzubekommen. Das Riemengetriebe hält dagen den Motor stets im günstigsten Drehmomentbereich, soweit irgend möglich. Zusammen mit dem größeren Hubraum und etwas Mehrleistung hoffe ich auf viel Fahrspaß. Der linke Fuß hat gar nichts mehr zu tun, und die linke Hand braucht nurmehr den Licht- / Blinkerschalter bedienen. Vielleicht lege ich an den Kupplungshebel einen Seilzug zur Beiwagenbremse. Dann könnte man auf Schnee und Eis durch leichtes Antippen eine Rechtskurve einleiten, so, wie bisher nach links mit der Vorderradbremse.

Grüße, Fritz.
Ex-User Der alte Fritz

 

Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 5. April 2019 23:15

Der Rubikon ist überschritten (für Asterix-Leser: "Alea jacta est"), sprich: Ich habe den oberen Motorhalter abgeflext, allerdings so, daß er im - hoffentlich nicht eintretenden Bedarfsfall - an den Laschen wieder angeschweißt werden kann, ohne den eigentlichen Rahmen anzutasten.

Heute war erste Anprobe im seines Originalmotors beraubten Rahmen. Nur mal hingestellt sieht das schon ganz nett aus.

DSCN7444.JPG
DSCN7439.JPG
DSCN7442.JPG


Auch im Kleinen geht es voran; allerlei hübsche Einzelteile sind eingetroffen. Die klobigen Elefantenfuß-Rückleuchten müssen weichen und werden durch Traktorteile ersetzt, die ich trotz ihrer Herkunft viel eleganter finde und auch passender zur Vorkriegsoptik.
Der Drehzahlmesser entfällt. Sein Gehäuse wird für verschiedene Kontrolleuchten genutzt. Auf dem Photo sieht man eine Vierfach-Leuchte, auch aus dem Treckerbedarf stammend. Die wird als Ganganzeige genutzt - Rot = Rückwärts; Grün = Leerlauf; Gelb = Geländeuntersetzung und Blau = Normalbetrieb (für die Fahrt ins "Blaue"). Kreisförmig darüber passen noch drei weitere Leuchten für Ladekontrolle, Wassertemperatur und z.B. Öldruck.
Die hinteren Blinker fliegen raus für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild. Geblinkt wird künftig mit dem gelben Bremslicht (zugelassen bis Bj. 1988). Damit das funktioniert, ist ein Zweikreis-Blinkerschalter nötig - der mit dem schönen elfenbeinfarbenen Hebel.
Die Vliesbatterie (AGM; 12 V 11 AH) wird wahrscheinlich rechts auf dem Motor installiert mit wegen kurzem Kabel zum Anlasser.

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DSCN7448.JPG


Nach der Anprobe mußte ich einfach bis in den Abend weitermachen. Ich habe den Motor in den Rahmen hineingehoben, und es paßt soweit alles, auch Vergaser und Auspuffanlage. Obwohl noch viel Arbeit bevorsteht, ist die Euphorie kaum zu unterdrücken. Mir gefällt die neu motorisierte MZ richtig gut. Mit dem ordentlichen Klotz von Motor wirkt sie noch wesentlich erwachsener. Schaut selbst!

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Grüße, Fritz.
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Ex-User Der alte Fritz

 

Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 27. April 2019 22:45

Hallo,

es war "Richtfest"; der Motor ist drin!

DSCN7482.JPG
DSCN7484.JPG


Alles paßt. Die sorgfältige Vorarbeit hat sich gelohnt. Eingefluchtet habe ich den Motor so, wie auf dem nächsten Bild zu sehen. Der Anschlagwinkel wird mit dem einen Schenkel an das Kettenritzel angelegt, und durch den Lichtspalt zwischen dem anderen Schenkel und dem Schwingenbolzen kann die Rechtwinklichkeit geprüft werden. Paßt auch jetzt bei der Endkontrolle.

DSCN7478.JPG


Hier sieht man den linken, hinteren Motorhalter. Oben in Gummi gelagert wie der Originalmotor und zusätzlich in gleicher Weise noch einmal auf dem Ständerrohr. Dazwischen sitzt der 16er-Motorbolzen und unten am Ausleger ein weiterer 12er-Bolzen. Ferner erkennt man links das Gummi-Auflager zwischen Motor-Unterseite und Fußrastenträger. Allein damit sitzt alles schon sehr gut fest bis auf die Restbeweglichkeit in den Gummibuchsen. Vorne hängt der Motor noch, ebenfalls gummigelagert, am vorderen Beiwagen-Anschluß.

DSCN7485.JPG


Dann war der 33er-Gleichdruck-Vergaser anzuschließen. Damit das gute Stück ordentlich Luft bekommt, habe ich mir einige Gedanken zum Ansaugweg gemacht. Drastische Umbauten am Luftfilterkasten wollte ich vermeiden, aber zum Glück läßt sich auch so einiges herausholen. Der originale Gummistutzen hat einen Innendurchmesser von 44 mm. Der Gummi-Flexschlauch zum Vergaser hat innen 50 mm. Also habe ich mir aus Alu eine passenden Stutzen gedreht, der wie das Original aus dem Kasten herauskommt, aber 47 mm innen hat. Bringt nicht viel, möchte man auf den ersten Blick meinen. Berechnung ergibt jedoch, daß die 3 mm Unterschied gute 14 % mehr Luft durchlassen. Ist doch schon was! Der neue Stutzen hat einen schmalen Bund von 53 mm Dm, mit dem er in die Kastenöffnung mit 2K-Epoxy eingeklebt und somit unbedingt dicht ist. Das Tüpfelchen auf dem i ist aber der innere Ansaugtrichter. Bekanntlich ist ein gerade abgeschnittenes Rohr, wie auch der originale Gummi, nicht gerade ideal als Lufteinlaß. Setzt man einen optimal ausgebildeten Trichter als 100 % an, so läßt das gerade Rohr gleichen Innen-Durchmessers lediglich 68 % durch. Mein Trichter fängt mit 68 mm außen an, was gut in den Kasten paßt. Der Trichterwinkel ist zunächst steil, wird langsam flacher und läuft mit geringem Winkel schließlich nahe dem Ausgang ins gerade Rohr aus.

Angefertigt habe ich das Teil mit schräg gestelltem Oberschlitten auf der Drehbank mit zunehmendem Winkel ( 2/4/8/16/33/45 Grad), die Übergangskanten dann mit Halbrundfeile und Schleifpapier verschliffen (auch auf der Bank). Vielleicht ist das eine Anregung für jemand, der seinem Originalmotor etwas mehr Luft zukommen lassen möchte. Es ist natürlich zu prüfen, inwieweit der Ansaugweg durch den Rahmen ausreichend ist.

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DSCN7489.JPG
DSCN7490.JPG
DSCN7490.JPG
DSCN7491.JPG


Am Vergaser habe ich die Leerlaufgemisch-Schraube gesucht. Da, wo sie sein sollte, war ein Messingteil mit zwei Zapfenlöchern. Ob das nun wegen Garantie so ist oder "Laien" vom Einstellen abhalten soll, weiß ich nicht. Jedenfalls ließ es sich prima mit einer kleinen Seegerringzange als Zapfenschlüssel entfernen. :lach: Aus den 70er-Jahren mit Beginn der Umwelthysterie erinnere ich noch die albernen Plastikplomben, die auf die Einstellschrauben geklemmt wurden, damit ja kein Unberechtigter seinen Motor vernünftig einstellen konnte - auch noch verschiedenfarbig, um zu erkennen, welcher "Befugte" da geplombt hatte ... :roll:

DSCN7497.JPG
DSCN7499.JPG


Hier ist der mit Flexschlauch fertig angeschlossene Vergaser (leider etwas unscharf).

DSCN7502.JPG


Mit dem Choke habe ich mir etwas den Kopf zerbrochen. Ein Chokehebel war nicht im Vorrat, und am Lenker will ich ihn ohnehin nicht haben. Es ist schon genug Seilzug-, Schlauch- und Kabelgebömmel vorhanden. Also direkt am Vergaser, aber wie? Schließlich habe ich ein Stück Messing-Gewindestange gebohrt und auf den Seilzug gelötet. Auf dem Gewinde läuft eine Art Überwurfmutter aus Alu, mit der man den herausgezogenen Zug in beliebiger Stellung festsetzen kann. Ist einfach und schön aufgeräumt; einziger Nachteil ist, daß man kurzzeitig beide Hände zum Ziehen und Lösen braucht. Aber soviel Zeit muß sein; bin ja kein Hektiker.

DSCN7507.JPG
DSCN7508.JPG


Als letztes Schmankerl habe ich mir heute noch die Montage der Handschaltung gegönnt und genußhalber Tank und Sitz draufgestülpt. :D

DSCN7516.JPG
DSCN7517.JPG
DSCN7518.JPG
DSCN7519.JPG
DSCN7522.JPG
DSCN7523.JPG


Beste Grüße, bis demnächst in diesem Theater, Fritz.
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Zuletzt geändert von Ex-User Der alte Fritz am 28. April 2019 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon xtreas » 27. April 2019 23:44

Spitze 👍👍👍
Gut Schlauch und Gute Fahrt......
Viele Grüße
Xtreas,
Südoberlausitzstammtischler

Mitglied im Rundlampenschweinchenliebhaberclub Nr. 17
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Einer konnte Stroh zu Gold spinnen....
SPOILER:
...wir machen aus Watte kleine Draculas......

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Marwin87 » 28. April 2019 08:21

Sehr schönes Projekt was du da hast!
Ich freu mich für dich und hoffe deine Probefahrt kommt bald! Bitte weiterhin fleißig berichten :!:
++Aus technischen Gründen befindet sich meine Signatur auf der Rückseite meines Beitrags++
++Die STVO behindert meinen Fahrstil++

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon DerThomas » 28. April 2019 10:07

Hallo Fritz ,
toll was Du da baust ! Respekt ! Ich freue mich immer über deine Berichte !
Beste Grüße
Thomas

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Uwe6565 » 28. April 2019 13:03

Einfach top :ja: :ja: :ja:
Zum Emme fahren ist man nie zu alt

LG von Uwe6565 :D :D :D

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Dirk P » 29. April 2019 10:03

Die Seitenansicht des Moppeds erinnert mich jetzt ein bisschen an eine Böhmerland. :)

Gruß Dirk

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon hiha » 29. April 2019 10:36

Komisch, von der Farbe und der flächigen Silhouette dachte ich jetzt mehr an den Böhmerwald.. :lol:

Gruß
Hans

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 11. Mai 2019 23:01

Guten Abend,

es gibt wieder etwas zu berichten. Sieht nicht nach besonders viel aus, war aber tagelange Arbeit.

Der Auspuff ist nun komplett installiert mit allen Haltern und Hitzeschutz. Das Mumienband fängt hinten am Luftfilterkasten an - der soll ja nicht unnötig aufgeheizt werden zwecks guter Füllung - und geht nach vorne nur so weit wie nötig, um ein versengtes, linkes Bein zu verhüten. Von dort bis zum Auslaß bleibt der Krümmer frei; er soll seine Hitze schließlich auch loswerden. In Quadforen wird immer mal wieder über glühende Endrohre im Auspufftopf berichtet, z.T. wohl infolge zu magerer Einstellung, aber bestimmt auch durch den Katalysator :roll: .

DSCN7553.JPG


Die meiste Arbeit hat der Kettenschutz gemacht, obwohl in Einfachversion ausgeführt. Habe mich dabei passend zum Gespann von Militärfahrzeugen inspirieren lassen. Zugunsten einfacher Herstellung und Reparatur sieht man dort meist gerade, abgekantete Bleche. Habe ich ebenso gemacht, wobei die Ränder zusätzlich umgeschlagen sind für mehr Stabilität. Die Halter sind weich aufgelötet, ebenso an der hinteren "Rundung" die übereinander geschobenen Einschnitte. Eine Besonderheit ist die Abdeckung vorn über dem Ritzel. Paßt doch in Form und Farbe recht harmonisch zum Motor, oder nicht? Ist aber eine Alu- Butterbrotdose, schätzungsweise aus den 50er/60er-Jahren. :lol:

DSCN7554.JPG
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DSCN7556.JPG


Die Kette liegt also relativ frei und hat zum Schutz vor dem gröbsten, vom Hinterrad abgeschleuderten Dreck nur ein weiteres, kleines Blech vor dem unteren Kettentrum. Ich war bislang auch Befürworter bestmöglichen Kettenschutzes a la MZ-Schläuchen und -Kettenkasten. Bei dem riesigen Kettenrad hinten käme dabei jedoch ein Monstrum heraus. Spätestens mit den X-Ringketten halte ich die bisherige Sichtweise für überholt (für konventionelle Ketten ist der Komplettschutz natürlich weiterhin das Optimum).

Als letztes noch zwei Bilder zur Feststellbremse (nach einem Link hier aus dem Forum). Die ist zwingend erforderlich, weil man bei dem Automatikmotor keinen Gang zum Blockieren des Hinterrades einlegen kann - die Fliehkraftkupplung greift erst bei laufendem Motor oberhalb Leerlaufdrehzahl.

DSCN7558.JPG
DSCN7559.JPG


Als Nächstes steht jetzt der ganz dicke Brocken "Elektrik" an, dann noch die Wasserspiele - Kühler nebst Leitungen.

Bis dann, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Marwin87 » 12. Mai 2019 08:17

Sehr interessant, bitte unbedingt weiter berichten :!:
Schön mit wie viel Hirnschmalz du an die Sache gehst :ja:
++Aus technischen Gründen befindet sich meine Signatur auf der Rückseite meines Beitrags++
++Die STVO behindert meinen Fahrstil++

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 12. Mai 2019 10:09

Hallo,

danke für' s Kompliment, aber "Armschmalz" ist dabei auch reichlich gefragt. Von der ganzen Blechschnippelei, -kanterei und -dengelei bekommt man gefühlt Unterarme wie Popeye der Seemann, nachdem er seine Spinatkonserve inhaliert hat. Und zweimal ist die Fuhre umgefallen, wobei ich mir einen Rückenmuskel ordentlich gezerrt habe. Wird Zeit, daß der Beiwagen wieder drankommt!

Noch zu ergänzen: Oben im Beitrag sieht man auch die neue Batterie: 12 V / 11 AH AGM. Die paßt quergestellt gut in den Kasten.

Grüße, Fritz.
Ex-User Der alte Fritz

 

Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon heiner » 12. Mai 2019 10:24

Der alte Fritz...
Ich sag nur Hut ab :tach: :respekt: :gut:
da kann ich mich nur noch verbeugen vor der klasse Leistung bei deinem Umbau!!!
Spendiere dir; bei Bedarf, eine Packung Spinat, auch den mit dem BLUBB :)

Gruss Heiner

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 1. Juni 2019 22:18

Lauter Kleingruscht, dennoch arbeitsintensiv und notwendig

Hallo,

am Riemengetriebe bzw. dessen Peripherie ging es weiter. Habe mich in Quad-Foren dazu eingelesen. Demnach ist der Antriebsriemen ein - teures - Verschleißteil, das 6-15 Tkm hält, manchen Besitzern aber schon viel früher um die Ohren fliegt. Soll von der Fahrweise abhängen (kein Dauervollgas und beim Anfahren keine Kavalierstarts mit rutschendem Riemen) sowie von der Kühlung. Hitze mag er gar nicht; daher hat das Getriebe ein Gebläserad mit Zu- und Abluft. Dreck, Öl und Wasser haben im Riemenkasten auch nichts zu suchen.

Original sitzen auf den Luftkanälen häßliche und teure Gummiformteile mit langen Schläuchen, die im Nirgendwo enden, aber keine Filterung aufweisen. Habe ich mir wieder etwas ausgedacht; ob das wirklich gut ist, wird sich zeigen. Sinnvollerweise soll ja wohl möglichst leicht so viel Luft wie möglich angesaugt werden. Analog zur Vergaser-Technik habe ich einen großen "Renn"-Luftfilter mit schönem Einlauftrichter besorgt, angepaßt und abgedichtet. Durch kurzen Weg und strömungsgünstige Führung sollte da eher mehr Luft durchpassen, als mit dem Originalgummi, hoffe ich.

DSCN7586.JPG


Soweit i.O., aber Regen und Spritzwasser haben natürlich freien Zugang. Gehört also eine Abschirmung drauf. Zufällig lag da eine Edelstahlschale passenden Durchmessers herum (von Ikea; Haushaltswaren-Abteilungen bieten generell interessante Teile für Bastler). Reichte noch nicht ganz, daher habe ich noch ein Schirmchen aus Zinkblech gedengelt und angehängt. Wenn das nun ausschaut, wie ein Ritterhelm, ist das reiner Zufall. Wenn ich etwas konstruiere, baue ich oft nur mit einer Grundidee einfach drauflos und lasse mich vom Ergebnis überraschen. Auch mit dem besten Plan können nicht alle Eventualitäten berücksichtigt werden. Mancher Betrachter könnte ins Grübeln kommen. Vielleicht lege ich noch eine falsche Fährte, indem ich in Fraktur-Druckschrift "Kompressor" oder einfach "Zoller" dranschreibe. :lach:

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Für den Abluftkanal muß ich mir noch etwas überlegen. Da dort warme Luft herauskommt, wäre evtl. ein Flexschlauch, den ich im Winter unter die Knieschutzdecke stecken kann, eine Idee.
Was das Projekt fast so aufwendig macht, wie den ersten Neuaufbau, sind die dutzendweisen Anpassungen und Einzelanfertigungen von Teilen. So zeigt z.B. der originale Kühlwasserauslaß am Motor nach unten. Genau falsch, weil der jetzt verwendete Kühler schmal und hoch ist. Umdrehen geht nicht, deshalb Drehen und Fräsen eines Stutzens, der nach vorne zeigt.

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Unerbittlich naht sich der elektrische Fast-Neuaufbau; nahezu alles ist anders als original, nicht nur wegen 12 Volt. Aber ich wollte es ja so ...
Am MZ-Zündschalter hat mich immer dessen schwere Zugänglichkeit gestört und vor allem die fingerverrenkende Befestigung der Gummikappe unterhalb desselben. An meiner BMW habe ich kein Zündschloß, sondern nur einen Ein-/Ausschalter sowie einen separaten Schalter für die Lichter. So wird es auch am "DKW-Wehrmachtsmodell". Als Junge in den 50er-Jahren habe ich immer die elfenbeinfarbenen Schalter und Lenkräder in den besseren Autos toll gefunden; 30er- bis 50er-Stil halt. Diese schönen Sachen gibt es zum Glück bis heute im Oldtimer- und Traktorbedarf zu kaufen.

Wie schon einmal geschrieben, habe ich die hinteren Blinker entfernt; geblinkt wird künftig mit dem gelben Bremslicht (entsprechend einer Übergangstechnik für alte Traktoren bei Einführung der Blinkerpflicht für diese). Das bedingt einen ziemlich klobigen Zweikreis-Blinkerschalter mit etlichen Anschlüssen. Hat einiges Kopfzerbrechen gekostet, das dicke Ding einigermaßen unauffällig, ergonomisch und stabil am Lenker zu anzubringen. Letzlich habe ich aus Blech eine Aufnahme für den Blinkschalter und den Hupenknopf geformt, die mit einer Schraube im Lenker befestigt wird. Damit die Steckkontakte und Kabel nicht frei liegen, waren ferner zwei POM-Hülsen zu drehen, die fest am Lenker anliegen.

Im ehemaligen Drehzahlmessergehäuse sitzen nun der Starterknopf, die Kontrolleuchten für Ladung, Motortemperatur sowie die Vierfachleuchte für die Gangwahl - Vorwärts, Gelände, Leerlauf, Rückwärts. Ein neuer Tacho mußte ebenfalls her, weil dessen Antrieb am Hinterrad entfällt. Dafür habe ich einen elektronischen mmb-Tacho im Oldtimerdesign hergenommen.

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So, Schluß für heute! Es reicht, nach ausgiebigem Rasenmähen am Hang, Unkrautjäten, Montage von zwei widerspenstigen Reifen (beide für MZ, Cross- bzw. Ackerschlepperprofil) und jetzt dem Beitrag. Wo bleibt mein Spinat? :)

Grüße, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 12. Juni 2019 21:47

Hallo,

es beginnen die Wasserspiele!

Wasserkühlung ist der MZ fremd und mir auch, zumindest am Motorrad. DKW hatte sie aber schon vor dem Krieg im Programm. Also lassen wir die Tradition wieder aufleben.

Wie schon bisher beim Aufbau der Maschine, geht es auch für das Kühlsystem herzlich eng zu. Fündig geworden bin ich schließlich bei KTM. Bei deren Geländegeräten gibt es zweigeteilte Kühler, links und rechts verbaut. Sie sind hoch und schmal, und dennoch war es wieder Millimeterarbeit, einen davon einzupassen, ohne daß er mit Motor, Beiwagen, Telegabel (oben) und Schutzblech (unten) in Konflikt kommt. In der senkrechten Ebene mußte er zwecks geringerer Breite sogar noch etwas schräg gestellt werden. Zusätzlich war noch der Ausgleichbehälter unterzubringen, und die ganzen Schlauchstutzen hatten einigermaßen zu fluchten, um allzu abenterliche Schlauchbögen zu vermeiden.

Nach Klärung der Einbaulage ging es an die Befestigung. Zuerst habe ich Windleitbleche zugeschnitten und gekantet. Diese gehen nach vorne V-förmig auseinander, sind seitlich am Kühler mit Blechschrauben festgemacht und zusätzlich mit Stabilit verklebt. Gleichzeitig halten sie meine Oregenool-DKW-Kühlermaske. Weitere Blechstücke tragen den Ventilator-Rahmen, dessen Haltearme natürlich auch umzumodeln waren. Damit nicht genug, war ein Verbindungsstutzen aus Messing herzustellen, in den der Thermoschalter für den Lüfter eingeschraubt werden kann. So einen Anschluß hat dieser Kühler leider nicht. Insgesamt wieder ein Haufen spezieller Teile:

DSCN7622.JPG
DSCN7627.JPG
DSCN7628.JPG


Nun die Befestigung: Hauptträger ist ein per Langloch verstellbarer Winkel unten am vorderen Gespann-Anschluß, über ein Schwingmetall verschraubt mit dem rechten Windleitblech. Links wird der Kühler mit einem gummiunterlegten Lochband, gelegt um den Anschluß unterhalb des Kugelkopfes, mit dem dortigen Windblech verschraubt (am linken Ventilator-Haltearm). Zusammen mit den dicken, steifen Wasserschläuchen dürfte das bis auf weiteres reichen, meine ich. Der weiße Ausgleichbehälter ist lediglich mit Kabelbindern an den Beiwagen-Anschluß gebunden und sitzt damit schön fest.

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DSCN7629.JPG
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DSCN7641.JPG


Ich bin jetzt etwa ein halbes Jahr an dem Umbau tätig. Es bedarf wirklich enormer Hingabe - manche nennen es auch Beklopptheit :lol: - , um dranzubleiben. Wenn ich mir dann aber ein fertiges Teilergebnis anschaue und mich auf die Maschine setze, ist die Motivation gleich wieder da.

Zum Endspurt ist nun die Elektrik an der Reihe; bis dann, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Mainzer » 12. Juni 2019 21:51

Du könntest für den Winterbetrieb noch einen zweiten, kleinen Kühler im Beiwagen unterbringen. Dann hat der Passagier warme Füße :idea:
Grüße aus Bodenheim, Nils
Ich war dabei: BA13, ZI14, HN14, BA15, V15, VB16, BA17, ZE17, VB18, BA19, ZE19
Schämen sollen sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst. (A. Einstein zur Eröffnung der Funkausstellung 1930)

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 12. Juni 2019 22:36

Mainzer hat geschrieben:Du könntest für den Winterbetrieb noch einen zweiten, kleinen Kühler im Beiwagen unterbringen. Dann hat der Passagier warme Füße :idea:


Hallo Nils,

Ideen in der Richtung sind mir auch durch den Kopf gegangen, wäre was. Wenn schon heißes Wasser da ist, könnte man das für diverse Zwecke anzapfen. Beim diesbezüglichen "brainstorming" kam u.a. der - nicht ernst zu nehmende! - Gedanke, das als Griffheizung durch den Lenker zu pumpen ... :oops: Bei einem Nobelauto von Horch vor dem Krieg hat es tatsächlich einmal ein aus dem rechten Vorderkotflügel herausklappbares Handwaschbecken mit Warmwasser (über Wärmetauscher vom Motor) gegeben.

Jedenfalls hoffe ich, im Winter rechts kein Eisbein mehr zu bekommen, analog zur BMW mit ihrer "Fußheizung". Links bringt da vielleicht die Abluft des Riemengetriebes etwas; soll bis ca. 60-70 Grad C warm sein. Achtung, jetzt wird es absurd: Man könnte ja einen Fahranzug mit inwendigen Schlauchschleifen zusammenfrickeln, der sich ans Kühlsystem anstöpseln läßt. :mrgreen:

Nein, ich gehe besser ins Bett, gute Nacht!
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon kalinin » 12. Juni 2019 22:58

So einen Anzug gibt es im Prinzp.
Bei der Bundeswehr hatten wir Kampfmittelräumer den Mittelschweren Kampfmittelräumanzug.
Da dieser eingie Kilogramm wiegt und es darunter sehr schnell warm wird, gibt es einen Anzug, ähnlich von Funktionsunterwäsche.
Dort waren über den ganzen Anzug Schläuche verlegt die dann eben kühlende Flüssigkeit führten. Für dich könntest du dann auf Warmwasserbetrieb umstellen. :D
Also ab zum nächsten Pionierbattalion und so einen Anzug gemopst ;)

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon dampfmaschine89 » 13. Juni 2019 08:11

Halo, auf der Augustusburg ist jedes Jahr eine S51 mit Wasserkühlunh. Der führt das Wasser auch durch den Lenker hindurch als Griffheizung. Das scheint also zu funktionieren. Bilder habe ich leider keine Gefunden.
Das Projekt lässt sich super lesen und macht einfach nur Spaß beim anschauen. Der Plastik Austauschbehälter geht aber garnicht :-) Da muss was aus Messing oder Wenigstens Alu ran... Ggf eine Trinkflasche?
https://www.adizz.de/de/Pacific-Trinkfl ... gI3h_D_BwE

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 13. Juni 2019 09:55

Hallo und besten Dank!

Ihr ermutigt mich dahingehend, daß meine Ideen doch nicht gar so abgedreht sind.

Ein kompletter, klimatisierter Anzug wäre natürlich unhandlich und maßlos übertrieben. Aber, mal realistisch betrachtet, ließe sich z.B. ein Kissen im Format einer Sitzunterlage einigermaßen einfach darstellen. Vorn unter die Jacke gesteckt, hätte der Frost damit das Nachsehen. Mit einem Drosselventil in der Leitung könnte man die Wärmezufuhr sogar steuern.

Der weiße Plastikbehälter stört mich selbst. Zunächst bin ich mal froh, ihn fest und an der für die Funktion besten Stelle untergebracht zu haben. Eine andere Flasche o.ä. würde wieder allerhand Arbeit mit sich bringen. Jetzt beim Schreiben ist mir aber eine Idee gekommen. Ich lasse das Teil dran, verpasse ihm jedoch ein Verhüterli aus Tarnstoff, natürlich mit Schaufenster für den Wasserstand. Also wieder Sattlerarbeit - mein Tag hat einfach zu wenige Stunden!

Grüße, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon zonenfeile » 13. Juni 2019 12:12

Einer der geilsten Freds die ich je gelesen habe

Weitermachen

Hut ab :zustimm: :zustimm:
Gruß
Olaf aus HH

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon dampfmaschine89 » 13. Juni 2019 15:22

Hi, was mir da direkt einfällt sind die Luftkissen die Feuerwehr und Co nehmen um Türen aufzupressen.
Die gibt es in verschiedenen größen, sind sau stabil und sollten Schraubanschlüsse haben zum rein und raus lassen!?
Also sowas in der Art:
https://www.werkzeuge-berlin.de/spezial ... gKfjfD_BwE

-- Hinzugefügt: 13. Juni 2019 15:23 --

https://zwuzenduz.de/produkt/montagekis ... g-4er-set/
Gibt es sogar als Schalersatz für den Nacken :lach: :lach:

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 15. Juni 2019 18:14

Hallo,

der weiße Plaste-Ausgleichbehälter hat noch einige Stunden gekostet. Zunächst war ein weiterer Messingstutzen für seinen Schlauchanschluß zu drehen, und dann hat er ein schickes Tarn-Anzügle gekriegt. Nicht schneidermäßig, sondern nach Zuschnitt verklebt; es braucht ja nicht abnehmbar sein. Ebenfalls aufgeklebt sind die Lederverstärkungen an den Haltelaschen sowie das Sichtfenster für den Wasserstand.

DSCN7654.JPG
DSCN7651.JPG
DSCN7653.JPG


Eingebaut schaut das nun so aus:

DSCN7656.JPG
DSCN7657.JPG


So finde ich das schon sehr viel veteranenmäßiger. Die weißen Haltelaschen und allzu glänzende Schlauchschellen werden noch mit Pinsel und Farbe getarnt. Damit ist die Wasserkühlung soweit fertig.

Für die Abluft der Riemengetriebe-Kühlung habe ich endlich eine Lösung gefunden. Die Erleuchtung kam im Baumarkt in der Sanitärabteilung in Gestalt eines Abwasserrohres. Eine Reduziermuffe 75 auf 50 mm ist biegsam und paßt auf den ovalen Luftstutzen am Motor. Der dünnere Teil hat genau das richtige Maß für einen Gummi-Flexschlauch wie den, mit dem bereits der Vergaseranschluß gelungen ist. Für den optischen Abschluß am Ende sorgt das POM-Teil, das ursprünglich Einlauftrichter im Luftfilterkasten werden sollte. Auch als Auslaß sollte m.E. die Trichterform günstig wirken. Warum bekomme ich eigentlich so virtuelle Mißempfindungen am Südpol beim Wort "Einlauftrichter" ... :roll:

DSCN7643.JPG
DSCN7647.JPG


Damit gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Eng an den Tank gedrückt, kann der Schlauch Wärme unter die Knieschutzdecke pusten oder, hinten unter das Lochband am Auspuffgitter geschoben, frei nach hinten blasen. Wenn es denn wie gedacht funktioniert! Vor Zeiten gab es mal einen Hilfsmotor, der ob seiner Anbaulage im Volksmund "Arschwärmer" hieß. Meine Konstruktion wäre dann wohl eher ein Eierwärmer (hoffentlich nicht -kocher :( ).

DSCN7649.JPG
DSCN7655.JPG


Da steht sie nun, und der von mir selbst beim Erstaufbau verbrochene Kabelbaum sieht mich vorwurfsvoll an. Hilft nichts, es gibt keine Ausreden mehr, die nötigen und umfangreichen Veränderungen weiter aufzuschieben. Die Sache mit Heizkissen & Co. behalte ich aber im Hinterkopf; danke für die Hinweise!
Einen rustikalen Lederriemen habe ich noch gefunden, mit dem der Flexschlauch in gewünschter Position festgelegt werden kann.

DSCN7658.JPG


Grüße, Fritz.
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon xtreas » 15. Juni 2019 19:18

Einfach nur Sahne. Ich bewundere deine Liebe zum Detail.
Gut Schlauch und Gute Fahrt......
Viele Grüße
Xtreas,
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Einer konnte Stroh zu Gold spinnen....
SPOILER:
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Ex-User Der alte Fritz » 30. Juni 2019 13:54

Hallo,

letzter Stand:

Die Elektrik funktioniert, nachdem ich den Kabelbaum praktisch neu und mit Änderungen aufgebaut habe. War ein harter Kampf mit der Brems-/Blinklichtfunktion, bei dem ich zwar keinen K.o.-Sieg erzielen konnte, aber überlegener Punktsieger wurde :D . Auf den im Netz gefundenen Schaltplänen für die Zweikreis-Anlage ist nämlich stets ein Warnblinker integriert. So habe das zunächst auch probiert, es aber nicht hinbekommen. Elektrik interessiert mich halt nur für den Hausgebrauch; tiefer mag ich mich nicht hineinknien.

Mit einiger Überlegung ließ sich der Warnblinker aus dem Plan eliminieren, und es hat geklappt. Wäre mir ohnehin zuviel Gedöns und Drahtverhau um den Lenker herum gewesen. Jetzt ist das sehr schön. Die gelben Bremslichter gehen normal an, und nur auf der blinkenden Seite bekommen sie vom Zweikreis-Schalter den Dauerstrom abgestellt. Stattdessen wird dieser Seite der getaktete Strom vom Blinkrelais zugeteilt. Das Heck ist nun schön aufgeräumt und sieht mit den Traktorleuchten viel antiker aus.

Höhepunkt der Freude war der auf Knopfdruck durchdrehende Anlasser, und von der CDI- (eigentlich eher TCI-) Zündanlage kommen tatsächlich
Funken an der Kerze. Die Wasserkühlung ist gefüllt, und der erste Startversuch steht bald an.

Weniger erfreulich ist Folgendes:

Ich stelle ab sofort meine Mitwirkung in diesem Forum ein. Ich bedanke mich für euer Interesse und eure Tips und wünsche euch eine gute Zeit,

Fritz.
Zuletzt geändert von Martin H. am 30. Juni 2019 14:57, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag wird für persönliche Anfeindungen mißbraucht
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon starke136 » 30. Juni 2019 15:35

Der alte Fritz hat geschrieben:
Weniger erfreulich ist Folgendes:

Ich stelle ab sofort meine Mitwirkung in diesem Forum ein. Ich bedanke mich für euer Interesse und eure Tips und wünsche euch eine gute Zeit,

Fritz.


Das bedauere ich sehr. :(

Ich habe deine Beiträge und deine technischen präziesen, ja schon detailverliebten, Lösungen und Umbauten hier immer spannend verfolgt.

Vielleicht bekommst du eines Tages wieder Lust und stellst ein paar schöne Bilder von deinem fertigen Gespannkunstwerk im Einsatz hier ein.
Darüber würde ich mich sehr freuen...und da bin ich sicher nicht der Einzigste :wink:

Danke für diesen tollen Fred, die vielen Bilder und die Berichte, die ich wie ein spannendes Buch verschlungen habe :top:
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon xtreas » 30. Juni 2019 16:26

Bin auch traurig, deine Entscheidung lesen zu müssen. Ich hätte gern gewusst wie es weiter geht. Schade.
Wünsche dir trotzdem viel Erfolg bei den noch anstehenden Arbeiten.
Gut Schlauch und Gute Fahrt......
Viele Grüße
Xtreas,
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Marwin87 » 30. Juni 2019 16:38

Du kannst uns doch jetzt nicht einfach so im Stich lassen?!
Bitte berichte weiter mit dem Umbau und auch mit weiteren Ideen :!:
Das wäre echt schade nichts mehr von dir zu hören :(
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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon Vögelchen » 30. Juni 2019 18:46

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen der Umbau ist Klasse. Bitte Berichte weiter.

Edit an Edit, da war wohl einer schneller als ich.
Zuletzt geändert von Vögelchen am 30. Juni 2019 20:58, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon flotter 3er » 30. Juni 2019 19:57

Die technischen Beiträge sind durchaus sehr interessant und lesenswert und eine Bereicherung hier, keine Frage. Ich habe sie auch gern gelesen und war durchaus beeindruckt von der Kreativität und technischen Umsetzung. Schade nur das es nicht dabei bleiben konnte und auch andere Beiträge und Kommentare abgesetzt wurden und von uns nicht ohne Reaktion bleiben konnten. Von daher bitte ich zu Bedenken, es ist immer schwierig öffentlich Partei zu ergreifen, wenn man die Zusammenhänge nicht, nur unvollständig oder gar einseitig kennt oder dargestellt werden.

Vonseiten der Moderation werden wir natürlich darauf verzichten hier in irgend einer Form nachzutreten, ich erwarte das allerdings auch von allen anderen Usern hier. Es ist die Entscheidung von Fritz, von unserer Seite wurde weder nahegelegt noch angedroht das Forum zu verlassen. Irgendwelche Polemik wird aber auf jeden Fall editiert, egal von wem sie stammt.
Gruß Frank


"Der Mensch sehnt sich so lange nach der Stimme der Vernunft, bis sie anfängt zu sprechen." (ZEIT)"
Danke an alle die nichts zum Thema zu sagen hatten und trotzdem nichts dazu geschrieben haben....

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Re: Zusatzantrieb am Gespann

Beitragvon PeterG » 8. Juli 2019 09:31

Der alte Fritz hat geschrieben:
Weniger erfreulich ist Folgendes:

Ich stelle ab sofort meine Mitwirkung in diesem Forum ein. Ich bedanke mich für euer Interesse und eure Tips und wünsche euch eine gute Zeit,

Fritz.
Mehr als schade, da kann ich mich den Vorrednern nur anschließen. :( Deine technischen/kreativen Beiträge fand ich immer überragend! Über deine Meinungsäußerungen konnte ich immer gut hinweglesen.. ;)

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PeterG

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