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etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 16:32
von friese
Hallo, bin jetzt Besitzer eines etz Gespann mit original Bereifung . Habe nur Gespannerfahrung vor 25 Jahren BMW R 50 mit 15 Zoll Autobereifung , war mir alles zu schwer zu lenken und zu fahren trotz 60 PS. Bin jetzt 68 jahre, fahre nur Solo Kurzstrecke . Ist das Was für mich als Anfänger ? Kann man damit Beginnen ohne erstmal viel Geld zu investieren ? wie ist eure Erfahrung ? Gruss friese

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 17:01
von Martin H.
Du meinst, wie schwer ein MZ-Gespann zu fahren ist? Nicht schwer; allerdings vermutlich deutlich „gespanntypischer“ als Dein altes Autoreifengespann. :wink: Sprich, in Rechtskurven kommt der BW wohl viel schneller hoch. Von daher zumindest anfangs ein Gewicht in den Kofferraum (!) des Beiwagens legen.
Und dann noch mal gezielt die Grundfahrübungen durchexerzieren:

viewtopic.php?p=136641#p136641

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 17:20
von Pedant
Ich habe mal gelesen: "....wer ein MZ-Gespann beherrscht kann auch jedes andere Gespann fahren...."

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 17:54
von Svidhurr
Pedant hat geschrieben:Ich habe mal gelesen: "....wer ein MZ-Gespann beherrscht kann auch jedes andere Gespann fahren...."


Kann ich so nicht bestätigen. Da ein MZ-Gespann sehr leicht ist und der SW einen niedrigen Schwerpunkt hat (LSW noch tiefer).
Lässt sich das Gespann leicht fahren. Ural ist etwas höher und mein jetziges Mash-Gespann ist der Schwerpunkt noch höher.

Aber alles halb so wild, man gewöhnt sich schnell daran.

Was ich dir für das ETZ-Gespann raten würde, ein breiteres Vorderrad und wenigstens diesen Stabi zwischen der Telegabel.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 18:35
von trabimotorrad
Ich denke ein R50-Gespann mit einer Telegabel ist vergleichbar schwer zu fahren, wie eine ETZ. ich fahre jetzt seit 4 Jahren ein K75-RT-Gespann mit ringsrum Autoreifen drauf, aber auch einer Schwingengabel vorne drin und das fährt quasi von selber.
Auch meine Marianne fährt ein BMW-Gespann sogar mit 1100er-Motor und eben auch mit Vollschwingenfahrwerk und hat damit KEINERLEI Probleme, immer wieder kutschiert sie auch mich damit spazieren und ich fühle mich bei ihr im Beiwagen wohl. Hier unser Camp:
$matches[2]

Zum MZ-Treffen in Coppanz habe ich mal eben mein ETZ251-Gespann mit all dem beladen, was normal in Mariannes Gespann drinne ist und noch den Pavillion oben drauf:
$matches[2]

und da habe ich in Coppanz heftig Schmerzen in den Armen gehabt , als beladen fährt sich ein Schwingengabelgespann schon erheblich leichter.
Lediglich wenn die Straßen verschneit sind, dann ist mein ETZ-Gespann, das im Winter stollenbereift ist, allen Auto-bereiften Gespann haushoch überlegen...
$matches[2]

Egal ob Lastenbeiwagen, oder Personenbeiwagen...
Winterausfahrt Dezember 2018 (14).jpg

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 18:43
von schwammepaul
Sauber Achim...Dein letztes Foto da kommt das große gribbeln auf :mrgreen:
Fahrspaß ohne Ende....

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 18:48
von trabimotorrad
Dann nochmal ein paar RICHTIG schöne MZ-Gespann-Winterbilder:

$matches[2]


$matches[2]


und zum Campen ist es auch gut geeignet:

$matches[2]


Kann man prima seine Klamotten in den Lastenbeiwgen rein tun...

und ganz zum Schluß noch eine verzweifelte Marianne mit ihrem BMW-Gespann, denn DA ging nix mehr:

WhatsApp Bild 2023-12-28 um 10.19.57_eefcb33a.jpg

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 20:07
von Martin H.
Also ich kann mir nicht vorstellen, daß das BMW-Gespann auf Autoreifen so fährt wie das ETZ-Gespann mit Motorradreifen, da man mit 15 Zoll doch deutlich tiefer kommt.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 20:24
von trabimotorrad
Martin, da hast Du mich falsch verstanden: Unser BESTES Fahrzeug im Winter IST das MZ-Gespann mit Stollenreifen - derzeit ETZ 251. Die ETZ250, mit ihrem 18 Zoll Hinterrad, war noch einen Tick besser. Wo das nicht mehr durch kommt, da muß schon ein winterbereifter Allradler her, bzw, wer mir auch schon den Schneid abkaufte, das war ein Russengespann mit angtriebenen Beiwagenrad und Schneeketten drauf...
Schon mit meinem BMW R100-Gespann, das Ententreifen drauf hatte, sah ich auf verschneiten Straßen alt aus. Darum wird auch unsere ETZ immer im Bestand bleiben und Marianne kriegt bald auch ein MZ-Wintergespann...
Bei glatten Straßen bleiben unsere BMW-Gespann schön brav daheim - mit den 165er-Breitreifen haben wir KEINE Chance :wink:

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 20:44
von Spitz
Lach - mal wieder meine Chance mit meinem alten Link:

viewtopic.php?f=10&t=61325


Prost und Gruß vom
Spitz 8)

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 21:53
von Richy
trabimotorrad hat geschrieben:Martin, da hast Du mich falsch verstanden: Unser BESTES Fahrzeug im Winter IST das MZ-Gespann mit Stollenreifen - derzeit ETZ 251. Die ETZ250, mit ihrem 18 Zoll Hinterrad, war noch einen Tick besser. Wo das nicht mehr durch kommt, da muß schon ein winterbereifter Allradler her, bzw, wer mir auch schon den Schneid abkaufte, das war ein Russengespann mit angtriebenen Beiwagenrad und Schneeketten drauf...
Schon mit meinem BMW R100-Gespann, das Ententreifen drauf hatte, sah ich auf verschneiten Straßen alt aus. Darum wird auch unsere ETZ immer im Bestand bleiben und Marianne kriegt bald auch ein MZ-Wintergespann...
Bei glatten Straßen bleiben unsere BMW-Gespann schön brav daheim - mit den 165er-Breitreifen haben wir KEINE Chance :wink:


Kann ich so nicht ganz bestätigen, ich komme mit dem Autoreifen auf dem Rotax-Gespann genauso weit wie mit dem Lamellen-Rollerreifen und beides ist tausendmal besser als ein Stollenreifen. Am Ende hängt alles vom Fahrer, der Gewichtsverteilung, dem Untergrund und der Art der Reifen ab.
Moderne Autoreifen funktionieren um Welten besser als Stollenreifen im Tiefschnee. Das kann ich jedes Jahr am Tauerntreffen beobachten.
Auch die sonst so hochgelobten Immler-Reifen kacken im Schnee gerne ab.


Aber ich glaub, der Threadersteller wollte das garnicht wissen, sondern, ob er mit dem ETZ-Gespann zurecht kommt. Was man schon bei der ersten Antwort mit "ja (aber nur mit Gewicht im Beiwagen)" schon korrekt beantwortet hat. :lach:

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 29. Oktober 2025 22:47
von Dieter
Hallo Friese,

ich weiß ja nicht wo du konkret wohnst. Aber bis zum Hafen dürftest du es ja auch nicht so weit haben. Nach meinen Erfahrungen ist es dort, vor allem im Bereich der Schleuse und hintenherum relativ ruhig. Also würde ich dort die ersten 14 Tage in aller Ruhe meine Runden drehen. Wenn doch mal jemand kommt, rechts ran und warten bis er vorbei ist. Wenn du dann der Meinung bist das es halbwegs klappt würde ich die Strecke verlängern und dann die Strecke nach Danngast unter die Räder nehmen. Dort darf man auch mal etwas schleichen. Die anderen kommen dort halbwegs gut an einem vorbei. Und einem Gespann ist niemand so schnell böse. Anschließend kann man beide Strecken ja recht gut kombinieren.

Sicher findest du dort an der Schleuse auch einen kleinen Platz um mal Achten rechts und links herum zu fahren.


Und eine sinnvolle Pause kannst du ja auch einlegen. :wink:

Varel 01.jpg




Gruß
Dieter

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 30. Oktober 2025 14:08
von friese
ich wohne 1,5 km Luftlinie entfernt vom Hafen. Am besten in der Woche ab 19 uhr fahren.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 30. Oktober 2025 14:22
von Dieter
Dann hau rein und berichte. Und immer schön langsam und mit viel Respekt. Das dauert etwas, macht dann aber umso mehr Spaß.



Gruß
Dieter

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 30. Oktober 2025 14:30
von friese
Muss das Ding erstmal zum laufen bekommen. Heute erstmal Auspuff mit Heisslauf Pistole ausgebrannt. gruss friese

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 30. Oktober 2025 19:42
von Uwe6565
friese hat geschrieben:Muss das Ding erstmal zum laufen bekommen. Heute erstmal Auspuff mit Heisslauf Pistole ausgebrannt. gruss friese


:lupe: Im ETZ Auspuff sollte es keine Ölkohle geben, außer sie wurde mit 1:20 gefahren :?:

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 1. November 2025 09:37
von Martin H.
Richy hat geschrieben:
Aber ich glaub, der Threadersteller wollte das garnicht wissen, sondern, ob er mit dem ETZ-Gespann zurecht kommt. Was man schon bei der ersten Antwort mit "ja (aber nur mit Gewicht im Beiwagen)" schon korrekt beantwortet hat. :lach:

Danke, so hatte ich die Frage des TE auch verstanden.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 1. November 2025 18:31
von Spitz
Noch was zum Verständnis:

https://www.youtube.com/watch?v=YXuls9LUGRk


Gruß Spitz

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 1. November 2025 21:18
von dscheto
friese hat geschrieben:ich wohne 1,5 km Luftlinie entfernt vom Hafen. Am besten in der Woche ab 19 uhr fahren.

Eingewöhnungsfahrten würde ich persönlich ins Tageslicht legen.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 1. November 2025 21:28
von Bambi
Moin friese,
noch eine Erfahrung aus meiner kurzen ETZ-Gespann-Zeit. Nicht um Angst zu schüren sondern um auf etwas hinzuweisen:
Ich habe das ETZ-Gespann mit zwei neuen Rahmen (Motorrad und Seitenwagen) neu aufgebaut nachdem der Vorbesitzer einen jungen aber schon starken Baum zwischen Maschine und Seitenwagen platziert hatte. Bin sie dann mit der roten Nummer einer befreundeten Werkstatt eine gute Woche gefahren um zu schauen, ob alles in Ordnung ist. Das fühlte sich prima an, sogar wenn ich ohne Iris im Seitenwagen unterwegs war. Am Silvester-Vorabend habe ich noch einen Freund ein Stück auf dem Heimweg begleitet. Dabei stellte ich im leichten Schneetreiben fest daß die alte Gespann-Weisheit 'Wenn die Lenkung leicht wird bist Du auf Schnee oder Eis' stimmte. Dann kann man mit der Fahrt runtergehen und bleibt im sicheren Bereich.
Aber: am nächsten Tag haben wir nachmittags Freunde besucht. Auf dem Rückweg - kalt, aber trockene (und buckelige) Straße - habe ich in einer Rechtskurve das Gefühl, daß der Seitenwagen hochkommt. Iris sagte später, daß das nicht der Fall war. Doch durch die langen Federwege der ETZ war durch Seitenneigung nach links das Gefühl da und ... ich Hornochse habe gebremst. Die noch nicht oder nur schlecht funktionierende Seitenwagenbremse verzögerte den Seitenwagen nicht oder nur wenig. Der schob dann links rum und - zum Glück ohne Gegenverkehr - kam dann der Straßengraben. Ein Riss an Gas und Lenker half uns nicht über die Böschung. Im Aufsetzen klappte der Seitenwagen auf, Iris machte eine kurze Rolle vorwärts, das Gespann eine lange über sie hinweg und ich bin wie ein Weitspringer bei Olympia vorneweg gesprungen. Iris und ich sind zum Glück bis auf ein paar leichte Prellungen vom gefrorenen Acker heile geblieben (und einer stärkeren Ego-Prellung bei mir). Die Rahmen des Gespann sind sogar heile geblieben, nur das Vorderrad hatte eine saftige Acht!
Was ich sagen will: übe auf einem großen Platz viele Kreise rechts und links rum und gewöhne Dich an die Reaktionen. Ich fand das Gespann sehr führig und brav - auf den schnellen (fast übergangslosen) Wechsel von diesem Gefühl zu 'Schei...benkleister, was passiert da gerade?' solltest Du vorbereitet sein. Es gibt auch Kurse dafür! Links rum ist bei einem gut gefederten Gespann auch nicht ohne ... Übertreiben kann im Überschlag über die Seitenwagennase münden.
Lass Dich nicht bange machen und geh es einfach vorsichtig an. Ich war damals erst Dreißig - das könnte auch noch eine Rolle bei der 'Rolle' gespielt haben! Obwohl ich glaube, daß ich nie hirnlos oder unverantwortlich unterwegs war.
Schöne Grüße, Bambi

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 2. November 2025 09:34
von ea2873
ich vermute die Mehrzahl der MZ Gespannfahrer hat schon mal einen unbeabsichtigten Ausflug auf die Gegenfahrbahn gemacht, zumindest die meisten die ich kenne. Gefährlich wirds, wenn Du meinst, jetzt kann ichs, da verliert man den Respekt.
Mein (jetziges) Herangehen ist mittlerweile: wenn die Kurve nicht einsehbar ist, die Strecke ist unbekannt, oder wenn Gegenverkehr kommt und ich nur geringe Zweifel habe ob ich nicht doch zu schnell bin: runter vom Gas und langsamer in die Kurve.
Mein zum Glück nur einmaliger Abflug quer über die Gegenfahrbahn (netterweise haben die rechtzeitig gebremst) reicht mir.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 4. November 2025 00:09
von g-spann
Das wirklich Gefährliche bei Gespannen im Gegensatz zu Solo-Motorrädern: Wenn du echt zu schnell bist, rettest du nix mehr!

Beim Solo-Motorrad reicht es, (mit zusammen gekniffenen ihr-wisst-schon) die Schräglage weiter zu vergrößern, was meist tiefer geht, als der Fahrer sich gemeinhin traut; ist die Haftgrenze der Reifen überschritten, "steigt man nach innen ab" *) und rutscht über die Straße, hinter seinem Motorrad her und kommt eher zum Stillstand als das Motorrad. So man nun nicht gerade in Strandbekleidung unterwegens ist, passiert einem nicht viel...in tiefer Schräglage ist's ein kurzer Weg auf den Boden der Tatsachen, d.h. mehr als leichte Prellungen trägt man in aller Regel nicht davon.

Ist man mit dem Gespann in der (vermeintlich sichereren) Linkskurve zu schnell, sodass die Fuhre im günstigen Fall über alle drei Räder aus der Kurve rutscht, schlägt man in der Leitplanke ein; schlagartiges Gaswegnehmen führt, genau wie starkes Bremsen, dazu, dass die Kiste hinten hochkommt und dann entweder schleudernd, Heck voraus , im Gegenverkehr landet, oder sich gleich über die Bootsnase überschlägt. Im ungünstigen Fall passiert Letzteres auch ganz ohne Bremsen und auch ohne Vorwarnung!

Rechtsrum zu schnell ist auch nicht besser: Ist der Beiwagen einmal in der Luft, kriegt man ihn nicht so leicht wieder herunter...Bremsen, Gegenlenken, auch Gaswegnehmen führt in den Gegenverkehr, brachiales Beschleunigen (wie in der einschlägigen Literatur empfohlen) erfordert sehr viel Leistung und Drehmoment (hat die MZ beides nicht), um das belastete Hinterrad zum Durchdrehen und damit zum Ausbrechen nach links, um die Kurvenlinie wieder zu retten, zu bringen (meist hat man dafür auch den falschen Gang eingelegt), Gewichtsverlagerung bei schon hochgekommenem Beiwagen hilft auch nicht mehr, wenn stärkeres Einlenken erforderlich ist...da retten wirklich nur eine freie Gegenfahrbahn und/oder aufmerksame und rücksichtsvolle Verkehrsteilnehmer!

Also: Vorsicht und Umsicht sollten erstes Gebot beim Gespannfahren sein!



*)eine schon etwas sinnverändernde Umschreibung von "mein Motorrad rutscht mir unterm Hintern weg". Das "Nach-innen-absteigen" beschreibt den Fahrer zumindest als den aktiv handelnden Part... :lach: :lach: :lach:

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 4. November 2025 07:03
von trabimotorrad
Ein nicht zu unterschätzendes Problem, speziell bei MZ-Gespannen ist, das man es gerne unterschätzt - das geht ja grad mal 100Km/h....
Am heißesten Tag des Jahres 1994, am 4. August, bin ich OHNE Lederhose, aber wenigstens mit gutem Helm und Lederjacke mit beladenem MZTS250-Gespann unterwegs zu einem Motorradtreffen gewesen - dafür das ich vermutlich beinahe die maximale Zuladung des Lastenbeiwagens (meines Wissen nach 90Kg) ausgenuzt hatte, ist die MZ aber immer noch recht flott unterwegs gewesen....
Ich hatte 85Km/h drauf und der Gegenverkehr hatte angesetzt, einen Traktor mit voll beladenem Stroh-Anhänger zu überholen - war also keine 50Km/h schnell:

$matches[2]


Da mein Helm in die "nachgiebige" Frontscheibe einschlug, habe ich es überlebt und weil mein rechter Oberarm in einem Ledejackenärmel auf die A-Säule des Audis aufprallte, ist "nur" der Knochen zertrümmert worden (17 Teile) aber die Doktoren haben es wieder zusammenpuzzlen können - ohne LEDERJacke wäre der Arm AB gewesen...
Hätte ich nicht blos eine Stoffjeans und Turnschuhe angehabt, hätte sich zwar mein rechtes Bein auch beim "Abflug" in der Beiwagenbefestigung "verfangen", die drei Brüche werden wohl auch da gewesen sein, aber ob es das Loch in meine Wade so tief hineingerissen hätte, glaube ich nicht...

Das TS-LASTEN-Gespann war voll beladen und ein wenig "kaltverformt"...

Emme danach.png


Das Vorderrad lag, mit sammt den beiden Tauchrohren etwa 20Meter entfernt in einer Wiese, die Felge war BIS ZUR NABE vom Aufprall durchgebogen...

!00Km/h können wirklich SEEEEEHR schnell sein...

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 4. November 2025 19:34
von CommanderK
Bei der Geschichte wird einem echt anders. Mein lieber Mann, da hast du damals echt Glück gehabt. :-|

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 5. November 2025 18:12
von retnuk1408
Mein einzger (völlig ungeübter) und schon verjährter Test mit einem TS-Gespann mit "Schweinetrog" dran an der Ostsee als Leiter eines Betriebsferienlagers: In der ersten besten Kurve habe ich den Mais geradeaus durchflügt. Die restliche Fahrt habe ich gekämpft, wir "Pawel Kortschagin". Meinen ausdücklichen respekt gegenüber allen Gespannfahrern.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 6. November 2025 21:55
von Gundi
Dafür war das quietschen der Mädels im Seitenwagen wenn die Bude hochkam schon die ganze Runde wert 😂
Gruß Matthias

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 6. November 2025 22:11
von trabimotorrad
Gundi hat geschrieben:Dafür war das quietschen der Mädels im Seitenwagen wenn die Bude hochkam schon die ganze Runde wert 😂
Gruß Matthias

:schlaumeier: Egal ob im Beiwagen oder auf dem Solo-Motorrad: Wenn der Mitfahrende quietscht, bzw. Angst bekommt, hat der Fahrer etwas falsch gemacht :!:

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 6. November 2025 22:23
von Gundi
Das haben wir 1984 irgendwie anders gesehen. Ich hatte aber im Gelände auch einen beweglichen 100 Kilo Hünen im SW. Der saß auf der Lehne, hinter mir oder hing rechts raus, mit nem Strick in der Hand der am Alubügel fest war. Da konnte man die TS herrlich bewegen. Hab ihn auch nur ein Mal in ner scharfen Linkskurve verloren, als das Boot vorn einhakte.
Dein Beitrag passt aber in die heutige Zeit.
Gruß Matthias

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 7. November 2025 18:50
von Richy
g-spann hat geschrieben:Das wirklich Gefährliche bei Gespannen im Gegensatz zu Solo-Motorrädern: Wenn du echt zu schnell bist, rettest du nix mehr!

Beim Solo-Motorrad reicht es, (mit zusammen gekniffenen ihr-wisst-schon) die Schräglage weiter zu vergrößern, was meist tiefer geht, als der Fahrer sich gemeinhin traut; ist die Haftgrenze der Reifen überschritten, "steigt man nach innen ab" *) und rutscht über die Straße, hinter seinem Motorrad her und kommt eher zum Stillstand als das Motorrad. So man nun nicht gerade in Strandbekleidung unterwegens ist, passiert einem nicht viel...in tiefer Schräglage ist's ein kurzer Weg auf den Boden der Tatsachen, d.h. mehr als leichte Prellungen trägt man in aller Regel nicht davon.

Sorry, aber du beschreibst hier den "Gutfall vom Schlechtfall" und ein wenig unterkomplex. Wenn man mit der Solo wegrutscht, ist man nurnoch eine menschliche Billardkugel und schlägt halt komplett unkontrolliert irgendwo ein. Das kann der Gegenverkehr sein, ein Baum oder auch die bekannten "Beinamputierer" namens Leitplanken. Nicht umsonst gibt es inzwischen auf bekannten Motorradstrecken fast überall Zusatzbleche an den Leitplanken.

Mir ist in meiner 21 jährigen Motorradlaufbahn zweimal das Vorderrad weggegangen, einmal wegen eines Reifenschadens und einmal, weil ich nicht fahrtauglich (übermüdet) war. Beide Male bin ich in den Gegenverkehr gerutscht und nur dank dessen schneller Reaktion unverletzt daraus hervorgegangen.

Und dann hast du noch den weit komplexeren Fall des Highsiders "unterschlagen". Den hatte ich auch zweimal und beide Male bin ich volle Lotte mit dem Kinnteil vom Helm aufgeschlagen. Zum Glück bin ich auch dort jeweils weitestgehend unverletzt daraus hervorgegangen (den Dachschaden hatte ich schon vorher, ehrlich! :biggrin: ).

Von daher ist "zu schnell" auch bei der Solo genauso Glückssache wie beim Gespann. Und im Gegensatz zum Gespann gibt es bei der Solo oft keine Warnzeichen und vor allem geht alles so schnell, dass man nix mehr tun kann.
Wenn man mit dem Gespann so schnell links abbiegt, dass es den Beiwagen nennenswert in den Boden rammt, hat man vorher schon einiges an Warnzeichen ignoriert. Gehen wir von einem serienmäßigen MZ-Gespann aus, hat man vorher wie ein Ochse zu lenken (1. Warnung), der SW taucht ab (2. Warnung), der Hinterreifen quietscht (3. Warnung) und erst dann kann man abfliegen. Das Ganze ist dann selbst bei einem MZ-Gespann bei einer Geschwindigkeit, bei der kein normal denkender Anfänger in eine Kurve reinballern würde.
Auch in der Rechtskurve kündigt sich das hochkommen des SW bei einem normalen MZ-Gespann lange vorher an, vor allem, wenn, wie man es Anfängern empfiehlt, der SW ordentlich beladen ist.
Übrigens bekommt man den entlasteten Beiwagen auch ohne viel Leistung stabilisiert, man möchte ja nur so viel Beschleunigung, dass man "um den Beiwagen herum" beschleunigen möchte. Ein wie von dir beschriebenes ausbrechendes Hinterrad durch viel Leistung ist das Gegenteil einer Stabilisierung und dürfte mit absoluter Sicherheit zum Crash führen, abgesehen davon kenne ich niemanden, der soviel Eier hat, sowas im Straßenverkehr wirklich auszuprobieren. Ich trau mir sowas noch nichtmal im Gelände mit dem Endurogespann (Im Schnee sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus :lach: ).
In der Litaratur wird das übrigens auch so wie von mir beschrieben.

Meine praktische Erfahrung bei sich ankündigendem hochkommenden SW ist: 1. Ruhe bewahren, 2. vorsichtig das Gas wegnehmen und hinten (und damit am SW) leicht zu bremsen, 3. die Spurbreite ausnutzen die Kurve leicht öffnen und dabei stärker bremsen. Dann ist soviel Fahrt raus, dass man dann die Kurve gefahrlos zuende fahren kann.

Ja, ein Gespann ist speziell, aber der Grenzbereich am MZ-Gespann ist so groß und die Dinger so gutmütig, dass ernste Unfälle schon mehr erfordern als "man ist etwas zu schnell". Besonders, wo Anfänger mit Hirn in einer derartig superelastischen Bude nicht freiwillig mit 100 um die Ecken ballern würden... :lach:

Und sowas wie Achim erlebt hat, wünscht man keinem, das ist viel Pech (und gleichzeitig viel Glück). Ist aber nicht Gespannspezifisch und mit der Solo sogar noch wahrscheinlicher.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 09:25
von rally1476
Moin,

Vorsicht ist im Straßenverkehr immer oberste Priorität.
Weitsicht verhindert auch viele gefährliche Situationen.

Sonntags bieten sich große Parkplätze von Einkaufszentren zum üben an.
Diese sind zu dieser Zeit in der Regel leer.

Dort kann man bei niedrigen Geschwindigkeiten super Kurvenfahrten üben, weil dort 90 und 180 Grad Kurven die Regel sind.

Hierbei wird man schnell die hohe Elastizität der späteren MZ Gespanne schätzen lernen, weil sich Grenzbereiche deutlich ankündigen.
Genau das wurde im vorangegangenen Beitrag beschrieben.

Vielleicht noch ergänzend, dass man Rechtskurven leichter bewältigt, wenn man im Kurvenscheitel Gas gibt.
Das heißt langsam rein und mit Gas raus aus der Kurve.
Der Beiwagen wird bei dieser Fahrweise regelrecht ab die Straße gedrückt.
Voraussetzung ist ein niedriger Gang beim beschleunigen, wegen der geringen Leistung der MZ.

Die Bremsen je nach Kurve zu dosieren, unterstützt auch die Kurvenfahrt.
Links rum, etwas Vorderradbremse, rechtsrum Hinterrad und Beiwagenbremse.
Wohlgemerkt vor Kurveneingang und wohldosiert.

Das sind jetzt aber schon Erfahrungen aus vielen Jahren Gespannfahren.

Jedenfalls sollte man sich vorher darüber im klaren sein, dass ein Gespann durch seine unsimmetrische Geometrie besonders gehandhabt werden muss.
Man muss viel aktiver agieren, als auf einem Krad mit nur zwei Rädern.

Gruß Rally

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 10:03
von Martin H.
rally1476 hat geschrieben:Vielleicht noch ergänzend, dass man Rechtskurven leichter bewältigt, wenn man im Kurvenscheitel Gas gibt.
Das heißt langsam rein und mit Gas raus aus der Kurve.
(…)
Die Bremsen je nach Kurve zu dosieren, unterstützt auch die Kurvenfahrt.
Links rum, etwas Vorderradbremse, rechtsrum Hinterrad und Beiwagenbremse.
Wohlgemerkt vor Kurveneingang und wohldosiert.

In der Rechtskurve das Hinterrad anzubremsen ist aber kontraproduktiv.
Weiter oben hast Du ja schon richtig geschrieben: Gas geben.

Und in der Linkskurve vorne bremsen… jedenfalls nicht zu dolle. Wir hatten da mit Güsi schon diskutiert beim Gespanntraining, er meinte, Gas weg reicht.

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 11:05
von Dieter
Als besonders gefährlich gerade bei den kleinen Gespannen wie den MZ Gespannen ist das schnelle Linksabbiegen und dabei in der Kurve bremsen. Hab ich selber mal am Anfang geübt. :oops:

Das Boot hat vorne rechts kurz aufgesetzt. Daraufhin habe ich die Bremse losgelassen und konnte das Gespann gerade so noch abfangen. Ansonsten hätte es einen Überschlag gegeben. Danach brauchte ich eine kleine Pause.

Bei uns gab es vor kurzem eine besondere Aktion von 2 Solo Fahrern. Einer hat es böse bereut.

https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgeb ... d-100.html


Gruß
Dieter

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 11:58
von Bambi
rally1476 hat geschrieben:Die Bremsen je nach Kurve zu dosieren, unterstützt auch die Kurvenfahrt.
Links rum, etwas Vorderradbremse, rechtsrum Hinterrad und Beiwagenbremse.
Wohlgemerkt vor Kurveneingang und wohldosiert.


!

Hinweisende Grüße, Bambi

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 14:51
von rally1476
Martin H. hat geschrieben:
rally1476 hat geschrieben:Vielleicht noch ergänzend, dass man Rechtskurven leichter bewältigt, wenn man im Kurvenscheitel Gas gibt.
Das heißt langsam rein und mit Gas raus aus der Kurve.
(…)
Die Bremsen je nach Kurve zu dosieren, unterstützt auch die Kurvenfahrt.
Links rum, etwas Vorderradbremse, rechtsrum Hinterrad und Beiwagenbremse.
Wohlgemerkt vor Kurveneingang und wohldosiert.

In der Rechtskurve das Hinterrad anzubremsen ist aber kontraproduktiv.
Weiter oben hast Du ja schon richtig geschrieben: Gas geben.

Und in der Linkskurve vorne bremsen… jedenfalls nicht zu dolle. Wir hatten da mit Güsi schon diskutiert beim Gespanntraining, er meinte, Gas weg reicht.


Hallo Martin,

bitte richtig lesen...

Ich hatte das Wort VOR benutzt und das mit voller Absicht.
Nicht den Sachverhalt verdrehen...

Gruß Rally

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 18:27
von Gundi
Danke, so kenne ich es auch.
Gruß Matthias

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 19:47
von Martin H.
rally1476 hat geschrieben:Die Bremsen je nach Kurve zu dosieren, unterstützt auch die Kurvenfahrt.
Links rum, etwas Vorderradbremse, rechtsrum Hinterrad und Beiwagenbremse.
Wohlgemerkt vor Kurveneingang und wohldosiert.


rally1476 hat geschrieben:
Ich hatte das Wort VOR benutzt und das mit voller Absicht.

:gruebel:
VOR der Kurve ergibt aber keinen Sinn:
In Linkskurven geht man mit relativ viel „Dampf“ rein und bremst bzw. nimmt Gas weg erst IN der Kurve.
Bei der Rechtskurve geb ich Dir insofern recht, daß man vor der Kurve Tempo reduziert, um dann in der Kurve mit Gas zu unterstützen.
Aber warum bremst Du dann nicht mit allen drei Bremsen?

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 22:41
von rally1476
Nabend,

ich habe meine Erfahrungen mit dem Gespannfahren geschildert.
Wie soll ich das erklären?

Nun mit dem differenzierten Bremsen vor dem Kurveneingang bekommt man so eine Art Drall in die gewünschte Richtung.
In den Kurven bremsen kann schnell kontraproduktiv sein, deshalb meinte ich ne Art Vorbereitung auf das Kommende.

Bei uns gibt's die so genannten Lossower Kurven.
Das ist ne Kurvenkombination von sechs unterschiedlichen engen Kurven, wie im Gebirge.
Führen quasi in eine Schlucht hinab.
Mit ordentlich Gefälle und teilweise enger werdenden Kurven.

Die liegen eigentlich immer auf meinem Rundkurs bei meinen Ausfahrten, seit über dreißig Jahren.
War auch mal ne Zeit mein Arbeitsweg.

Dort habe ich mir die hier beschriebenen Gespannerfahrungen antrainiert.
Ich muss aber trotzdem sagen, dass ich den Respekt vor der Kurvenkombi nie verloren habe, denn dort gibt's kein Platz für Fehler.
Früher gab's dort nichtmal Leitplanken und der Fahrbahnbelag ist nur mäßig.
Dafür gibt es dort oft Nässe und im Herbst ordentlich Laub.

Mit dieser Vorbereitung ging es letztes Jahr ganz gut mit dem Gespann durchs Erzgebirge.

Um zum Ursprung zurückzukommen...
...erste Übungen am besten auf einem Gelände ohne andere Verkehrsteilnehmer.
Mit zunehmender Erfahrung und sicherer werdenden Fahrstil bewusst solche Ecken, wie von mir beschrieben, aufsuchen und weiter üben.

Nie den Respekt vor dem Dreirad verlieren, brenzlige Situationen kommen mit Sicherheit trotzdem vor.
Da hilft dann eben die gesammelte Erfahrung.

Gruß Rally

Re: etz gespannfahren

BeitragVerfasst: 8. November 2025 23:12
von Klaus P.
rally1476 hat geschrieben:Nabend,

Nie den Respekt vor dem Dreirad verlieren, brenzlige Situationen kommen mit Sicherheit trotzdem vor.
Da hilft dann eben die gesammelte Erfahrung.

Gruß Rally


Ich denke eher vor der Kurve - an die Kurve,
und wenn´s sportlich sein soll, dann mit Gewichtsverlagerung des Pilotentens.

Gruß Klaus