27. Juni 2020 21:12
Die weiteren Punkte in Südschweden führten gezielt in Richtung Fährhafen Helsingborg, denn ab dem 15.06. war die Einreise nach Dänemark wieder erlaubt. Die Beamten am Hafen wollte ich nicht sofort am ersten Tag dieser Regelung überfordern, also zog ich es vor einen Tag später nach Helsingor zu schippern.
Das Schloss Kronborg wurde zum Kulturteil nach Ankunft am Hafen. Ein wirklich imposantes Bauwerk!
Dank der Einladung von Marko ging es noch am selben Tag auf die Insel Fyn. In Elby wurde ich herzlichst empfangen.
Eine der ersten Fragen führte zum Bier, damit lässt es sich doch gleich ganz anders fachsimpeln:) Nach Vorstellung des Fuhrparks und weiteren zahlreichen Themen brannte der Grill. Gemeinsam mit seiner Frau saßen wir noch bis in die Nacht.
Am nächsten Morgen machte ich mich nach dem Frühstück in die Werkstatt, denn es gab tatsächlich ein kleines Wehwehchen an Emmerichs Bremse. Seit ca. 2 Wochen tropfte es hin & wieder aus der Handbremspumpe. Der Grund konnte schnell lokalisiert werden- der Radialwellendichtring hatte nach 5 Jahren keine Lust mehr ordentlich abzudichten. Besagtes Teil war tatsächlich in meiner Ersatzteilkiste vorhanden- das beruhigt erstmal ungemein! Jedoch bedarf es einer Sicherungsringzange und etwas Werkstattbedarf. Auch eine Werkbank macht sich nicht schlecht für eine solche Sache.
Von daher kam Marko's Werkstatt inkl. Zange wie gerufen.
Also: Bremse entleeren, Dichtung tauschen, neu befüllen, entlüften.
Etwa 2h und eine Blutblase am Finger später war wieder alles i.O. und es konnte weiter gehen.
An dieser Stelle einen HERZLICHEN Dank an Marko & seine Frau für die außerordentliche Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft:) War wirklich cool bei euch!
Den (für die Einreise) vorgebuchten Campingplatz nahe Julesminde bezog ich 4 Tage lang. Außergewöhnlich lang für einen Vagabunden, aber ein paar Tage Ruhe ohne ständiges packen, auf- und abbauen sind in der Tat sehr angenehm & erholsam.
Vor dort aus machte ich einige Tagestouren u.a. ins Massey Ferguson- Museum sowie in eine "Motor & Maskin-Samling". Beide Schauplätze von alter Technik begrüßen den Besucher umgehend mit einem wunderbaren Duft von Öl, Sprit und Metall:) Da fühlt man sich direkt gut aufgehoben.
Stets nahe am Wasser führte mich der Weg an der Ostküste entlang. Die Landschaft Dänemarks würde ich nicht als das Motorradfahrerparadies bezeichnen, immerhin gibt es dort kaum Erhebungen, geschweige denn Serpentinen oder Haarnadelkurven. Dennoch macht es hier richtig Laune zu fahren! Es wirkt alles so klein, gemütluch, zufrieden, friedvoll, fast schon wie heile Welt. Das Bedürfnis zum Rasen kommt bei den unzähligen hübschen Dörfern & Häfen gar nicht auf.
Am 36. Tag der Reise war es dann so weit: Skagen, und damit das Hauptziel, wurde erreicht. An diesem Punkt lag mir besonders viel, denn ursprünglich sollte es dort schon vor 3 Jahren hingehen. Auf dem Rückweg vom Nordkap und angekommen auf der Insel Fyn machte sich damals leider das Schaltrad 3.Gang bemerkbar, sodass mir mehrere tkm Umweg mit dieser Ungewissheit eindeutig zu heiß waren. Umso erfreuter ist mein Gemüt nun, mit wieder funktionierender Technik diesen Ritt "vollenden" zu können.
Nahe Hjorring traf ich mehr zufällig auf einen kommunalen Vorzeige-Campingplatz for free. Soll heißen auf Gemeineboden für jedermann Feuerstelle, Grill, Feuerholz, Hütte, Öko-WC, Wasser & Shelter. Die Erfahrung eines solchen Unterschlupfs wollte ich mir nicht nehmen lassen.
In Dänemark sind diese Shelter häufiger anzutreffen. In meinem Augen ein klasse Sache!
Die vielen wunderbaren Straßen der Westküsten prägten die letzten Tage. Sehr auffällig hier: auf einmal gibt es allerhand dt. Touris.
Gestern ein kleines Highlight im Riesenbaumarkt Biltema:
In gewohnter Manier erwarb ich 2T- Öl & Campinggas, als mein Auge im Austellungsbereich doch tatsächlich eine formschöne ETS vernahm:) Zum Verkauf war sie leider nicht.
Heut wurden die beiden kleinen Inseln Fano und Romo besucht. Wunderbar klein & idyllisch, wie so vieles in Dänemark. Mit diesen Erinnerungen möchte ich mich (bis auf weiteres) von diesem schönen Land verabschieden. Morgen gg Mittag werde ich die Grenze zu Deutschland passieren.
Dort stehen für die nächsten 2 Wochen Kiel, Köln, Essen, die Eifel, etwas vom Schwabenland(?) und Oberfranken auf dem Plan.
Mitte Juli hoffe ich ohne unangenehme Zwischenfälle daheim einreiten zu können.
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