Lust auf Ostpreußen?

Wir war der Urlaub bzw die Fahrt mit der MZ ?

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 17. Februar 2018 18:05

Im Frühjahr 1236 hallten sächsische Laute und das Klirren von Werkzeugen und Waffen über den Drausensee/Drużno. Die Ritter des Deutschordens begannen zusammen, mit einer Ritterschaft aus Meißen den Bau zweier Transportschiffe. Nachdem im Frühjahr des Folgejahres der Bau und die Beladung der Schiffe mit Baumaterial, Waffen und Vorräten beendet wurde , stachen die Schiffe „Pilgrim“ und „Friedland“ mit der kriegslüsternen Truppe in See, mit dem Ziel die Elbingmündung zu erreichen.
Nach der Eroberung von Pomesanien und den Gebieten um den Drausensee war das erklärte Ziel der Ritter, die Pruzzen auch aus den strategischen und wirtschaftlichen Positionen an der Elbingmündung zum Frischen Haff zu vertreiben. Zur Unterstützung dieses Vorhabens eilte eine Streitkraft aus Christburg/Dzierzgoń zu Fuß, den "schwimmenden Rittern" zu Hilfe. Auf einer Insel im Fluss bauten die Eroberer eine erste Erde-Holzwehranlage ,welche aber von den Pruzzen wieder erobert und zerstört wurde.
1240 begann man dann an anderer Stelle, nämlich am Ostufer des Elbings , unweit von der Mündung der Hommel mit dem Bau der eigentlichen Burg.

An der Nordostseite der Wehranlage entwickelte sich schnell eine Siedlung, welche 1246 von Hochmeister Heinrich von Hohenlohe die Handfeste bekam. Die Lage der Burg und der Siedlung war außergewöhnlich gut, da man von hier aus auf dem Wasserweg Anbindung an die deutschen Länder und Livland hatte. Von hier konnten die Ritterbrüder ihre Expansion Richtung Osten und Nordosten in das pruzzische Gebiet voran treiben.
Zu Beginn der Bauphase verwendeten die Baumeister noch massive Feldsteine, was die Anlage auch einen Angriff 1242 durch die Pruzzen ,sowie einen Sturm der Truppen Swentopolks von Pomerellen widerstehen ließ
(der erste große Pruzzenaufstand wurde von Swentopol nachweislich inszeniert und von ihm geführt,zu dieser Zeit kämpfte der Orden noch Seite an Seite mit polnischen Herzögen gegen die Pruzzen und Swentopolk ) .
Die Arbeiten an der Burg wurden 1248 bis 1260 fortgesetzt, diesmal mit Backstein und nur durch den zweiten pruzzischen Aufstand (1260-1247) zeitweilig unterbrochen. Auch diesmal feierten die Ordensbrüder ihren Sieg auf Grund der mächtigen Wehranlage.
1246 erhob man die Burg zur Komturei, als erster Amtsinhaber wurde ein Alexander urkundlich erwähnt.
1251 stieg die Burg zum Sitz eines Landmeisters auf und blieb Versammlungsort des preussischen Kapitels, bis im Jahre 1309 der Ordenshauptsitz von Venedig nach Marienburg verlegt wurde.
Die Burg war eines der frühesten Häuser für die Zusammenkunft des Konvents, wehrhafte aber auch künstlerische und repräsentative Eigenschaften hatte die Burg. In ihrer Blüte galt sie als eine der schönsten und mächtigsten, nach der Marienburg.
Geschützt war sie durch die Flüsse Elbing und Hommel, sowie angeschlossenen Wassergräben.Nord-Vorburg und und Stadtmauer waren miteinander verbunden. Als Hochmeistersitz gab es natürlich einen Großen Remter, den Kapitelsaal, eine Wohnstube für den Großgebietiger, Schatzkammer, Zeughaus und eine Kapelle in der sich die berühmte Heiligkreuzreliquie befand. Überreicht von Kaiser Friedrich II. an Hochmeister Hermann von Salza.

In der Burg soll sich auch die Münzerei des Orden befunden haben.

Elbinger Handwerker fertigten Keramikplatten von hoher Qualität, welche in der Burg zur Verschönerung angebracht waren. Mit der gleichen Dekoration wurde auch das Marienburger Hochschloss geschmückt, was viel aussagt.

Eine Säule aus Gottländer Kalkstein im Innenhof des Museums wurde wahrscheinlich in einem der Burgsäle als Gewölbestütze genutzt. Ihre aufwendige Gestaltung bestätigt die hochwertige Ausführung der Anlage.

Leider haben die Elbinger Bürger nicht nur Preussisch Holland „geschliffen“, sondern auch 1454 an ihrer Burg Hand angelegt. Die bis 1309 einstmals so mächtige und wichtige Ordensburg wurde zerstört und nie wieder aufgebaut. Erhalten hat sich ein Teil der Nord-Vorburg in der wirtschaftliche Einrichtungen untergebracht waren. Speicher, Malzhaus , Brauerei und Bäckerei waren dies. In der südlichen Vorburg betrieben die Handwerker ihr Gewerbe.
In einem Inventar wurde aufgezeigt, die Ritter besaßen 19 konventeigene Schiffe, welche im Hafen bei der Süd-Vorburg lagen. Europaweite Handelspolitik des Elbinger Komturs war der Grundstein der wirtschaftlichen Macht des Ordensstaates. Gehandelt wurde mit Getreide und anderen landwirtschaftlichen Gütern.
Nachdem der Ordenshauptsitz die Marienburg geworden war entfiel das Amt des Landmeisters und Elbingen wurde Sitz des Obersten Splitters(der,der die Spitaltätigkeit formell überwachte),der auch zusätzlich Komtur von Elbingen war.Im 14. Jahrh. wurde das Heilige- Geist- Hospital erbaut, welches dem Obersten Splitter unterstand . Dieser, folgte ebenfalls außerhalb des Burgkomplexes an dessen Nordseite, die Heilige-Geist-Kirche.

Die Städte wuchsen mit dem Erstarken des Ordens wirtschaftlich und militärisch natürlich mit, nur dass der Orden die Städte in ihrer Entwicklung behinderte, sowie Veränderungen nur zustimmte, wenn sie im Interesse des Ordens lagen. Durch einen Konflikt bei den Steuerabgaben und der anschließenden parteiischen Rechtsprechung zu Gunsten des Ordens kam es 1440 zur Gründung des Preußischen Bundes auf einer Versammlung. Nach der Eskalation dieses Streites, bewaffneten sich die Städte und insbesondere die Bürger der Stadt Elbing spielten eine bedeutende Rolle in dieser Auseinandersetzung.
Im Februar 1454 stürmten die Elbinger die Burg und nach 5 Tagen Belagerung mit anschließendem Sieg schliff man nicht nur die Burg, sondern zerstörte auch die Handwerksbetriebe in der Süd-Vorburg, welche wohl als Konkurrenz wahr genommen wurden.
Nach dem Verlust der Burg zog sich der Orden nach Preussisch Holland zurück und erhob diese Stadt zum Komtursitz. 1466 im zweiten Thorner Frieden ging Elbing an Polen und bis 1772 gehörte es zur Provinz Königliches Preußen. Die Burgruine wurde 1554 , also 100 Jahre später vollständig geschliffen. Nichts blieb erhalten, bis auf das Malzhaus der Nord-Vorburg.
1945 brannte, so wie auch der Großteil der Stadt , das Malzhaus nieder und wurde erst 1979-1986 wieder aufgebaut. Es ist heute ein Museum und war sehr interessant, vor allem aber abwechslungsreich. Die Ruinen der Stadt wurden abgetragen und durch neue Bauten, allerdings stilistisch passende, ersetzt.

Auf den Grundmauern der Nord-Vorburg gegenüber vom Malzhaus im ehemaligen, 1536 errichteten Elbinger Gymnasium, befindet sich das Archäologisch-Historische Museum.

1976 bis 1985 führte man auf dem ehemaligen Standort der Burg Grabungen durch, welche aber nicht großflächig angelegt waren. Die Burg konnte daher nur teilweise rekonstruiert werden. Grabungen in der Altstadt haben zahlreiche Funde zu Tage treten lassen, an denen der Reichtum der einstigen Residenz des Landesmeisters, des Obersten Splitters und Komturs, sowie der Hansestadt zu erkennen ist.
Schönes Wochenende!
Gruß
Rüdiger :ritter:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Nordlicht » 17. Februar 2018 18:11

wie immer ein sehr guter Bericht...Danke...
Gruß Uwe.
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 17. Februar 2018 18:30

Das hatte ich nun doch vergessen.
Ich wollte die Bilder in den vorher geschriebenen Text mit anfügen,also auf Antwort drücken.
Dass das vor mir jemand macht und die Bilder sich nun nicht mehr vermischen können,daran habe ich nicht gedacht.Später wollte ich sie noch "formschön" unter die jeweiligen Textbausteine setzen.Nun komme ich da nicht mehr ran.Na ja lasst eure Phantasie spielen. :)
Schade "Nordlicht" du warst zu schnell :lol:
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ftr » 17. Februar 2018 19:20

Elblag hab kenn ich ja nur vom Drumherumfahren - 3. Tankstopp, von dort aus geht es non stop zum Schänzle durch. :ja:
Da könnte man ja auf der Rückfahrt auch mal einen Tag Pause einlegen.
Naja, der Anfang mit der Denkmalsandacht wurde ja 2016 in Marienburg gemacht. :wink: :ja:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 17. Februar 2018 21:54

Das gehörte ja auch mit dazu :oops: :
"Elbinger Handwerker fertigten Keramikplatten von hoher Qualität, welche in der Burg zur Verschönerung angebracht waren. Mit der gleichen Dekoration wurde auch das Marienburger Hochschloss geschmückt, was viel aussagt."

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ftr » 17. Februar 2018 22:12

Woher wussten die damals schon, dass einer von uns da mal vorbeikommt? ... :gruebel:

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:lach: :lach: :lach:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 18. April 2018 01:44

An einem schönen Sommertag im August des Jahres 2015 machten wir uns in die von mir oft belächelte Stadt Mehlsack/ Pieniężno (gesprochen: Pienieschno) auf. Welche Stadt hat auch schon so einen Namen. Der Ort befindet sich im ehemaligen Stammesgebiet der prußischen Warmen und die hatten hier eine Kultstätte der Gottheit Wewa. Auch der deutsche Stadtname leitet sich aus dem prußischen ab, denn die Pruzzen nannten diesen Ort Melcekuke. Das hieß dann „Hain der unterirdischen Mächte“, „Melce“- ist der Baum, Busch oder Wald und „Kuke“- der Teufel. Die Siedlungsgründer nannten sie dann nach dem prußischen Klang Melzak oder eben Mehlsack. Seweryn Pieniężny, ein Verfechter des Polentum`s in Ermland, musste seinen Kampf 1940 in einem KZ mit dem Leben bezahlen. In Erinnerung an ihn, benannte man die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg in Pieniężno um.
Die heute ca. 3000 Einwohner zählende Kleinstadt liegt in einem der ältesten Naturschutzgebiete Europas, welches 1907 gegründet wurde, am Fluss Walsch/Walsza.
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Es fährt sich schön nach Mehlsack. :ja:
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Eine von Menschen unbewohnte Stadt erwartete uns an einem Mittwoch im August, zumindest schien es so.
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Nach der Eroberung 1251 durch den Orden, überließ dieser die Siedlung und die umliegenden Gebiete dem ermländischen Bischof. Zu der Zeit, da Mehlsack zum Hauptsitz für die ermländischen Geistlichen wurde kam es auch zu einer Stadtgründung mit der frühesten erhaltenen Urkunde von 1312. Anfang des 14.Jahrh.begann man mit dem Bau einer Wehranlage. Das Domkapitel , also die Geistlichen überwachten den Bau, der dann Sitz eines Gutsverwalters und eines Vogtes wurde. Der Burgvogt war für die Besiedlung zuständig und sogleich der weltliche Amtsinhaber. In dieser Funktion kümmerte er sich um das Militärwesen und die Gerichtsbarkeit. Dies tat er, nach Urkunden ab 1312 in der Burg. Als dann die hohe Geistlichkeit ihren Sitz Mitte des 14.Jahrh.in das 67 km entfernte Allenstein/Olsztyn verlegte, wurde die Anlage zum Sitz eines Burggrafen, gehörte aber immer noch dem Domkapitel.
Nicolaus Kopernikus hielt sich hier auf, als Domkapitelverwalter kontrollierte er die umliegenden Dörfer in der Zeit von 1517-1519 , nach Kampfhandlungen und den entstandenen Zerstörungen.
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Stadt und Burg wurden 1414 fast völlig von der polnisch litauischen Armee zerstört. Auch im 13.jährigen Krieg, da die Stadt als einzige beim Orden blieb, wurde sie aus Rache vom Preußischen Städtebund zerstört. Nachdem Stadt und Burg brach lagen, wurden sie nach zwei Jahren erst wieder aufgebaut, um 1627 im schwedischen Krieg erneut zu brennen. Die Burg nahm erheblichen Schaden bei dem Brand und wurde danach auch teilweise abgerissen.
Als 1772, nach der ersten Teilung Polens, die Burg Eigentum des preußischen Staates wurde verloren die polnischen Geistlichen die Feste und verließen sie.
Die Burg steht auf einem natürlichen Hügel und im Sommer hat man auch keinen Blick vom Ufer des Flusses Walsch auf diese mit Bäumen bewachse Anhöhe. Im Norden und Westen schützte der Fluss die Burg, im Südosten erstreckte sich die Stadt, wobei sich eine Kirche im Süden der Burg befand. Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse wann der genaue Baubeginn dieser war, allerdings sicher ist, dass hier vor 1300 schon eine Kirche aus Holz stand, welche einer steinernen gotischen Kirche im 14.Jahrh. weichen mußte. Diese wurde den Heiligen Peter und Paul gewidmet, aber 1894 bis auf den Turm wieder abgerissen. Die neue Kirche entstand in den Jahren von 1895-1896 und bezieht den alten gotischen Turm , nach einem Entwurf von Hilger Hertels aus Münster, mit ein.
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Von der Burg steht heute noch der mächtige, einst dreigeschossige Westflügel, welcher natürlich im Laufe der Zeit umgestaltet wurde. Die vielen kleinen viereckigen Fenster passen nämlich so gar nicht zu den Deutsch Rittern und auch sieht man heute vier Etagen. Dieser Umbau geschah im frühen 20. Jahrh., als man mehr Lagerplatz schaffen wollte. Im Westflügel waren im Erdgeschoss die Kapelle und der Remter(Versammlungssaal) untergebracht. Unterhalb, also im Erdgeschoss, befinden sich noch zwei Räume in denen sich das Kreuzgrat- bzw. das Tonnengewölbe aus dem Mittelalter erhalten hat. Es gibt auch noch Kellerräume in diesem Haupthaus, welche höchst wahrscheinlich auch solche Gewölbe haben, aber nicht mehr zugänglich sind. Die Anlage ist nicht ganz gleichmäßig errichtet. Das lag daran, dass die Topographie den Grundriss bestimmte. Es war ein vierflügeliger Bau und am noch erhaltenen Westflügel abfallend, zum Fluss, wuchsen damals Obstbäume und Gärten waren angerichtet.
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Die heutige Ruine des nördlichen Flügels , sowie des nicht mehr erhaltenen Südflügels wurden einst im Laufe des 14.Jahrh. errichtet. Etwas niedriger als das Haupthaus, befanden sich hier Amts- und Wohnstube des des Burggrafen und die Stallungen, sowie Stuben der Bediensteten.
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Nach den schwedischen Kriegen wurden die alten Gewölbe der Kapelle und des Remters nie wieder so aufgebaut, wie die Ritter es einst konstruierten. Man zog Deckenbalken ein und bemalte diese. Diese genannten Räume bekamen auch einfache Kamine und aus den herrlich spitzbogigen Fenstern machte man kurzer Hand eckige.
Schon 1703 galt die Burg als unbewohnbar, heruntergekommen, wurde sie nach 1773 verlassen. Die preußische Verwaltung , welche nach der ersten Teilung Polens 1772 die Burg übernommen hatte , ließ sie in ein Salzlager und für behördliche (Post,u.s.w.)Aufgaben umbauen. 1870 und in den folgenden Jahren riss man nun endgültig die verfallenen Ost- und Südflügel ab.
Wie vorher schon erwähnt fanden Umbauarbeiten im Haupthaus, aber auch im noch erhaltenen Nordflügel, Anfang des 20. Jahrh. statt . Es wurden tiefere Decken in der Kapelle und dem ehemaligen Remter eingezogen und darüber entstand ein neuer Zwischenraum. Ein zusätzlicher Lagerraum mit vielen kleinen rechteckigen Fenstern entstand. Nun war das westliche Haupthaus viergeschossig und die Herkunft der vielen kleinen Fenster erklärt.
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In den "Goldenen Zwanziger" Jahren funktionierte man die Burg in eine Schule, Anfang der 1930 er Jahre in ein Heimatmuseum um.
Erst spät, in den 50 er Jahren ,nach dem Ende des zweiten Weltkrieges begann der Denkmalschutz mit der Sicherung der nach den Kampfhandlungen beschädigten Anlage.
Solch wuchtiges einsames Haupthaus einer Burg begegnete mir damals auch in der Kleinstadt Soldau/ Działdowo . Da wurde dieses Haus vor dem Verfall aber gerettet und nicht wie hier in private Hände dem Verfall preisgegeben.
Ein Rest an Bildern
Gruß
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon enno72 » 18. April 2018 10:00

:gut: immer wieder Klasse Bericht...vielen Dank für Deine Mühe Rüdiger

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 18. April 2018 13:35

Gern geschehen und danke zurück :ja:
Gruß
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ftr » 18. April 2018 17:23

ETS-Fan hat geschrieben:Mehlsack/ Pieniężno

Dreimal bin ich schon auf der Hinfahrt durchgefahren. Heuer werde ich an Mehlsack denken. Wieder was gelernt. 8)
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 18. April 2018 19:11

:gut: :zustimm:

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 20. April 2018 01:51

Bevor ich im Mai oder Juni diesen Jahres meine ETS 250 nach Polen „überführe“, um dann im Sommer drei Wochen ein paar neue Schlösser/Gutshäuser, oder Burgen/Burgruinen aufsuchen oder finden möchte, wollte ich euch noch eine Gutsanlage vorstellen die vorerst die letzte ist die ich fotografiert habe. Burgen habe ich noch genug. :)
Da ist zwar noch das dritte und letzte „Königsschloss“ von Ostpreußen, welches ich schon seit mindestens 2008 regelmäßig besuche, um den Verfall „beizuwohnen“ und fotografisch festzuhalten, aber das Schloss ist bildermäßig noch nicht "reif" :wink: genug für eine Vorstellung. Sputen muss ich mich dieses Jahr aber wirklich, denn letztes Jahr begann man die Ruine wegen Einsturzgefahr abzusperren. Eine Mauer wurde dort aufgebaut.
Also hoffe ich, wenn ich mit meiner ETS ohne Komplikationen die 1200 Km nach Ignalin gefahren bin und mit dem Zug zurück kehre , die entscheidenden letzten Bilder gemacht zu haben.
Groß Bestendorf/Dobrocin war an jenem Tag das letzte Gut in einer Reihe von vieren, das meine Frau und ich uns im Sommer des Jahres 2015 ansehen wollten.Das waren zwar 63 Km aber nach ca. 15 Km war ja immer etwas um die Langeweile zu vertreiben :ja: . Der Gutshof befindet sich am Dorfrand von Groß Bestendorf , an der Straße von Morungen/Morąg nach Maldeuten/Małdyty.

Das Gutshaus war völlig eingezäunt, aber nicht unüberwindbar eingezäunt. Da keine Menschenseele zu sehen war schlug ich meiner Frau vor, über den Zaun zu steigen und uns den verschachtelten unregelmäßigen Bau von Nahem anzusehen. Sie lehnte dankend ab, also "schwänzelte" ich noch hier und da am Zaun entlang bis ein Pkw kam und ein älterer Mann ausstieg, um das Tor zu öffnen.

Gleich fragte ich ihn, ob wir mit hineinkommen könnten und er bejahte dies. Nach dem er das Tor wieder schloss, um sich seinem Bienenvolk zu widmen, meinte er wir können das Gelände über den Zaun wieder verlassen. Was für ein zufälliges Glück.


1256 gab es hier schon ein Dorf und seit dem 14.Jahrh. gehörte dieses Gut der Familie von Wilmsdorf, welche um 1530 ein erstes Gutshaus bauen ließ.
Nach dieser, wurde die Familie Truchsess-Waldenburg Eigentümer des Guts, bis im Jahr 1792 Ludwig Friedrich von Domhardt das Anwesen kaufte und es der Familie Domhardt bis 1945 gehörte.
Es gibt auf dem Friedhof von Groß Bestendorf einen Obelisk(habe ich nicht besucht), der die Ruhestätte von Johann Friedrich von Domhardt (1744-1814) schmückt. Er war eine bekannte Persönlichkeit, durch sein Amt als Oberpräsident von Ostpreußen.
1896 erbte der Freiherr Siegfried von der Glotz-Domhardt das Gut. Seinen veränderten Familienname hatte er sich ca. 1870 nach der Heirat von einer Domhardtschen Tochter mit einem Freiherr von der Glotz zuzuschreiben. Er war es, der in den zwanziger Jahren, das Haus renovieren und eine Zentralheizung einbauen ließ.
Das Haus welches man heute sieht, wurde erst um 1840, als Neurenaissancebau errichtet. Wie ich schon sagte, sieht der Bau sehr "durcheinander", also verschachtelt aus. Das rührt wahrscheinlich daher, dass ein früherer Bau beim Umbau mit einbezogen wurde. Es soll sich um das Haus der Familie Truchsess-Waldburg aus dem 18.Jahrh. gehandelt haben. So wie es heute aussieht , hat der Bau wohl mehrmals für Umbauten herhalten müssen , zu viele Auffälligkeiten, wie die Seitenflügel, Türmchen und Vorbauten .

Im Haus selber haben sich die Stuckdecken, in einigen Räumen, die Terrakottaböden, die Kamine aus dem Jahre 1639 und die Kachelöfen (einer aus dem 19. Jahrh.)erhalten.
Schade, so eine Begegnung und Möglichkeit, wie in Ponarien am Nariensee hat man eben nicht immer.
Das Anwesen war bis 1993 im Winter sogar noch beheizt, denn hier kümmerte sich eine Schulleitung einer landwirtschaftlichen Fachschule, sogar nach dem Umzug in ein neu gebautes Schulgebäude ,erbaut in den 1970 er Jahren, um die Parkanlage und das Herrenhaus.
Bis zum Jahr 2001 verschlechterte sich der Zustand der Anlage, die Fachhochschule, schon viele Jahre nach der Privatisierung verlassen, konnte dem Gut nicht mehr bei stehen.
Ein Privatmann kaufte Anfang 2001 Schloss - und Parkanlage. Wie Privatleute in der Mehrzahl mit so was in Polen umgehen , wissen wir ja. Hier erkennt man keine Veränderung(Bilder in meinem Buch bestätigen das). Diese Leute kaufen sich ein Schloss , wie wir uns Motorräder in die Garage/n stellen und legen so ihr überflüssiges Geld in Immobilien an.
Gekümmert wird sich leider dann nicht immer.
Gruß
Rüdiger
In den Text werd ich die Bilder nicht einordnen. So wie ihr sie seht, sind wir gegangen. :ja:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 12. Mai 2018 03:42

Im August des Jahres 2015 begab ich mich wieder einmal alleine auf einen Tagesausflug mit dem Ziel die Burgen, oder besser gesagt die Reste der Burgen in Hohenstein/Olsztynek, Neidenburg/Nidzica und Soldau/Dzialdowo zu erkunden. Ein viertes Ziel, welches ich noch nie in all der Zeit, die ich schon in diesem Landstrich herumreise gefunden hatte, fand ich nur zufällig durch meine Neugier.
Über Heilsberg/Lidzbark Warminski und Allenstein/Olsztyn fuhr ich erst einmal die 80 Kilometer nach Hohenstein. Über einen Adeligen namens Hohenstein hatte ich auch schon einmal etwas gelesen und war gespannt welche Verbindung er zu diesem Ort hatte.
Vor der Kolonisierung dieses Landstriches durch den Deutschen Orden lebte hier im Sassenland der etwas weniger bekannte Stamm der Sassen. Das Land war im 14.Jahrh., als die Ritter hier ihre Burg errichteten noch gering besiedelt und mit Urwäldern überzogen. Die Anhöhe, die sich die Ritter hier aussuchten, hatten sie den heimischen Pruzzen natürlich vorher kriegerisch abgenommen.
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Es war Günter von Hohenstein, welcher als Gründer der Anlage und der Siedlung hervorging. Der polnische Name Olsztynek, kommt wahrscheinlich von der Ableitung des Namens „Parvum Holsten“. So bezeichnete jedenfalls der bekannte polnische Chronist Jan Dlugosz diesen Ort. Es entstand eine Burg für die Aufgaben eines Kämmereramtes , welche der Komturei Osterode/Ostroda unterstellt war. Geschützt wurde an dieser Stelle, die Grenze zu Masowien und der Handelsweg von Masowien zum Pruzzenland. Die Burg selber war durch den im Süden der Stadt entspringenden Ameling-Fluss geschützt. Dieser speiste sich aus dem Mispelsee. Fluss und See waren zu damaliger Zeit viel breiter ,denn sie wurden vom Orden umgeleitet und angestaut. Die Anhöhe tat ihr Übriges dazu.
Hochmeister Winrich von Kniprode überreichte den Siedlern 1359 die Gründungsurkunde nach Kulmer Recht.
Vom Parkplatz am Rathaus zur Burg gehend begrüßte mich dieser lustig ausschauende „Einheimische“.
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Östlich der Burg lag die Stadt, welche über eine kleine Vorburg/Vorburgbereich erreicht werden konnte.
Die Vorburgmauer war mit der der Stadtbefestigung verbunden und auf dem freien Platz im Vorburgbereich entstand nach 1348 diese Pfarrkirche. Heute ein ziemlich leeres Museum.
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Bei der Burg nehmen die Archäologen an, musste es sich wie bei der Kämmererburg in Bäslack , um ein dreistöckiges Haupthaus mit Umfassungsmauern gehandelt haben. In der Mauer gab es vorburgseitig ein Torhaus, das nach neusten Grabungen auch nachgewiesen wurde. Das Haupthaus stand mittig an der Ostseite der Mauer. Vom großen Haupthaus übrig geblieben sind nur noch der gotische Keller, die Reste des Aborterkers/Toilette (die war bis 1832 sogar noch im Ganzen zu betrachten, ob man sie noch genutzt hat…?)und Fundamente aus Feldsteinen.
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Ein kleiner Teil der Umfassungsmauer der Burg ist auch erhalten, nur ganz sicher bin ich mir nicht, welcher das sein soll. In diesem Bild sieht man vom Nordosten auf die ehemalige Burg und logisch, sollte die Umfassungsmauer (hier hinter dem Baum) vom Haupthaus (links) weiter zur ehemaligen Vorburg und Pfarrkirche (rechts) gehen. Es wird auch nur über Fragmente der Mauer berichtet, was mich vermuten lässt, es kann nur dieses Stück hinter dem Baum sein.
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Da ist dann aber im Bereich der Kirche, diese doch sehr hohe Mauer auch aus Feldsteinen, welche mich zweifeln lässt. Zumindest könnte es die Mauer zum Vorburgbereich und dann weiter zur Stadt gewesen sein.
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Eine Rekonstruktion der Burganlage habe ich nicht in meinem Buch gefunden, da die Überlieferungen zur Form der Anlage nicht ausreichend sind. Was man aber herausfand, die Burg hatte einige Wirtschaftsbauten aus Holz, welche im Hofbereich standen. Als Kämmererburg befand sich im Haupthaus die Kämmererstube, der Remter und die Kapelle. Küche ,Backstube und Rüstkammer müssten sich im Erdgeschoß befunden haben. Das obere Stockwerk diente , wie fast immer ,der Verteidigung und als Lagerräume. Der urtümliche Keller besaß drei große Räume mit Kreuzrippengewölbe. Es war Sonntag und ich hätte mich nicht mal als Schüler in die heutige Berufsschule hinein schmuggeln können, um die Gewölbe wenigstens zu betrachten.
Die Burg und die Stadt lagen schon immer im umkämpften Grenzgebiet, dadurch wurden sie regelmäßig in Mitleidenschaft gezogen. In der Nähe dieses Ortes kam es auch zu einer der geschichtsträchtigsten Schlachten des Mittelalters. Die Schlacht bei Tannenberg. Hohenstein wurde nach der Niederlage des Ordens vom polnisch/litauischen Heer besetzt, auch im Dreizehnjährigen Krieg(gegen den Preußischen Bund) wurde sie zerstört. 1519-1521 im letzen Krieg("Reiterkrieg"), vor der Säkularisierung Preußens, gegen Polen war sie erneut Schauplatz der Zerstörung.
Friedrich von Oelsnitz war hier 1525 nach der Verweltlichung der erste Haupt-/Amtmann im neuen Preußen.
Durch einen vorausgegangenen Brand , der auch die Burg wieder betraf, verfiel sie im Laufe des 18. Jahrh. und Teile der Anlage wurden daraufhin abgerissen. 1793 baute man die Reste in ein Beamtenwohnhaus um, geschehen durch Landbaumeister Drewes.
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Heute steht an Stelle der Burg ein neogotischer Bau, der an die mittelalterliche Burg erinnert. Ich sag mal Hauptsache Backsteine und schön sieht dieser Komplex ja doch aus. Die Gebäude sind Mitte des 19. Jahrh. als Schule errichtet worden, da ein Gebäude dafür gesucht wurde und das Burggelände als geeignet empfunden wurde. Das Progymnasium wurde hier 1843 gegründet und untergebracht. Der Umbau zum Neogotismus der Anlage fand in den Jahren1847-1849 durch den Oberbaurat Severin statt .
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Direktor, Autor ("Geschichte Masurens") und Historiker Max Toeppen erhob 1857 das Progymnasium in den Rang eines humanistischen Gymnasiums .
Von 1895-1925 diente die ehemalige Burganlage als Lehrerseminar, um anschließend Grundschule zu werden. Ein Absolvent des Gymnasiums war der erste (1901)Nobelpreisträger in Medizin, Emil von Behring, Erfinder des Serums gegen Diphterie und Tetanus.
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Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Schule renoviert und dient, wie schon erwähnt, weiterhin als Ort der Bildung. 2005 wurde eine Gedächtnistafel am Schulgebäude freigelegt. Es handelt sich hier um im ersten Weltkrieg gefallene Hohensteiner. Im Hintergrund die weiße Tafel!
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Dieses Haus hätte ich nicht so umgestaltet.
Hier hat man wohl einen anderen Geschmack.
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Ich verließ diesen Gegend nicht gleich, nachdem ich alles gesehen hatte. Hier muss noch mehr sein, hier gab es die Schlacht(en) bei Tannenberg 1410 und 1914. Ich war allein und hatte(endlich mal) Zeit zur Suche. Ich möchte euch noch drei Orte um Hohenstein/Olsztynek zeigen bevor es weiter zur schönen Neidenburg/Nidzica geht. Dazu muss ich auch Bilder von vor langer Zeit ausgraben, da wir an einem dieser Orte schon lange nicht mehr waren und dieser Ort für einen Familienbesuch hervorragend geeignet ist.
Gruß
Rüdiger :ritter:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Marwin87 » 12. Mai 2018 06:30

Wieder sehr schön geschrieben :respekt:
++Aus technischen Gründen befindet sich meine Signatur auf der Rückseite meines Beitrags++
++Die STVO behindert meinen Fahrstil !!!++

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 19. Mai 2018 03:04

Ich danke dir "Marwin".
Ich wußte von der Schlacht bei Tannenberg(1914), nur der genaue Ort des Gemetzels fiel mir nicht ein , um das dort errichtete Tannenberg Denkmal, oder besser die Überreste des Denkmals zu besichtigen.
Also fuhr ich auf der Landstraße Richtung Neidenburg/Nidzica meinem nächsten Ziel entgegen.
Links der Straße, kaum aus Hohenstein heraus, befanden sich zwei Hinweisschilder auf einem Kriegsgräberfriedhof. Da ich auch schon in Frankreich an vielen dieser Ruhestätten einfach nur vorbei gefahren bin, wollte ich mir die Zeit endlich wieder einmal nehmen , um an die armen jungen Seelen zu denken. Also bog ich links ab und ein Haus(wohl eine kirchliche Einrichtung) am Ende der Sandstraße beendete meine Fahrt. Was sollte denn das? Dann eben nicht ,dachte ich und wollte weiter nach Nidzica zur Neidenburg.

Da kam plötzlich ein drittes Hinweiszeichen auf einen Soldatenfriedhof, wieder links.
Nachdem ich abgebogen war , fuhr ich noch 2-300 Meter und ich konnte diese Tafel erblicken. Ich muss dazu sagen, zur damaligen Zeit besaß ich kein mobiles Internet, um etwas über den Standort heraus zu bekommen. Ich fahre mit Karte und Reiseführer , daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Das war dann auch der Grund warum ich doch ziemlich überrascht von diesem Ort war.
Man hätte es ja mal googeln können.
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Bevor ich hier den kompletten Schlachtverlauf beschreibe, setz ich doch lieber den Link zu Wiki. Für all die jüngeren Foristen die dieses Thema nie im Geschichtsunterricht hatten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_ ... berg_(1914)
https://de.wikipedia.org/wiki/Tannenberg-Denkmal
Ich verstehe es nicht, warum dieser Hindenburg diese Schlacht als Wiedergutmachung für die Niederlage des Kreuzritterordens gegen das litauisch/polnische Heer 1410 genannt haben wollte. Die Russen sind erstens mal nicht die Litauer und zweitens schon gar nicht die Polen. Egal, dieser Blödsinn besteht, so lang es die Menschheit gibt. :lach:
So riesig , wie auf Bildern kam mir der Ort nicht vor. Ich entdeckte den Eingang zur (ehemaligen- ist falsch, denn er ist immer noch der verschüttete Zugang zu den Toten) Crypta.
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Hier liegen zwanzig gefallene, junge unbekannte Menschen, welchen das Leben verwehrt wurde. Darum wurde der Weg hier her auch als Soldatenfriedhof gekennzeichnet. Ich muss mich echt immer wieder zurück halten das zu kommentieren, denn dann kommt man sonst in nicht zielführende Diskussionen. :ja: Quatsch , ich habe noch keine einzige gehabt! :lach: :lach: :lach: Ihr seid noch recht tolerant!!!
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Bundesarchiv_Bild_101I-679-8187-31,_Tannenberg-Denkmal,_Luftaufnahme.jpg

"Erhalten blieb lediglich das Löwendenkmal. Es stand außerhalb, etwa 300 Meter vor dem Tannenberg-Denkmal, und wurde von Michelangelo Pietrobelli angefertigt. Der Löwe saß ursprünglich auf einer 8 Meter hohen Pyramide aus Feldsteinen. Das Denkmal war den Gefallenen von Hindenburgs Leibregiment, dem 2. Masurischen Infanterie-Regiment Nr. 147, gewidmet"
800px-Löwe_ehemalig_Tannenberg_Denkmal_heute_Marktplatz_Olsztynek_11Mai2012.jpg

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Ich möchte euch nur ein paar geschichtsträchtige Orte vorstellen.
Aber man ist was man ist und darum liegt heute auch in meinem Garten ein Andenken an diese ehemalige Grabstätte in Ostpreußen mit den zwanzig weiteren unbekannten Soldaten. :roll:
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Wenn ich meine Blumen gieß
denk ich an die Zeit,
als sein Fuß an Steine stieß,
für den Tod bereit.
Heut´ kämpft er im tiefsten Dunkel mit dem Verfall,
trübt mein hier und jetzt mit seiner Todesqual.
Bauchschuss in Masuren, jämmerlich erlitten,
ist er ohne Hoffnung seinen Liebsten entglitten.
Wäre ich ein Gott mein Lieber,
hättest du nur flandrisch` Fieber.
So ,du bist hier oben ,
keine Angst,
es kommen mehr der Abgehobenen.

Nur ein Reim,
keine Lyrik :lol: :lol: :lol:
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 13. Juni 2018 01:33

Aus gegebenen Anlass eine kleine Unterbrechung des Themas Hohenstein und Ungebung :wink: .

Kling, klang du(ETS) und ich,die Straßen entlang…

Dass ich eine meiner ETS en für die nächsten zwei Jahre nach Ermland und Masuren/Warmia i Mazury entführen wollte, hatte ich ja schon mal erwähnt. Der TÜV Termin stand in diesem Monat Juni für die 71 er ETS auch an. Passt mir gut diese ETS, denn sie hatte einen recht neu überholten Motor im Rahmen. Der Bing Vergaser erweckte auch mein Vertrauen, zumindest bis ich in 2 bis… Jahren einen 28 N1-3 von D. Heyne zurückbekomme, dann wird sie wieder originaler mit der passenden Vergaserabdeckung. Daran rumfeilen will ich nämlich nicht, dass sie über den Bing passt. Ach , und die 12 Volt Vape hätte ich fast vergessen.
Leider sind solche Unternehmungen bei mir viel mit Stress, vor und nach der Reise, verbunden und ich will gar nicht näher darauf eingehen, denn die Probleme habe ich mir selbst gemacht.
Aber ich habe es mir in den Kopf gesetzt das Motorrad im schönsten Sommer dort zu fahren, wo ich am liebsten bin. Gedanken über die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit eines 47 Jahre alten Motorrads machte ich mir natürlich auch, da gibt es doch die AD/AC Plus Mitgliedschaft und das Thema war erledigt. Vor vielen Jahren machte ich sogar mal eine Tour mit der TS 150 nach Schweden und zurück, für meine Harley kamen die Ersatzteile nicht, da habe ich die TS genommen. 3000 Km sind es geworden und nur eine zerschossene Torpedosicherung, sowie einen Platten 10 km vor der Haustür waren die Defekte. Es war also machbar.
Am Montag den 04.06.18 ging es siegessicher zum Tüv , ich wollte am Donnerstag dem 07.06.18 fahren und nach zweistündiger Wartezeit teilte mir der Ing. mit, ich bekomme keine Plakette, da meine Lenkkopflager verschlissen seien. Es gab Rastpunkte, die mir nicht aufgefallen waren. Kann doch gar nicht sein dachte ich mir, die Lager waren vor ca. 2400 Km noch gut.
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Gestresst ging es nach Hause und ich riß das Vorderteil noch einmal bis zum Abend auseinander. Die Lager waren tatsächlich in Ordnung. Bei der Demontage bemerkte ich aber schon, wie fest die Lagerung angedonnert war und da ich ja grundsätzlich ohne Drehmomentschlüssel arbeite, erahnte ich das Problem schon. Fix alles wieder zusammen gebaut, das Lenkkopflager nur fest und nicht angebrummt, diesmal zur Dekra im Ort gefahren und 10 Minuten vor Feierabend des Ing., die Plakette erhalten.
Die Zeit fehlte mir nun aber für eine ausgiebige Packerei, sowie Teile-und Werkzeugzusammenstellung. Drei reguläre Nächte Arbeit + zwei Tage Nebenjob standen bis zur Abfahrt noch an.
Ich checkte noch einmal den Kilometerstand und eine nette Frauenstimme verabschiedete sich mit: „…du wirst schon sehen, wo du mit deinem Schrott bleibst…“. :tongue:
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Nach fünf Stunden Schlaf startete ich dann das Maschinchen um 11:00 Uhr vormittags am Donnerstag. Ca. 32 Grad lachte mir die Sonne entgegen und bei der Fahrt von Korntal auf die Autobahn setzte passend zum alten Motorrad diese Musik bei mir im Kopf ein.
https://www.youtube.com/watch?v=RAsBw1Jo4Ss
https://www.youtube.com/watch?v=yaM19J2lnJk
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Es waren so ziemlich genau 1200 Kilometer bis zum Ziel und seit Jahren fahre ich nun mit dem Auto an großen und kleinen Sehenswürdigkeiten vorbei. Es ist mir ein Bedürfnis diese einmal zu fotografieren und an manchen auch das erste mal zu verweilen. Mir war es ziemlich egal, wann ich ankommen würde, da ich die Reise erlebbar darstellen wollte und das sicher mehr Zeit in Anspruch nahm, als sonst. Auch zwei Tage Anreise mochte ich dafür nicht einplanen, zu schade die Zeit, die ich am Ziel lieber nutzen wollte.
Ich hoffe es wird euch genauso gefallen, wie es mir gefallen hat.
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Kling, klang du und ich, die Straßen entlang… nach Heilbronn
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Und in das Neckartal
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Die ersten Kilometer hörte ich aufmerksam auf jedes Nebengeräusch des Motors. Als das Gas mir aus der Hand rutschte und der Motor ruckelte, der erste Schreck. Das ließ aber recht schnell nach.
Zwischen 80 und 90 Km/h wollte ich auf der Autobahn schon fahren, sonst dauert es ja eine Ewigkeit.
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Jetzt wurde ich erst mal ruhiger und überlegte, ob ich was vergessen habe. Ungünstiger Zeitpunkt, ich weiß :lach: . Man :shock: , die Torpedosicherung fiel mir ein hatte ich nicht mit. Zur Lackiererei wollte ich im Osten eh noch mal, also frag ich da mal nach nem Metallstreifen oder der Sicherung.
Bis Nürnberg war die Straße frei, Lkw`s ließen sich mit 90 Km/h noch super schnell überholen. Der „Tachomeister Rüdiger“ hat das Teil perfekt eingestellt. Getestet habe ich den auch mal an einem Blitzer, schon bei 5Km/h mehr löste der Blitz aus. Bei meinem Transporter kann ich fast 10 Km/h mehr draufpacken und es passiert nichts.
Vor Nürnberg dann der erste Stau, doch ich schlängelte mich schön schnell durch. Jetzt muss ich noch mal Schwung nehmen um die Steigung rauf zu kommen. Das war dann schon nach Nürnberg.
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Nach 347 Km stockerte der Motor und ich dachte wieder, das war es. Ich versuchte es mal mit der Reserve und siehe da, der Motor begann wieder zu arbeiten. Verdammte Schei..e, fluchte ich noch von dem anstehenden Ungemach, sollte die Kiste der Maßen viel Sprit saufen? Mit 500 Kilometern hatte ich locker bis zur Reserve gerechnet, Autobahntankstellen sind mir ein Graus. 5,5 Liter, so viel schluckt nicht mal mein Twin Cam Motor mit 1449 ccm und 67 PS.
Endlich, die Heimat ist erreicht, jetzt kann nichts mehr schief gehen. MZ-Werkstätten wohin man schaut :nein: :sniff: . Ich fuhr auf Reserve an der Abfahrt Reichenbach/i.V. runter und wollte nur schnell noch eine neu lackierte Distanzhülse für den Tacho der ETS 125 mitnehmen. Die Firma lag günstig an der Autobahn. Fehlanzeige, die hatten noch nichts von meinem Kram bearbeitet. Getankt hab ich hier dann noch und auch wenn das mit den Reifen lustig aussieht, ich verplempere keine Zeit wegen eines Reifendefekts.
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Zwei Schläuche, verschiedene Bowdenzüge und sogar ne komplette zweite Vape zählte ich zu meinen Ersatzteilen. 6 V Lima hatte ich bei längeren Reisen schon damals immer dabei.
Das alles war sperrig und wog natürlich was, wahrscheinlich mit ein Grund des hohen Verbrauch`s.
Vor Chemnitz fuhr ein ES 250/2 Fahrer auf die Autobahn, man wie ich mich freute mal eine MZ hier zu sehen. Grüß dich Eisenschweinfahrer(C ZP-..)
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Den Kessel von Dresden wollte ich nicht ohne Bild verlassen, aber die enge Straße wegen der Baustelle und der Stau ließen mich beim Durchschlängeln davon Abstand nehmen.
Weiter ging es nach Dresden locker.In Gedanken und der Musik verloren, bemerkte ich, du hast nicht nach der Sicherung gefragt. Wieder mal Schei..e.
Auf der A4 wollte ich Weißenberg runter und über Land nach Görlitz, wie ich es damals oft tat.Etwa 18.00 Uhr im Görlitzer Land.
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Meinem einstigen Ruheplatz, der Napoleonbrücke wollte ich einen Besuch abstatten. Nur wo war die eigentlich gewesen, da führte jetzt ein Radweg neben der Straße lang. Frage an einen Einheimischen mit Rad. Der sagte,: „Jaaaaaa“ und dann kam lange nichts. Merkwürdig ein so langes ja. Er wusste, dass die Brücke am Radweg lag, aber nicht genau wo. Einer Radgruppe hinterhergerufen. Der letzte rief mir zu,: „ Äh, we dont speak…“. Rede ich so undeutlich? Nach der dritten Zufahrt von der Straße auf den Radweg hatte ich sie dann aber gefunden. Die Radfahrergruppe kam wieder vorbei und einer rief, „…keine Simme, eine MZ ist das…“.
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Görlitz ist eine schöne Stadt, nicht nur weil sie so nah an Polen liegt. :)

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Geschafft, die ersten 600 Km und es war noch herrlich warm. Müdigkeit? Keine Spur. Grenzübergang Görlitz/Zgorzelec Stadt. Schnell noch etwas Geld getauscht und weiter ging es auf wenig befahrener Straße Richtung Bunzlau/Boleslwawiec. Seit die A4 durchgängig nach Polen geht, ist Richtung Bunzlau auf der Landstraße nur noch wenig los.Jetzt ging mir das Herz auf, wie man so schön sagt :)
"Weit ist die Straße bis zum Horizont,
weil man dem Himmel niemals näher kommt..."
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Bunzlau die Keramikstadt.
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Das Eisenbahnviadukt von Bunzlau, bin selber schon mal darüber gefahren.Sehr schön in der Nacht anzuschauen, wenn sie angeleuchtet wird.
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Ich bog nach Bunzlau Richtung Chocianow/Kotzenau ab, früher eine Holperpiste. Heute komplett neu gemacht und praktisch unbefahren. Erst kamen hier viele Felder und sumpfige Wiesen.
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Abendbrot im Abendrot.
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Die A4 wird überfahren.
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Dann wieder viel Wald mit massigst Beeren und Pilzen.
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In Chocianow steht eine Schlossruine und direkt an der Straße ein schönes Nebengebäude, welcher ich noch nie eine Visite gegönnt habe. Immer wenn wir vorbei fuhren, fragte ich manchmal,: „Habt ihr Lust“? „Nein, fahr weiter“. Das Schloss wird angeblich renoviert und den von Dohna gehörte es wohl auch einmal.
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Auch ein Nebenpalästchen.
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Der Junge passt hier auf.
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Nebengebäude.
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Park hinter dem Schloss.
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Morgen könnte es weiter gehen--- nach einem Keks :ja: . Danke!
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon allgäumz » 13. Juni 2018 04:08

Guten Morgen Rüdiger,

was für ein toller Bericht als Morgenlektüre :zustimm:.

Ich würde mich sehr über die Fortsetzung freuen :flehan: :gespannt:.
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Der Harzer » 13. Juni 2018 06:33

Dem schließe ich mich an, schöner Bericht :gut:

Gruß
Frank

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Lausi » 13. Juni 2018 08:53

Hallo Rüdiger,
da kommt gleich Fernweh auf! :gut:

Freundliche Grüße,
/Christian
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon MZETSFahrer » 13. Juni 2018 19:46

Sehr schöner Bericht! Bin auf die Fortsetzung gespannt!

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 14. Juni 2018 00:31

Kling, klang du(ETS) und ich,die Straßen entlang…
Danke für euren Zuspruch! :hallo:

Überbleibsel aus dem Park.
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Zurück und das Nebengebäude an der Straße.
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Hinter dem Nebengebäude und der Blick hinein.Leider alles hinüber.
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Das ist wohl nur abgeladener Schutt.
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Weiter Richtung Polkowice/Polkwitz und an diesem alten Werk in Chocianow vorbei. Hier wurde noch vor einigen Jahren gearbeitet. In diesem Gebiet baut man Kupfer ab. Möglich, dass dies eine Zulieferfirma für die Werkzeuge war.
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Rechts am Ortsausgang neue Häuser, vor ein, zwei Jahren standen hier noch Häuser die man ca. 1980 angefangen und nicht fertig gebaut hatte. Jetzt hat man sich besonnen und die Häuser fertig gebaut. Sicher lag es damals an der Arbeitsmarktlage.
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Links am Ortsausgang Fundamente von 1980, auch für Wohnhäuser. Der alte Mann mit seinem Hund den ich fragte antwortete gerne. „Wohin fahren sie denn noch“? Fragte er mich. „Nach Masuren, Richtung Lidzbark Warminski/Heilsberg“ sagte ich. „Aus der Gegend komme ich auch her, aus der Stadt Morag/Mohrungen, da haben sie aber noch einen weiten Weg vor sich“! „Weiß ich, aber 700 Km habe ich schon hinter mir und ich fahre gern in der Nacht“. „Dann wünsche ich ihnen szerokiej drogi (breite Straßen)“. „Danke“!
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Weiter nach Polkowice und die letzten warmen Strahlen der Sonne genießen.

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Die Sonne wird bald unter gehen
und der Tag ist noch so schön.
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"...Alter wie der Motor heult
und wie der Blick die Kurve peilt..." ;D ;D ;D
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Von Polkowice links Richtung Glogow/Glogau eine vierspurige Schnellstraße genutzt.An den Kreuzungen wird man natürlich aufmerksam beobachtet, da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn man keine Blinker hat.
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Rechts die Kupferzeche und ihr seht es wird an den Straßen gebaut.
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Meine erste Tanke in Polen, kurz vor Glogau auf der linken Seite und auch die weit und breit günstigste.1,20 Euro für den Liter bleifrei.
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In Glogau über die lila Oderbrücke. Weiter hinten, in einer Senke wäre mir 1997 fast die Harley bei dem Hochwasser abgesoffen.
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Blick zurück, auf die neu errichtete Altstadt.Hier standen bis vor 15 Jahren noch keine Häuser,die Kirche ja. Mit wahrscheinlich auch EU Geldern habe ich den langsamen Aufbau der Altstadt jedes Jahr verfolgen können. Der zweite Weltkrieg hat hier erbarmungslos gewütet. Glogau besaß eine historische Festungsanlage, die aber bis 1913 zurückgebaut wurde.Ende 1944 wurde die Stadt wieder zur Festung erklärt und im Kriegsverlauf von der Roten Armee eingekesselt.Zu 90 Prozent war die Stadt Schutt und Asche. Ca. 7500 Menschen fielen dem Wahnsinn zum Opfer.
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Nun wird es aber langsam dunkel. Glogau Richtung Leszno.
" ...Kling, klang du und ich die Straßen entlang..."
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Leszno früher auch einmal Lissa genannt ist eine Stadt in Großpolen, die schon immer überwiegend von Polen besiedelt war. Ein mißlungener :oops: Versuch(Bild), Umkehr nicht möglich.
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Mit Leszno verbinden mich schöne und traurige persönliche Erinnerungen, …
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…die hier in einem Seebad in der Nähe von Kornik 1988 ihren Anfang nahmen. Ein Schlag in die Magengegend von einem polnischen betrunkenen Jugendlichen in einer Disco war der Beginn der Annäherung eines fürsorglichen polnischen Mädchens :oops: . Im Verlauf des zweiwöchigen Aufenthalts durfte ich schon als 17 jähriger die Gastfreundschaft, Liebe und Ungezwungenheit der hier lebenden Menschen kennenlernen. Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber ich erlebe die Menschen hier immer noch gleich freundlich.
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Ich bin davon ausgegangen, dass das Schloss in Kornik in der Nacht angeleuchtet ist. War es ja immer auch. Der Palast ist von Karl Friedrich Schinkel entworfen und für den polnischen Adligen Tytus Dzialynski gebaut. Nach vielen Besitzerwechseln fiel das Schloss zu Letzt an Wladyslaw Zamoyski, der es dann dem polnischen Staat verkaufte. Zamoyski, in Paris geboren, von Bismarck aus Kornik vertrieben, in Kornik kinderlos gestorben, war ein weltoffener Mensch, der von seinem Wohlstand anderen half und sich um die Hohe Tatra verdient machte.
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Seepromenade in Kornik. Etwas viel Schilfgras, doch um den ganzen Korniker See geht ein Radweg mit besserem Ausblick, wie hier.1988 standen hier die Händler mit ihren Musikkassetten, Platten und Ansteckern. Ein Paradies für uns Jugendliche.
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Marktplatz in Kornik mit Rathaus…
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…und Kirche. Die Stadt ist wunderschön geworden, ob ich meine alten Bekannten mal wieder besuchen soll… ? Sie wohnen gleich hier am See.Na, heute ist es schon zu spät.
Überhaupt ist das ganze Land um den Fluss Warthe sehr schön. Frau und ich(nur am Wochenende) haben hier einige Jahre in Poznan/Posen gelebt und viele Ausflüge unternommen.
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Kling,klang du und ich... am Wochenende mache ich weiter :ja:
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Dragonbeast » 14. Juni 2018 04:22

Hallo Rüdiger, Respekt vor der Leistung mal eben 1200km abzureißen. Dazu tolle Bilder und prima geschrieben. Da bekommt man sofort wieder Lust auf eine Tour durch Polen!!! ;-)

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon allgäumz » 14. Juni 2018 04:27

Ich freue ich mich auf die Fortsetzung :!:
Zuletzt geändert von allgäumz am 14. Juni 2018 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon löwenherz » 14. Juni 2018 07:12

:D :gut: sehr schön zu lesen.............bin gespannt wie es weiter geht.......... :ja:
Jetzt, nicht irgendwann!
Tanzt, Tanzt, vor Allem aus der Reihe! Bild

Ahoi elkeMaria

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Lausi » 14. Juni 2018 07:46

Hallo Rüdiger,
schön, dass Du die Tour ohne technische Probleme abreißen konntest. Vielen Dank für die tollen Fotos! :bindafür:

Freundliche Grüße,
/Christian
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 14. Juni 2018 08:45

Danke Jungs!
Das war damals im Sommer `94 einmal so.
Ich kam von einem Freund aus Jelenia Gora/Hirschberg Richtung Polkowice und wollte noch bis Poznan. Die Harley bekam vorn einen Platten, so ca. 21:00 Uhr. Da schob ich die 320 Kg etwas, aber es dauerte keine 10 Minuten und es hielt ein PKW mit Lafette. Die zwei Polen luden fast ungefragt(mein polnisch war noch nicht sooo gut)das Motorrad und den verschwitzten Fahrer auf. Die Harley wurde nur fixiert und ich saß auf dem Bike und balancierte sie aus.Schön war der kühlende Wind :ja: :lach: .
Der Transport ging bis zu einer geschlossenen Reifenwerkstatt. Die beiden klingelten den Besitzer raus und der machte sich an die Arbeit. Statt der 5,- Mark, gab ich ihm 20,- und war glücklich die Fahrt fortsetzen zu können. Die beiden netten Autohändler hatten sich da schon wieder auf den Weg gemacht. Danke.
Mit oder ohne ADAC es geht irgendwie immer weiter.Im Februar 94 die fast gleiche Geschichte,durch gescheuerter Kabelbaum bei der TS 150. Hab es einfach nicht gefunden und wieder war ein kostenfreier helfender polnischer Transport zur Stelle.
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 16. Juni 2018 16:41

Kling, klang du(ETS) und ich,die Straßen entlang…

Noch einmal tanken, dann sollte der Sprit bis zum Ziel reichen. Außerdem nahm ich mir an der Tanke noch vier von diesen Blechbrötchen zum Frühstück mit. In Baden Württemberg hätte ich um diese Zeit nichts zu kaufen bekommen. Dreiste Bevormundung, sag ich da. Schnick schnack, wie so vieles in unserem Land . Die Jugendlichen in BW, die Koma saufen wollen packen sich die Schnapsflaschen in`s Auto und stehen/saufen außerhalb der Lokale, oft gesehen. Für mich war es fast "lebensnotwendig" :lach: :lach: :lach: nach so einer Tour , meine beste Seite begreift das nie. Mit dem Auto bin ich dermaßen durchgeschüttelt, dass ich mich nach 14 bis 16 Stunden nicht einfach in`s Bett lege und schlafen kann. Mit der MZ war das diesmal aber wirklich ganz anders :ja: .
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Ein paar Kilometer jetzt noch auf der Landstraße und dann gibt es zum Zeit gut machen, 30 Kilometer auf so etwas wie einer Autobahn(die S5) nach Gniezno/Gnesen, der ersten Hauptstadt Polens.Es hat nicht immer geklappt mit den Bildern im Dunkeln und der Bewegung,ich werf sie trotzdem mit rein. C'est la vie :wink:
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Ortseingangsschild musste entfallen, ähnlich ,wie bei "lothar" vor Moskau. :wink:
Dom von Gniezno.
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Durch die Nacht ging es weiter an Inowrocław /Hohensalza vorbei,die nie einen deutschen Namen hätte führen dürfen. Durch die Aufteilungen Polens wurde der Stadtname zwei mal germanisiert.
Wer den heutigen Nationalismus/Nationalstolz der Polen kritisiert, dem möchte ich sagen, dass mit diesem und der katholischen Kirche nie das polnische Bewusstsein verschwunden ist,obwohl die Nachbarstaaten in der Vergangenheit alles Mögliche zu dessen Ausmerzung angestellt haben. Geschichte wiederholt sich und die Polen schauen in die Vergangenheit, darum darf man sich nicht wundern, wenn sich ein Volk anders auf seinem Weg entscheidet, als wie es die Herren in Brüssel wünschen.
(Nur so meine Gedanken,ihr könnt ruhig andere haben ;D )
Durch die Stadt geht eine vierspurige Straße an der eh nur die Pol(en)izei steh(en)t ;D , darum machte es mir nichts aus die neu gebaute Entlastungsstraße zu nutzen. Hier kämpfte ich mit einem Lkw um die Polposition. Er gewann,da er vorschriftswidrig :evil: mehr als 80 fuhr, und ich mein Zschopaupferd nach Gehör fahren wollte. :wink:
Torun/Thorn ist erreicht.
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Das einzige mal, auf den 600 Km in Polen stand hier die Polizei mit der Radarpistole am Ortseingang. Sie hatten aber gerade mit einem Schnellfahrer zu tun und mein runter bremsen von 60 auf 40 wurde übersehen. Auf dunkler Straße mit steigender Drehzahl vibrierte sich meine Tachobeleuchtung in die Dunkelheit. Bis 50 Km/h war das Ziffernblatt erkennbar, dann bis 70 wurde es ganz dunkel. Da ich nach Gehör fuhr und es einmal kontrollierte bin ich Außerorts höchstens bis 80 Km/h gekommen.
Gleich nach der Weichselbrücke geht es rechts ab, nicht gerade aus, wie empfohlen. Den Platz für ein Foto, muß man sich wahrscheinlich erkämpfen, da von der südlichen Weichselseite kein ran kommen ist. Außer man ignoriert Zäune und Security. Der Wald geht bestimmt 500 Meter mit der Brücke mit und auf der Brücke anhalten, wollte ich nicht, da ich Bewegungen im Spiegel sah.
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Schön am nördlichen Weichselufer entlang. Nur noch 250 Km bis Ignalin/Reimerswalde. Auf der südlichen Flussseite der Wisla/Weichsel begann die Geschichte des Deutschen Ordens in Pruzzen. Ganze drei lumpige Ritter inspizierten auf Bitten des Herzog Konrad von Masowien 1226 die Möglichkeit zur Errichtung einer Befestigung. Dies geschah dann auch auf dieser Seite der Weichsel, wo sie von den Pruzzen aber wieder zerstört wurde. Die Lage der ersten alten Burg ist nicht genau bekannt. Nach langen Eroberungskämpfen und Hilfe für die Ritterbrüder aus den deutschen Ländern und dem christlichen Europa wurde die nördliche Seite der Weichsel eingenommen und mit einer Backsteinburg befestigt. Die Burg ist nur noch als Ruine sichtbar, da die Jungs vom Preußischen Bund ganze Arbeit geleistet haben. Die Steine verwendete man für bürgerliche Bauten und eine Kirche.
An der Stadtmauer der Altstadt vorbei schaute ich noch kurz hinter die Mauer. Das Nachtleben war noch im vollen Gange. Musik, Gesang und Gelächter schallten zur Straße.
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Blick auf die (dunkle) Weichsel.
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Thorn ist eine sehr interessante Stadt und hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Astronom Nikolaus Kopernikus ist hier übrigens geboren. Nicht als Deutscher und auch nicht als Pole(er wird aber gern von den Polen vereinnahmt), nur seine Muttersprache war deutsch und in seinen Funktionen für die Kirche, wurde lateinisch geschrieben und gesprochen.
Weiter durch Thorn an dem Süßwarenhersteller „Solidarnosc“ vorbei, der auch in der Nacht seinen wohlriechenden Duft verbreitete, ging es über Brodnica, Nowe Miasto Lubawskie nach Osterode/Ostroda. Leider sind die Baumaßnahmen im Straßenbereich hier gewaltig und die Umleitung zwang mich an der Stadt vorbei zu fahren. Wahnsinn wie die hier bauen, neue Autobahn oder Schnellstraße von Ostroda nach Warszawa. Von Olsztyn bauen sie auch Richtung Warszawa. Ich werde mir mal deren Planung reinziehen, da ich gar nicht mehr auf dem Laufenden bin.
Schon seit Torun war mir kalt geworden, die 32 Grad am Tag haben mich einen Pullover vergessen lassen. Die Regenkombi wollte ich aber auch nicht mehr auf den letzten 250 Km herauskramen, also fror ich. Die dicken Handschuhe, welche ich vorher kaum über die schwitzenden Hände bekam waren mir jetzt willkommen. Die Sitzbank war mir schon nach ungefähr 50-100 Kilometern negativ aufgefallen. Um den schmerzenden Hintern zu beruhigen, stand ich während der Fahrt auf. Das war aber auch nur Anfangs unproblematisch. Auf der Sitzbank hatte ich meinen Louissack fest gegurtet, der mir aber auch keine Möglichkeit ließ hin und her zu rutschen. Da ich 1,81 Meter groß bin stehen mir meine Knie fast im Gesicht und fingen erheblich an zu schmerzen, was ein Aufstehen zum Ende der Reise kompliziert machte. Na gut, der Nacken war auch verspannt und eine hübsche „Masöse“ hätte richtig gut zu tun gehabt.
Ich würde das Motorrad trotzdem nicht ändern, auch wenn es eine bekloppte Sitzposition ist. Niemand muss 1200 Km am Stück fahren.
Vereinzelt traf ich schon auf Fahrzeuge ab Osterode, doch die Gegend ist dünn besiedelt und darum hatte ich die Straße in der Nacht für mich. Willkommen waren mir auch immer mal wieder kurzzeitig auftretende warme Böen. An Feuchtgebieten war es merklich kühler.
Dank der seit einigen Jahren bestehenden Entlastungsstraße Richtung Kaliningrad(RUS)verbrachte ich gerade mal 5 Minuten in Olsztyn/Allenstein. Nur ein einziger Blitzer forderte meine Aufmerksamkeit. Lustig ist,: Durch massive Beschwerden der Bevölkerung, sind die allermeisten Fotoradarkontrollen abgebaut oder abgedeckt worden. Die Stimme des Volkes wurde gehört, da die Obrigkeit eh nur die arbeitende Bevölkerung ausnehmen wollte. Das ist einfach nur geil, geil, geil. So etwas wünsche ich mir manchmal in abgeschwächter Form hier in Deutschland.
Denn mal 26 km klappernd weiter nach Dobre Miasto/Guttstadt.
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Die nächtlichen folgenden Bilder sind am nächsten Abend entstanden, da ich der Kälte entfliehen und der Wärme eines Bettes entgegen kommen wollte. Rendevouz am Storchenturm in Guttstadt. Warum Storchenturm? So hieß er schon immer, da hier Generationen von Störche ihre Kinder groß zogen, bis zur Renovierung des Daches. Man darf gespannt sein, ob sich eine Familie da oben wieder gründet. Die Möglichkeit dafür hat man wieder installiert, aber letztes und dieses Jahr sah ich da noch keinen Erfolg. Das wollte ich schon immer mal machen, ist aber Fußgängerbereich, darum habe ich sie dahin geschoben. Zwei Nachtschwärmer haben sich belustigend mein Treiben angesehen, da ich dort eine Serie von Bildern schoss.
Iron man and iron horse.
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Jetzt kam nur noch Lidzbark Warminski/Heilsberg als letzte große Stadt vor dem Ziel, dann noch 8 Km über ein paar Dörfer und ich werde Ignalin sehen. Die Freude war schon groß über das Erreichte. Zunächst aber Heilsberg, die Perle des Ermlandes mit seiner bischöflichen Burg…
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…dem Hohen Tor…
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…und der Orangerie.
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Da ich ja fast schon hier zu Hause bin :lol:, werde ich euch irgendwann einmal diese Stadt vorstellen. In Verbindung mit alten Vorkriegspostkarten könnte ich ein heute und damals hin bekommen.
Oh, das reizt mich aber. :ja:

04:25 Uhr, es graut dem Morgen, ja mir auch, vor dem Absteigen. Erst mal eine Weile im Stand die Beine strecken und wenn ich die Gehhilfen wieder spüre kann ich ein Bein über die Gepäckrolle schwingen, vorher wäre da nur die Gewissheit mit dem Moped umzufallen.
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Schwiegermutter hat mich schon gehört und ein heißes Nudelsüppchen plus Tee gekocht. Ich weiß gar nicht ob ich die Tasse ruhig halten kann, sage ich. Nach 17 und fast einer halben Stunde bin ich froh hier zu sein. Die Aufwärmphase braucht nur eine Stunde, die wir mit Neuigkeiten garnieren.
Um 05:30 Uhr lasse ich im Obergeschoß des Hauses den beruhigenden Hopfen des Bieres wirken und knacke nach dem Zweiten in die Besinnungslosigkeit.
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11:00 Uhr werde ich durch mein Handy aus dem Schlaf gerissen.
„Guten Tag hier ist die Servicehotline von Vodafon, wir möchten gern wissen wie zufrieden sie mit unserem Service + Angeboten sind“. Och, nee jetzt. Ich habe ein Prepaid Handyvertrag und lade recht selten auf. Haben die überhaupt eine Ahnung davon? „Kein Bock heute“, sage ich und lege auf.
Was machen? Tag verschlafen oder was erleben? Ticket für den Bus nach Hause brauche ich auch noch. Also noch etwas groggy runter und nach dem Kaffee und dem Mittag, die ETS wieder bis zum Abend ausgeführt. Es war himmlisch schön und warm, trotz dass ich meine Knochen noch spürte. An der Garage kommt ein Onkel dazu und bewundert die „neue“ MZ. Als ich ihm sage wie alt sie ist, stößt er einen verwunderten Laut aus, dann erinnert er sich, dass wir schon mal über meine MZ-ten gesprochen haben. „Und ich dachte die sei neu“!
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Am Anfang dieses Freds hatte ich euch diesen hölzernen französischen Soldaten versprochen.
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Ab in die Werkstatt meines Vertrauens in Heilsberg und mir meine Lorbeeren abgeholt. Beim Klang des Zweitaktsounds bekamen die Angestellten ein breites Grinsen ins Gesicht. Der Chef meinte, „da hängen deine Jugenderinnerungen dran“. Recht hat er. Noch ein paar Kleinigkeiten für den Skoda und Herr Wilamowski hatte auch die gesuchten Torpedosicherungen. Die sind für einen alten Mercedes meinte er, nimm mit! Danke schön. Der ist immer dermaßen fix mit der Ersatzteilbesorgung, da kommt in meinem Wohnort kein Autohaus ran. In Korntal warte ich erst mal eine Woche mindestens auf einen Werkstatttermin, bei Ihm geht’s immer gleich und sehr, sehr selten erst am nächsten Tag. Er hat immer alles da, wie macht der das bloß.
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In Heilsberg will mir ein 60 jähriger die MZ abschwatzen, nachdem ich ihn frage wo denn der Uhrmacher hingezogen ist. Ich habe ihm nicht erzählt, wieviel ich da rein gesteckt habe. Neues Metallarmband und Batterie tauschen 9,50 Euro. Ja, solch kleine Sachen erledige ich hier gerne.
Dann noch 60 Km über Smolajny/Schmolainen nach Olsztyn und die Fahrkarte für 64,- Euro besorgt. Wie spurtschnell die ETS an den Kreuzungen immer ab geht, das macht Spaß. Auf der Rückfahrt war ich dann in Schmolainen und habe die Sommerresidenz der ermländischen Bischöfe abgelichtet, der Bericht dazu kommt mal später.
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Herrliches Land. :ja:
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Zurück nach Heilsberg und…
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...bis zum Abend noch Neuendorf besucht.
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Einen Absang der Geschichte gibt es demnächst :ja:
Kling,klang du und ich die Straßen entlang...
Gruß
Rüdiger
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon MZETSFahrer » 16. Juni 2018 18:55

Super Bericht mit schönen Bildern! Da werden Erinnerungen wach. Ich war 2010 für 14 Tage im Urlaub in der Nähe von Mohrungen. Das war ein Erlebnis und ich dachte mir immer, wie schön wäre das jetzt mit dem Motorrad hier. Und die MZ ist für die vielen kleinen Straßen glaube ich sehr gut geeignet. Aber auch mit dem Auto war es ein schöner Urlaub. Gerne mehr MZ Bilder aus Ostpreußen!

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ftr » 16. Juni 2018 22:14

ETS-Fan hat geschrieben:Kling, klang du(ETS) und ich die Straßen entlang...

Ja, nach Lidsbark Warminski hab ich mich auf meiner ersten Schanzentour verfahren, weil hinter "Mehlsack" die Straße mit einem neuen Kreisel versehen wurde und die dortigen Bauarbeiter nicht polnisch konnten. Irgendwelche Osteuropäer ohne Kenntnisse in russisch oder englisch oder ohne Bock zu reden. :cry:
Auf alle Fälle hätte ich nach Gorowo Ilaweki fahren müssen, bin aber in LW gelandet, dort war dann Umleitung mit Stau und ein Autofahrer meinte, wenn ich nach Bartoszyze will, dann muss ich die Straße da verkehrtherum rein und einfach fahren. Habsch auch gemacht, keiner hat gemeckert und so kam ich damals zur 10:55. :wink:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 16. Juni 2018 22:59

MZETSFahrer hat geschrieben:Super Bericht mit schönen Bildern! Da werden Erinnerungen wach. Ich war 2010 für 14 Tage im Urlaub in der Nähe von Mohrungen. Das war ein Erlebnis und ich dachte mir immer, wie schön wäre das jetzt mit dem Motorrad hier. Und die MZ ist für die vielen kleinen Straßen glaube ich sehr gut geeignet. Aber auch mit dem Auto war es ein schöner Urlaub. Gerne mehr MZ Bilder aus Ostpreußen!

Klar, die meiste Zeit fahren wir ja auch mit dem Auto hier entlang und es ist schön. Doch die Sehn"sucht" mit dem Motorrad wabbert schon eine ganze Weile in meinem Hirn.
Viel zu lange habe ich gewartet. Es war für mich auch eine Reise in die Vergangenheit mit dem passendem Fortbewegungsmittel.Mit so einer MZ kommst du auch ganz schnell in unerwartete Begegnungen. Mein Skoda ist zwar auch schon 16 Jahre alt, aber da hält keiner an und beginnt ein Gespräch. :lach:
Schön, dass der "Sachsenstolz" so durchgehalten hat.
Gruß
Rüdiger

-- Hinzugefügt: 16. Juni 2018 23:07 --

ftr hat geschrieben:
ETS-Fan hat geschrieben:Kling, klang du(ETS) und ich die Straßen entlang...

Ja, nach Lidsbark Warminski hab ich mich auf meiner ersten Schanzentour verfahren, weil hinter "Mehlsack" die Straße mit einem neuen Kreisel versehen wurde und die dortigen Bauarbeiter nicht polnisch konnten. Irgendwelche Osteuropäer ohne Kenntnisse in russisch oder englisch oder ohne Bock zu reden. :cry:
Auf alle Fälle hätte ich nach Gorowo Ilaweki fahren müssen, bin aber in LW gelandet, dort war dann Umleitung mit Stau und ein Autofahrer meinte, wenn ich nach Bartoszyze will, dann muss ich die Straße da verkehrtherum rein und einfach fahren. Habsch auch gemacht, keiner hat gemeckert und so kam ich damals zur 10:55. :wink:

:lol:
wir sehen uns. :zustimm:
Zuletzt geändert von ETS-Fan am 17. Juni 2018 09:45, insgesamt 1-mal geändert.

Fuhrpark: MZ Typ/Baujahr, ...ETS 250/Bj.69/71/72/72,ETS 125/Bj.81!,2xTS 150,TS 125,ES 175/Bj.56(Rahmen verk.)ES 250/0 Bj.61,ES 250/0 Bj.57,Neckermann TS 150/Bj.?
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon löwenherz » 17. Juni 2018 06:43

:hallo: :tach: :gut: einfach schön...........und das mit den Knien kommt mir sehr bekannt vor :biggrin:
Jetzt, nicht irgendwann!
Tanzt, Tanzt, vor Allem aus der Reihe! Bild

Ahoi elkeMaria

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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Dragonbeast » 19. Juni 2018 20:26

Toll wie detailliert du alles beschreibst ;-)!!!

Wann gehts weiter??? :-)

Gruß Tobi

Fuhrpark: Simson SR-2 Bj:58
Simson Spatz Bj:64
Simson Star Bj:1970
Simson Habicht Bj:74
Simson Sperber Bj:70
Simson Schwalbe KR 51/1Bj:74
Simson Schwalbe KR 51/1Bj:77
Simson Schwalbe KR 51/2Bj:80 S70 4-Kanal Motor noch im Aufbau
Simson Schwalbe KR 51/2 L Bj:83 Original
Simson 2 x S51 mit S70 Motor
Simson SR-50 Roller
ES 175/2 DeLuxe Bj:69
ES 250/2 DeLuxe Bj:
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ETZ 251 Bj:89
ETZ 251 Bj:90
ETS 250 Bj:71
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon ETS-Fan » 19. Juni 2018 20:27

Kling, klang du(ETS) und ich,die Straßen entlang…
Mensch Tobi, du kannst wohl Gedanken lesen, wollte es gerade abschicken :ja: :lach:

Auf dem Sandweg nach Neuendorf. Was gab es hier?
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Die Bunker auf Privatgelände hatte ich euch versprochen. Links hinter dem Schuppen ist er.
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Am ersten war auch der Besitzer da und ich konnte ihn fragen, ob ich fotografieren darf. „Kein Problem, soll ich das Fahrrad wegstellen und kommen sie nicht zu nah an den Hund“. Nein lassen sie es stehen sieht doch authentischer aus, sagte ich. Das ist eine Abwehrlinie von drei Bunkern erklärte er mir. Also mit System das Ganze.
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Wo ist denn dann der dritte fragte ich.
Er erklärte mir wo er steht, „da hinter der Birke, aber das ist nicht mein Grundstück und es liegt viel Morast dazwischen. Außerdem ist er auch völlig zerstört“.
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Im Grundstück eines dritten Bauern, welcher nicht zu Hause war stand der Zweite. Schaut mal richtig hin, kaum zu erkennen vor lauter Gerätschaften.
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Dann mal etwas näher bitte.
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Am Ortsausgang von Neuendorf, Richtung der Hauptstraße Lidzbark Warminski nach Landsberg sollte noch ein gut erhaltener Bunker stehen. Ich kreiste dort zwei Mal entlang bis ich erfolglos in der Suche, vier Jugendliche fragte. Nein hier gibt es keinen Bunker, aber in ….(hab es vergessen :oops: ). Sie haben aber ein schönes Motorrad sagten sie mir. Ich wiegelte zurückhaltend ab, ist doch nur ein altes 47 Jahre altes Moped. Trotzdem ist es schön sagten sie mir. Na wo ihr Recht habt, habt ihr Recht, dachte ich mir.

Augenblick! Verweile doch, du bist so schön.
Ein warmer Abend, die Vögel zwitschern noch und es riecht herrlich nach frisch gemähter Wiese, nach nahem See, Sommer und Urlaub. Ja es gibt Gerüche, die fallen bei mir unter Urlaub.
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Da ich in der Nähe des Großendorfer See`s/Jezioro Wielochowskie war… .
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Der Ursprung meiner alljährlichen Polenreisen. 1993, ich kam von der russischen Grenze zum Oblast Kaliningrad, fragte ich an der Heilsberger Burg eine Gruppe von Kindern, wo ich hier zelten könne. Ein kleiner Junge nutzte die Möglichkeit, das erste Mal in seinem Leben mit einem schweren Motorrad mit zu fahren. Da ich mir nur ein paar polnische Wörter angeeignet hatte, war die Verständigung schwierig und er zeigte mir, dass er sich einen Helm besorge, um mir den Platz zu zeigen. Hier habe ich auch das Wort „kask“ gelernt, der Helm. Er rannte los und war als bald wieder da. Die anderen Kinder schrien und lachten uns nach. So kam ich an diesen See, wieder ein See, an dem sich mein Leben entschied. Den Jungen brachte ich unter Gejohle wieder zu seinen Freunden. Er war schwer begeistert, obwohl ich es mit der Harley nicht übertrieb.
Auf meiner alten polnischen Postkarte, habe ich sogar noch, dass zu sozialistischen Zeiten errichtete Seehaus. Ich habe es noch selber da gesehen, heute ist es abgerissen. Rechts das hässliche Gebäude.
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Da unten am See stand es einst.
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Über die 300 km Tour am folgenden Sonnabend möchte ich gern ein anderes Mal schreiben.
Was da geschah:

In Wormditt/Ornetta wäre die Reise fast zu Ende gewesen.

Eine große Überraschung in Schlodien/Godysze, ich bin mir nicht sicher, ob ich mich freuen oder traurig sein soll.

Auf dem Weg nach Schlobitten/Slobity verliere ich „Nachbauschrott“.

In Dawidy bin ich kurzzeitig Hotelgast.

Ich finde ein verschwundenes Dorf, bin zu Abendessen eingeladen, soll da bleiben, einen „Palast“ kaufen und bekomme ein unmoralisches Angebot.

In Quittainen/Kwitajny fang ich an zu rechnen, ob ich mir ein Schloss leisten kann.

Und ich verfahre mich auch einmal, ganz zum Schluss.

Der Sonntag:
Check des Kilometerstandes.
7542 km
-5910 km
=1632 Km,
ich bin beeindruckt über die Zuverlässigkeit während der Tour.
IMG_4015.JPG


Hoffentlich macht sie mir den Sommer über nur Spaß, auf der Rückfahrt in zwei Jahren würde ich ihr erlauben kaputt zu gehen. Muss aber nicht sein. In 3 Jahren können wir gemeinsam 100 Jahre feiern. Es gibt zwar noch etwas an der ETS zu tun und zu fragen, aber das mach ich einfach bei der Schanzengruppe. Mir deucht, da war ein Ing. dabei und so einem Ingenieur ist bekanntlich nichts zu schwör.
Die MZ ist meiner Meinung nach, noch zu fett eingestellt und ob die Messingbuchsen in der Telegabel ersetzt werden müssen lasse ich mir auch noch erzählen.
Sie läuft aber seidenweich mit der Vergasereinstellung, qualmt aber manchmal wie Ochs und fühlt sich dann an, als ob sie zusätzlichen Sprit verbrauchen muss.
Vor 422 Km habe ich hier getankt und fahre immer noch ohne die Reserve angerissen zu haben, lag der Spritverbrauch doch etwas an der „Bagasch“.
Das Motorrad ist verschlossen und da bleibt es hoffentlich auch. Ein Nachbar hat so eine blöde Anmerkung abgelassen. „Jetzt muß die Mutter auf`s Moped aufpassen“. Will der etwa meine Vorurteile bedienen?
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Werkzeug und Vape habe ich nicht gebraucht, meinen Reiseführer und Karten schon.
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Von der Bushaltestelle schau ich zurück. Ein gelungenes Wochenende, leider viel zu selten. Ich hätte den Zug 09:41 Uhr ab Olsztyn nach Poznan nehmen können, doch wie nach Olsztyn kommen. So zeitig fahren von diesem Nest keine Busse nach Olsztyn und ob ich den Anschluss mit dem Zug in Poznan bekomme, steht bei der Bahn hier auch in den Sternen. Ich muss Montag pünktlich 13:30 Uhr bei meinem Arbeitgeber der Bahn ( :lach: ) erscheinen.
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Mein Blick streift den Kirchturm, und er macht mich doch immer ein wenig stolz. Ausländische Spender haben ein Achtel der Restaurierungskosten des Kirchturmdaches erbracht. Der Pfarrer voll Freude darüber, wollte bei einer Messe für sie beten und sie öffentlich erwähnen, was das Paar aber nicht wollte. Die verquasselte Familie hat es dann aber doch nicht für sich behalten können und das ganze Dorf weiß es nun. Es ging mir/uns um das Gebäude und die Menschen, nicht um den Glauben. Es sind viele kleine Holzschindeln an der 1783 erbauten Kirche verbaut worden. So eine Restauration darf natürlich nicht jede x-beliebige Firma machen(so wie bei uns auch nicht).
Durch und mit unserem finanziellen Einsatz konnten Fördergelder aus Olsztyn und Lidzbark abgerufen werden, die sonst in den Kassen verblieben wären, sowie nur eine Teilsanierung möglich gemacht hätten. Der Pfarrer war sehr froh, obwohl er bei einem anderen Pfarrer noch einen Kredit aufnehmen musste.
Er meint, er könne mich jetzt noch taufen… :twisted:
Ihr seht, ich quatsche nicht nur vom Erhalt der historischen Bausubstanz.
Das Ganze schieben wir jetzt mal in die Rubrik: Tu Gutes und rede darüber :tongue: :lach: .
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Da kommt der Bus, beim Einsteigen fragt mich der Fahrer, „Na, ist die MZ kaputt“? Ich bin erst mal perplex, dann erinnere ich mich, ich habe genau ihn angehalten mit seinem Bus, um mir einen Fahrplan zu besorgen. Danach bin ich vor ihm ab gequalmt. Gutes Gedächtnis der Mann. „Nein sie bleibt hier“, sage ich und mir wird etwas mulmig. Wenn das jetzt schon der Busfahrer weiß!?
Der Bahnhof von Lidzbark Warminski/Heilsberg ist zum Busbahnhof verkommen. Ca. 15 verschiedene Busunternehmen buhlen um die Gunst der Reisenden. Es war glaube ich 1995, da bin ich das erste und letzte Mal mit der Eisenbahn von Olsztyn nach Lidzbark gefahren. Die Strecke wurde wegen Unrentabilität stillgelegt, die Schienen herausgerissen.
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Nach weiteren 21 Stunden von Olsztyn nach Stuttgart...
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...erreichen wir am Montag 11:00 Uhr ziemlich unausgeschlafen, mit zweistündiger Verspätung den Busbahnhof /Flughafen Stuttgart. Schnell zur S Bahn und dann für die Arbeit vorbereiten. 04:30 Uhr am Dienstag ist der lange Arbeitstag beendet.

Kling, klang die Straßen waren lang…
…summe ich vor mich hin.

Ohne den „Heiligen MZ-tuss“ vorher um Beistand angebetet zu haben ist alles gut verlaufen, von dessen Figur wurde ich aber auch erst kürzlich, von „trabimotorrad“ aufgeklärt.
Es sollte eigentlich vorwiegend ein Bildbericht werden, allem Anschein habe ich aber ein übersteigertes Mitteilungsbedürfnis :lach: :lach: :lach: , egal. Geschichte mit eigenen kleinen Geschichten wird doch dann erst zu interessanter Geschichte.

Nach dem Lesen des Textes sagte mir meine Jüngste,: „Papa wie geschwollen schreibst du denn…“. :evil: „Dackel“(schwäbische Koseform), sage ich, „was lernst du gerade in der Schule“? „Deine Geschichten sollst du mit Adjektiven versehen, und mit viel Gefühl schreiben, sonst sind sie nicht interessant zu lesen und du bekommst die entsprechende Note“! Na ja, bei mir ist sicher auch noch viel zu tun …

Im weitesten Sinne sind wir doch alle Wandersmänner, aber eben auf den Motorrädern entdecken wir das Land und die Menschen.

Gehen auf der Stelle, hab' ich nie gekonnt,
Mir die Haut verbrannt, hab' ich mich lang' gesonnt.
Zeit für mich, weine nicht,
Ich behalte dein Gesicht,
Singen auch Sirenen hinterm Horizont.

Schwer Bahnhofsdächer über uns gestellt,
Gleise wie ein Fächer in die weite Welt.
Zeit für mich, weine nicht,
Halt gefangen dein Gesicht,
Wie man auch sein rotes Blut gefangen hält.


Abschied heißt doch auch weiter geh'n
Tränen hat die Trauer
Aber auch das Glück.
Komm' gut an, nicht zurück,
Wandersmann komm' gut an.

Alles ist im Fließen, alles ist im Geh'n,
Sterne rasen auch wenn wir sie stehen seh'n.
Zeit für mich, weine nicht,
Ich behalte dein Gesicht,
Und in der Erinnerung bleibt es lieb und schön.

Abschied heißt doch auch weiter geh'n
Tränen hat die Trauer
Aber auch das Glück.
Komm' gut an, nicht zurück,
Wandersmann komm' gut an.
Geh'
(Renft)

…bis denne in „Ostpreußen“
Gruß
Rüdiger
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Zuletzt geändert von ETS-Fan am 20. Juni 2018 23:24, insgesamt 1-mal geändert.

Fuhrpark: MZ Typ/Baujahr, ...ETS 250/Bj.69/71/72/72,ETS 125/Bj.81!,2xTS 150,TS 125,ES 175/Bj.56(Rahmen verk.)ES 250/0 Bj.61,ES 250/0 Bj.57,Neckermann TS 150/Bj.?
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon allgäumz » 20. Juni 2018 04:16

:respekt: :gut:

Danke für diesen Bericht :!:
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Re: Lust auf Ostpreußen?

Beitragvon Zündnix » 20. Juni 2018 07:37

Schönes Abenteuer und vor allem schön geschrieben. Danke. :gut:

Grüße
Enrico
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