Anno 1996

Wir war der Urlaub bzw die Fahrt mit der MZ ?

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Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 19. November 2017 02:31

Im Jahre des Herrn 1996 setzten mein älterer Bruder und ich, ein seit vier Jahren gereiftes Vorhaben in die Tat um.Wir wollten mit unseren amerikanischen Schlachtrössern den nordamerikanischen Kontinent unter die Hufe nehmen.Land entdecken ohne die einheimische Bevölkerung zu vertreiben, war das Maß aller Dinge.Wir waren jung und wissbegierig,frei von politischer Meinungsbildung und haben uns unser eigenes Bild gemacht.Mein Blick auf die USA war damals ein ganz anderer wie heute,trotzdem denke ich gerne an die vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen zurück mit denen wir uns auf einsamen(und vielbefahrenen) Straßen trafen.Gern erinnere ich mich an die Natives/Indianer, welche mich in meine Karl-May Zeiten als Jugendlicher zurückversetzten.
Bevor ich diese Welt verlassen werde ,wird mein Fuß den nördlichen Teil der USA betreten.Im Moment hat jeder meiner Brüder noch Erziehungspflichten, aber dann hält uns nichts mehr .
Wir sind auf Grund der Wetterprognosen nur im Süden (bis auf St.Louis,Gatway to the West ) unterwegs gewesen .Urlaub für zwei Jahre genehmigte man uns nur im April/Mai 1996.Wie schweinekalt es in Deutschland werden kann ,weiß wohl jeder selber.
Unsere "ungewisse" Reise begann im Bundesstaat Florida in Orlando,die "Pferde" waren leider in einem anderen "Schiff"und konnten uns nicht ausgehändigt werden. Ganze drei Tage ohne Fahrzeug ging einfach nicht,darum liehen wir uns ein Automobil,welches uns die Zeit der Überbrückung angenehmer machte.Die kleinsten Erledigungen sind ohne eigenes Fahrzeug fast unmöglich.
Die Reise sollte größtenteils auf der Route 66(von mir forciert)gehen und nach fast 16000 Kilometern in San Francisco enden.
Mein jüngerer Bruder erwähnte vor einiger Zeit er fahre mit seiner "Enfield" in die USA,da ich zu den MZ-Wurzeln zurückgekehrt bin ,dachte ich mir ,die Harley lässt du stehen und fährst mit der 250 er ETS,natürlich mit neu aufgebauten Motor,wie meiner MZ 53 von 1971(mein Geburtsjahr).
Das damalige Vorhaben war meiner Meinung nach damals gar nicht soooo teuer,heute kostet es 2 bis 3 mal so viel.Ich hatte 8000,-DM dafür zur Seite gelegt.Am Ende habe ich noch für 2000,-DM an Ersatzteile in den USA gekauft ,was heißt die 2 Monate im "God's Own Country" verschlangen gerade mal 6000,- DM(3000,-Teuronen).
Mein ältestes Brüderchen hat damals noch mit der" Freien Presse" in Werdau /Sachsen "herum gemacht",diese Beiträge würde ich euch auch nicht vor enthalten.
Alles ist 21 Jahre her,auch meine Bilder.Ich hatte nie das Gefühl so was in die Welt zu setzen,aber hier fühle ich mich damit gut aufgehoben.
Dieser Beitrag sollte dann die "ostpreußische Frühjahrspause " überbrücken :D .
Gruß

Rüdiger
...:abgelehnt:...naja überlegts euch noch mal,die Amis haben echt schöne Plätze.

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Re: Anno 1996

Beitragvon der garst » 19. November 2017 08:48

Ohne Bilder kannste viel erzählen ....

;-D
Mit freundlichen Grüssen , Alex

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Re: Anno 1996

Beitragvon walkabout 98 » 19. November 2017 10:34

Ich hab ˋ98 so ein Trip mit Kumpels durch Australien gemacht. Leider gab es da noch keine Digitalkameras. Alles auf Dia‘s. Kumpel hat die nach 20 Jahren dann doch mal digitalisieren lassen. Kannst alles in die Tonne treten. Die Dia‘s waren über die Jahre verblichen :cry:

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 19. November 2017 16:44

walkabout 98 hat geschrieben:Ich hab ˋ98 so ein Trip mit Kumpels durch Australien gemacht. Leider gab es da noch keine Digitalkameras. Alles auf Dia‘s. Kumpel hat die nach 20 Jahren dann doch mal digitalisieren lassen. Kannst alles in die Tonne treten. Die Dia‘s waren über die Jahre verblichen :cry:

Oh das ist natürlich bitter,wann war denn eure Reise?Unsere Aufnahmen sind auch nicht die besten.Mein Bruder hat sie zwar digitalisiert,aber abfotografiert sind die auch nicht schlechter.(Ich wieder,da stehts doch 98 :roll: )
Das war die Kamera mit der ich knipste(kann eben nichts wegschmeißen),mein Bruder hatte eine Kamera, bei der die Bilder besser waren.
IMG_1802[1].JPG

IMG_1803[1].JPG

IMG_1804[1].JPG



Die Motorräder

Mein älterer Bruder fuhr mit einer FLSTC Heritage Softail Classic Bj.:1989
Er hat sie gebraucht bei dem Händler erworben,wo ich meine neu gekauft habe.Sie ist noch im originalen Zustand.
0A SHW 1.JPG

0B SHW 2.JPG

0C SHW 7.JPG


Ich fuhr mit einer FXSTC Softail Custom Bj.1992
Mein erstes neues Motorrad,ich war stolz wie weiß nicht wer,dabei gehörte sie eigentlich noch der Bank :oops:
Ich habe sie dann später noch umbauen lassen.Die längste Gabel,den breitesten Apehanger,vorverlegte Fußrasten,eine Fishtail-Auspuffanlage und eine abgespeckte Sitzbank wollte ich haben.Das kommt davon ,wenn man sich zig mal "Easy Rider" reinzieht.
Sie hat mich nie wirklich ,auf unseren gemeinsamen 175000 Kilometern, im Stich gelassen.Defekte gab es trotzdem viele, an der Lima/Regler,Tacho geschmolzen(Ziffern) und zwei mal am Getriebe.Das Motorrad war sehr kostenintensiv.Die Modelle mit dem Evolution Motor sind meiner Meinung nach nicht ausgereift.Nach 8 Jahren wurde sie mir dann gestohlen :cry: .
Heute fahre ich einen 2000 er Twin Cam Motor in einer Softail Night Train. An diesem Motorrad ist nach 60000 Kilometern noch nichts kaputt gegangen.
Beide fuhren wir eine Softail,das ist die mit der Starrahmenoptik bei der die Federelemente nicht sichtbar unterm Öltank im Rahmen verbaut sind.
0K SCR 1.JPG

0L SCR 2.JPG

IMG_1805[1].JPG

IMG_1806[1].JPG

Ich hatte mir nur das Geld für eine Yamaha XV 1100 Virago zusammen gespart ,damals 12000,- DM ,die 28300,- DM teure Harley gefiel mir dann aber doch besser.Darum der Weg zur Bank :) Die waren damals schon sau teuer und sind es heute auch noch.
IMG_1807[1].JPG

Gruß
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Re: Anno 1996

Beitragvon jot » 19. November 2017 18:45

moin,

habe mir am freitag eine flhxs in chalkcoal gekauft, meine flhx von 2009 geht an einen kollegen, sehr wertstabil und zuverlässig aus meiner sicht...

usa haben wir mit gemieteten motorrädern gemacht, auch so 10 tsd mls, der letzte trtrip war:

http://www.kraftfahrzeugfreun.de/VERANS ... r_2014.htm

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Re: Anno 1996

Beitragvon Ekki » 19. November 2017 20:12

Einen ausführlichen Bericht, auch mit nicht perfekten Bildern, wäre super.
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 20. November 2017 00:18

jot hat geschrieben:moin,

habe mir am freitag eine flhxs in chalkcoal gekauft, meine flhx von 2009 geht an einen kollegen, sehr wertstabil und zuverlässig aus meiner sicht...

usa haben wir mit gemieteten motorrädern gemacht, auch so 10 tsd mls, der letzte trtrip war:

http://www.kraftfahrzeugfreun.de/VERANS ... r_2014.htm

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Hab ich doch geahnt das hier noch ein paar "Mitreisende" sind.Man sieht es euch an ,dass es Spaß gemacht hat.
Bericht kommt(mit nicht so schönen Bildern :lol: ),aber mein Bruder sagte mir er hat noch Material,Bilder ,Rechnungen u.s.w. das will ich erst noch sichten.Ich werde mich mit ihm auch noch absprechen müssen,denn 21 Jahre :gruebel: ,da ist wohl manches in Vergessenheit geraten.Leider ist er ne Woche nach Neapel an den "Maradonnaschrein"
Gruß

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Re: Anno 1996

Beitragvon Pedro » 23. November 2017 22:12

Hallo! Ich bin neu hier und ich lese bisschen ein.
Du schreibst sehr interessant. Ich würde gern deine weiteren Berichte lesen;)

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Re: Anno 1996

Beitragvon der garst » 24. November 2017 21:37

Ich hab aktuell ne 2001er TC Tourer auf der Bühne, Modell 99-01.

Lima tot, Schrauben der Bremssättel rundgedreht und Lenkerdämpfer in der Gabel haben Spiel.
Das ganze Mopped ist an sich ein Kuriosum.
Überall Zoll- und Metrischschrauben gemischt, Elektrik aus Japan, die Lima geht raus ohne den inneren Primär zu demontieren, Ersatzteile sind nicht mit Softail und Dynamodellen gleich und aufgrund der kurzen Bauzeit gibt's keine Reproteile, Ersatz will also über Harley bezogen werden.

Und das seltsamste, die Gabelbrücke ist optisch umgedreht montiert; beide Holme stehen hinterm Lenkkopf...

Da Lob ich mir mein altes Shovelchen. Das ist noch ein ehrliches Miststück.
Mit freundlichen Grüssen , Alex

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 24. November 2017 23:33

Pedro hat geschrieben:Hallo! Ich bin neu hier und ich lese bisschen ein.
Du schreibst sehr interessant. Ich würde gern deine weiteren Berichte lesen;)

Wenn du neu hier bist dann mal ein "nettes Hallo",von einem der auch recht neu hier ist. Es geht schon weiter,3 Seiten habe ich schon an Erinnerungen zusammen und da bin ich noch nicht mal mit der Hand am Gasgriff in den USA.

Beitrag von der garst » vor 39 Minuten

"Ich hab aktuell ne 2001er TC Tourer auf der Bühne, Modell 99-01."

Bei meinen Fahrzeugen sind das immer Zoll-Schrauben gewesen.Da hat wohl einer sparen wollen.Der zerschmolzene Tacho war bei meiner FXSTC auch aus Japan.Der neue hatte das Preisniveau eines Bernsteintachos.
Lima und Regler haben fast immer gleichzeitig den Geist aufgegeben,so das ich mir schon diese Bauteile auf Reserve mitgenommen habe.In Andorra la Vella konnte ich damit dann auch einem Franzosen aushelfen.Ich weiß es nicht mehr genau(mein schlaues Büchlein ist weg) ,aber 3 bis 4 mal ist die Lima wohl kaputt gewesen.Dazu die vielen häufigen Inspektionen(aller 8000 Km),da habe ich das Handtuch geworfen und angefangen, alles was defekt oder verschlissen war selber zu tauschen.Zum Anfang in meiner Ausbildung,hat sich HD einen kompletten Monatslohn von mir geholt,das ging einfach nicht mehr.Ich bin selber kein begnadeter Schrauber,wenn ich aber so ein paar coole Bekannte sehe, die nicht mal einen Ölwechsel an ihrer Harley hinbekommen, aber über die Arbeitsstunde von HD mosern :roll:

Die größte Herausforderung für mich war,weil keiner da,der Wechsel meines Zahnriemens.Der sollte eigentlich bei 50 000 Km gewechselt werden.Nach 140 000 Km ging es an einer Kreuzung in Posen nicht mehr weiter. Habs vergessen :nixweiss:. 5 Km schieben und dann geschaut was ich brauche.Zahnriemen hatte ich mir in den USA besorgt,nur den falschen,also bestellen und warten.Die stand so fast 3 Wochen vor dem Haus wo wir wohnten bis ich fertig war.Keiner hat sie angerührt, aber ein Jahr später ist sie genau dort gestohlen worden.
Meine neue Harley (die ist ja nun auch schon wieder alt), war nur einmal zur Inspektion und alles andere habe ich gemacht, die läuft trotzdem.
Gruß
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 29. Dezember 2017 05:21

Florida-Part 1
Noch bevor ich so ein Motorrad der Firma Harley Davidson kaufte hatte ich mich mit dem Land und auch dem Ort wo mein Motorrad gebaut wurde beschäftigt. Milwaukee hieß die Stadt in der diese schweren Eisenrösser gebaut wurden. Die Indianer, die Potawatomi nannten den Ort "minwaking" , bevor die Weißen sich hier breit machten. Viele deutsche Auswanderer hatten sich hier nieder gelassen und brachten dem Ort und seinen Menschen eine Entwicklung mit Wohlstand. Ich hatte schon damals Lust, angefacht durch Filme und Reportagen(Easy Rider, Electra Glide 344-Electra Glide in Blue, Wilder Westen Inclusive, The Wild One (mit Marlon Brando) u.s.w.), dieses Land zu sehen. Mich beeindruckten diese Weiten und auch heute noch mag ich das flache weit überschaubare Land mehr, als die Berge. Ein paar Jährchen nach mir hatte sich auch mein Bruder Wolfram seine Harley geholt und gemeinsam sponnen wir dann unseren Plan. Wolfram ist ein großartiger Organisator und er war es auch der sich um die Versicherungen und Flüge für die Mopeds, sowie unsere Flüge kümmerte. Er hatte viel Erfahrung damit , durch seine Rucksackreisen auf verschiedene Kontinente. Ich plante unsere Reiseroute auf der alten Highway 66, die es mir angetan hatte.
Die Reise, so war der Plan, sollte in Orlando/Florida zum Spring Brake auf Daytona Beach (der alljährigen Motorradsaisoneröffnungsparty) beginnen und uns von da aus bis nach Chicago/Illinois führen, von wo aus wir dann die eigentliche Reise auf der Route 66 beginnen wollten. In San Francisco wartete dann unser Flieger in die Heimat. Es sollte dann aber alles ganz anders kommen…
Zu unseren Reisebegleitern sollten Wolfram´s Freundin und jetzige Frau Kathrin und meine Freundin und jetzige Frau Anna gehören. Für Kathrin war es, so wie für uns, absolut kein Problem als Deutsche in die USA einzureisen. Bei meiner polnischen Freundin war das nicht so einfach. Nach einem Antrag auf Visum, lehnte die amerikanische Botschaft in Warschau eine Ausstellung dieses ab. Wir hatten denen nicht mal erklären können, wie alles zusammenhängt, wer die Reise bezahlt u.s.w.. Die hatten wohl bloß Angst eine Schwarzarbeiterin in ihr Land zu bekommen. Da auch die Zeit für einen neuen Antrag zu kurz war bissen wir in den sauren Apfel und einigten uns auf eine zweimonatige „Trennungszeit“.
Die Preise für die verschiedenen Kosten erwähne ich, so weit ich sie noch genau weiß, oder eine Rechnung vorhanden ist, nicht um hier „auf die Kacke zu hauen“, sondern, dass sich jeder der will ein noch besseres Bild von unseren Bedingungen machen kann. Vergleichbar ist das alles mit heute nicht mehr, denn die Preise sind definitiv gestiegen. Ich denke, das hätte ich gar nicht erwähnen müssen, aber manchmal gibt es den einen oder anderen etwas begriffsstutzigeren Mitmenschen. Für den Gabelflug von Düsseldorf über Amsterdam nach Orlando und von San Francisco über Amsterdam nach Düsseldorf berappten wir damals pro Person mit einem Motorrad 3300,- DM. Heute empfinde ich das als unglaublich günstig. Eine Haftpflicht für die Motorräder war auch nötig, da unsere ja nicht für den amerikanischen Kontinent galten. So suchte Wolfram und er fand eine Versicherung die uns für zwei Monate versicherte. Die Kosten dafür beliefen sich auf 400,00 DM und ich weiß, dass ich damals ganz schön schlucken musste. Heute ist es unglaublich schwierig, für eine derart kurze Zeit einen Versicherer zu finden. Die wollen nur Jahresverträge verkaufen. Ich kenne einen Arbeitskollegen der hat 3 ! Autos in den USA und Kanada stehen, und klagte mir sein Leid. Natürlich hatten wir auch jeder eine Auslandskrankenversicherung. Der Kurs von Dollar zu DM betrug 1,53 zu 1 .
Der Tag war endlich da, am 25.02.1996(ja es war Winter!!!) sollte es im Morgengrauen mit den Motorrädern von Werdau in Richtung Lüdenscheid , zu unserem jüngeren Bruder gehen. Dort wollten wir übernachten, um dann am nächsten Morgen nach Düsseldorf in das Frachtzentrum zu fahren und die Motorräder abzugeben.
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Die Maschinen waren dann sicher da, denn bis zum 28.02.96 sollten sie dort sein. Schon die 450 Kilometer nach Lüdenscheid waren bei 3 Grad prächtig kalt, Hauptsache war, dass es keinen Schnee oder Schneeregen gab. Konnte man damals schon Funktionsbekleidung kaufen? Egal, auf einer Harley sitzt man in schwarzem Leder, also froren wir etwas. Wir hatten die Wettervorhersagen immer wieder mit Bangen beobachtet, doch der Tag nach Lüdenscheid sollte trocken bleiben. Nach dem wir uns von Lüdenscheid auf den Weg nach Düsseldorf machten, passierte in einer von der Morgensonne verschonten Senke das Unglück. Wolfram, der vor mir fuhr, brach die Harley weg und er stürzte mit seiner 320 Kg schweren Maschine, ohne einen Hauch der Hoffnung sie halten zu können auf seinem Sturzbügel. Ich versuchte gar nicht zu bremsen und setzte die Füße auf die glatte Straße, um das Wegrutschen der Maschine irgend wie abzufangen, doch auch ich hatte keine Chance , stürzte(ein Glück, ich hatte nur 285 Kg)und rutschte mit ihr weg. Wir wuchteten die Motorräder dann wieder, unter vielen Begaffern hoch und besahen uns die Schäden. Fast nichts, außer den Kratzer am Sturzbügel hatte Wolfram zu beklagen. Bei meinem Hochlenker sah das schon anders aus, das ganze Gewicht hat er aufnehmen müssen und das hat er auch hervorragend gemacht. Ich bog ihn wieder in seine etwagige Ausgangsform, ärgerte mich über den kaputten rechten Spiegel und freute mich dass das so ziemlich alles, bis auf einen leichten Kratzer an der Auspuffanlage, gewesen war. Mit 200,-DM für den Lenker(den holte ich mir in Deutschland, da der eingetragen werden musste) und 30,-DM für ein Paar neue Screaming Eagle Spiegel in den USA konnte ich leben. Wolfram ersetzte gar nichts.
Mich ärgert es manchmal noch heute,wie unflexibel der Arbeitgeber sein kann. All die 27 Jahre bei der Bahn waren wir im Schichtdienst und bereit Schichten von erkrankten Kollegen zu besetzen, aber einer einmonatige Verschiebung unserer Reise in die wärmere Jahreszeit konnte man uns nicht entgegen kommen.
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Unsere Reise/Flug begann dann erst am 01.03.1996. Wir beide hatten noch eine knappe Woche Nachtschicht zu arbeiten, dann ging es nach Düsseldorf in eine Jugendherberge für wenig Geld.
Für mich war es das erste Mal das ich überhaupt flog und dann gleich noch so lange. Von Düsseldorf flogen wir nach Amsterdam, wo eine KLM Boeing auf uns wartete. Der Flug war recht langweilig bis auf das hübsche Essen , der Start und die Landung. Doch, ich erinnere mich an den Ausblick über Grönland, da war ich noch nie gewesen und nun konnte ich das alles von oben sehen, einfach überwältigend.
Ach ja, der Blick aus dem Cockpit gehört seit dem 11.09.2001 natürlich auch der Vergangenheit an. Ich weiß nicht ob es im Zubringerflug nach Amsterdam war oder schon in der KLM-Maschine, ich glaube aber in der KLM, da war ja mehr Zeit. Die Piloten waren sehr entspannt und sie bekamen viel Besuch, der von einer Stewardesse immer angekündigt wurde. Der Flug dauerte ca. …(ewig lange)
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4 Ausblick aus Flugzeug.JPG

Bevor wir uns aus dem Flughafen begeben konnten mussten wir am amerikanischen Zoll/Custom Service vorbei. So einen bös´ guckenden Mann hatte ich nicht erwartet und nach seinen vielen Fragen, die ich auch teilweise mit polnisch beantwortete(damals konnte ich noch polnisch denken und dann sprudelte mir nur so diese Fremdsprache heraus, wenn ich in anderer Fremdsprache etwas gefragt wurde), dachte ich schon der will mich wieder zurück schicken, so wie damals die Einwanderer auf Ellis Island. Er schaute mich etwas erstaunt an, heute muss ich darüber lachen. Dieses absolute eintauchen in die polnische Sprache, konnte ich nicht ausblenden und hatte fast bis zum Schluss unserer Reise damit Probleme. In Orlando erfuhren wir von unserem „Glück“, die Motorräder sollten erst in drei Tagen ankommen. Da gibt man sie eine Wochen vorher ab und dann das. Irgendwo in Orlando nahmen wir uns ein Hotel, da wir ja erst mal nicht fort kamen und den Jetlag überwinden wollten. Die Indianer sagen dazu,: Wenn du einen Tag geritten bist sollst du ruhen, dass deine Seele ,die du auf der schnellen Reise verloren hast ,wieder zu dir finden kann.
Das erste Frühstück am nächsten Morgen im MC Donald war ernüchternd, viel zu süße fettige Eierkuchen mit gebratenem Schinkenspeck und Ahornsirup waren echt nichts für mich, aber ich hab´s probiert. Das später immer wiederkehrende Wattebrot konnte ich allerdings nicht ausschlagen, denn es gab kein anderes zu kaufen. Auch die von mir erfreut gefundene „Polish Sausage“/polnische Wurst war leider keine Freude. Dieser labberige Brei hatte nun gar nichts mit den leckeren geräucherten Würsten in Polen zu tun. Selbst die schlechteste fettigste slaska /schlesische Wurst in Polen, war Welten besser, wie die probierten verschiedenen amerikanischen Sorten. Genug gemeckert, die Amerikaner lieben ihr Essen. Von den ehemaligen in Deutschland stationierten GI(Ursprung dieser Bezeichnung liegt in den verzinkten Mülleimern, die benutzt wurden-galvanized iron= verzinktes Eisen- ihr,(selbstverliebte Amerikaner) habt schon ein Schuss weg, oder?), die wir oft genug trafen, waren aber auch viele des Lobes für unsere Deutsche Küche. „Ey man du kommst aus LudwigsBurg, da war ich stationiert“. „Nee du, eigentlich komme ich aus LangenBernsdorf einem Dorf in Sachsen“, Spaß muss sein.
Wir einigten uns dann ein Auto zu mieten und die Zeit in Orlando sinnvoll zu verbringen. Das Auto war eine günstige Wahl und er nannte sich Neon oder Neo. So einen, wie später dann noch viele andere Autos, hatte ich noch nicht gesehen. Wenn ich da an die alten Damen und Herren in ihren „Oldsmobilen“ denke, typisch amerikanisch eben.
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5 Mietauto.JPG

Es wird nicht ganz so lange dauern bis zum nächsten Teil,habe schon was vorbereitet.
sequel follows...
Gruß
Rüdiger

-- Hinzugefügt: 30. Dezember 2017 02:03 --

Florida Part 2
Da ich Trickfilme von Disney mochte, war der Besuch in Disneyworld nicht die schlechteste Wahl für mich.
Jim Carrey, der damals noch am Anfang seiner Karriere(Ace Ventura-Ein tierischer Held) stand, stattete dem Disneypark in Orlando einen Besuch ab und seilte sich von diesem Haus ab, um anschließend mit den Zuschauern rum zu blödeln.
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Ich erinnere mich auch noch an die Indiana Jones Show, die mich als junger Kerl sehr beeindruckt hatte. Viel Theater mit tollen Stunts und Explosionen.
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In einer Ecke des Parks fraf ich auf zwei mir bekannte Figuren aus dem (damals noch gezeichnet) Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“. Der „Affenguru“ und „Timon“ waren schwer zu einem Foto zu bewegen, dauernd suchten sie in meinen Taschen nach Fressbaren, was ich nicht hatte.
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Ich weiß noch, dass wir wenig an den einzelnen Fahrgeschäften warten mussten(März!), bei Besuchen in Paris mit der Familie vergällte mir/uns das lange Warten(bis zu 1 Stunde und 15 Minuten) an den einzelnen Stationen den ganzen Besuch. Für den Rest meines Lebens möchte ich jetzt in so etwas nicht mehr rein. Damals, die DDR war noch nicht so lange tot, war das schon eine Attraktion für mich.
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Endlich war es so weit, wir konnten unsere „Bikes“ abholen. Wir waren noch einmal beim „Custom Service“/Zoll vorstellig und dann konnten wir sie rausfahren, nachdem ich Spiegel und Blinker wieder an ihren rechten Fleck zurück montiert hatte. Es war ein gutes Gefühl, nach der letzten eiskalten Reise, jetzt bei 25-30 Grad den bollernden V-Twin wieder unter sich zu spüren. Ab ging´s zum Hotel, die Sachen packen und einen günstigen Campground für unsere Reisekasse gesucht.
1 Transport der Motorräder 1.JPG

2 Transport der Motorräder 2.JPG


Wolfram und ich hatten, das System mit dem Trinkgeld noch nicht verstanden. Jeden Tag fehlten mir im Hotel diverse Süßwarenriegel, die ich am Bett liegengelassen habe. Ich „giftete“ schon Wolfram an, bis wir uns des Themas „Trinkgeld“ in unserem Reiseführer annahmen. Man lässt doch tatsächlich einen Prozentsatz am Bett liegen, für die schlecht bezahlten „Haussklaven“. Mich regte das auf, dass die ihre Angestellten nicht anständig bezahlten und diese dann auf das Trinkgeld des Gastes angewiesen waren. Wir ließen zum Abschluss noch ein paar Dollar Noten zurück(obwohl das Hotel wirklich nicht billig war, ca. 30 „Bucks“/Dollar pro Nacht und Person).Ich dachte mir aber doch, dass das nicht anständig sein kann, man nimmt doch nicht einfach etwas mit, auch oder gerade dann, wenn man in dem Hotel arbeitet. Abgehakt dachte ich.
Wir fanden in Orlando einen Campingplatz auf dem wir nicht pro Zelt, sondern für einen Platz bezahlten. Das war für uns auch neu, in Deutschland wird pro Zelt, Bike und Person abgerechnet. Hier schonte das ungemein die Urlaubskasse.
Als erstes kaufte sich Wolfram in einem riesigen Laden für amerikanische Boots ein paar hübsche Stiefel. Solche Dinger, wie sie die Cowboys tragen mit Sporen(wo zu?) und Metall besetzten Spitzen. Ein freundlicher Händler, der Wolfram einen guten Preis ohne Tax/Steuer machte und im Anschluss der Verhandlung die Steuer berechnete, war der Besitzer des Ladens.
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Da meine alte Jeans Weste aus DDR-Tagen verschlissen war, suchte ich natürlich noch eine passende „Kutte“. In diesen „Heiligen Hallen“(hat nichts mit "trabbimotorrad", der hat seine eigenen "Heiligen Hallen",zu tun), bin ich dann fündig geworden, leider nur mit Ärmel die ich entfernen musste. Meinen in Köln gekauften Adler habe ich am selben Tag noch aufgenäht.,Nähzeug hatte ich immer dabei, bin doch ein echt cooler Biker, oder?
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Ich beschaute Wolframs neue Schuhe und fand auch Gefallen daran, also fuhr ich am nächsten Tag wieder in den Laden und der Händler erkannte mich vom Vortag. Er kam aus dem Loben für mein „nice jacket“ mit dem „ beautiful eagle“ gar nicht mehr raus, bis ich ihm sagte, ich wolle auch so ein paar Stiefel. Jetzt musste ich ihn noch an den gestrigen Preis erinnern und er nickte mir abwägend und zustimmend zu. Er ging die Stiefel noch mal weiten, denn die saßen etwas straff, dann war auch ich glücklicher Besitzer echter amerikanischer Stiefel(vielleicht in Südamerika hergestellt?).
So, für heute mal Schluss, der nächste Teil ist auch schon vorbereitet. Morgen geht es weiter.
Guten Schlaf und gute Nacht
wünscht
Rüdiger

-- Hinzugefügt: 30. Dezember 2017 02:48 --

Tut mir bitte den Gefallen und schreibt nach jedem Beitrag von mir hier etwas .Egal was .Nach so einer Antwort von euch ,habe ich gemerkt,kann ich meinen neuen Beitrag ohne Probleme hochladen.
Ohne euren Beitrag läuft das so :
Wenn ich meinen letzten Beitrag anklicke(also "Antworten" drücke),um fort zu fahren und neu zu berichten, vermengen sich die Bilder vom vorherigen und neuem Beitrag und ich muss den ganzen Schei.. noch mal neu ordnen. Keine Ahnung warum, ich dachte ich bin hier der "Herr der Ringe",quatsch der Dinge,aber so ist es leider nicht. Bei der Vorschau ist von der Vermengung der Bilder auch nichts zu erkennen.
Vielleicht klärt mich doch noch einer von den "Adis" auf.
Bis denne und danke dafür
Rüdiger
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 31. Dezember 2017 13:14

Florida-Part 3
Als nächstes sollte es aber nun wirklich in das 90 Kilometer entfernte Daytona gehen, die Eröffnung hatten wir ja nun schon verpasst, aber der Spaß ging ja noch eine ganze Woche(Bikeweek nannte sich das doch).
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11 Chopper.JPG

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So was hatte ich noch nicht gesehen, die Mainstreet/Hauptstraße von Daytona gehörte nur den Harley`s. Ein ständiges V2 Rumoren und Gedonner lag in der Luft, wir hatten Not einen freien Platz zum Parken zu finden. An den Straßenrändern säumten sich unzählige Verkaufsstände, Showrooms, und Dienstleister für die Marke Harley Davidson aneinander.
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Die Mainstreet war vierspurig mit einem trennenden Grünstreifen in der Mitte. Die Biker kosteten ihr „Massenhaftigkeit“ aus und „röhrten“ die Straße auf und ab.
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Da war der Boss Hoss Stand, wo ich dieses in verschiedenen Zeitschriften gesehene Motorrad das erste Mal in Natura sah. O.K. gerade aus zu fahren ist wohl kein Problem, aber um die Kurve sieht das wahrscheinlich anders aus.
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Es gab alles, „Ratten“ und die Bikes von Arlen Ness, den ich auch nur aus der Zeitung kannte. Seine 70.000,-DM oder waren es Dollar Motorräder wollte ich nicht fahren, aber beeindruckend sahen die schon aus.
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Tja das Kleingedruckte habe ich damals nicht gelesen und mich gewundert warum nichts passierte ;D . Überhaupt waren die Amerikanerinnen nicht im Geringsten so freizügig, wie ich das in diversen Motorradmagazinen immer sehen konnte. Ich ging damals wirklich in der Annahme da hin, dass die Damen nichts anderes zu tun hatten, als um uns Männern ihre „schönsten Seiten“ auf diesem Treffen zu zeigen.
IMG_1933.JPG

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2015-10-25_120.JPG

:oops: :oops: :oops: :oops: :oops: :oops:

Die Menschen waren hier, wie auch schon vorher riesig nett. Überall hieß es: „…natürlich gerne, kein Problem“ oder „danke, du bist willkommen/gern wiedergesehen“. So verabschiedete sich auch das Mädchen von mir. Ich merkte, dass ich mich in einer anderen Kultur wie der unseren befand.
Daytona Beach war der einzige Strand in meinem Leben, den ich mit einem Motorrad befuhr. Es ließ sich vorzüglich fahren, der Sand war fest. So was geht eben nur bei den Amerikanern. Es wunderte mich trotzdem.
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9 Daytonabeach.JPG

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Gegen den späten Nachmittag, ging es, wohl durch einen Tipp, oder Wolfram hatte es gelesen, zur größten Bikerkneipe in Daytona dem „Crazy Horse Saloon“. Zwei bekiffte oder betrunkene Biker näherten sich meinem Motorrad. Die staunten nicht schlecht über die Technik meiner verlängerten Telegabel. In den USA sägt man den Lenkkopf ab und schweißt ihn im gewünschten Winkel wieder an. Meine Maschine bekam einen neuen unteren weiter vorstehenden Lenkkopfkit der die langen Tauchrohre möglich machte. Mit abtrennen und anschweißen, geht es in Deutschland nicht. Zu voll, oder zu fertig sich mit mir zu unterhalten, rief der eine noch „fuck…“ und die beiden torkelten davon. Wolfram war 2016 mit seiner Familie noch ein mal in Daytona, er hatte sein Nummernschild „WDA WJ 69 .“ und einige Fotos von 1996 mit im Gepäck, die hängen heute im „Crazy Horse Saloon“ und künden ,neben vielen anderen Nummernschildern, vom Anfang unserer langen Reise .
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Ich hoffe hier bekommt niemand die "Augenkrätze" wegen der tollen Bildqualität :usa: .
So, nun schicke ich das mal ab und schau was passiert mit den Bildern.
Vielleicht habt ihr es bemerkt, beim zweiten Schub Bilder war wieder alles durcheinander.

Gruß
Rüdiger
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Zuletzt geändert von ETS-Fan am 3. Februar 2018 01:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Anno 1996

Beitragvon der-Schrauber » 3. Januar 2018 09:19

Schön geschrieben, macht Lust auf mehr!

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Re: Anno 1996

Beitragvon surfedgar » 3. Januar 2018 11:14

Toller Bericht und anschauliche Erklärungen.
Das mit der Fotoqualität kenne ich auch. Ich hab vor ein paar Jahren auch alle meine Dias eingescannt, das Ergebnis war ähnlich. Aber wir sind halt nur Laien und besitzen nicht das know how und die technischen Möglichkeiten von Foto-Profis.
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Berichts.

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 6. Januar 2018 03:49

Florida-Part 4
Das ist nett ,wenn ihr so einen kleinen Beitrag schreibt,dann kann ich ganz entspannt an die Fortführung gehen ohne dass ich mich nachher eine Stunde mit Bilder ordnen beschäftigen muss.
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Es sollte und musste weitergehen, am nächsten Tag packten wir unsere Sachen und fuhren von Orlando 400 Kilometer südlich auf den Highway`s 441,98 und 27 nach Homestead. Das Wetter schenkte uns reichlich Sonne und die Fahrt konnte man genießen. Wir fanden auch da einen Campground für unsere Zelte und einigten uns am nächsten Tag getrennte Wege zu fahren.
Wolfram wollte mit Kathrin in das nicht weit entfernte „Seaquarium“ in Miami und mir lag nichts an der Stadt, darum wollte ich in den „Everglades National Park“, der hinter den Toren Homstead´s seinen Anfang nahm.
Was heißt hier " einigten uns ",ich hatte keinen Bock mir für 50,00 Dollar eingesperrte Tiere an zu sehen,aber war das in den Everglades anders ?
23A Stadtansicht Miami.JPG

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Ich zog mich nur leicht an, da das Wetter feucht und heiß war. Je südlicher wir kamen, um so wärmer wurde es, die Vegetation wurde tropischer. Ich zuckelte am nächsten Tag in aller Gemütlichkeit in den National Park, ließ die Sonne ihre Arbeit verrichten und las die Reklameschilder am Straßenrand. Ich parkte dann an der menschenleeren Straße, schaute mir mein Motorrad an, die tropischen Wälder, die Palmen und war echt glücklich hier sein zu können und das so zu erleben. Nur, dass meine Freundin dieses Erlebnis nicht mit mir teilen konnte, machte mich traurig. Später, nach dem sie Schilderungen unserer Reise gehört hatte, sagte sie mir, sie sei froh nicht mit gefahren zu sein.
Ja, so eine Krokodilfarm wollte ich mir einmal ansehen und mit dem Schnellboot durch die Sümpfe fahren, obwohl ,bei dem Krach den das Boot machte, hatte ich so meine Bedenken, ob das gut für die Tiere sei. Im Sumpf, den Everglades selber, sah ich keine Krokodile, dafür hatte es aber eine reichhaltige Auswahl an allen Größen in der Farm. Die „Crocodil Dundys“ spielten mit den Tieren, als ob die nicht zubeißen könnten.
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In den Everglades gibt es so wohl, als auch Krokodile und Alligatoren,ich habe nämlich schon überlegt ,wie heißen diese Kaimane :nein: eigentlich.
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Zum Motorrad fahren war es mir irgend wie zu heiß geworden,die paar Sachen am Leib klebten auch während der Fahrt,meine Schuhe qualmten bereits (Springerstiefel der Bundeswehr). 35 Grad waren hier ganz anders zu spüren. Dies war wirklich kein "Zuckerschlecken",gerne wäre ich in der "gemäßigten Klimazone"unterwegs gewesen.Es war nicht so die Wärme,die mich störte,nein die Luftfeuchte war mir einfach zu hoch.
Respekt vor den Entdeckern der "Neuen Welt".Die sind Monate und Jahre in dieser Gegend ,mit kartographieren unterwegs gewesen und am Ende sogar gestorben.Das Sumpfboot wollte ich aber doch noch "besteigen" und nach der Geschwindigkeit ging es dann auch wieder.
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17 Speedboot.JPG

18 Blick in die Everglades.JPG

21 Alligatoren.JPG

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Ich meine dieses schwarze Federvieh im Hintergrund!!!
Aufgefallen ist mir ,dass unsere Motorräder anfingen zu rosten.Kein Scheiß .Die Salzhaltigkeit der Luft forderte ihren Tribut.
Auf dem Daytona -Treffen sagte man uns ,wenn du eine gebrauchte Harley kaufen willst,dann niemals eine von der Ostküste.
Wir waren nicht mal ne Woche hier und ich musste schon putzen ! Das gefiel mir gar nicht.Ich hatte damals noch einen Säure Akku verbaut,auch da musste ich wegen des destillierten Wassers schauen.Am Anfang musste ich 2-3 mal nachfüllen,später im Innland haben wir nicht mehr schauen müssen und es einfach vergessen.
Danke wenn hier wieder ein fremder Kommentar steht.
Gruß
Rüdiger
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Zuletzt geändert von ETS-Fan am 3. Februar 2018 01:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 6. Januar 2018 03:49

Florida-Part 4
Das ist nett ,wenn ihr so einen kleinen Beitrag schreibt,dann kann ich ganz entspannt an die Fortführung gehen ohne dass ich mich nachher eine Stunde mit Bilder ordnen beschäftigen muss.
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Es sollte und musste weitergehen, am nächsten Tag packten wir unsere Sachen und fuhren von Orlando 400 Kilometer südlich auf der Highway 441,98 und 27 nach Homestead. Das Wetter schenkte uns reichlich Sonne und die Fahrt konnte man genießen. Wir fanden auch da einen Campground für unsere Zelte und einigten uns am nächsten Tag getrennte Wege zu fahren.
Wolfram wollte mit Kathrin in das nicht weit entfernte „Seaquarium“ in Miami und mir lag nichts an der Stadt, darum wollte ich in den „Everglades National Park“, der hinter den Toren Homstead´s seinen Anfang nahm.
Was heißt hier " einigten uns ",ich hatte keinen Bock mir für 50,00 Dollar eingesperrte Tiere an zu sehen,aber war das in den Everglades anders ?
23A Stadtansicht Miami.JPG

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Ich zog mich nur leicht an, da das Wetter feucht und heiß war. Je südlicher wir kamen, um so wärmer wurde es, die Vegetation wurde tropischer. Ich zuckelte am nächsten Tag in aller Gemütlichkeit in den National Park, ließ die Sonne ihre Arbeit verrichten und las die Reklameschilder am Straßenrand. Ich parkte dann an der menschenleeren Straße, schaute mir mein Motorrad an, die tropischen Wälder, die Palmen und war echt glücklich hier sein zu können und das so zu erleben. Nur, dass meine Freundin dieses Erlebnis nicht mit mir teilen konnte, machte mich traurig. Später, nach dem sie Schilderungen unserer Reise gehört hatte, sagte sie mir, sie sei froh nicht mit gefahren zu sein.
Ja, so eine Krokodilfarm wollte ich mir einmal ansehen und mit dem Schnellboot durch die Sümpfe fahren, obwohl ,bei dem Krach den das Boot machte, hatte ich so meine Bedenken, ob das gut für die Tiere sei. Im Sumpf, den Everglades selber, sah ich keine Krokodile, dafür hatte es aber eine reichhaltige Auswahl an allen Größen in der Farm. Die „Crocodil Dundys“ spielten mit den Tieren, als ob die nicht zubeißen könnten.
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In den Everglades gibt es so wohl, als auch Krokodile und Alligatoren,ich habe nämlich schon überlegt ,wie heißen diese Kaimane :nein: eigentlich.
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Zum Motorrad fahren war es mir irgend wie zu heiß geworden,die paar Sachen am Leib klebten auch während der Fahrt,meine Schuhe qualmten bereits (Springerstiefel der Bundeswehr). 35 Grad waren hier ganz anders zu spüren. Dies war wirklich kein "Zuckerschlecken",gerne wäre ich in der "gemäßigten Klimazone"unterwegs gewesen.Es war nicht so die Wärme,die mich störte,nein die Luftfeuchte war mir einfach zu hoch.
Respekt vor den Entdeckern der "Neuen Welt".Die sind Monate und Jahre in dieser Gegend ,mit kartographieren unterwegs gewesen und am Ende sogar gestorben.Das Sumpfboot wollte ich aber doch noch "besteigen" und nach der Geschwindigkeit ging es dann auch wieder.
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18 Blick in die Everglades.JPG

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Ich meine dieses schwarze Federvieh im Hintergrund!!!
Aufgefallen ist mir ,dass unsere Motorräder anfingen zu rosten.Kein Scheiß .Die Salzhaltigkeit der Luft forderte ihren Tribut.
Auf dem Daytona -Treffen sagte man uns ,wenn du eine gebrauchte Harley kaufen willst,dann niemals eine von der Ostküste.
Wir waren nicht mal ne Woche hier und ich musste schon putzen ! Das gefiel mir gar nicht.Ich hatte damals noch einen Säure Akku verbaut,auch da musste ich wegen des destillierten Wassers schauen.Am Anfang musste ich 2-3 mal nachfüllen,später im Innland haben wir nicht mehr schauen müssen und es einfach vergessen.
Danke wenn hier wieder ein fremder Kommentar steht.
Gruß
Rüdiger
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Re: Anno 1996

Beitragvon Lausi » 6. Januar 2018 07:40

Hallo Rüdiger,
Dein Reisebericht macht Lust auf mehr, vielen Dank für die tollen Fotos!

Freundliche Grüße,
/Christian
"Nichts ist besser als ein guter Freund, außer einem Freund mit Schokolade." (Charles Dickens)

"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste." (Oswald Dreyer-Eimbcke (*1923), dt. Kaufmann)

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Ehemalige:
MZ ES 250/2 A, Bj. ~1970, von 1985-1986
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Re: Anno 1996

Beitragvon driver_2 » 6. Januar 2018 13:20

ETS-Fan hat geschrieben:Florida-Part 4
Das ist nett ,wenn ihr so einen kleinen Beitrag schreibt,dann kann ich ganz entspannt an die Fortführung gehen ohne dass ich mich nachher eine Stunde mit Bilder ordnen beschäftigen muss.


Dein neuer Beitrag zählt erst nach 24 Stunden als neuer Beitrag oder nach dem jemand geantwortet hat. So wird es für jemanden schwieriger Beiträge zu sammeln, um etwa in den Kleinanzeigen etwas anzubieten.
Und nun darfst du weiter berichten.... :-)

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 6. Januar 2018 13:40

Endlich die erhoffte Antwort,danke ich halte mich daran. :P
Bin ich beim letzten Beitrag ein zweites mal auf "Absenden" gekommen? Löschen/Ändern geht nicht ,dann würde der Beitrag mit den Bildern auch verschwinden und ich müsste ein zweites mal anfangen.Egal er nimmt jetzt nicht so viel Platz weg.
Gruß
Rüdiger

-- Hinzugefügt: 7. Januar 2018 03:01 --

Lausi hat geschrieben:Hallo Rüdiger,
Dein Reisebericht macht Lust auf mehr, vielen Dank für die tollen Fotos!

Freundliche Grüße,
/Christian

Also,ein bisschen Realismus wünsche ich mir schon .Erwähnt bitte niemals die "tollen Fotos".Ist eben nur alter Kram von Anno 1996 :lach: :lach: :lach:
trotzdem danke ...

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 9. Januar 2018 19:38

Florida-Part 5 und Ende
Andern Tags hatten wir geplant, die südöstlichste Spitze der USA anzufahren, das Ziel hieß Key West. Es war eine imposante Fahrt, das Wetter enttäuschte nicht und wir hatten eine, über unzählbare Brücken, einmalige Fahrt „durch das Meer“. Bevor es auf die Brücken ging machten wir noch eine Pause an einer der vielen Harley Werkstätten. Neugierig schaute ich und plante was ich für meinen Chopper noch gern verbaut hätte.
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Nach 200 Kilometern von Homstead bis Key West war es mittlerweile so heiß geworden, dass wir unbedingt an den Strand mussten. Ca. 40 Grad war jetzt für uns Fahrer nicht mehr so prickelnd. Doch lieber so, als das was später noch folgen sollte.
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Gegen Abend kehrten wir auf unseren Camping zurück, zischten noch einige Bud´s light, schliefen den Schlaf der Gerechten, um am Morgen die Reise in den Norden anzutreten.
Am 08.03.1996 ging es dann am Morgen in das 370 Kilometer entfernte Sarasota. Wir wollten uns hier eigentlich nichts ansehen, aber nach ca. 400 Km sollte eine Tagesetappe bei uns enden.Hier fanden wir auch einen Zeltplatz und am nächsten Tag ,auf dem Weg nach Lake City fuhren wir durch ein waldiges und feuchtes Land. Neben der Straße, nach der Überquerung eines kleinen Baches lag das Dorf eines Seminolen Stammes. Die waren wohl alle auf der Jagd, so sah das zumindest aus. Es war ein Museumsdorf, allerdings so gut hergerichtet, dass man denken konnte die Indianer kommen gleich wieder. Von diesem Dorf habe ich leider keine Bilder gemacht.
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Der Tag endete wieder nach 400 gefahrenen Kilometern .Wir fuhren durch Tampa, ließen im Osten Orlando hinter uns und merkten wie die Strahlen der Sonne nicht mehr durch die Wolken stießen. Der Himmel war bedeckt und trübe, die Temperaturen lagen bei ca. 10 Grad. Alles aber kein Grund zur Besorgnis.
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Bemerkt hatte ich, dass es plötzlich keine Biker mehr gab. Die letzten sah ich auf unserer Fahrt von Key West nach Homestead. Irgendwo in Texas konnten wir dann noch einmal hunderte von Harley-Fahrern uns entgegen kommend sehen, sicher gab es da ein Bikertreffen in der Nähe. Ansonsten war es das mit Motorrädern, abgesehen von den Harley-Händlern die wir anfuhren, da ich anfing die verschieden schön gestalteten Visitenkarten zu sammeln(ja ja, des kleinen Mannes Sonnenschein...) :) .
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Auf dem Zeltplatz im Speckgürtel von Lake City begrüßte uns die Besitzerin mit erstauntem Blick. Woher wir denn kommen und wohin es ginge fragte sie uns. Ihre Tochter neben ihr stieß einen überraschten Seufzer aus, "durch die ganzen Staaten ,bis nach San Francisco wollt ihr" ? Sie wäre am liebsten mit gekommen.
Da haben sie ihr schönes weites Land vor den Füßen liegen und schaffen es nicht, warum auch immer(Arbeit/Familie/Geld),es zu bereisen.
Am Morgen des 10.März 1996,ich hatte fürchterlich geschlafen und meine Füße waren eiskalt, wäre die Tochter der Zeltplatzbesitzerin sicher nicht mit uns gefahren. Wir hatten einen völlig bewölkten Himmel und es war in der Nacht sehr kalt geworden. Wie kalt, weiß ich nicht mehr, aber an meiner Wasserflasche erkannte ich ,es war sehr kalt. Das Wasser war nur noch Eis. Für Wolfram und Kathrin ging es damals ja noch ,sie konnten sich gegenseitig wärmen, ich holte mir im nächsten Harley-Laden eine Decke. Schön was? :wink:
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Unsere Campingausrüstung/Schlafsäcke waren für diese Temperaturen nicht geeignet. Ich stopfte mir auf der weiteren Reise, diese Decke in den Schlafsack und von da an fror ich auch nicht mehr.
Im geheizten Waschraum des Zeltplatzes wärmten wir uns bei einem Kaffee und einer heißen Dusche wieder auf(ich nicht, hab immer nur kalt geduscht, aber da, hab ich mich überhaupt gewaschen?).
Meine Güte wir wollten doch noch bis nach Chicago und dort die alte Highway 66 unter die Räder nehmen. Heute sollten es wieder 500 Km bis Pensacola werden. Nach New Orleans wollten wir und dann waren es noch sicher 2500 bis 3000 Km nach Chicago. Auf geht’s auch wenn es jetzt anfing zu schneien. Ganz langsam schwebten die winzigen Flocken herab und ich beobachtete die Straße. Ein Glück, es war zu wenig Schnee der da fiel, die Straße blieb trocken. Aber kalt blieb es auch und wir schlüpften in unsere Regenkombis um wenigstens den kalten Wind abzuwehren.
Beim zwischenzeitlichen Tanken sprach mich ein Mann an, "nice bikes" sagte er, schöne Motorräder habt ihr da, er meinte noch das es um diese Jahreszeit noch nie so kalt gewesen ist ,wie in diesem Jahr 96. Übrigens, fast jeder Amerikaner der mit uns ins Gespräch kam, begann mit den Worten "nice bikes". Es war der Standartsatz um eine kleine Unterhaltung zu beginnen.
Dieses Bild zeigt den Gemütszustand meines Bruders. Ich war ja gewöhnt lange zu fahren und auch hunderte von Kilometern im Regen (das hat mir auch keinen Spaß gemacht). Was will man den machen, es ist Wochenende und die Freundin wartet 900 später 500 Km entfernt von einem. Autoführerschein hatte ich noch keinen, also war es immer wieder das Motorrad welches mich zum Ziel brachte. Bis in den November, wenn es das Wetter zuließ, nutzte ich die Harley. Einmal bei Blitzeis ging es dann nur noch auf dem unbefestigten Seitenstreifen weiter. Sieben Autounfälle habe ich bis Posen/PL gezählt, so was nennt sich wohl Glück , oder angepasste Fahrweise. An diesem einen Tag nach Pensacola hat es zwischen uns kräftig gewittert, Wolfram war von den langen Tagesreisen, aber sicher auch vom Wetter völlig entnervt. Nach dem Gewitter kommt aber auch immer wieder Sonnenschein.
2015-10-25_245.JPG

Auf dem Weg zur letzten Stadt in Florida kam es dazu, dass wir doch noch einen Mopedfahrer trafen. Er grüßte uns und ich staunte nicht schlecht, als ich sein Nummernschild bei seinem Überholmanöver sah. Keine amerikanischen Biker zu sehen, aber ein Typ aus Leipzig stoppte vor uns und freute sich unsere Bekanntschaft zu machen. Ich nenne ihn mal "Mike", da ich mir nicht mehr sicher bin welchen Namen er hatte. Mike verbrachte eine lange Zeit in den USA, kaufte sich diese Electra Glide Classic hier und bot sich bei einer Harley Werkstatt als Hilfe an. Zu erst hat er da nur sauber gemacht, als er lange genug da war hat er auch in der Werkstatt an seinem eigenen Moped schrauben dürfen. Für einen, sicher nicht so hohen Lohn, reparierte er auch an den Motorrädern der Kunden, hat sie gereinigt u.s.w. . So hat er sich ein gutes Schrauberwissen über die Harley im Laufe der Zeit angeeignet und ein paar Dollar nebenbei verdient. Das war natürlich illegal, aber wo kein Kläger da kein Richter und die Jungs aus der Werkstatt haben ihm sicher nicht leichtfertig die Arbeiten übertragen.
Kurz entschlossen entschied er sich ein paar Kilometer mit uns zu fahren. Wir teilten uns ein Zimmer in einem Motel in der Nähe um Pensacola und am nächsten Tag fuhren wir gemeinsam in den Bundesstaat Alabama, genauer gesagt nach Mobile zum Schlachtschiff "USS Alabama".
IMG_2134.JPG

2015-11-08_108.JPG

2015-11-08_114.JPG

1 001.jpg

:ja: :lach:

Allerlei 001.jpg

So betrachtet finde ich es gut,dass ich das hier machen darf,es ist gegen das eigene Vergessen und in der Summe der Erlebnisse war es trotzdem schön,auch wenn uns das Wetter doch bis jetzt und später noch ganz schön derb mitspielte.
Dauert ein Weilchen bis zum nächsten Beitrag,dann kann sich aber auch nichts an Bildern vermischen :) .
Gruß
Rüdiger :usa:
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Re: Anno 1996

Beitragvon holger999 » 9. Januar 2018 19:42

...da geht es ja nur geradeaus :wink:

schöne Bilder... aber keine Kurven :versteck:

Gruß
Holger

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 9. Januar 2018 20:39

holger999 hat geschrieben:...da geht es ja nur geradeaus :wink:

schöne Bilder... aber keine Kurven :versteck:

Gruß
Holger

Das ist richtig, für viele ist es doch eine langweilige Sache nur gerade aus zu fahren.
Doch ich mag das,es sieht so aus als ob es kein Ende gibt, unendliche Freiheit eben ;D
Gruß
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Re: Anno 1996

Beitragvon allgäumz » 10. Januar 2018 05:24

Danke für´s einstellen :!:

Toller Bericht.
Bild Bild

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Re: Anno 1996

Beitragvon Marwin87 » 10. Januar 2018 06:31

Danke für deinen schönen Bericht :ja:
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Re: Anno 1996

Beitragvon Paula Koslowski » 10. Januar 2018 15:24

Sehr schöner Bericht. Ich mag die vielen Bilder und kleinen Anekdoten. 1996 war ich 15 Jahre alt. Aber die Fotoqualität kennt man noch von seinen eigenen Jugendbildern. Mach dir darüber keine Sorgen.

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Re: Anno 1996

Beitragvon Lausi » 10. Januar 2018 15:46

Hallo Rüdiger,
vielen Dank für Deinen Bericht!

/Christian

P.S. Wie ich gelesen habe, bist Du in der Zwischenzeit nochmals in den USA gewesen?
"Nichts ist besser als ein guter Freund, außer einem Freund mit Schokolade." (Charles Dickens)

"Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste." (Oswald Dreyer-Eimbcke (*1923), dt. Kaufmann)

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MZ ETZ 250, Bj. 1986, von 1989-1990
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 10. Januar 2018 18:05

Paula Koslowski hat geschrieben:Sehr schöner Bericht. Ich mag die vielen Bilder und kleinen Anekdoten. 1996 war ich 15 Jahre alt. Aber die Fotoqualität kennt man noch von seinen eigenen Jugendbildern. Mach dir darüber keine Sorgen.

Ich hatte es ja an gekündigt,dass die Bilder schlechterer Qualität sind,anderseits würde ich sagen die haben doch den Flair der Zeit. :D
"Lausi", ich war nicht wieder drüben,aber wenn die Kinder groß sind soll es noch mal in den Norden der USA gehen,da ist es ja auch viel schöner.Zeit -und Wetterbedingt sind wir nur im "warmen" Süden unterwegs gewesen.
Schön das es euch trotzdem gefällt.
Gruß
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Re: Anno 1996

Beitragvon bk350 » 10. Januar 2018 19:44

also ich fahre ne fxstc bj88 und kann über den evo nicht jammern. seit kauf hab ich endlich letztes jahr mal nen ölwechsel gemacht (3 jahre glaub ich) abgesehen von abfallenden schrauben oder gebrochenen tankhalterungen alles schick
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Re: Anno 1996

Beitragvon Egon Damm » 10. Januar 2018 20:07

holger999 hat geschrieben:...da geht es ja nur geradeaus :wink:

schöne Bilder... aber keine Kurven :versteck:

Gruß
Holger


ja Holger so ist es. Aber mit so einem Eisenteil mal ne schnelle Runde auf der Isle of man (da kennste
ja jede Kurve) musste erstmal bringen. :D Haste für 2018 schon gebucht ? Dann kümmere dich bei
Zeiten um so ein Eisenteil :mrgreen:
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 10. Januar 2018 21:17

Für BK 350:
Über den Motor habe ich auch nie negativ berichtet,das Problem sind die Lima, Regler und das Getriebe gewesen.Die Zahnräder des Getriebes hatten zum Beispiel zu wenig Zähne,was sie sehr anfällig für Ausbrüche machte,das hat man zwar geändert,aber ich war der ,der es erstmal bezahlen musste.Zwei Getriebereparaturen für 5000,00 DM sind einfach zu viel.Wenn man dann manches Jahr 30000 km gefahren ist und am Ende die Rechnung bezahlen muss,dann habe ich einfach gemerkt,das Motorrad ist schlecht ,also für mich zu teuer.
Wenn deine Fxstc nicht kaputt geht, schön für dich.Mein Bruder fährt wenig,aber jedes Jahr ist was dran.
Gruß
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Re: Anno 1996

Beitragvon Egon Damm » 10. Januar 2018 23:36

ich habe mich eindeutich zweideutich ausgedrückt. Ich sage mal im Klartext........Holger 999 ist ein erfahrener
Inselrenner. Gibt den mal eine HD mit so einer Straßenwalze unter den Hintern. Klar, er ist ein Kurvenräuber.
Ob er es schafft mit...................warten wir es ab.
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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 10. Januar 2018 23:52

Egon Damm hat geschrieben:ich habe mich eindeutich zweideutich ausgedrückt. Ich sage mal im Klartext........Holger 999 ist ein erfahrener
Inselrenner. Gibt den mal eine HD mit so einer Straßenwalze unter den Hintern. Klar, er ist ein Kurvenräuber.
Ob er es schafft mit...................warten wir es ab.

Da würde ich ihm aber gleich ne Boss Hoss geben,Egon.Wenn schon ,denn schon. :twisted:

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 11. Februar 2018 03:43

Pensacola/Florida bis St.Louis/Missouri
Part 1
Am Morgen des 11.03. packten wir unser weniges Gepäck in die Satteltaschen und Gepäckrollen der Motorräder , um uns in Richtung Mobile/Alabama und weiter nach Biloxi/Mississippi auf zu machen. Mike wollte mit uns noch die Tour bis Mobile machen ,um sich dann allein auf die Reise zu begeben. Er hatte nur noch ein bis zwei Wochen vor sich, bis er wieder in Leipzig landete und wo er noch hin wollte, wer weiß ... . Es gab hier in der Bucht von Mobile einen privaten Verein, der ehemaliges Kriegsgerät zur Schau stellte, unter anderem das 2. Weltkriegsschlachtschiff "USS Alabama". So recht angetan waren wir vier vom Heroismus der Amerikaner nicht, aber Mobile lag auf dem Weg nach New Orleans und darum nahmen wir diese Attraktion mit. Das Schiff diente schon mal in einem diversen,nicht erwähnenswerten Film als Motiv. Wer mehr wissen möchte,kann gerne hier lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/USS_Alabama_(BB-60)


IMG_1909.JPG

29 Schlachtschiff Alabama.JPG

29A Schlachtschiff Alabama.JPG

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Nach dem Besuch des "Kriegsmuseums" verabschiedeten wir uns herzlich von Mike und jeder fuhr seiner Wege.Mike musste noch die Heimreise seiner Harley organisieren und auf uns wartete noch der ganze weite Westen.
Wir beendeten den Tag jeder auf seine Weise.Wolfram und Kathrin nahmen sich irgendwo nach Mobile ein Motel und ich hatte einen Staatspark mit Campingplatz an der Straße gefunden. Es gab sogar so etwas wie einen Ranger der mich auch nett begrüßte.Er zeigte mir die Waschräume und meinte ich kann mir einen Platz aus suchen wo ich will, da ich der einzige Camper zu dieser Jahreszeit war.Er kassierte noch 1,75 Dollar(!) für die Übernachtung und meinte noch,dass das Licht in den Waschräumen nicht eingeschaltet werden konnte,dann verabschiedete er sich.Der Park lag in einem Wald und ich war für mich allein.Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte und es dunkel wurde verkroch ich mich in mein Zelt. Es war still auf dem Platz ,eine laute Stille und ich hatte Mühe einzuschlafen.
Aus meinem leichten Schlaf wurde ich plötzlich, durch lautes Rascheln im Wald geholt.Wer konnte das sein,es war stockdunkel.Waren das die berüchtigten amerikanischen Südstaatenzombies des Bürgerkrieges die sich ein leichtes Fressen holen wollten :surprised: :) ?Das Geräusch kam immer näher und ich musste aus dem Zelt,um nicht überrumpelt zu werden.Ich sprang unter lauten Rufen zum Motorrad und schaltete den Scheinwerfer ein,der geradewegs in die maskierte Visage des "Banditen" schien. Der Ranger hatte mir noch diesen Zettel beim Gehen in die Hand gedrückt und auf die Waschbären hingewiesen.Dieses Tier hatte ich noch nie in Natura gesehen,meiner hier war ein sehr großes Exemplar,wie mir damals schien. Er wollte nicht recht verschwinden und drehte sich nur im Gebüsch herum, bis ich ihn mit Stockwürfen überzeugen konnte zu gehen.Wahrscheinlich hatte ihn nur mein Essen in den Packtaschen angelockt, doch der Rest der Nacht war gelaufen.
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Am Morgen des 12.03. fuhr ich unausgeschlafen zum Motel meiner Mitreisenden und wir fuhren gemeinsam Richtung New Orleans/Louisiana.Auf den restlichen ca. 200 Km, fing irgend wann mein Auspuff zu vibrieren an.Während einer kleinen Fahrtunterbrechung kurz vor Biloxi/Mississippi musste ich feststellen,dass sich am "Schalldämpfer" eine Schraube verabschiedet hatte. Die Bezeichnung Schalldämpfer verdiente meine Abgasanlage leider nicht, denn das waren nur zwei schön verchromte Stahlrohre mit nichts darin.Bei Vollgas konnte man sich mit ihr das Rücklicht sparen,so funkte es heraus.Diesen Effekt durfte ich im Stand meiner faszinierten Nachbarschaft in Werdau vorführen,welche, schon im fortgeschrittenen Alter, diesen Höllenlärm mit Bewunderung aufnahmen.
Also fragten wir einige Passanten an einer Tankstelle,wo ich eine passende Schraube her bekommen könne. Es gab auch jemand ,der einen Harley-Laden in der kleinen Stadt Biloxi am Golf von Mexico wußte. Der Mann hatte sogar eine kleine Karte dabei und zeichnete mir den Händler ein.
IMG_2299.JPG

Wir fuhren dann die Straße am Golf in die Stadt hinein und hatten den Harley-Laden schnell in der Debuys Road gefunden. Dort warteten eine Cop-Staffel auf ihre Motorräder. So national "gesinnt" ist man nicht in jedem Bundesstaat,denn wir haben die Polizisten auch auf Honda fahren gesehen.
44 Memphis PD.JPG

In Biloxi sah ich dann auch die erste Buell,die heute mangels Nachfrage auch nicht mehr gebaut wird.
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Der Verkäufer meiner Schraube wollte ganz genau wissen,wo wir hin wollten und wünschte uns noch viel Glück auf der Reise.
Nachdem ich 0,70 Dollar für die Schraube bezahlt und den Auspuff wieder ordentlich befestigt hatte, ging es eine ganze Weile an der Golfküste entlang nach New Orleans.
Die vielen Villen im viktorianischen Baustil,welche das nahe Ufer säumten sahen verlassen aus. Sicher waren dies die Wochenendhäuser reicher Amerikaner. Ob die Häuser heute noch, nach dem Hurrikan Katrina,stehen würde mich interessieren. Allerdings waren diese aus Stein gebaut und nicht wie so oft aus Holz. Ein Kuriosum welches wir beobachteten,war der Transport des eigenen Holzhauses quer durch`s Land. Da hin wo man Arbeit fand ,nahm man kurzerhand sein Haus mit und stellte es in eine dafür vorgesehene Anlage mit Strom und Wasser.
Es wurde etwas wärmer auf dem Weg nach New Orleans, so dass wir im French Quarter(das französische Viertel-eine Touristenatraktion) und bei einer Hafenrundfahrt auf einem klassischen Steam Boat,wobei der"Steam"fehlte, etwas leichter bekleidet dies genießen durften.
"New Orleans und sein French Quarter sind einer der wenigen Orte in den Vereinigten Staaten, wo der Besitz und der Konsum von Alkohol in offenen Gefäßen auf der Straße erlaubt ist." :rolleyes:
IMG_1910.JPG

1280px-Pontalba.jpg

1280px-JaxSquareBandIdesMarch.jpg

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Ein weiteres Ausflugsziel war der Main Tower der Stadt,so etwas wie das höchste Haus der Stadt. Von hier oben hatten wir den besten Blick auf den Hafen mit "unserem Boot" und der Großstadt.
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2015-10-25_199.JPG

Wieder unten angekommen wurden wir Zeugen einer Polizeiaktion. Dieser von der Polizei durchsuchte Delinquent musste breitbeinig und die Arme weit von sich gestreckt am Fahrzeug stehen,ja genau wie im Film. 8)
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Für heut soll es gut sein , ihr wisst ja wie es geht."Keks" drunter und ich setze fort. :ja:
Gruß
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Zuletzt geändert von ETS-Fan am 11. Februar 2018 12:08, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Anno 1996

Beitragvon Marwin87 » 11. Februar 2018 06:58

Weiter so :!: :ja:
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Re: Anno 1996

Beitragvon Nordlicht » 11. Februar 2018 07:36

gibs da auch Kurven :mrgreen: .....
Gruß Uwe.
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http://www.cbsevenfifty.de/add-ons/sant ... anta34.gif

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 11. Februar 2018 09:43

Nordlicht hat geschrieben:gibs da auch Kurven :mrgreen: .....

Ja nach 100 Meilen immer eine ;D

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 14. Februar 2018 02:48

Pensacola/Florida bis St.Louis/Missouri
Part 2

Die Nacht vom 12. auf den 13.03. wollten wir in Gulfport/Missisippi verbringen,denn um New Orleans hatten wir keinen Camping gefunden,also fuhren wir wieder ein ganzes Stück zurück,wobei wir uns aber in der Stadt verfuhren und zwei Straßenarbeiter nach dem Weg fragten.
IMG_2318.JPG

Sie erklärten ihn bereitwillig,aber mit erhobener Hand,abwinkend,bloß nicht durch "Niggertown" zu fahren.Sie wiederholten es so oft bis sie sahen,dass wir begriffen hatten.Natürlich sind wir dann geradewegs in das Viertel der schwarzen Amerikaner hinein gefahren.
Was soll ich sagen ,es wäre gelogen wenn ich hier schreiben würde es war alles O.K..Mir war schon mulmig zu Mute ,solche von Gott verlassenen Holzbaracken,an denen die Fetzen der Farbe herunter hingen,habe ich noch nicht gesehen. Auf den Treppen hockten überall die sicher arbeitslosen Bewohner der Hütten. Wir waren mit unseren Harleys die einzigen auf der Strasse und wurden teilnhamslos beobachtet.Wolfram rief mir an einer roten Ampel zu:"...scheiße,scheiße weg hier...".Es geschah aber auch nichts und darum hatten wir ein ganz normales Erlebnis.
Nach dem Hurrican Kathrina ist die Stadtverwaltung nicht bereit gewesen Geld zum Aufbau dieser Viertel bereit zu stellen.Rückkehrer mussten aus eigener Kraft ihre Hütten notdürftig wieder herrichten. Diese Stadt wollte sich so eines Problems entledigen,unwillig den ehemaligen schwarzen Einwohnern ihre Heimat wieder zu geben.
Mit den Straßenarbeitern war das aber auch der einzige rassistische(oder wollte man uns nur warnen?)Zwischenfall, den wir auf der Reise erlebten,nein ich sah in den Städten sogar viele Verbindungen von "schwarzen/weißen/braunen/gelben" Paaren und konnte es damals nicht recht glauben,dass die USA ein Rassenproblem hatten.
Sicher,es gab und gibt Brennpunkte, aber ob beim Zoll oder im Fastfood Restaurant , überall verschiedene Ethnien und es funktionierte. :)
Wir verließen Gulfport erst am 14.03.96 über Hammond nach Vicksburg.Einerseits war das Benzin zwar billig,anderseits mußten wir, aber auch die Amerikaner viel weitere Strecken zurück legen, um ans Ziel zu kommen.Der Liter Benzin kostete 1996 ca. 0,35 amerikanische Cent,eine Gallone mit 3,78 Litern hatte den Preis von 1,33 Dollar.Zum damaligen Kurs hat der Liter also 0,27 Euro gekostet.
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Es war bewölkt ,aber es regnete nicht.Das war die Hauptsache. So trudelten wir in Vicksburg gegen Mittag nach 400 km ein. Wir schlenderten nach dem Auffinden eines Zeltplatzes noch etwas durch die Stadt und besuchten das Coca Cola Museum.Hier in diesem Haus sollte sich einstmals eine Abfüllstation befunden haben. Vicksburg war mit seinen ca. 20.000 Einwohnern eine Stadt nach meinem Geschmack.Nicht so groß,etwas gemütlicher.
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Schon am 15.03. packten wir die Sachen und fuhren über den "National Military Park Mississippi" in den Norden ,genauer gesagt nach Memphis.
Ebenfalls im März,aber am 31. im Jahre 1863 bewegte der Unionsgeneral Grant seine Truppen aus einem Lager,welches sich 20 Meilen nordwestlich von Vicksburg befand, in den Süden der Stadt, an die Westseite des Flusses Mississippi. Hier sollten seine 8 Kanonenboote und 3 Versorgungsschiffe das Übersetzen der Truppen auf die Ostseite des Flusses bewerkstelligen.Nach der Schlacht bei Port Gibson und über eine selbige vor Raymond marschierten Grants Truppen auf die Stadt Jackson zu,die durch die Übermacht der Union genommen wurde.Eine weitere Schlacht wurde durch die Union bei Champion´s Hill zu ihren Gunsten entschieden. Der Rest der geflohenen Konförderierten lieferte sich noch ein Scharmützel an der Big Black River Bridge ,wo sie ebenfalls unterlagen. Nun war der Weg zum befestigten Vicksburg frei. Nach 6 Wochen der Belagerung am 04.07.1863 ergaben sich die Konförderierten und es war der Anfang vom Ende des Konförderierten Staates eingeläutet.
Vor lauter Schmach, wurde der 04.07.,der ja auch der Unabhängigkeitstag der USA ist von den Einwohnern Vicksburgs erst 100 Jahre später wieder gefeiert.
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Von da aus,wo sich die Verteidigungsschantzen der Konförderierten befanden hatte man einen geniale Ausblick auf den Mississippi River. Phatfinder oder eine Schulklasse bildeten sich an realen Orten in amerikanischer Geschichte . Ich hatte durch das Prospekt schon die Hoffnung unten am Mississippi ein gepanzertes Kanonenboot zu sehen,diese wurde mir aber nicht erfüllt. An gewissen Jubiläumstagen "spielen" hier "Geschichtsbegeisterte" die Schlachten um Vicksburg nach.
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Re: Anno 1996

Beitragvon jot » 15. Februar 2018 10:11

moin,

hihi, da war ich auch mal. Die hatten einen merkwürdigen Zweite Hand laden...

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 15. Februar 2018 11:40

Das ist aber die falsche Felgengröße für dein "Flacheisen" :D

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Re: Anno 1996

Beitragvon ETS-Fan » 31. März 2018 12:35

Pensacola/Florida bis St.Louis/Missouri
Part 3
und Ende
Vom Vicksburger National Museum fuhren wir am Nachmittag des 15.03. auf der Highway 61, 350 Km nach Memphis/Tennessee dem "Home of the Blues". Es war wieder empfindlich kühl auf dem Weg in den Norden geworden, als wir am späten Nachmittag in Memphis ankamen. Wir mussten ein Motel nehmen ,da Kathrin Fieber bekam und unmöglich im Zelt schlafen konnte. Es war schon tapfer wie sie die Kilometer mit uns abspulte, ohne zu murren. Als Sozia ist es ja doch recht eintönig ,man hat nichts zu tun. Heute würde aber auch sie so eine Reise nicht mehr machen, sagte sie mir.
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In einem Drug Store besorgten wir ihr fiebersenkende Medikamente und dann war Bettruhe für sie angeordnet.
Wolfram und ich nutzen die Zeit in der Kathrin genesen musste, um den T. O. Fuller Staats Park zu besuchen. Hier traf ich in einem nachgestalteten Indianerdorf meinen ersten realen Indianer. Allein in dem Museumsdorf, erklärte uns der vom Stamm der Choctaw (hörte sich aber an wie Choctow) abstammende Führer, dass er einer der wenigen seines Stammes sei, der außerhalb des Reservats lebte. Die Choctaw waren eine der fünf zivilisierten Indianer Nationen, sie nahmen europäische Eigenarten aus Selbstschutz an, was sie aber auch nicht vor der Einweisung ("Pfad der Tränen") in ein Reservat schützte.Wir fragten ihn ob wir ein Foto mit ihm machen dürfen , was er freundlich bejahte. Anschließend setzten wir uns in dem Museumsdorf noch selber in Pose.
Ein freundliches lächelndes Gesicht, ich war schwer beeindruckt. Von der Vorstellung , dass irgendwo in Amerika, außer bei Traditionsveranstaltungen, noch ein Indianer mit Federschmuck rumläuft, muss man wohl abrücken :lol: .
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Das Elvis Presley Auto Museum streiften wir nur am Rand, Autos erzeugten bei uns nicht so sehr Emotionen, das ist heute auch noch so und für damalige Verhältnisse waren 50,- Dollar nur für das Automuseum von Elvis sehr viel Geld. "Graceland" kostet heute 150 Dollar Eintritt und auch damals war es nicht wenig. Ein Fan darf das ruhig bezahlen, nur das waren wir nicht.
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Abschied von Memphis nahmen wir an der 1989 errichteten "Memphis Pyramid", einer Mehrzweckhalle für Sport und Kultur. Diese hatte man in Anlehnung an die ägyptischen Pyramiden gebaut.
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Hier trafen wir auch diesen"verrückten" Clown,der redete in einer Tour und freute sich für uns auf unsere Reise.
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Bevor es weiter nach St. Louis ging wollten wir in eine Landschaft ,die sich "land between the lakes" nannte. Zwischen den Seen Kentucky und Barkley gab es eine Landzunge auf der sich die größte öffentlich zu bestaunende Büffelherde des Ostens befand ,sowie Elche, wilde Truthüner, Weißkopfseeadler und andere Tiere. So was war, eher nach meinem Geschmack, als die Blechkisten von Elvis. Ein Naturschutzgebiet von 170.000 ha Hügellandschaft, wenn ich es richtig gelesen habe erstreckte sich zwischen den Seen. Dazu sind wir die Interstate 55 gen Norden und dann Richtung Paducah/Kentucky abgebogen. In Paducah kam uns ein einzelner Harley Fahrer entgegen, der uns mit unserem Gepäck verwundert musterte. Wir schauten wo man am besten ein Zimmer mieten konnte, da es auch hier wieder nur ein paar plus Grade gab und die Nächte wohl noch kälter werden konnten. Außerdem durften wir bei Kathrin kein erneutes Ausbrechen des Fiebers riskieren. Am Eingang des Naturschutzpark lag der kleine Ort Aurora und da gab es auch ein Motel, leider ohne HBO Empfang, was uns noch leid tun sollte.
Abends im Zimmer teilte der Wetterbericht des staatlichen Fernsehen mit, es wird Schneefall geben. Mit dieser Unsicherheit konnten wir nicht so ohne weiteres in den Norden nach Chicago fahren. Die Entfernung von Paducah betrug noch 600 km, so dass wir schon jetzt zweifelten dort hin zu kommen. Am nächsten Morgen schauten wir aus dem Fenster, aber der Himmel war nur leicht bewölkt und wir entschieden, die Büffeherde und die Elche zu suchen. Elche haben wir keine gefunden, aber die Buffalo´s.
Es war ein schönes Land, nur unsere zwei Motorräder verbreiteten hier Lärm, sonst war in dieser Jahreszeit keiner da. Im Sommer gab es hier Platz und Möglichkeit zum campen, fischen und wandern.
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Bei der Rückfahrt ging es dann aber los und wir erreichten noch rechtzeitig unsere Hütte, dicke Flocken von Schnee vielen herab und mir wurde das erste mal Angst und Bange. Es gab keine andere Möglichkeit, denn der Wetterbericht verhieß auch in der Zukunft nichts Gutes, wir änderten unseren Plan. Sobald es aufgehört hatte zu schneien und die Straßen trocken waren hieß unser Ziel St.Louis/Missouri. Von dort aus wollten wir dann in den wärmeren Süden und die Route 66 Richtung Kalifornien bis zu unserem Ziel San Francisco befahren. Trotz dass, in dem Park kaum eine Menschenseele war, fuhr der Schneepflug, doch es hörte nicht auf zu schneien.
Am Morgen des dritten Tages waren die Straßen, bis auf ein bisschen Nässe, wieder frei. Die Sonne schien und trocknete in Verlauf des Vormittags die Straßen. Jetzt hieß es wirklich weg, denn zwei Tage amerikanisches Grundversorgungs TV hatte uns mürbe gemacht. Zig mal die gleichen Nachrichten am Tag und zwei am Abend gezeigte Serien, die den ganzen Tag beworben wurden ließen mich zum Hershey´s - Fan werden. Ich holte mir das leckere Zeug aus einem kleinen Laden im Ort und hatte dadurch etwas Bewegung. Ich las aber, dass die Produzenten für diese Süßigkeit, mehr Zucker und weniger Kakao verwendeten, als wie herkömmliche europäische Produzenten.
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Es ging bei klaren aber frostigen Wetter 360 km in nordwestliche Richtung, am Mississippi entlang und meinem Vergaser schmeckte, wie auch schon vorher, die kalte Luft überhaupt nicht. Er verschluckte sich dauernd. Die Werksvergaser ließen sich für solche Temperaturen nicht optimal einstellen, Abhilfe so teilte man mir in Deutschland mit würde ein S&S Vergaser bringen. Ich kannte den Preis für die ruckelfreiere Fahrt und das bessere Startverhalten, darum behielt ich den Harley Vergaser.
Als dann die Stadt St. Louis in Sichtweite kam, konnten wir auch schon von weiten den „Torbogen in den Westen“ erkennen. Klar war es schade nicht dort die Route 66 starten zu können, wo sie ihren Anfang/Ende nahm, doch mit St. Louis und durch das „Gateway to the west“ konnte der Weg in den Westen der USA für uns auch beginnen. Wir hofften auch endlich wieder das lang ersehnte wärmere Wetter zu bekommen.
Von Chicago verlief die Route 66 ganze 3945 Km durch die USA bis nach Santa Monica/Kalifornien. Ich freute mich auf die jüngeren historischen Plätze entlang dieser Straße und hatte mich für jeden Bundesstaat mit einer Menge an Informationen eingedeckt.
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Schlimm für die Indianer dieser Ort,von hier wurde die Besiedelung des Westen´s vorangetrieben. Glückssucher,Vertriebene ,Hoffnungsfrohe und Träumer gierten nach Land und einem besseren Leben und nahmen die Vertreibung der Ureinwohner in Kauf.

Gruß
Rüdiger :usa:
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