Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Alles, was oben nicht passt.

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Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon blurredman » 24. August 2026 17:46

Ich versuche herauszufinden, warum das Motorrad bei niedriger Drehzahl und hoher Geschwindigkeit (z. B. bei Bergabfahrten) so stark ruckelt. Ich vermute Falschluft als Ursache und werde dem noch nachgehen.

Dabei kam mir auch die Frage nach der Gasgriffstellung in den Sinn – und genau darum geht es hier. Liege ich richtig mit der Annahme, dass es ungünstig ist, Gas zu geben, während das Motorrad bergab durch die Schwerkraft auf höhere Geschwindigkeiten (30, 40 mph oder mehr) beschleunigt wird? Könnte es sein, dass dem Verbrennungsprozess dann Öl und Benzin zur Schmierung fehlen? :?:
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon EmmasPapa » 24. August 2026 18:00

Falschluft könnte eine Ursache sein. Es kann aber auch eine zu hohe Leerlaufdrehzahl sein, ggf. in Verbindung mit zu magerer Leerlaufgemischeinstellung.

Und bergab bitte kein Gas geben, der Hahn wir geschlossen, ganz! Ein Schmierproblem gibt es nicht. Es ist zum einen genug Öl im Kurbelraum und über die Leerlaufdüse wird ordentlich Benzin-Öl-Gemisch angesagt, welches dann weiterschmiert.

Und versuche auch bergab zu niedrige Drehzahl zu vermeiden, schalte runter und hebe die Drehzahl an, am besten immer über 3.000 U/min. Einen gut eingestellten Motor kann man auch mal auf 2.500 und noch niedriger fallen lassen. Mit meinem TS-Gespann und der 251er geht das zur Zeit recht gut.
Grüße

Frank

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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon muffel » 24. August 2026 19:58

Fast hätte ich geschrieben: Gashahn ganz auf viel Schub, Hahn wenig auf, wenig Schub. 🙄🫣

Spaß beiseite, bergab Gas zu oder herunter schalten, wie EmmasPapa es schrieb.
Schlägt der Motor bei „Gas zu“ dann bitte die Vergasereinstellung überprüfen, speziell die Leerlaufdrehzahl. Diese sollte so niedrig wie möglich sein.
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon blurredman » 25. August 2026 10:16

Hallo, ja – entschuldigung, falls mein Text etwas seltsam klingt; ich benutze ein Übersetzungsprogramm, da Deutsch nicht meine Muttersprache ist.

Die Leerlaufdrehzahl liegt laut Handbuch bei etwa 1.200 U/min.

Aber noch einmal: Ich werde mich zwar um das Schwanken der Drehzahl kümmern, aber meine Hauptfrage ist, ob es bei hoher Geschwindigkeit ein Problem darstellt, den Gasgriff komplett zu schließen – EmmasPapa meint, das sei kein Problem.

Danke
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon muffel » 25. August 2026 10:52

Sorry, ich hatte nicht gesehen, dass Du aus Wales bist. Dein Text ist gut verständlich. Wenn es mit dem Übersetzungstool zu kompliziert ist, Du kannst auch Englisch schreiben, kein Problem.

Zu deiner Frage, beim Bergabfahren ist es kein Problem den Gasschieber geschlossen zu halten. Wie geschrieben, über die Leerlaufdüse wird dann genug Gemisch angesaugt.
Was Du machen könntest, prüfe bitte mit Bremsenreiniger ob es ein Problem mit Nebenluft gibt. Also Motor starten, im Leerlauf laufen lassen und dann mit Bremsenreiniger den Ansaugstutzen sowie den Vergaser einsprühen. Steigt die Drehzahl hast Du eine Fehlerstelle gefunden.
Weiterhin ist interessant, welches Motorradmodell ist es? Welcher Vergaser? Welche Düsen (speziell die Leerlaufdüse wäre interessant) sind im Vergaser eingebaut?

Viele Grüße

Uwe
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon blurredman » 27. August 2026 15:45

Whoops! Es ist wohl offensichtlich, dass ich völlig vergessen habe zu erwähnen, um welches Motorrad es eigentlich geht. Heh :roll: :lol: :unknown:
Ich bitte um Entschuldigung.

Ich spreche von meiner ES250/2 mit Standardbedüsung für einen „getunten“ Motor, originalem BVF-Vergaser 28N1-3 usw. Wenn ich also vom Schließen des Gasgriffs spreche, meine ich nicht nur, dass der Motor in den Leerlauf zurückfällt, sondern dass der Gasschieber die gesamte Zufuhr unterbindet – also Luft sowie das Öl-Benzin-Gemisch.
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon Galilool » 27. August 2026 16:23

That I don't quite understand. You're just closing the throttle, correct? The carb slide closes, so you still get idle air and fuel. Or have you built some other contraption?
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon ea2873 » 27. August 2026 20:23

die ES250/2 hat im Originalzustand eine kleine Besonderheit, da der Vergaser keine Standgasschraube besitzt. Es gibt im Gasgriff eine kleine Feder, diese dient dazu die Position des Gasgriffs für das Standgas festzulegen, d.h. das ist so eine Art "Nullstellung". Dreht man den Gasgriff weiter zu gegen die Kraft der Feder schließt sich der Schieber komplett, d.h. dann sollte das Schieberuckeln verschwinden.

schau mal zu http://miraculis.de/aw/mz/mz.html dort Bedienungsanleitung ES250/2, Kapitel 6.4, Text nach Bild 18, da wird das mit der Feder im Gasgriff erklärt (text even available in english).

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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon Jürgen Stiehl » Gestern 09:27

So weit ich weiß,war die Feder optional.
Wenn ich bei meiner 150er ES den Gasgriff auf Nullstellung einjustiert hatte, war zwar das Schieberuckeln weg aber beim Gasgeben qualmte und ruckelte der Motor ein paar Sekunden.

Im Übrigen muss ein Motor, der Falschluft zieht, nicht zwangsläufig schneller laufen beim Besprühen des Ansaugtraktes mit Startpilot. Er kann auch ausgehen, weil er dann einfach zu fett läuft.
Die Drehzahländerung ist entscheidend.

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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon blurredman » Gestern 16:28

Ja. Die Leerlaufdrehzahl wird über die Spannung des Gaszugs eingestellt, sodass dieser stets „schwimmend“ bleibt; zum Beschleunigen zieht man – wie bei jedem Motorrad üblich – am Griff, drückt man ihn hingegen nach vorne, schließt sich der Gasschieber im Vergaser.

Ich möchte lediglich wissen, ob es ratsam ist, den Schieber über längere Zeiträume geschlossen zu halten. Das Handbuch (das mir bereits vorliegt) scheint mir entweder schlecht ins Englische übersetzt oder möglicherweise widersprüchlich zu sein:


An einer Stelle heißt es:

If you close the throttle twist-grip abruptly and completely when riding down hill, the engine will receive hardly and fuel-oil mixture (only via the slow running bore) and consequently the lubrication will be very poor.
Therefore, close the throttle twist-grip slowly to avoid seizing of the piston.

Aber an einer anderen Stelle heißt es:

Down hill the throttle twist-grip is completely closed. Thus the components of the power unit are not loaded by sporadic irregular power strokes. Chain and gear wheels will have a longer live!



I think maybe it it just one of those topics that people have different opinions on :nixweiss:
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon Galilool » Gestern 16:57

This is just referring to letting the throttle snap shut while the engine is still under load. That can lead to oil starvation, although these days it's much less of a concern due to the much higher lubricating capabilities of modern oils.

When you are riding downhill you should leave the throttle closed. That way there will still be oil getting into the engine, but there will never or very rarely be an ignitable air/petrol mixture in the cylinder. That way there's no random ignitions while you're off the throttle, and no rapidly changing loads inside the gearbox or primary drive
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon Mechanikus » Gestern 18:08

Man darf sich keine falschen Vorstellungen von den Vorgängen im Motor machen. Es ist relativ reichlich Öl vorhanden. Ausschlaggebend für die Schmierung ist aber die Motortemperatur. Bei Betriebstemperatur trennt sich das Schmieröl (hoher Siedepunkt) vom am heißen Kolbenboden verdampfenden Kraftstoff (niedriger Siedepunkt). Dann kommt das Öl einwandfrei seiner Schmierfunktion nach. Bei Bergabfahrten sinkt aber die Betriebstemperatur des Motors ab, genau genommen wird er durch das Frischgas sogar noch gekühlt. Das Öl wird in diesem Zustand durch nicht verdampften Kraftstoff verdünnt. Die Schmierfähigkeit dieses Gemisches nimmt extrem ab. Deshalb ist es im Endeffekt besser, die Gemischversorgung komplett abzusperren (Vergaserschieber ist komplett geschlossen). So kann die Ölverdünnung im Kurbelgehäuse vermieden werden und der Motor wird gut über das Restöl geschmiert. Durch Abschneiden des Volumenstroms im Motor entfällt auch dessen Pumpwirkung und man vermeidet weiterhin den Abtransport des noch vorhandenen Öls in den Auspuff.
Wichtig nach der Bergabfahrt ist das schnelle Wiederherstellen der Betriebstemperatur im Motor.

Fuhrpark: MZ TS 150 GS-Umbau Bj 1983; DKW NZ 250 Bj. 1938; Simson S51 Umbau Bj.1980; RT 125 International Projekt; NSU Quick-Umbau Projekt Bj.1936; Trial-Projekt mit MZ-Motor; Eigenbau-Simmi mit Starrrahmen und MZ Motor; Phänomen Bob Projekt Bj.1941;DKW NZ 350/ISH Umbau Projekt
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Re: Gasgriffstellung bei Schubbetrieb

Beitragvon Bambi » Gestern 23:04

blurredman hat geschrieben:If you close the throttle twist-grip abruptly and completely when riding down hill, the engine will receive hardly and fuel-oil mixture (only via the slow running bore) and consequently the lubrication will be very poor.


Sorry, is it possible that in the passage above you mixed the words 'and' with 'any'? That would make more sense to me ...
Kind regards, Bambi
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