*wieder hoch hol*
Die Leistungsfrage, aktuell scheint sie wieder ein interessantes Thema in der Zweiradwelt zu sein.
Immer mehr Hersteller haben für Europa auch kleine Hubräume im Portfolio bzw. Erweitern dies um solche Modelle welche teilweise ursprünglich nichtmal unbedingt für diesen Markt geplant waren. ( Spoiler: Ich baue auch extra viele Bilder ein für die optisch stark getriggerte Leserschaft

)
Traditionell ist Royal Enfield in der Klasse stark vertreten, z.B. mit den ganzen 350er Modellen. Welche ich übrigends für neue Retromodelle bildschön finde.

Aber auch die Japaner, wie Honda mit der CB 350 S, der CB 300 R und der CRF 300 Rally / L mischen hier stark mit oder Kawasaki mit der Neuauflage der W230/Meguro.


Die Chinesen sind hier sowieso präsent genau so wie, Überraschung!, BMW mit ihren 310er Modellen welche vom indischen Konzern TVS stammen.

Auch KTM ist mit seinen 390er Modellen vorne dabei.

Bei vielen Hersteller werden die kleinen Motoren in bekannter Baukastenmanier in mehrere Modelle verpflanzt. So gibt es oft Enduros, Nakeds, Retro- und Sportmaschinen mit den gleichen Genen. Da findet sich für fast jeden etwas.
Und das alles zu relativ "günstigen" Neupreisen. Manche Modelle haben sogar eine 4 vorne an stehen beim Preis.
Das Interessante daran, diese Modelle verkaufen sich oft sehr gut. Zum Beispiel ist die CB 350 S bei meinen bekannten Honda Händlern in der Nähe restlos vergriffen.
Reicht das vielleicht vielen Leuten einfach aus als Spaßmobil, sparsames und günstiges Alltagsmotorrad, oder Reisemobil?
Ich persönlich hatte solche Gedanken auf der Reise zum Forumstreffen. Trotz meiner 95 PS in der CBR fuhr doch erstaunlich flott eine Skorpion mit ihren 50 PS vor mir her, und sicher hätten für die Wegstrecke auch noch weniger PS gereicht. Meist langweilte sich der Vierzylinder unter mit und seine Pferdchen blieben größtenteils im Stall.
Und das nicht weil wir bummelten, sondern weil die Straßen es im normalen Verkehr einfach nicht hergeben und gerade bei langen Fahrten die Fahrweise doch eher Kräfteschonend statt "Ballern" ist.
Viele andere User reisten mit Zweitakt MZten an, 250ccm aber auch 150ccm und 125ccm, und das über teilweise weite Strecken. Die weiteste Zweitakt-MZ-Anreise waren irgendwas um die 470km soweit ich mich entsinnen kann. Auch meine MZ war schon auf Rügen, und das auf einer Tagesetappe ohne Zwischenübernachtung, mit ihren 19 PS und Zeltgepäck für eine ganze Woche. Die Leistung reichte aus für diese Strecken.
Man munkelt, manche Leute waren damit schon wochenlang unterwegs bis ans Nordkapp und an ähnlich weit entfernten Punkten
$matches[2]
Auch mit meinem ehemaligen 48 PS und 450 ccm Chinesen habe ich mich 2023 in den Dolomiten keine Sekunde untermotorisiert gefühlt obwohl meine Reisegruppe mit deutlich stärkeren Maschinen unterwegs war wie Tiger 800 und 1000ccm Varadero.
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Gestern gab es einen weiteren Denkanstoß in diese Richtung. Auf einer Abendrunde düste ich mit der GS 500 über malerische kleine Ortschaften und Landschaften im Th. Wald. Hier sind viele Straßen eng, selten breit genug für zwei PKW nebeneinander. Selbst die 48 PS der Suzuki waren an vielen Stellen kaum abrufbar. Überholen wäre sogut wie unmöglich gewesen an vielen Stellen, ob mit 19 PS Zweitakt oder 95 PS aus Vierzylindern.
So stellt sich mir weiter Fragen.
Wie viel Leistung muss es eigentlich sein?
Ist Komfort und geringes Gewicht/Handlichkeit statt Leistung auf langen Etappen sinnvoller aus Power?
Was reicht zum Bummeln und Genießen? Was reicht für den Urlaub? Was reicht für die knallige Hausrunde, wenn die Lust zum Andrücken da ist?
Was gibt die Straße und der Verkehr überhaupt her?
Ist die Leistungsfrage doch eher ein Imageproblem, höher, schneller, weiter?
Oder suche ich gerade nur eine Ausrede um mir noch ein weiteres Motorrad zu kaufen?
In diesem Sinne, sinnierende Grüße zu diesem philosophischen Beitrag

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MZ TS 250/1 "Jule" Bj. 1979
Simson S50B2 Bj. 1976
CBR 650 R Bj. 2024
GS 500 E Bj. 1993