Verkauft - Verschollen - Aber nie vergessen... MZ TS 150

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Verkauft - Verschollen - Aber nie vergessen... MZ TS 150

Beitragvon Rigo » 10. Mai 2026 01:18

Ich hatte diese TS 150 , Baujahr 1981, im Winter 1987/1988 gegen meine Simson Enduro getauscht.
Die Simson Enduro war auch umgebaut und neu lackiert. Die TS war langweilig Billardgrün mit Seitengepäckträger.
Was zu tun war, um rein optisch mit einer TS 150 den modernen ETZ 150 paroli zu bieten, war klar : ein wilder Umbau in Form und Farbe.

Als erstes hab ich am Rahmen den hinteren Fußrastenträger in Rotglut aufgeweitet und zudem im Winkel von 45° hochgebogen werden, so wie bei der ETZ später in Serie.
Damit war die Schwinge frei für längere ES Federbeine, ohne dass Diese auf dem darunterliegenden Fußrastentrager aufschlug.
Zudem wurden an der Schwinge direkt hinter der Hinterachse neue M10 Haltpunkte verschweißt.
Dadurch kamen die Federbeine cooler schräg und nicht so steif und steil original, wie Stuhlbeine.
Das alles erledigte im Herbst 1987 meiner Mutters Freund per autogen Schweißtechnik.
Die Tacho und Drehzahlmesserbrille aus Alu sägte ich durch und lies sie angewinkelt wieder Aluverschweißen und hatte die überschüssige Aluschweißnaht denn aufwenig plan gefeilt.

Das Schutzblech vorn wurde in Zungenform gekürzt & eine 7 cm Telegabelverlängerung war das Gegenstück zu den hinteren, längeren ES Federbeinen

Die Sitzbank war ein kompletter Eigenbau - kurz, flach abgesteppt und per Stufe direkt auf dem Sattelträger - kein Brotkastendesign mehr.
Der Auspuff kurz, 2-fach abgewinkelt und Schwarz.
Der Zylinder ebenfalls Schwarz und die Kührippenkanten als Finish Alublank gefeilt,
Die Komplette Maschine war inklusive ETZ Armaturen, Rahmen, Motor und Kettenkasten rot.
Die Räder dazu im Kontrast weiß.
Ich hatte sie komplett selbst mit Lacufa Bootslack per Pistole und Kompressor lackiert, ca 40 Einzelteile vom Tank bis zur Kettenkasten.

Die Räder hatte ich in speziellen Halterungen per Hand angedreht und drehend weiß lackiert. Als ich im März 1988 dann 16 wurde,
war die Maschine fertig.
Ich hatte die TS dann leider im September 1989, nach 2 Sommer, an meinen Kumpel verkauft.
Er hat sie zirka 1991 nach Polleben verschenkt, da hatte sie bei Ihm bereits länger draußen gestanden und sah leider traurig aus.
Danach verliert sich der Spur.

Ich hatte dann einige Jahre nichts mit eigenen Motorrädern zu tun.
Aber 2009 hatte ich dann wieder intesiver an einigen Maschinen geschraubt aber original restauriert.
Die TS bleib aber stets in ganz besonderer Erinnerung.
Ich war damals noch 15, als ich mit dem Umbau begann.

Was meint Ihr?
Ob die Maschine nach 35 Jahren noch als Fragment in irgendeinen Schuppen im Mansfelder Land steht?

Beste Grüße
Rigo

Das einzige originale Foto von 1989:
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Re: Verkauft - Verschollen - Aber nie vergeessen... MZ TS 15

Beitragvon Mechanikus » 10. Mai 2026 08:31

Unmöglich ist es nicht, allerdings auch nicht sehr wahrscheinlich. Spätestens seit den 2000er Jahren gelten Umbauten, vor allem in DDR Manier, eher als wertmindernd. Auf Teilemärkten findet man nicht selten in den Wühlkisten typische DDR Umbauteile. Ich dachte schon so manches Mal, da ließe sich ein durchaus cooler zeitgenössischer Umbau mit authentischen Teilen aufbauen.

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Verkauft - Verschollen - Aber nie vergessen... MZ TS 150

Beitragvon Rigo » 10. Mai 2026 16:13

Hey, vielen Dank für Deine Antwort!
Würde man seine eigene derart umgebaute Maschine nach so langer Zeit wieder in die Finger bekommen, dann wäre das schon "Schicksal"
Und gleichzeitig eine Aufgabe, die Karre wieder fein oder heute sogar noch besser und wieder genauso so & auffällig zu machen.
Andererseits gibt es genug verbastelte & beschnittene TS als Basis, dass man sich eine Nachbildung als Tribut Bike bauen könnte.
Die Sinnhaftgkeit dessen ergibt sich, wenn, dann NUR für Demjenigen selsbt.

Wie schon von Dir erwähnt, ist heute zum Beispiel eine frühe, originale TS 150 mit 32 mm Gabel in einen top restaurierten Zustand,
ja selsbt als Scheunenfund zum Herrichten eher das Objekt der Begierde, als eine wild umgebaute "Bastelbude"

Ein Anderer kann den Reiz solcher persönlichen Umbauten nur verstehen, wenn er selsbt jemals in so einer Lage war.
20 Jahre später waren bei mir selsbt ja auch nur noch originale Restaurierungen das Ziel.

Hier zum Beispiel meine Pannonia, die mich seit 2011 treu begleitet
und die Touren Awo meines Cousin irgendwo in Östereich auf dem 885 km langen Weg nach Budapest...
DSCF0274.JPG
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Re: Verkauft - Verschollen - Aber nie vergeessen... MZ TS 15

Beitragvon starke136 » 10. Mai 2026 16:28

Hi Rigo,


Bist du der gleiche Rigo aus dem Pannoniaforum der noch eine rote TL?

Beste Grüße
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Verkauft - Verschollen - Aber nie vergeessen... MZ TS 150

Beitragvon Rigo » 10. Mai 2026 16:45

Ja, der bin ich!
Das ich Dich hier treffe, dass wundert mich nicht :-)
Die Panno läuft immer noch top und sieht immer noch so gut aus.
Ich hatte mich hier angemeldet, um mit paar Leuten in Kontakt zu kommen
und vielleicht finden ich ja doch noch die Reste meiner ehemaigen TS 150.

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Re: Verkauft - Verschollen - Aber nie vergeessen... MZ TS 15

Beitragvon Mechanikus » 10. Mai 2026 17:02

Ich empfinde das im wesentlichen genauso wie Du. Allerdings meine ich, daß auch gut gemachte Umbauten von früher unbedingte Berechtigung und vollen Oldtimerstatus haben sollten. Nichts dokumentiert besser den Zeitgeist. Ich bin z.B. stolz, eine von Walter Wünsche (dem Seitenwagenbauer) umgebaute DKW zu besitzen. Die war früher mal Beifang, keiner wollte eine auf Telegabel und Hinterradfederung umgebaute NZ haben. Auch ich nicht, habe sie als Teilespender mitgenommen. Heute sehe ich das ganz anders und baue sie wieder auf. Nachzulesen im Fred "Vorstellung DKW II ".

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Re: Verkauft - Verschollen - Aber nie vergessen... MZ TS 150

Beitragvon Rigo » 10. Mai 2026 17:15

Wenn man ein Motorrad restauriert & dann top lackiert wieder auf dei Räder stellt,
dann sieht man am Besten, was die "Ingenieure" damals "erschaffen" haben.
Wenn man einen weiten Blick hat, dann sieht man aber auch, was hätte besser aussehen oder sein können.
Nur gut, dass dann alles bereits lackiert ist, und man NIE die Flex oder das Schweißgerät benutzen würde.
Und einmal wieder fein zusammen gebaut, ergibt alles seinen mehr oderweniger guten Sinnn.

Aber die damaligen Umbauten haben eben ihren Reiz.
Zum Bespiel eine Maronrote BK mit RT Sitzbank gab es doch sicher nie und macht doch eine gute Figur.
Aber wilde Umbauten der frühen TS 250 mit den alten GFK Vollverkleidungen machen heute wieder mehr Sinn, als noch vor einigen Jahren.
Wenn diese perfekt restauriert und lackiert würden, dann wären das extrem Eyecatcher ...

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Re: Verkauft - Verschollen - Aber nie vergeessen... MZ TS 15

Beitragvon starke136 » 10. Mai 2026 20:15

Rigo hat geschrieben:Ja, der bin ich!
Das ich Dich hier treffe, dass wundert mich nicht :-)
Die Panno läuft immer noch top und sieht immer noch so gut aus.
Ich hatte mich hier angemeldet, um mit paar Leuten in Kontakt zu kommen
und vielleicht finden ich ja doch noch die Reste meiner ehemaigen TS 150.


Ja dann, herzlich Willkommen!😁

Ich drücke die Daumen, dass deine ehemalige 150er wieder auftaucht!

Ich finde, es gibt tolle und erhaltenswerte DDR Umbauten. Manch einer hat sich damals richtig Gedanken gemacht und es auch technisch sehr schön umgesetzt.

Meine Pannonia ist mittlerweile seit 3 Jahre verkauft...
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