14. Oktober 2023 17:19
Richtig ist, daß jede Technik auch mal versagen kann. Daher sind an allen 3 ETZ, wo ich so was gebaut hatte, LED als "Kontrolllampe", und zwar so geschaltet:
LED.gif
Mit diesem simplen "Trick" wird nicht nur der Ölstand, sondern auch Schalter und Leitung überwacht. Die 12 ... 14mA Dauerstrom sind für den Schwimmerschalter kein Problem. Man muß natürlich einen einbauen, der "leer" als Öffner anzeigt, kann man meist durch Umdrehen des Schwimmers erreichen. Sobald da etwas nicht koscher ist, leuchtet die LED. Das unterscheidet sich vom Normalbetrieb, wo sie zunächst erst mal blinkt. Dadurch wird die LED selbst nicht überwacht, Zuleitung und Widerstand natürlich auch nicht. Aber erstens sind LED sehr zuverlässig und zweitens muß der Fahrer natürlich auch etwas mitdenken: Wenn nach fast 2.000km immer noch keine Kontrolle anfängt zu blinken, sollte man Verdacht schöpfen und mal eine Blick zum Ölauge werfen. Jedenfalls ist bei mir noch nie ein Defekt aufgetreten.
Und nun mein letzter Umbau:
Dem aufmerksame Leser wird in meinen Dosierpumpen-Posts aufgefallen sein, daß da von 1:100 die Rede ist, am Tank aber 1:125 steht. Um es vorweg zu nehmen: Ganz ist das nicht erreicht, aber knapp an 1:120 komme ich ran.
Wer schon mal einen Motor aufgemacht hat, wird (so wie ich) gesehen haben, daß unten im Kurbelgehäuse immer eine Ölpfütze steht. Klar, bei laufendem Motor wird das Öl schön zerstäubt, wenn er dann steht, läuft es nach unten (dank Isaac Newton). Ich glaube (und meine Erfahrungen bestätigen das), daß dieses Öl normalerweise verloren ist. Es wird durch die Frischgase mitgerissen, verbrennt nutzlos und sorgt beim Start meist für eine schöne Qualmwolke.
Ich gewinne dieses Öl zurück. Dazu habe ich das Kurbelgehäuse mittig angebohrt und mit Dichtung einen Schlauchnippel M3 eingesetzt (den und alle anderen Teile aus dem Modellbau - bei späteren Umbauten dann weiter nach links versetzt (ich stelle die Maschinen oft auf den Seitenständer, und da läuft es natürlich nach links) und M6. Mit der von der Mikuni-Pumpe bekannten Hohlschraube ein Rückschlagventil angebracht, aber das muß umgebaut werden. Ist nicht schwer, man kann mit etwas Gefühl den Nippel herausziehen und Kugel und Feder umdrehen). Hier ist das Rückschlagventil mit ebensolcher Richtungsweise weiter hinten am Schlauch in dem roten Halbkreis zu ahnen (ich entschuldige mich für die Qualität des Fotos). Dann geht es weiter zu einem Filter und schließlich an 4einen Nippel am Öltank. Mit ein wenig Geschick kann man eine Mutter M3 durch die Einfüllöffnung an den Schlauchnippel fädeln, Dichtung nicht vergessen!
Funktion ist einfach: Durch die Druckschwankungen im Kurbelgehäuse wird bei der Vorverdichtung das Öl durch das Ventil in den Tank befördert. Falschluft wird nicht angesaugt. Ich habe das erst mal mit einem kleinen Gefäß getestet, um die Menge abzuschätzen und bin auf 25% gekommen. In der Praxis war es dann etwas weniger, aber knapp 20% sind doch auch was! Ansonsten sind keine weiteren Einflüsse spürbar, die Bohrungen in den Nippeln von 1mm lassen keine nennenswerten Mengen der Frischgase hindurch.
Nach Fertigstellung habe ich erst mal Lehrgeld bezahlt. Mit dieser Einrichtung steht der Öltank ständig unter leichtem Druck, ist nicht kritisch, aber wenn man bei vollem Tank längere Strecken bergauf fährt, wird Öl durch die Entlüftung nach oben gedrückt und sorgt für eine schöne Schweinerei. Deswegen muß auch noch vorn eine zweite Entlüftung vorn (im Bild neben der Einfüllöffnung) angebracht werden, aber dann funktioniert es. Siehe Bild, sorry, hätte es sauber machen können...
Hinweis: Nicht zu empfehlen für Maschinen, die vorwiegend im Kurzstreckenbetrieb laufen, weil da auch ein bißchen Benzin mit gefördert wird, auf längeren Strecken verdunstet es ausreichend.
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