Irgendwo muß man die Fahrzeuge unterstellen. Hier ist Platz für Baufragen!
4. Februar 2024 15:25
Moin,
ich hab mal bissel in meine alte Bude gerissen und überlege, was ich mit den Wänden machen soll. Nachdem mir mein Vater gesagt hat, daß seine Mutter jedes Jahr vorgerichtet hat und jedes mal auch Arsenik in die Farbe gemischt hat, hab ich mich entschieden, den ganzen Putz runter zu hacken. Da hat meine 3M Maske sehr gute Dienste geleistet

Nu stehe ich vor den nackten Wänden. Holz mit Lehm, nur Lehm, Balken, Gasbeton, ausgemauert ... was halt in den letzten 300 Jahren gerade so da war

Meine Idee ist das Ganze dünn vorzuständern, Gipskarton ran und einen dünnen Putz drauf. Die Frage ist nur wie... Die Vorständerung sollte möglichst dünn sein, damit der Raum nicht zu klein wird. Dämmung kommt außen rein, wenn ich die Fassade baue - innen vlt. nur ganz dünn.
Ich hatte auch überlegt wieder direkt etwas auf die Lehmwand zu machen, jedoch ist mir der Aufwand einfach zu hoch.
Die Frage ist nun: Wie? Vlt. 24er C-Profile? Was meint ihr?
Hier mal ein Bild, wie die Wände jetzt aussehen:
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4. Februar 2024 16:06
Ich würde alles mit Lehmputz verputzen. Sieht gut aus und bringt ein natürliches Raumklima.
4. Februar 2024 16:14
Es gibt als Alternative auch lehmplatten so wie die Rigips Platten. Dann bleibst du bei Lehm.
4. Februar 2024 16:26
Bei Lehm halte ich das Auftreten von Feuchtigkeit nicht für unproblematisch. Von daher kämen für mir Gipsplatten nicht in Frage da aus meiner Sicht ein Feuchtigkeitsaustausch weiterhin möglich sein sollte.
Gruß
Dieter
4. Februar 2024 17:22
Wände Putzen ist und bleibt eine ordentliche und grundhafte Sanierung.
Ob man dazu Lehmputz oder Putz- und Mauermörtel nimmt, ist eine persönliche Geschmacksfrage.
Etwas Davorpappen ist immer schnell gemacht und was dann dahinter wächst... ? Augen zu und durch?
Übrigens 'Arsenik' in Wandfarbe? Was soll das gewesen sein? Früher war Kreideleimfarbe das Mass der Dinge, davor Anilinfarben.
4. Februar 2024 17:45
Das ist doch halbwegs gerade, wenn außen Dämmung drauf soll, muss sich das mit dem Innenleben dann ja auch vertragen.
Ich würde entweder einen Lehm- oder Kalkputzaufbau machen. Die Bude muss atmen, Gipskarton ist das schlimmste m.M.n., was man sich in Wohnräumen antun kann.
Was auch geht, Lehmschlämme, dünne Holzfaserdämmung und dann der Putzaufbau, oder die oben angesprochenen Lehmbauplatten. Da wäre dann auch eine Wandheizung attraktiv.
4. Februar 2024 18:14
Ich schließe mich den Vorrednern an. Eine Vorständerung mit GK und ggfs. noch Dämmung kann den Taupunkt in den Hohlraum verschieben und es kommt somit zum Ausfall von Kondensat. Soll von innen gedämmt werden, dann zum mit Ytongsteinen. Hierbei ist da aber der Spalt zwischen altem und neuen Mauerwerk vollständig zuvergießen. Damit kein Hohlraum entsteht. (Siehe oben).
Wenn der Wandaufbau für eine akzeptabele Wärmedämmung reicht, einfach verputzen. Lehm ist hier natürlich sehr klimaregulierend.
4. Februar 2024 18:28
Wenn's nicht dein Wohnzimmer ist, die unansehnlichen Wände putzen, den Rest so lassen, sieht doch "rustikal" aus.
Einige würden dafür Geld ausgeben.
Gruß
Mell
4. Februar 2024 18:32
Frag den Michiklatti, der hat grad ein Lehmhaus saniert.
4. Februar 2024 18:57
Mein Haus bj 1831 ist im ug halb feldstein, halb lehmmauer. Og war Fachwerk mit lehmausfachung. Fachwerk war durch weil nach der Wende Plastefenster mit Bauschaum eingebaut wurden. Dadurch war das ganze Fachwerk vergammelt.
Das Og hab ich mit Porenbetonsteinen neu aufgemacht. Im Ug hab ich die Wände mit KZH verputzt, zumindest die, die halbwegs gerade waren. Den Rest hab ich mit ständerwerk und gibskarton gerade gemacht. Absolut keine Probleme mit schimmel oder sonstwas. Allerdings hab ich keine aussendämmung. Denn das ist mMn der Tod alter Häuser.
4. Februar 2024 19:13
Wenn du alles unbedingt "schnell" verkleiden willst dann wären wie bereits erwähnt, Lehmplatten noch eine Alternative.
Mit Hanfdämmung habe ich gute Erfahrungen gemacht.
4. Februar 2024 19:16
Dünnes Ständerwerk erreichst du mit Randwinkeln zur Deckenkonstruktion, in die du die cd deckenprofile aufrecht stellst. Dann noch mit deckenabhängern zur Wand hin abgefangen-fertig.
Dann 40er trennwandplatten rein und mit Folie eine dampfsperre drauf. Also Klebeband auf die Profile und faltenfrei die Folie drauf. Dann kannst mit gipskarton beplanken
5. Februar 2024 06:08
Hier noch paar Bilder. Wie gesagt, Wand krumm wie sonstwas. Hätte man natürlich auch mit gefühlt einer Tonne Putz gerad ebekommen. Hab mich dann für GK entschieden und es nicht bereut.
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5. Februar 2024 06:10
radiouwe hat geschrieben:Übrigens 'Arsenik' in Wandfarbe? Was soll das gewesen sein? Früher war Kreideleimfarbe das Mass der Dinge, davor Anilinfarben.
Mein Vater meinte, daß früher (in seiner Kindheit) immer ein Eimer mit "Arsenik" auf dem Boden stand. Nach etwas Suchen bin ich der Meinung, daß es sich um Arsen(III)-oxid handelt und es als Anti-Schimmel Mittel zugesetzt wurde.
radiouwe hat geschrieben:Etwas Davorpappen ist immer schnell gemacht und was dann dahinter wächst... ? Augen zu und durch?
Mit Feuchigkeit habe ich in der alten Bude eigentlich gar keine Probleme. Selbst unten im Bruchsteinbereich nicht. Außen mache ich, wie am Giebel, dieses Jahr die Unterkonstruktion neu, dann kommt ca. 50mm Dämmung, Unterspannbahn und dann Lärche drauf.
Eisenschwein74 hat geschrieben:Wenn du alles unbedingt "schnell" verkleiden willst dann wären wie bereits erwähnt, Lehmplatten noch eine Alternative.
An verputzen hatte ich auch schon gedacht. Das ist halt ein gewisser Aufwand. Ich muß zugeben, ich habe dazu nicht die Zeit. Mit dem "Etwas vorständern" hat auch kden Grund, daß die Elektroinstallation viel einfacher wird und man auch Trägerelemente für Wanschränke, etc. vorsehen kann.
Der Tipp mit den Lehmplatten ist aber gut. Habe mir schon ein paar Videos dazu angeschaut. Kann man da auch mit einem normalen Kalk-Zement Leichtputz drauf putzen?
Fakt ist: Man muß sowas wirklich wollen - aus tiefen Herzen

- vor allem, wenn man die Preise so sieht. Passend zu dem Thema kam letztens eine Folge Handwerkskunst:
Wie man mit Lehm puzt - ich meine da wurde gesagt: "Lehm ist günstig". So grob über den Daumen würden die Wände in Lehm ca. das 6..7 fache kosten, als wenn man es doppelt in Gipskarton macht ...
5. Februar 2024 09:56
Ich habe meine Bruchstein-Ziegel-Lehmwände im Erdgeschoss normal verputzen lassen.
Im Bad, wo sie wirklich sehr krumm waren, habe ich sie mit Gipskarton verkleidet. Auch wegen der ganzen Installationen. Allerdings habe ich das komplett hinterlüftet ausgelegt, also knapp über dem Fußboden große Lüftungsgitter und an der Decke rundrum offen. Langzeiterfahrung habe ich damit natürlich noch nicht, ist ja erst ein Jahr alt.
7. Februar 2024 18:42
Auf Lehmplatten, würde ich nur mit Kalkputz Putzen, da bei Kalkzement schon der Härteunterschied zum Lehm zu hoch ist und risse entstehen. Die Kleinen Risse die Später bei Lehm entstehen können(werden) kann man mit einem kleinen Schwamm später wieder zureiben. Lehm ist aber aufwändig.
Wenn du keine Feuchteprobleme hast, würde ich Dachlatten als unterkonstrucktion oder dünne CW Profile, je nachdem was bei dir in der Masse günstiger beim Zulieferer deines vertrauens ist. Dann Gipskarton drauf, Fugen mit gewebe verspachteln und ein Dünnen Struckturputz je nach wunsch drauf und Farbe. Fertig.
Ist halt ein Zeitfaktor, dein Zeitfaktor.
Ich würde den Lehmputz persönlich Vorziehen und außen deine Dämmung auf Holzwollebasis/ Holzfaser oder Maximal Steinwolle aber kein Künstliches (nicht Atmendes) Material basieren lassen.
Mfg
7. Februar 2024 19:13
kutt hat geschrieben:...ich meine da wurde gesagt: "Lehm ist günstig". So grob über den Daumen würden die Wände in Lehm ca. das 6..7 fache kosten, als wenn man es doppelt in Gipskarton macht ...
Das kann aber so nicht hinkommen, ein Bigpack Lehm kostet was um die 250€, erdfeucht. Lehmbauplatten sind deutlich teurer, das stimmt.
Seit dem wir im Haus (Umgebindehaus mit viel Holz, Lehm- und Kalkputz) wohnen, ist mein allergisches Asthma deutlich zurück gegangen. In der Gipskarton- DG- Bude war es im Frühjahr kaum auszuhalten.
Ich würde im Wohnbereich keinen Rigips nehmen.
Zuletzt geändert von
Stephan am 7. Februar 2024 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
7. Februar 2024 19:24
Ich habe 2022 die Wände meiner Scheune mit Gipsfaserplatten 12,5 mm und 50er Ständer verkleidet.Habe aber vorsichtshalber noch eine paar Lüftungsgitter mit eingebaut.Der Vorteil der Gipsfaserplatten ist eine höhere Brandsicherheit und sind Atmungsaktiv.
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7. Februar 2024 21:29
Fermacell? Hoffentlich auch verklebt!?
8. Februar 2024 08:48
Fermacell oder andere Faserplatten müssen nicht verklebt werden, entweder auf Ständer schrauben oder mit (Fermacell) Kleber auf das Mauerwerk kleben. beides danach verspachteln.
Mit Ständerwerk ist bei den Altbauten und wechselndem Untergrund die bessere Variante, und es können einfacher noch Medien darunter verlegt werden.
8. Februar 2024 15:44
Eisenschwein74 hat geschrieben:Ich würde alles mit Lehmputz verputzen. Sieht gut aus und bringt ein natürliches Raumklima.
Dem ist nichts hinzuzufügen
11. Februar 2024 08:37
Der Tipp mit den Lehmplatten ist aber gut. Habe mir schon ein paar Videos dazu angeschaut. Kann man da auch mit einem normalen Kalk-Zement Leichtputz drauf putzen?
Ich könnte mir vorstellen das es Spannungsrisse gibt und du komplett Armierung drunter bringen musst. Die positiven Eigenschaften von den Lehmplatten wären damit aber höchstwahrscheinlich auch weg.
Wie du schon sagst, man muss es wirklich wollen.
Wenn es nur die Abstellkammer werden soll,würde ich auch drauf verzichten.
Bei wirklich bewohnten Räumen, unbedingt. Das Raumklima ist merklich angenehmer.
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