Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Irgendwo muß man die Fahrzeuge unterstellen. Hier ist Platz für Baufragen!

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Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Ralle » Heute 11:50

In der Hoffnung das sich hier im Forum auch ein paar Holzwürmer oder Häuslebauer aus alten Zeiten tummeln möchte ich eine Frage zum Thema Holzschutzmittel in der DDR platzieren.

Ich habe beim Aufräumen eines Dachbodens einen Sack mit einer kleineren Menge orangenem Pulver (Salz?) drin gefunden. Es handelt sich nicht um die Orginalverpackung und daher möchte ich herausfinden, was da drin ist. Ich erinnere mich das in meiner Jugend, also zu DDR- Zeiten, Balken für Dachstühle usw. in einem orange- oder gelbfarbenen Bad getränkt wurden, welches vorher mit Wasser und einem Pulver angerührt wurde. Manche Leute benutzen das Gemisch auch zweckentfremdet als Unkrautvernichter, besser gesagt da wuchs eigentlich nach dem Gießen gar nichts mehr :mrgreen: Also es wurde eher auf Wegen und Flächen angewendet und nicht im Garten, über heutige Ansichten zu diesem Thema müssen wir hier nicht diskutieren, es war halt damals so. Nun zu meiner Frage, kann mir jemand sagen was das genau für ein Holzschutzmittelchen war und ob das was ich gefunden habe genau das sein kann? Wie könnte ich sicher feststellen das es das von mir vermutetet Mittel ist? Hintergrund - ich will es einfach fachgerecht entsorgen.
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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Gespann Basti » Heute 11:58

Das war doch Hylotox. Da gab es schon den ein oder anderen Einsatz in meiner beruflichen Laufbahn. Wir haben es in der Regel in Säcken luftdicht verpackt und zur Deponie gebracht. Es ist sehr toxisch und greift unter Umständen das Nervensystem an. Daher auch die komplette Zerstörung der pflanzlichen Zelle. Krebserregend ist es selbstverständlich auch. Ich würde es mit FFP 2 Maske in einem Sack legen, Klebeband drum und zum Schadstoffmobil bringen. Das kommt bei uns 2x im Jahr.

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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Ralle » Heute 12:22

Ich dachte Hylotox war eine Flüssigkeit? Ich bin mir eben nicht sicher. Wo ich mir sicher bin, auf dem Hof wurde nichts mit dem Zeug behandelt, heute würde man sagen es war wahrscheinlich nice to have, für den Fall man braucht es mal, wenn es denn überhaupt das vermutete Holzschutzmittel ist.
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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon vergasernadel » Heute 12:58

Hylotox war flüssig und in kleinen Fläschchen. Damit habe ich nachgestrichen. Um Balken und dachlatten zu tauchen, haben wir sieben Meter Rinne gegraben und mit Folie ausgelegt. Das Orange Pulver und Wasser dazu. Die Balken wurden gelb bis blassorange. Den Namen kenne ich leider nicht. Gab’s so 1980 zu kaufen. Imprägniertes Holz gab’s wohl noch nicht zu kaufen. Wir haben das Holz im Wald selbst geschlagen und im Sägewerk am Gatter aufgelegt und wieder entnommen. Danach auf Traktorhänger geladen und ab zur Baustelle. Ja so war das . Einfach und nachhaltig

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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Gespann Basti » Heute 13:21

Okay, dann kann ich nächste Mal klugscheißen. Die Alten haben immer Hylotox gesagt, vielleicht nahmen sie den Namen auch umgangssprachlich als Sammelbegriff für Holzschutzlasur, ähnlich wie Fit für Spülmittel oder Kärcher für Hochdruckreiniger als Oberbegriff. Wir hatten das Pulver in der Regel auch als loses "Schüttgut" und meistens in irgendeinem Eimer vorgefunden. Das war aber nie was dramatisches oder aufwendiges.

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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon vergasernadel » Heute 13:41

Nach dem googeln ist es mir eingefallen. Das Orangen nannten wir Donalit. Mein Opa sprach immer von karboleum.
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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Ralle » Heute 14:23

Donalit wird wohl passen, danke. Das man vieles mit dem falschen Namen bezeichnet hat war üblich, man kannte es eben von früher so. Karboleum war eher eine dunkelbraune, ölige Brühe glaube ich.
Vielen Dank, denke meine Frage ist hiermit beantwortet 😎
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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Mechanikus » Heute 15:04

Karbolineum ist nichts weiter als Steinkohlenteeröl. Dafür gab es verschiedene Anwendungen. Als Holzschutzmittel leistete es hervorragende Dienste. Es wirkt wasserabweisend, bewuchstötend und konservierend. Leider ist es toxisch und darf deshalb nicht mehr eingesetzt werden. Übrigens riecht es angenehm-aromatisch, "interessant". Es war der dominierende Teil des früheren "Eisenbahngeruchs", denn die Holzschwellen wurden vor dem Einbau sehr intensiv damit getränkt.

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Re: Frage zu DDR - Holzschutz (Imprägnierung)

Beitragvon Greif » Heute 18:31

Hylotox war dünnflüssig und egal ob für Innenbereich oder Aussen, es hat lange " nachgedampf", irgendwann hat man den Gestank nicht mehr wahrgenommen, offensichtlich hat es für alle Würmer und Larven die Lust auf Holzknabbern reduziert, Mitte der 1990-er habe ich unseren alten Dachstuhl vom Stall gegen Holzwürmer mit damals zulässigen Kram nach DIN gestrichen, hat auch lange gestunken, der Unterschied: Hylotox gab es in kleinen Glasflaschen und das neue Zeug im 20 Liter Kanister, mehr kann ich nicht dazu schreiben
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Grüße von der Ostsee -der Greif

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