von Mechanikus » Heute 01:19
Das hat damit oder mit dem Hersteller wenig zu tun (Ich nutze sogar Steinkohlenteerölderivate...).
Zuerst fiel es mir bei der DKW auf, dann übertrug ich es auf die MZ: Das Öl ist zu dünn. Nach reiflicher Überlegung dachte ich mir: Füll doch einfach mal rein, was ursprünglich ab Werk für die DKW vorgesehen war: Motorenöl "Wehrmacht Winter". Nach gründlicher Recherche fand ich heraus, das entspricht einem Einbereichs-Motorenöl SAE 50. Schlagartig hatte ich scheinbar ein neues Getriebe. Butterweiche Gangwechsel, klar rastende Schaltung. Wermutstropfen: Ölwechselintervall 1000 (in Worten: Eintausend) Kilometer. Nächste Überlegung: Für die Anwendung muß es doch auch ein Getriebeöl geben, ähnlich dem GL 100 von DDR Zeiten. Mit dem hat es doch auch funktioniert. Drauf gekommen bin ich durch einen heutigen Yamaha- und früheren MZ-Händler. Der zeigte mir einen englischen Ersatzteilkatalog für die TS. Incl. eines Teils, das es im DDR Katalog nicht gab. Ein Ölabstreifring (gummiartig, vermutlich NBR) für die Kupplungsdruckstange, wird in den Wellenstumpf des Schaftrades degrückt. Er meinte das Teil gab es nur fürs NSW. Dort seien keine Getriebeöle über SAE 80 bei Krafträdern üblich. Das GL 100 in der DDR war sichtbar zäher als das SAE 80. Zu DDR Zeiten gab es das Problem der "automatisch geschmierten Kette" via Kupplungsdruckstange ebenso wie öltriefende Schalthebel nicht. Das bestätigte meine Überlegung. SAE 80 ist zu dünn. Ich dickte testweise das Addinol SAE 80 mit Heißdampfzylinderöl etwas ein. Sofort war der Motor dicht. Die weichen Schaltvorgänge und angenehmeres Kuppeln kamen aber erst mit Oldtimer Getriebeöl SAE 90 (gibt es von verschiedenen Anbietern). Einziger (kleiner) Nachteil des Oldtimeröls wie auch aller zäheren Schmiermittel allgemein: Bei kaltem Motor, wenn das Fahrzeug vorher abgestellt war, klebt die Kupplung ein wenig. Das heißt, zum allerersten Anfahren schiebt man das Fahrzeug beim Einlegen des Ganges ein wenig an. Läuft der Motor kurz mit gezogener Kupplung ist alles wieder normal, die Kupplung hat sich gelöst. Ansonsten ist das Öl eine riesen Verbesserung. Es trifft auf alle Motoren zu, die noch auf Vorkriegskonstruktionen basieren, was die 125er/150er Motoren bis zur TS auf jeden Fall einschließt.
Fuhrpark: MZ TS 150 GS-Umbau Bj 1983; DKW NZ 250 Bj. 1938; Simson S51 Umbau Bj.1980; RT 125 International Projekt; NSU Quick-Umbau Projekt Bj.1936; Trial-Projekt mit MZ-Motor; Eigenbau-Simmi mit Starrrahmen und MZ Motor; Phänomen Bob Projekt Bj.1941;DKW NZ 350/ISH Umbau Projekt