Ei ist das lange her.
Ich möchte euch nach der langen Zeit wieder auf Stand zu meiner NSU bringen.
Das Thema aus 2.Thread hierzu:
viewtopic.php?f=4&t=95189#p2046126nehme ich hier mit auf, so dass auch alle fleißigen Schreiber ein Feedback haben.
Ich hatte ja immer wieder Probleme, dass die NSU nicht richtig ausdrehte.
Genauer gesagt, dass sie nur schwer hochdrehte und beim Fahren nur mit Anstrengungen an 50-55 km/h kam.
Um Fehler in der Zündung auszuschließen, hatte ich die LUMA bis auf den Unterbrecher ausgeklemmt
und das ganze mit einer einfachen Batteriezündung probiert. Ohne Erfolg.
Auch der Test mit verschiedenen Vergasern (BVF NB20, China-Nachbau des AMAL-Vergasers) brachte keine Verbesserung.
Mit dem Zündzeitpunkt hab ich auch gespielt. Ich hatte mir an der Unterbrecherdose eine Markierung und am Deckel der der LUMA
eine Skala mit von 7,5 bis 4,5 vor OT angeklebt. Die Verstellung der Zündung brachte leider auch keinen Erfolg.
Nun hatte ich mir zur Weihnachten das Buch "Besserfahren auf NSU" von Carl Hertweck schenken lassen.
Sicher sind einiger der Schraubertipps für die Zeit nach dem Krieg gedacht, doch ist auch vieles heute noch sehr gut anwendbar.
Das Thema Ölkohle bei den Nasenkolbenmotoren ist beim Hertweck, aber auch in den alten Reparaturanleitungen stets ein wichtiges Thema.
So habe ich mir die Auspuffanlage nochmal zur Brust genommen. Die Schalldämpfer sind sehr gut einsehbar. Es sind ja auch nur Hohlkörper.
An den Fischschwänzen wurden die Reduzierungen schon abgesägt. Dadurch lassen sich die auch gut reinigen.
Nur die Krümmer sind ein spezieller Fall. Dieser hatte ich vormals schon von der Motorseite mit einer flexiblen Rohrdrahtbürste und mit einen
stabilen Draht von Kohle befreit. Von der anderen Seite (siehe Foto, leider nur ein Bilder vom Urzustand) ist das nicht ganz so einfach. Die Bohrung hat nur 12mm.
Hier hatte ich mit einer Stange so weit möglich die Kohle gelöst und war der Überzeugung, dass das ok ist.
Über den Jahrewechsel hatte ich neben dem Hertweck auch ein paar online Texte zum Zweitakter und den Rückschall gelesen.
Und gerade die Nasenkolben sind wohl aufgrund ihres Spülvorganges sehr empfindlich dabei.
Wenn ich es richtig verstanden habe ist die Verjüngung am Ende des Krümmers genau dafür verantwortlich.
Bei meinen vorherigen Versuchen hatte ich immer das Gefühl, dass der Motor mager und sehr heiß läuft.
Alle Versuche mit größeren düsen brachten hier keinen Erfolg...
Nach diesem Verständnis habe ich mir die Krümmer noch mal vorgeknöpft. Diesmal habe ich eine Art Meißel gebaut.
Wieder eine M6-Gewindestange, diesmal die vorderen 3 cm ca. 45° und angeschärft.
So bin ich dann noch mal jeden Zentimeter im Krümmer lang. Und siehe da, in beiden Krümmer am unteren Ende der Biegung,
konnte ich noch richtige Placken abmeißeln. Teilweise bis 3 mm dick. Das macht bei 38mm Innendurchmesser nur noch 32mm.
Das schon ein Verengung. Dies könnte in meinen Augen mit ursächlich für die schlechte Leistungsentwicklung sein.
Denn wenn die Verengung schon viel zu früher einen Rückschall erzeugt, so werden sogar Abgase wieder in den Zylinder zurückgedrückt.
Was den mager und heißen Motorlauf erklären kann.
Final habe ich dann noch eine Gewindestange mit gebogener Spitze und seitlicher Schneide als Art Fräse mit dem Akkuschrauber durchgejagt.
Am Ende kamen noch mal gut 500 ml Ölkohle raus.
Beim Thema Vergaser konnte ich im Hertweck auch wieder was dazu lernen. Mangels des originalen und teuren Grätzin-Vergasers habe ich den Bing 2/20/2 drin.
Es sind nur Feinheiten und manch ein mag sagen, dass bißchen macht den Kohl nicht fett. Aber ich weiß für mich, dass so viel Fehlerquellen wie möglich ausgeschlossen habe.
Nun zu den Details. Die Nadeldüse soll, 2,68, nachgemessen hatte die alte Düse 2,72 und die Nadel war auch einiges unter dem Soll. somit ist der Ringspalt immer zu groß.
Hier hab ich Abhilfe geschaffen und neu geordert.
Das letzte WE brachte endlich Wetter zum Probefahren. und siehe da, sieht zieht besser durch, dreht gut bis knapp an 65 km/h.
Auf der langen Geraden stand am Ende 72 km/h auf dem Fahrradtacho. Mit 55 bis 60 ließ sie sich gut bewegen, auch bergan.
Es ist bei Gott keine Rennmaschine, aber für die 200ccm und 6,5PS bin ich jetzt zufrieden.
Im April steht der TÜV an und dann gibt es auch mal längere Touren.
An dieser Stelle wünsche ich alle eine gute Saison .
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ES250/2 Trophy Deluxe Bj. 71; ES175/1 Bj. 66 Hellbraun; Simson: KR51/1, Bj. 80; AWO-T, Bj. 60; NSU ZD 201, Bj. 33; S-SR50 (Kindercrosser); Ford BB Lastwagen Bj. 1933