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Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zündapp

15. August 2023 20:22

Am Sonntag Abend war ich mit der Zündapp unterwegs. Während der Fahrt auf der Bundesstraße hatte ich das Gefühl von starkem Seitenwind. Im nächsten Ort hörte ich während der Fahrt ein metallisches Geräusch, als hätte ich etwas verloren. Etwa 20 Meter weiter versetzte die Zündapp in einer Rechtskurve, als wäre der Reifen platt. Ich stoppte und sah Folgendes:
$matches[2]

Die Steckachse war soweit ausgewandert, dass das Distanzstück zwischen Rahmen und Rad verloren wurde. Ursache war der Abriss des Gewindeteiles der Steckachse:
$matches[2]

Der Gewindeteil steckte natürlich so tief im Gehäuse, dass ich dieses komplett zerlegen musste. Hier sieht man das Teil im Gehäuse stecken:
$matches[2]

Einmal komplett zerlegen. Das Gewindeteil habe ich angebohrt und mittels eingeschlagenen Kreuschraubendreher herausdrehen können.
$matches[2]

20230814_205617.jpg

$matches[2]

Heute habe ich den Antrieb remontiert.
$matches[2]


Ob Materialermüdung die Ursache ist weiß ich nicht, hoffe es aber.
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Zuletzt geändert von mz-mw am 16. August 2023 13:28, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

15. August 2023 20:37

Das hätte wirklich übel enden können.
Bei der BMW ist diese Achse im Rahmen geklemmt, so das beim abreißen die Achse nicht auswandern kann.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 04:48

Das Krad ist ja schon ein paar Jahre alt. Wer weiß, wie oft die Steckachse schon heraus und hinein geschraubt wurde und wie oft man es mit dem Anzugsmoment übertrieben hat?

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 05:52

Ist das wirklich nur so ein winziges Gewinde dran? Das sieht für mich nach einer Sollbruchstelle aus.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 06:06

Hauptsache nix passiert und es ließ sich reparieren.
Allerdings finde ich die Bohrmaschiene in Bild 4 noch extra erwähnenswert. Schön, dass sowas noch im Einsatz ist, ein Erbstück?

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 06:07

Die Achse ist schon sehr massiv, deswegen sieht das Gewinde so klein aus.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 06:58

ETZeStefan hat geschrieben:Bei der BMW ist diese Achse im Rahmen geklemmt, so das beim abreißen die Achse nicht auswandern kann.

Das ist ein wirklich sicherheitsrelevanter Vorteil!

berndy hat geschrieben:Das Krad ist ja schon ein paar Jahre alt. Wer weiß, wie oft die Steckachse schon heraus und hinein geschraubt wurde und wie oft man es mit dem Anzugsmoment übertrieben hat?


Das ist auch meine Vermutung. Die Steckachse hat zusammengerechnet vermutlich 30.000km auf der Uhr. Ich werde alle Achsen alle 20.000km tauschen. Gelebtes Qualitätsmanagement ;-)

Mainzer hat geschrieben:Ist das wirklich nur so ein winziges Gewinde dran? Das sieht für mich nach einer Sollbruchstelle aus.
Das ist es absolut! Ich empfinde die Konstruktion als sehr unglücklich. So eine dicke Achse und daran so ein dünnes und kurzes Gewinde!

tippi hat geschrieben:Hauptsache nix passiert und es ließ sich reparieren.

Das sehe ich exakt wie Du! Kein Personenschaden und alles reparabel.

tippi hat geschrieben:Allerdings finde ich die Bohrmaschiene in Bild 4 noch extra erwähnenswert. Schön, dass sowas noch im Einsatz ist, ein Erbstück?

Exakt, es handelt sich wirklich um ein Erbstück. Da mein "moderner" Akkuschrauber defekt ist, musste ich auf bewährte und langlebige (um nicht das Wort "nachhaltige") Qualität setzen und griff einfach in den Werkzeugschrank.
Zuletzt geändert von mz-mw am 17. August 2023 06:53, insgesamt 2-mal geändert.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 11:02

Du hast im Bereich der Achsaufnahme mehrere Gewinde,
da könnte man doch einen "Achs-Wanderungs-Verhinderer" anbauen.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

16. August 2023 11:18

zweitakt hat geschrieben:Du hast im Bereich der Achsaufnahme mehrere Gewinde,
da könnte man doch einen "Achs-Wanderungs-Verhinderer" anbauen.

Das genau habe ich mir auch überlegt. Da gibt es Möglichkeiten. Mal schauen, was da so geht.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

17. August 2023 16:58

Knapp 70 km Probefahrt erfolgreich absolviert. Abschließende Kontrolle ergab keine Probleme.
20230817_170616.jpg
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Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

17. August 2023 17:25

Liegt die Achse am Bund stirnseitig an, oder ist da Spiel?

Eventuell kann man da durch einwn Freistich oder Freidrehen der Anlage die Zugbelastung auf das Gewinde senken beim Festziehen.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

17. August 2023 18:12

Stephan hat geschrieben:Liegt die Achse am Bund stirnseitig an, oder ist da Spiel?

Eventuell kann man da durch einwn Freistich oder Freidrehen der Anlage die Zugbelastung auf das Gewinde senken beim Festziehen.

Die Achse liegt bündig an. Die Idee gefällt mir!

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

17. August 2023 18:22

Das hört man ja gerne das alles wieder gut ist.
Dan steht einer Probe Runde nach Hagenow am Wochenende nichts im Wege. :gut:

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

17. August 2023 20:50

Rallye Olaf hat geschrieben:Das hört man ja gerne das alles wieder gut ist.
Dan steht einer Probe Runde nach Hagenow am Wochenende nichts im Wege. :gut:


Das ist der Plan! Fährst du auch? Wir starten 7.30 Uhr ab Lübeck.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

18. August 2023 03:51

Freitag ab 16 Uhr bis Sonntag 14 Uhr :wink:

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

21. August 2023 11:03

Nach gefahrenen 285km zeigt sich der Hinterachsantrieb dicht, das Flankenspiel ist in Ordnung und die Maschine fährt wunderbar geradeaus. Ich bin zufrieden.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

25. August 2023 13:37

Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Der Forist OWO gab mir den Tipp, die Steckachse - wie früher üblich - mittels Sicherungsdraht zu sichern. Das verhindert nicht das Abreissen des Gewindes aber es verhindert das Auswandern der Achse nach einer solchen Fraktur.

Vielen Dank Wolf-Dieter

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

25. August 2023 17:25

Die wär wohl auch weniger gewandert, wären die (im Krieg nötigen) Wasserbehälter drangewesen. Sicherungsdraht ist natürlich die elegante Lösung.
So ein Krad war gedacht 1-2 Jahre für den Kriegseinsatz, nicht für die Ewigkeit gebaut.
Sag mal bitte, sind das die Luftfilter?
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Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

25. August 2023 19:18

dscheto hat geschrieben:Die wär wohl auch weniger gewandert, wären die (im Krieg nötigen) Wasserbehälter drangewesen.


Nein, der Koffer war dran und wurde fürs Foto abgenommen.

dscheto hat geschrieben:"Sag mal bitte, sind das die Luftfilter?


Ja, wegen der Vergaservereisung wurde ab 1942 der Wirbelluftfilter montiert. Sichtbar hier sind die Wirbelpatronen.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

25. August 2023 19:56

Danke für die Auskunft!

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

27. August 2023 14:53

Wie schon geschrieben, eine Verliersicherung ist ein Behelf, aber keine Lösung. Sobald die Vorspannung weg ist, fängt die Sache an zu Arbeiten und nutzt unnötig die Originalteile ab.
Und die Vorspannung verschwindet, weil der Verschraubung die Dehnlänge fehlt.
Vorschlag: eine Steckachse mit Schaftdurchmesser = Gewindedurchmesser nehmen, darübergeschoben eine dickwandige Hülse mit minimaler Spielpassung, die den dicken Teil der Achse darstellt.
Noch eine grosse Scheibe unter den Kopf der Achse. Jetzt ist reichlich Dehnlänge vorhanden, da sollte sich nix mehr lockern.

Ich frag mich wieso man sowas konstruiert. Kann es sein, dass die Achse ursprünglich dünner war, sich dann im Feldtest, zum Beispiel beim Aufstellen des auf der linken Seite liegenden beladenen Gespanns, verbogen hat und dicker gemacht wurde? Und der Antrieb zu diesem Zeitpunkt schon fertig war? Wäre ja denkbar :)

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

29. August 2023 14:44

krocki hat geschrieben:Wie schon geschrieben, eine Verliersicherung ist ein Behelf, aber keine Lösung. Sobald die Vorspannung weg ist, fängt die Sache an zu Arbeiten und nutzt unnötig die Originalteile ab.
Und die Vorspannung verschwindet, weil der Verschraubung die Dehnlänge fehlt.
Vorschlag: eine Steckachse mit Schaftdurchmesser = Gewindedurchmesser nehmen, darübergeschoben eine dickwandige Hülse mit minimaler Spielpassung, die den dicken Teil der Achse darstellt.
Noch eine grosse Scheibe unter den Kopf der Achse. Jetzt ist reichlich Dehnlänge vorhanden, da sollte sich nix mehr lockern.

Ich frag mich wieso man sowas konstruiert. Kann es sein, dass die Achse ursprünglich dünner war, sich dann im Feldtest, zum Beispiel beim Aufstellen des auf der linken Seite liegenden beladenen Gespanns, verbogen hat und dicker gemacht wurde? Und der Antrieb zu diesem Zeitpunkt schon fertig war? Wäre ja denkbar :)

Vielen Dankk für den Vorschlag. Das ist ein guter Ansatz!

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

29. August 2023 14:49

Dann aber die Schraube bitte so herstellen, dass auf dem Schaft, wo die Hülse aufliegt, kein Gewinde ist (Stichwort Kerbwirkung) und die Hülse wirklich saugend oder mit leichten Schlägen oder Wärme übergeschoben wird, keine Spielpassung.

Re: Das hätte wirklich schief gehen können. Steckachse Zünda

9. September 2023 10:27

585 km, einmal Schorfheide und zurück. Der Antrieb funktioniert problemlos. Ich habe nochmal das Öl gewechselt und bin zufrieden.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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