Ich freue mich wirklich sehr, daß Du versuchst mit wissenschaftlichen Methoden das Problem auseinanderzunehmen. Witzig ist, daß das Ergebnis sogar weitgehend stimmt, schließlich sind die zeitgenössischen Luftfilter alle in etwa 100 bis 130 mm im Durchmesser. Allerdings spielte damals eine deutlich höhere Komponente Empirie bei der Ermittlung der Größe dieser Teile mit. Man war sich beispielsweise nicht zu fein, einen Luftfilter derselben Größe auch bei einer 350er dranzubasteln.
Aber der Reihe nach: Deine Rechnung ist cool. Da hast Du Dir was dabei überlegt. Sie wurde und wird auch angewandt, spiegelt aber für Gas- und Dampfmaschinen den Kenntnisstand von etwa 1845 wieder. Die einfache Formel: "Hubraum entspricht dem Volumen des transportierten Mediums" funktioniert leider nur bei völlig inkompressiblen Medien, also Wasser oder Öl oder Marmelade usw.. Im Zweitaktmotor läuft die Sache völlig anders ab. Richtig ist, daß es sich bei Motoren auch mehr oder weniger um eine Pumpe handelt, die im großen Maßstab Luft pumpt (um sie anschließend einem Verbrennungsvorgang zuzuführen).
Der Hubraum ist auch entscheidend dafür, wieviel Luft überhaupt angesaugt werden kann, ABER: Man kann nicht einfach das volle Hubvolumen annehmen. Für den Saugtakt gilt beim Zweitakter: Wirksamer Hub = geometrischer Hub minus Höhe des Ansaugkanals, was das mögliche Pumpvolumen des Motors signifikant herabsetzt. Das ist aber nicht annähernd die ganze Wahrheit. Diese Überlegung gilt für niedrige Drehzahlen, wo eine solch statische Betrachtungsweise noch zulässig ist, da sich das Gas bei niedrigen Geschwindigkeiten noch ähnlich einer Flüssigkeit verhält. Mit steigender Drehzahl sieht die Sache vollkommen anders aus. Spätestens ab der Drehzahl, bei der allmählich der Resonanzeffekt des Auspuffs einsetzt, kommt die für uns hier wichtige Sogwirkung des Einlaufkonusses des Auspuffs ins Spiel. Die setzt sich, je höher die Drehzahl, desto stärker, bis ins Kurbelgehäuse fort. Wie stark explizit, hängt sehr von den Steuerzeiten der Maschine und vom verwendeten Auspuff ab. Plötzlich ist der Motor in der Lage, eine höhere Luftmenge anzusaugen, als es ihm rein vom Hubvolumen her möglich wäre (Nebeneffekt der nicht zu Unrecht so genannten Resonanzaufladung).
Kurz und gut: Man muß es probieren. Ein größerer Filter ist nie ein Fehler.
Sicher, der Ölfilm kann irgendwann bei zu hoher Strömungsgeschwindigkeit abreißen. Mit einem äußert unangenehmen Nebeneffekt: Der bis dahin gesammelte Dreck, der in den Maschen des Siebes gesammelt wurde, wird beim Abriß des Ölfilms direkt in Form von ganzen Batzen in den Motor gesaugt. Also so in etwa das Gegenteil von dem, was man mit dem Einbau eines Filters erreichen wollte.
MZ TS 150 GS-Umbau Bj 1983; DKW NZ 250 Bj. 1938; Simson S51 Umbau Bj.1980; RT 125 International Projekt; NSU Quick-Umbau Projekt Bj.1936; Trial-Projekt mit MZ-Motor; Eigenbau-Simmi mit Starrrahmen und MZ Motor; Phänomen Bob Projekt Bj.1941;DKW NZ 350/ISH Umbau Projekt