Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Motor, Antrieb, Vergaser, Getriebe.

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Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 16. Juni 2026 20:36

Hallo zusammen,
hoffentlich rechtzeitig vor dem Forentreffen bin ich am Finalisieren meiner ES 250/2. Die Gute hat lange genug zerlegt rumgelegen. Am Donnerstag habe ich Termin bei der DEKRA zum 21er. Kennzeichenreservierung gilt bis 23.6. :wink:
Ich habe frisches Öl im Motor, den Vergaser überholt und einen neuen Unterbrecher eingebaut. 0,3mm Abstand. Motor springt gut an, der Auspuff qualmt relativ viel und beim Lastwechsel klingt es manchmal, als würde etwas anstoßen.
Also, Spaltmaß gemessen, mit Ölkohle (nicht viel) komme ich auf 0,9mm. Das sollte eigentlich 1,2mm mindestens sein. Was noch auffällt, die Zündung ist am Anschlag in Richtung früh, das ist aber geschätzt nur 1mm Frühzündung.
Lima und Nocken sehen gut aus und sitzen auch richtig in den Stiften. Fliehkraftverstellung ist schon 47 Jahre ausgebaut.
Habt Ihr ne Idee? Zum 21er wird das gehen, aber viel möchte ich so nicht fahren.
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Gruß Matthias
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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Schmiddi071 » 16. Juni 2026 21:49

Moin...
Spaltmaß? Ich denk du meinst das Quetschmaß zwischen Kolben und Kopf .
Hast du denn die Bleche da um das zu ändern?

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 16. Juni 2026 22:12

Hallo Schmiddi,
Ja, ich meine das Quetschmaß. Na ja, ich hab in meine Lager noch nicht durchwühlt. Könnte sein. Der erste Griff war Trabbi ☺️ Passte natürlich nicht. Könnte aber sein. Zumindest bis zum Treffen. Wenn ich die Öhlkohle abkratze, komme ich aber vielleicht auf die 1,2mm.
Dem Problem mit dem Zündzeitpunkt komme ich auf die Spur. Im Lima-Läufer erlaubt quasi jede Position des Nockens. Mehr Zufall, daß ich da eine halbwegs passende Position gefunden habe.
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Da geht was!
Gruß Matthias
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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon ea2873 » 17. Juni 2026 09:59

wie alt sind denn deine Wellendichtringe? die dürften auf jeden Fall nach 35 Jahren fällig sein.

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 17. Juni 2026 10:28

Die beiden unter Lima und Kettenritzel habe ich letzten Monat schon erneuert. Der „Rest“ kommt im Winter dran. Den Motor habe ich ca. 1986 zuletzt überholt. Heute kommt die Tachowelle, wenn DHL mitspielt und morgen gehts zur 21er.
Gruß Matthias

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Lorchen » 17. Juni 2026 13:52

Gerade der "Rest", also die innenliegenden Dichtringe sind die entscheidenden.
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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 17. Juni 2026 14:18

Schon klar, das ist aber bis kommende Woche nicht zu schaffen. Ich hoffe, ich schaffe es auch so damit bis Schöna (und auch zurück). Das ist definitiv Winterarbeit. Wenn es nicht klappt, komme ich mit der SR500... Wobei, die springt warm echt scheixx an :cry:
Gruß Matthias

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Guzzi44 » 17. Juni 2026 17:33

Hallo Matthias!
Eines verstehe ich nicht: Hast Du keine halbmondförmige Passfeder auf der Lima-Welle, so daß der Rotor in einer festgelegten Position auf der Kurbelwelle befestigt wird? Außerdem ist in der Rotorwelle eine Nase, daß der Nocken ebenfalls in einer Position verschraubt wird. Bei meiner ES 175 ist das jedenfalls so.
Dann frage ich mich, was der weiße Filz unter dem U-Kontakt soll. Ist der nur vorübergehend zum Reinigen angebracht?
Außerdem würde ich die vernudelten Schlitzschrauben durch Inbusschrauben ersetzen, aber das wäre einer späteren Maßnahme vorbehalten.
Dann frage ich mich, was der Meißel Hieb unterhalb des Kollektors bedeuten soll. Mit so brutalem Werkzeug geht man doch nicht der Lima zu Leibe!
Zum Schluß wünsche ich Dir, daß Du die HU bestehst.
Guzzi44.

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 17. Juni 2026 20:15

Danke Guzzi44,
unter dem Rotor ist kein Halbmond sondern ein Paßstift. Der erfüllt aber die gleiche Funktion. KW und Rotor passen also einzigartig zusammen. Im Rotor ist, vermutlich durch eine Fehlmontage des Nockens aber diese Einzigartigkeit nicht mehr gegeben. Er (der Nocken) kann also in beliebiger Stellung montiert werden, was mir zunächst nicht auffiel. Ich nehme an, der kleine Meißelhieb war zu meiner Jugend der misslungene Versuch, das zu lösen. Untauglich, wie man sieht. Ich habe jetzt den Nocken in der halbwegs korrekten Stellung angebracht und die Zündung auf -20 Grad bei 0,35mm Unterbrecherabstand eingestellt. Funktioniert! Emme springt prima an und klingt auch soweit gut. Hab heute bei Güsi noch Distanzbleche für den Kopf bestellt. Ich hoffe, die sind lieferbar. Dann passe ich das Quetschmaß noch etwas an.
21er wird interessant. Keine Blinker (ist ne 250/2 A) und ein Seitenständer mit nur einer Feder. Zeitgemäß eben. Lt. Brief aus der DDR habe ich einen 17,5PS Motor, physisch sieht der aber nach 19 PS aus und hatte damals auch problemlos mit TS und ETZ Serie mitgehalten. Ich lasse also 19PS eintragen. Vorn ist ein 3,50 x 16 auf passender Felge drauf, steht aber auch so im Brief. Ich überlege noch, ob ich auch 3,25 x 16 zusätzlich eintragen lasse.
Happy bin ich über meine selbst eingespeichten Felgen. Laufen gut. Hier hatte ich etwas Bedenken, da so 1mm Schlag noch war.
Heute Abend noch bißchen Scheinwerfer einstellen, das sollte dann reichen für morgen.
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Gruß Matthias
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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Schmiddi071 » 17. Juni 2026 21:33

Das Rücklicht sieht so aber komisch aus...aber ich denke mal das bleibt so nur wegen der 21er

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 17. Juni 2026 22:31

Ich fand es vor über 40 Jahren schöner als das Original. Da kommt ja noch ein TS Gepäckträger und Seitengepäckträger ran...
Gruß Matthias

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon ea2873 » 18. Juni 2026 08:01

Guzzi44 hat geschrieben:Dann frage ich mich, was der weiße Filz unter dem U-Kontakt soll. Ist der nur vorübergehend zum Reinigen angebracht?


der Filz ist original, bei mir ist der nur nicht mehr so schön sauber. Soll wohl das Nockenfett vom Kontakt fernhalten.
Bild

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » 18. Juni 2026 11:47

:biggthumpup:
oder einfach Danke!

Unterbrecher ist neu, mit Filz.
Neues Problem, die untere Schraube am linken Deckel ist seit dem Ölwechsel nicht mehr dicht. Offenbar habe ich die neue Inbus-Schraube mit zu viel Drehmoment angezogen und das Gehäuse hat nun tief drinne im Sackloch einen Riss :evil:
Ich hab erst einmal für die DEKRA Dichtmittel reingeschmiert. Hoffe das es hält. Da muß ich langfristig etwas bauen und einkleben.

Gruß Matthias

-- Hinzugefügt: 18. Juni 2026 16:38 --

Alles erledigt. Ein 21er, dann noch an nem historischen Gerät, war für den Prüfer Neuland. In seinen Vorgaben gibt es keine /2A und auch keinen 19PS Motor. Das war dann recht umständlich als Änderung einzupflegen. Was die heute aber alles brauchen, Max. Achslast, Standgeräusch, Fahrgeräusch, Lastindex der Bereifung….
Egal, alles erledigt. Dank dem Forum und seiner Nutzer aber alles unproblematisch. Jetzt nur noch einen Termin bei der Zuassungsbehörde bekommen. Sollte aber mit Verweis auf die Kennzeichen Reservierung kein Problem werden.
Gruß Matthias

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Guzzi44 » Heute 11:16

Hallo Matthias!
Ich will mich noch einmal melden: Der Filz unter dem Nocken vom U-Kontakt ist mir neu. Bekommt man damit einen langfristig korrekten Zündzeitpunkt hin? Der Filz kann sich doch "setzen", dann stimmt der Kontaktabstand nicht mehr. Zum Reinigen des Nocken auf der Lima-Welle ist doch der fest verschraubte Filz in der Halterung zuständig. Aber wenn es funktioniert ist es ok. Man lernt nie aus.
Was das defekte Gewinde angeht, hast Du schon einmal an eine Reparatur mit Heli Coil gedacht? Die Sätze gibt es in allen Gewindegrößen, inzwischen sehr preiswert und problemlos zu montieren.
Die Maschine ist sehr schön geworden, Glückwunsch für die bestandene HU! Was mir persönlich nicht so am Styling gefällt, ist die Scheinwerfer-Tankpartie an diesen Modellen, ein wenig zu futuristisch. Aber es ist original und sowieso ein Liebhaberstück, was nicht an jeder Straßenecke steht!
Es geht mir mit meinen alten Guzzis genauso, die sind inzwischen auch selten geworden!
Die Einspeicherei der Räder habe ich auch kennen gelernt, eine Fummelei mit viel Geduld. Ich habe mir inzwischen einige Schlüssel für die Nippel angefertigt, die Standarddinger waren mir nicht praxisgerecht genug.
Jetzt bleibt nur noch, Dir viel Spaß mit der Maschine zu wünschen.
Mit vielen Grüßen aus dem Oberharz Guzzi44

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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Mechanikus » Heute 11:57

Der Filz am Nocken hat eine rechteckige Aussparung für den Unterbrecherfinger, das heißt, da klemmt kein Filz dazwischen.
Ja klar, wenn man das nicht kennt, sieht es nicht gerade vertrauenserweckend aus...

Fuhrpark: MZ TS 150 GS-Umbau Bj 1983; DKW NZ 250 Bj. 1938; Simson S51 Umbau Bj.1980; RT 125 International Projekt; NSU Quick-Umbau Projekt Bj.1936; Trial-Projekt mit MZ-Motor; Eigenbau-Simmi mit Starrrahmen und MZ Motor; Phänomen Bob Projekt Bj.1941;DKW NZ 350/ISH Umbau Projekt
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Re: Wiederinbetriebnahme nach 35 Jahren…

Beitragvon Gundi » Heute 13:06

Hallo Guzzi,
Hier mal ein Bild meines Reserve-Verbrechers. Der Filz hat die Aufgabe, eventuell zu reichliches Schmiermittel vom Unterbrecher fern zu halten. Das geschieht manchmal, wenn der eigentliche Schmierfilz ein paar Tropfen zu viel bekam und insbesondere, wenn er nicht nur den Nockenberg bestreicht.
Ich kenne diese zusätzlichen Filze schon ewig, gebe aber zu, wir haben sie früher immer weggelassen.
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Danke für die Blumen und die guten Wünsche. Der Aufbau hat sich nun 22 Jahre gezogen. Gut, daß es das Forentreffen als Motivation und zeitlichen Anschlag gibt.
Gruß Matthias

-- Hinzugefügt: 23. Juni 2026 13:14 --

Ach ja, das Gewinde an sich ist nicht defekt sondern die Durchführung im Kupplungsdeckel. Also der Grund, auf dem sich der Schraubenkopf abstürzt. Ich werde dort eine Büchse einkleben, quasi ein Stück Rohr. Damit ist das Sackloch nicht mehr so tief aber der Schraubenkopf ist weiterhin versenkt.

Gruß Matthias
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