Bei meiner ETZ150 (10,5 kW) steht eine Motorenüberholung an. In dem Zuge würde ich ihr gern etwas mehr Durchzug von unten her spendieren. Ich habe im Forum schon viele Hinweise gefunden, oftmals unter dem Stichwort "zieht nicht richtig". Da diese Freds jeweils ihre eigene Thematik hatten, habe ich das, was für (m)eine ETZ150 passen könnte, hier mal zusammengetragen. Und würde gern von euren Empfehlungen oder Erfahrungen profitieren.
Vorab, ich will gar nicht schneller fahren. Und auch die Leistung, die der 10,5 kW-Zylinder ab 5.500 U/min bringt, reicht mir. Wenn die Leistungsentfaltung nur schon etwas eher starten würde …
Tatsächlich bin ich mittlerweile eher auf den kleineren Landstraßen unterwegs, wo Durchzug wichtiger als Höchstgeschwindigkeit ist. Aber die 100 km/h sollten schon noch drin sein.
Nach vielem Lesen habe ich folgende Optionen gefunden:
1. Umbau auf 9 kW bei 15er Ritzel
Wäre vermutlich die preiswerteste Variante. Schafft die Maschine dann noch 100 km/h? Sie müsste dafür im 5. Gang ca. 6.200 U/min drehen, was oberhalb der 5.800-6.000 U/min ist, wo die max. Leistung anliegt. Ist das drin? Und hält der Motor das auch eine Weile durch oder ist das nur für einen kurzen Sprint möglich?
Vor vielen Jahren hatte ich probeweise schon mal auf 9 kW umgebaut, aber mit 16er Ritzel. Das hat mich nicht so begeistert, da gerade im Hügelland ein bisschen die Puste fehlte.
2. 26er Vergaser am 10,5 kW-Zylinder inkl. Aufbohren des Einlasses auf 26 mm
Die Kommentare im Forum lesen sich vielversprechend ("zieht jetzt richtig, auch im 5. Gang"). Verbessert das tatsächlich auch den Durchzug von unten her? Oder bleibt es die etwas spitze Charakteristik der 10,5 kW-Version?
Würde es ggf. Sinn machen, den 9 kW-Zylinder auf 26 mm Einlass aufzubohren oder kann dieser das zusätzliche Ansaugvolumen nicht "verdauen"?
3. Tuning mit Anpassung von Steuerzeiten und/oder Zylinderkopf
Es gibt hier im Forum einige Leistungsdiagramme (vor allem der 160er/164er ETZen) mit sehr schönen Drehmomentkurven. Allerdings sind dann gern mal 20 PS ausgewiesen. Mir wäre lieber, wenn die Leistung noch so ungefähr mit den Angaben im Kfz-Schein zusammenpasst. Oder anders, bei der Wahl zwischen 20 PS oder einem schön breiten Drehmomentband, würde ich das zweite wählen.
Daher, kann man dem 10,5 kW-Zylinder bzw. dem Zylinderkopf durch entsprechende Bearbeitung mehr Drehmoment von unten her verleihen ohne oben gleich die 11 kW zu überschreiten? Oder sollte man hierfür besser einen 9 kW-Zylinder nehmen?
Wichtig ist mir, dass das Ganze alltagstauglich bleibt. Ich würde gern 200 km mit einer Tankfüllung kommen und weiterhin Gemisch mit 1:70 oder vielleicht sogar mal 1:100 fahren.
Gibt es vielleicht noch andere Optionen? Den Fred "Antituning" habe ich gelesen. Solche Metallarbeiten kann ich leider nicht vornehmen, da fehlt mir ein bisschen die Ausrüstung und aber vor allem die Zeit. Ich habe daher gezielt solche Maßnahmen gesucht, die man gut separieren kann (wie z.B. das Aufbohren des Einlasses), auch wenn das vielleicht noch nicht das Optimum ist.
Vielen Dank für eure Tipps und schönen Abend.
Jan