TS 125/150 Motor, verschiedenes

Motor, Antrieb, Vergaser, Getriebe.

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TS 125/150 Motor, verschiedenes

Beitragvon makrohard » 13. Juni 2018 20:58

Bei der Motorrevision eines HuFu Motors sind mir folgende Dinge nicht ganz klar:

1) DZM-Antrieb: Wie ist das axiale Soll-Spiel der Antriebswelle und des Doppelzahnrades? Hintergrund der Frage ist, dass ich deutlich über einen mm Spiel bei der Antriebswelle habe und mehrere Zehntel beim Doppelrad. Von Gefühl her würde ich beide auf ca. ein Zehntel, also auf gereade noch fühlbares Spiel einstellen, durch den Einbau von passenden Anlaufscheiben. Andererseits kann ich mir vorstellen, dass wegen der Schmierung hier viel Spiel vorgesehen ist. In der Explosionszeichnung / dem Ersatzteilkatalog sind jedenfalls keine Anlaufscheiben vorgesehen. Dazu zu sagen ist, dass ich nicht die originale Kunststoffbuchse verwende sondern einen aus Messing gedrehten Nachbau. Der Nachbau ist jedoch sehr präzise, hat mir ein befreundeter Werkzeugmachermeister in Rente angefertigt.

2) Kupplung / Kickstarter. Da hab ich beim Einbau vmtl. den gleichen Fehler wieder gemacht den dieser Motor von Anfang an hatte. Den muss ich korrigieren. Verstehe ich das richtig, dass in die Nut an der Welle des Antriebsritzels hinter dem Kupplungskorb ein Sicherungsring gehört, darüber eine Anlaufscheibe , dann die Haltescheibe für die Feder, dann die Feder, dann das Kickstarterrad? In die Welle des Antriebsritzels kommt ja die Laufbuchse. Zum Einstellen der Flucht zum Ritzel auf der Kurbelwelle werden Ausgleichsscheiben verwendet. Diese kommen zwischen Kupplungswellenlager und Laufbuchse?

3) Die vorderen beiden Schrauben des Kupplungsdeckels waren bei mir zunächst nicht öldicht. Ich habe Kupferscheiben zur Dichtung verwendet. Um die Schrauben dicht zu bekommen habe ich dann Hylomar unter die Schaubenköpfe geschmiert. Wie sollen die original abdichten?

4) Ich hätte erwartet, dass der Kontaktstift am Leerlaufkontrollschalter federbelastet ist. Zumindest meiner ist das nicht, er ist frei beweglich. Ich hätte folglich erwartet, dass die Kontrolleuchte bei eingelegtem Gang gelegentlich blinkt, weil der Stift ja durch nichts zurückgedrückt wird. Entgegen meiner Erwartung funktioniert er aber tadellos, d.h. sobald ich einen Gang eingelegt habe, geht die Leerlaufkontrolleuchte aus. Kann mir das einer erklären, ich würde nur gern die Konstruktion verstehen... Warum ist da keine Rückholfeder drin und es funktioniert trotzdem? Evtl. durch den Öldruck? Aber wenn doch der Motor keine Ölpumpe hat, wo käme denn dann Öldruck her?

5) Wenn ich 'ganz vorsichtig' schalte, habe ich zwischen dem 3 und 4 Gang noch einen zweiten 'Leerlauf' (geräuschlos). Beim normalen Schalten fällt das nicht auf, die Gänge gehen einfach rein und springen nicht raus. Die Einstellung der Schaltarretierachse hab ich nach bestem Wissen vorgenommen. Das Einlegen der Gänge ist, wie bei Synchrongetrieben immer, mit einem klaren 'Klack' verbunden, bei meiner HuFu eher ein betonteres 'Klack' als bei moderneren Maschinen. Fühlt sich aber nicht ungesund an, ich achte normalerweise beim Schalten eh darauf dass die Drehzahl einigermaßen stimmt (Gasstoß vor dem Runterschalten, Gas weg beim Hochschalten). Wenn ich das so mache ist die Schaltung butterweich. Gefühlt also alles okay. Ist das mit dem 'zweiten Leerlauf bei sehr vorsichtigem Schalten 3 ->4' normal?

Ich bin halt Autodidakt und kein Profi, hab vorher noch nie einen kompletten Motor gemacht aber es bereitet mir viel Freude und die HuFu ist ein dankbares Lehrobjekt. Ich wäre für Tipps die mich weiter erleuchten sehr dankbar!

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Re: TS 125/150 Motor, verschiedenes

Beitragvon Mainzer » 14. Juni 2018 07:02

3) In den Senkungen hängen gerne ganze Generationen von Kupferdichtungen. Mal alle rausholen und dann wird das auch mit einer neuen dicht. Nicht zu fest anziehen, dann bricht gerne eine Verstärkungsrippe im Deckel.
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Re: TS 125/150 Motor, verschiedenes

Beitragvon michi89 » 14. Juni 2018 07:33

5) Aus meiner Sicht alles normal. Der Leerlauf zwischen 3. und 4. Gang ist konstruktionsbedingt. Manchmal nitze ich den sogar bewusst, wenn ich lange Berge runterfahre. Das Getriebe ist aber unsynchronosiert. Das meintest du sicher auch. Das die beim schalten etwas klacken/ leicht knallen ist normal.
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Re: TS 125/150 Motor, verschiedenes

Beitragvon schrauberschorsch » 14. Juni 2018 08:52

Ich habe keine TS, aber die Konstruktion des Getriebes ist ja dem RT 4-Gang-Getriebe noch recht ähnlich. Zur RT kann ich folgendes sagen (dürfte bei TS 150-Getriebe auch nicht anders oder viel anders sein):

2) Die Anlaufscheiben um die Flucht des äußeren Kupplungskorbs zum Primärritzel einzustellen, kommen zwischen das linke Getriebewellenlager und der Laufbuchse auf dieser Welle auf welcher der äußere Kupplungskorb läuft. Auf dem eine stärkere Scheibe, darauf die Buchse. Anlaufscheiben kommen, sofern erforderlich, dazwischen.

3) Antwort siehe oben. Man kann die Kupferringe auch weglassen und nur Dichtmasse unter die Schraubenköpfe schmieren. Wird auch dicht.

4) Der Stift des Schalters für die Leerlaufleuchte ist nicht federbelastet. Wie der Schalter genau funktioniert, weiß ich auch nicht. Dass bei Einlegen eines Ganges die Kontrolleuchte erlischt, liegt vielleicht einfach daran, dass aufgrund der sich drehenden Getriebeteile der Stift ins Getriebegehäuse gezogen und dadurch der elektrische Kontakt unterbrochen wird, quasi durch Sog. Das Blech welches den Stift im Leerlauf drückt, gibt den Stift bei Einlegen eines Ganges ja frei.

5) Leerlauf zwischen 3. und 4. Gang ist normal.

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Re: TS 125/150 Motor, verschiedenes

Beitragvon makrohard » 14. Juni 2018 20:51

Schon mal vielen Dank für eure Antworten.

1)
Das mit dem DZM-Axialspiel wäre mir wichtig zu wissen, weil ich nicht sicher bin ob ausreichende Schmierung noch gewährleistet ist, wenn ich das Spiel deutlich knapper einstelle (so dass es gerade noch fühlbar ist).

2)
Da ging es mir v.a. um 2 Dinge nämlich worauf sich die Feder des Kickstarterrades genau abstützt und ob die Distanzscheiben auf oder unter die Laufbuchse kommen. Ich verstehe die Antwort von schrauberschorsch so, dass diese unter die Laufbuchse kommen, macht Sinn. Und die Feder stützt sich wohl eben nicht auf diesen Anlaufscheiben sondern auf einer eigenen Scheibe dafür ab, welche von einem Sicherungsring gehalten wird. Korrekt so?

3)
Mainzer hat geschrieben: In den Senkungen hängen gerne ganze Generationen von Kupferdichtungen.

Gereinigt ist der Deckel natürlich, richtig fest anziehen hab ich mich nicht wirklich getraut, das fühlte sich so nachgiebig an, vmtl. liegts daran auch dass es erstmal nicht dicht war. Klar ist: Original wird mit den Kupferscheiben gedichtet.

4)
schrauberschorsch hat geschrieben:Dass bei Einlegen eines Ganges die Kontrolleuchte erlischt, liegt vielleicht einfach daran, dass aufgrund der sich drehenden Getriebeteile der Stift ins Getriebegehäuse gezogen und dadurch der elektrische Kontakt unterbrochen wird, quasi durch Sog.
Das macht Sinn. Zumindest der beste Erklärungsansatz den ich bisher gehört habe. Danke!

5)
michi89 hat geschrieben:Der Leerlauf zwischen 3. und 4. Gang ist konstruktionsbedingt. ... Das Getriebe ist aber unsynchronosiert.
Ok, das beruhigt mich. Klar unsynchronisiert. Wollte eigentlich 'sequentielles Getriebe' schreiben. War schon spät...

-- Hinzugefügt: 15. Juni 2018 15:01 --

Hmm, habt Ihr den DZM-Antrieb wirklich alle ausgebaut? Kann mir denn keiner sagen wieviel Spiel denn die Antriebswelle und das Doppelrad axial haben sollen?

-- Hinzugefügt: 15. Juni 2018 18:44 --

:cry:

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