Motor ETZ 250 aufbauen

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Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 16. März 2021 23:13

Hallo zusammen,

ich würde mir gerne zum ersten Mal einen Motor für die ETZ 250 neu aufbauen/regenerieren und möchte mir dafür gerne etwas fachkundigen Rat einholen.

Eigentlich wollte ich für den Neuaufbau ein gebrauchtes ETZ 251-Gehäuse verwenden, aber wie sich dann in einem anderen Thread gezeigt hat, hätte ich mindestens zwei Lager einkleben müssen, weil die Lagersitze verschlissen waren. Da sich das für mich irgendwie nicht gut angefühlt hat, habe ich einen zweiten Motor gespalten, den ich schon lange Zeit als Ersatz in der Garage liegen hatte. Hier sehen die Sitze eigentlich sehr gut aus. Lediglich bei einem Kurbelwellenlagersitz hat es einen Materialübertrag zwischen Lagersitz und Kugellager gegeben.

Das ETZ 251-Gehäuse, was ich ursprünglich verwenden wollte, nehme ich nun zum Üben. Bevor ich das gute Gehäuse "scharf" zusammensetze, würde ich das Ganze gerne zwei oder drei Mal am nicht mehr ganz so guten Gehäuse mit altem Getriebe und alten Lagern "trockenüben". Den Tipp hat mir ein Foristi gegeben und er erscheint mir sehr sinnvoll. Denn die Fehler, die man einmal gemacht hat, macht man idealerweise beim zweiten oder dritten Mal nicht mehr.

Dass ich das alte Gehäuse von der ETZ 251 nicht mehr nutzen kann, hat mich ziemlich frustriert, da ich schon Stunden an Arbeit reingesteckt hatte, vor allem, um die Taschen der Überströmer an den Zylinder anzupassen. Dann noch Reinigung, Dichtkappen einkleben usw. Aufgrund von Unerfahrenheit und Unwissenheit habe ich mir die Lagersitze erst anschließend angeschaut und dann nach dem Feedback des Forums feststellen müssen, dass es ohne Kleber nicht mehr geht. Da war der Abend und der folgende Tag dann gelaufen. Trotzdem bin ich dann runter in die Garage, um mir den Ersatzmotor zu schnappen. Dabei habe ich dann gleich wieder Lehrgeld gezahlt: Da der Motor wahrscheinlich schon 30 Jahre lag, war der Kurbelwellenstumpf (Kupplungsseite) mit dem Innenring des Stützlagers der Kurbelwelle verwachsen. Ich habe dann ordentlich Rostlöser reingegesprüht und es über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Morgen habe ich dann mit dem Hammer auf die Lagerbuchse geklopft (die stand etwas heraus) und diese hat sich dann minimal bewegt. Allerdings hing der Kurbelwellenstumpf immer noch im Innenring fest und ich wollte nicht mit brachialen Hammerschlägen auf die Lagerbuchse kloppen. Also habe ich den Propangasbrenner rausgeholt und den Lagerinnenring heiß gemacht. Das Ganze hat auch Wirkung gezeigt und ich konnte mit ein paar Hammerschlägen den Kurbelwellenstumpf aus dem Lager hinaus bekommen und den Kupplungsdeckel abziehen. Allerdings war auch das Gewinde der Kurbelwelle blau verfärbt, wo der Drehzahlmesserantrieb draufgeschraubt wird. Ich habe gelernt: Propangasbrenner ist extrem heiß :ja: Heute habe ich mir im Tedi für 3 Euro einen ganz kleinen Propangasbrenner geholt, den ich durch Zufall gesehen hatte. Der steht jetzt als erste Maßnahme parat, bevor der große Gasbrenner gleich alles kaputt macht.

Warum mache ich jetzt den Thread hier? Eigentlich deshalb, weil ich gemerkt habe, dass ich Unterstützung bei der Regeneration des Motors gebrauchen kann. Ich habe einfach schon eine Menge Lehrgeld bezahlt und so langsam ist es mir zu viel. So habe ich bei dem ETZ 251-Gehäuse, was ich eigentlich nehmen wollte, den Lagersitz von der Kurbelwelle höchstwahrscheinlich selbst beschädigt, indem ich das Gehäuse beim Auseinanderziehen verkantet habe. Das hatte Achim schon richtig bemerkt im anderen Thread. Nervosität und fehlende Praxis führen dann leider zu solchen Ergebnissen. Und die möchte ich künftig einfach vermeiden oder doch zumindest minimieren.

Auch wollte ich vorweg noch was zu dem Kleben von Lagern schreiben, weil es ja schon in einem anderen Thread Diskussionen gab: Ich habe nichts dagegen. Es ist nur so, dass ich mir extra einen Sauer-Zylinder besorgt habe, einen neuen Mahle-Kolben, ein komplett neues Getriebe sowie neue SLF-Lager. Ich habe den Zylinder bearbeiten lassen und natürlich auch eine neue Kurbelwelle beschafft. Es fühlt sich für mich einfach falsch an, alle Teile neu oder in einem perfekten Zustand da liegen zu haben und diese Teile dann mit einem abgenutzten Gehäuse zu kombinieren, wo ich die Lager einkleben muss. Ich habe es versucht, aber ich bringe es einfach nicht über's Herz, das zu tun. Also bitte nicht als Unbelehrbarkeit o.ä. bewerten. Das ist einfach ein Gefühl und ich kann es nicht übergehen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich irgendwas gegen das Kleben hätte oder den Rat von Experten geringschätze. Ganz im Gegenteil.

Da ich aber meiner Meinung nach jetzt genug vorweg geredet habe, möchte ich jetzt mal konkret auf das Gehäuse eingehen, das ich verwenden möchte. Das kommt - wie gesagt - aus einem alten Ersatzmotor der NVA. Nachdem ich den Kupplungsdeckel runter hatte, habe ich in einem nächsten Schritt die Lichtmaschine und Kupplung abgezogen und den inneren Mitnehmer samt Lager, Anlaufscheiben und Federscheibe beiseite gelegt. Das Antriebsrad runter zu kriegen war dann wieder ein massiver Akt. Nur mit Montagebrücke, Hitze, Hammerschlägen und brachialer Kraft auf der Ratsche habe ich die Mutter runter bekommen. Auch das Antriebsrad selbst saß so fest, dass ich es erst nach dem Spalten des Motors entnommen habe, indem ich die Antriebswelle mit dem Gummihammer rausgeklöppelt habe. Meine Erfahrung mit Antriebsrädern ist mittlerweile, dass die des Herstellers "BE" immer viel fester sitzen als die des Herstellers "ML".

Nachdem dann nur noch der Rumpfmotor vor mir lag, habe ich dann alle Gehäuseschrauben entfernt. Dabei hat mich gewundert, dass die Schrauben um den Kurbelwellenraum alle total locker saßen. Die waren nur locker mit der Hand reingedreht und saßen noch nicht mal ganz mit dem Kopf im Sitz auf. Aber egal, ich war erst mal erleichtert, dass ich die verfluchten Schlitzschrauben raus hatte, ohne dass dabei irgendwas Schlimmes passiert ist :-)

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Dann kam der Moment, wo ich dachte, dass auch die Lagersitze dieses Motors fritte sind. Und zwar habe ich mit einem kleinen Schraubenzieher versucht, den alten WeDi auf der LiMa-Seite rauszuhebeln. Dabei habe ich mich mit der Klinge des Schraubenziehers am Kurbelwellenstumpf abgestützt. Plötzlich machte es "plopp" und das Gehäuse war vorne 3-4 mm auseinander. Ich war schon am Kotzen und habe dann erst mal Pause gemacht.

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Danach habe ich noch die Dichtkappe und Leergangkontakt entfernt und dann das Ding auf die Herdplatten gestellt. Die Montagebrücke hatte ich dieses Mal schon vorher aufgeschraubt und alles penibelst eingestellt, so dass ich nur noch drehen brauchte. Als die Spucke dann auf dem Gehäuse gezischt hat, habe ich den Motor gespalten. Das ging allerdings sehr leicht, der ist fast von alleine auseinandergefallen. Nachdem er dann gespalten war, habe ich auch gesehen, warum: Der Lagersitz auf der Kurbelwelle (LiMa-Seite) war ausgeschlagen und der Innenring des Kurbelwellenlagers hatte keinen richtigen Halt. Deswegen hatten sich auch die Gehäusehälften schon auseinander bewegt, als ich den WeDi entfernen wollte. Das Lager selbst saß - Gott sei Dank - noch schön im Gehäuse. Ich habe dann das Getriebe entnommen (total verschlissen) und die Gehäusehälften jeweils auf die Heizplatte gepackt. Dann habe ich alle Lager entnommen und für meine Begriffe befinden sich die Sitze in einem guten Zustand.

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Nur bei dem LiMa-Kurbelwellenlagersitz, wo der Innenring des Lagers keinen Halt mehr auf der Kurbelwelle hatte, hat es einen Materialaustausch zwischen Lageraußenring und Gehäuse gegeben. Hier würde mich eine Einschätzung interessieren, ob dieser Sitz so noch zu verwenden ist, ohne dass man da Kleber nimmt. Hans und Normen hatten ja schon geschrieben, dass sie die Berge mit einem scharfen und kleinen Dreikantschaber entfernen würden. Wenn das Eurer Meinung nach so geht, dann würde ich in den folgenden Tagen und Wochen schrittweise weitermachen. Wenn ich Fragen habe, würde ich sie dann immer hier reinschreiben. Fotos werde ich natürlich auch posten. Und über Anregungen, Anmerkungen und konstruktive Kritik freue ich mich. :-)

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Detailfoto Lagersitz.jpg

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Wenn der Lagersitz passen sollte, wären die nächsten Schritte reinigen/polieren des Gehäuses und Dichtkappen mit 2K-Kleber verschließen. Wenn nicht, muss ich mich sammeln und neue Schritte überlegen. Danke schon mal im Voraus für's Zeitnehmen und Kommentieren.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 17. März 2021 00:09

Na Du hast ja was vor ;) Aber EM 250 Motoren zusammenbauen und neu machen, das macht Spaß, insofern ;)

Aber der Reihe nach. Die Mutter des großen Primärrades machst Du beim nächsten Mal ab, solange die Kupplung noch drauf ist. Dann kannst Du nämlich mit der Kolbenunterlage (dieser längeren Gabel) die KW sauber blockieren, vorher die Lima inklusive Rotor vollständig raus, dann liegt der Block schön satt auf der Werkbank. Ist die Mutter sehr fest, kann man den Block auch auf den Boden legen (lappen drunter) - Fuß draufstellen und dann mit einer guten Ratsche die Mutter lösen.

Wichtig: Tu den Propangasbrennner weg!!! Auch wenn Wildschrei damit alles macht, die beste Methode zur Erwärmung ist eine elektrische Heizplatte - möglichst mit 2 Kochfeldern.
Die Popelei mit den KW-Wedis kannst Du DIr sparen. Die kommen erst raus, wenn der Motor getrennt ist, die KW und das Getriebe draußen sind. Dann nimmst DU mit einem angeschliffenen Schraubendreher den Draht-SIcherungsring vor dem KW-Wedi raus, mit der Seegerringzange den Sicherunsgring vor der Ölleitscheibe entfernen, Ölleitscheibe raus - und dann mit dem Hammerstiel ganz easy die alten Wedis rausgeshclagen - es kann so einfach sein :)

Motor trennen funktioniert bei mir so: (Zylinder und Zylinderstehbolzen sind natürlich schon demontiert, Öl ist abgelassen)
- lima vollständig raus, mit Rotor natürlich
- Kettenritzel ab
- DZM-Antrieb abschrauben, Kupplungsdeckel runter
- Primärradmutter lösen, Pizzaschneider abnehmen
- Kupplung ziehen, inneren Mitnehmer raus
- Primärrad abnehmen, Seegerringe raus, Abdeckkappe von Abtriebswelle weglegen
- 14 Gehäuseschrauben rausdrehen, M8-Zentrierschraube ganz vorn rausnehmen
- Paßhülse vorn 2 cm wegschlagen mit Spezialdurchschlag
- der gesamte innere Block kommt auf die glühendheiße Kochplatte - wo am besten beide Platten voll laufen
- richtig warm werden lassen (spucketest - es geht aber auch Mineralwasser aus der Flasche)
- ist der Block richtig heiß und stinkt auch ordentlich, dann mit einem fetten Gummihammer und einem Hartholzstück die Hälften gefühlvoll auseinanderschlagen
- - abwechselnd vorn an den Kühlrippen des Kurbelraums und hinten an dem kleinen Anguss auf Höhe der Kettenschlauchstutzen anschlagen, immer nur einen Schlag an das Gehäuse mittels dem Hartholzstück
- ist das Gehäuse richtig warm, dann lösen sich die Hälften sehr gut ohne irgendwie zu kanten, ist der Spalt drei vier Zentimeter groß, Hammer weglegen, mit dicken Handschuhen die Motorhälften auseinanderziehen, in einer Hälfte bleibt meist die KW drin, die KW dann dort mit der Handschuhhand rausziehen

- Getriebe vollständig rausziehen bzw. gefühlvoll rauswackeln, weglegen OK :)
Wenn die KW Lager drin stecken bleiben, und nur die KW aus dem Lager rausfällt, ist auch nicht schlimm, einfach die Hälften nochmal aufheizen, mit den Handschuhen anpacken und energisch auf die Holzwerkbank stürzen, da fallen die Lager dann raus, auch die Getriebelager kommen so. Das abgekühlte Gehäuse dann sauber machen, die alten Wedis rausschlagen - WICHTIG: die Unterlegscheiben der Stirnseiten des Bolzens der Schaltgabeln rechtzeitig rausnehmen und sicher verwahren, die sind recht speziell.

So, was Deine KW-Lager angeht, da kann ich nicht so recht glauben, dass es da zwischen dem Alu des Gehäuses und Stahl des Lageraußenringes einen Materialübertrag gegeben haben soll. Da könnte es eher Korrosion gegeben haben. Da Du aber eh neue Lager einsetzen wirst, ist das eh egal.:)
So, der Zusammenbau kommt später ;) Erstmal Getriebe bereit legen, KW-vorbereiten, neue Gehäuse-Schrauben bereitlegen usw.

Nachtrag: Die drei Dichtkappen im Kettenritzelraum beim Leerlaufschalter werden erst nach der Blockmontage mit 2-KKleber o.ä. versiegelt. Eigentlich wirklich ganz zum Schluss.
Das Motorgehäuse sieht übrigens wirklich in Ordnung aus. Damit kannst Du arbeiten. Ich habe übrigens nur einmal zu Testzwecken die Abziehbrücke verwendet - seitdem liegt sie im Regal, weil es mit vernünftiger Aufheizung und der richtigen Reihenfolge sehr gut ohne geht.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 17. März 2021 02:39

im prinzip mache ich es ganauso
bin aber gegen die "prueglestrafe" und vermeide klopfen wann und wo immer es geht

ich nutze zum trennen immer die "bruecke" und drehe gleichmaessig und gleichzeiztig die schrauben der abdrueckvorrichtungen
von kurbelwelle und getriebewelle mit 2 gleichen ratschen und synchronen bewegungen rein
gefaellt mir so einfach besser.
mfg hermann

-- Hinzugefügt: 17. März 2021 02:03 --

@ koschy
welche bergel willst du denn mit dem dreikantschaber abnehmen ?
mit einem dreikantschaber entferne ich hoechstens ueberstehenden grat
keinesfalls wuerde ich damit an lagerflaechen herumschaben, da kann man schnell mehr beschaedigen, als gut machen
diese bitte auch nicht "polieren".
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon trabimotorrad » 17. März 2021 05:31

Zum Erwärmen von Motorgehäuse möchte ich noch einwerfen, das es im Umluftbackofen noch besser/spannungsfreier/gleichmäßiger geht. In meiner Werkstatt steht so ein Teil, aber wir haben bei Mario in der Wohnung ein tolles Motor-zusammenbau-Fest gefeiert. Wenn das Motorgehäuse WIRKLICH sauber ist, hält sich auch der Ärger von "Mutti" in Grenzen.
Vorteil vom Umluftofen, man kann die gewünschte Temperatur einstellen und wenn sie erreicht ist, holt man in aller Ruhe das Gehäuse raus, läßt die Lager rein plumpsen, stellt dann das "belagerte" Gehäuse wieder in den Ofen und steckt dann die Wellen in die warmen Lager. Alles völlig streßfrei.
Ich erinnere mich sehr gerne an das Motor-zusammenbau-Fest das wir damals in Usingen gefeiert haben :ja:
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Faddi » 17. März 2021 08:53

Moin,
ich nehme auch einen elektr. Zweiplatten-Kocher zum Erhitzen und die (De-)Montagebrücke zum Spalten. Das macht der eine Schrauber wohl so, der andere so. Ich hatte sie da, also habe ich sie auch genutzt. Die Motorhälften ploppten sehr einfach auseinander, vermutlich wäre es auch ohne die Brücke gegangen. Da es für mich (bei der MZ) auch das erste Mal war, habe ich mich mit der Verwendung der Brücke besser gefühlt. Dass du alles möglichst perfekt machen willst, kann ich daher gut nachvollziehen! :wink:
Die Tipps von "rausgucker" find ich gut. Ich meine, ich habe das zufällig auch so ähnlich gemacht, zumindest aber das mit dem Primärrad und dem Gegenhalten am Kolben :)

Das Sacklochlager ist bei dir ja scheinbar gut rausgekommen. Für den Fall, dass das nicht gut rausgegangen wäre, würde ich auch statt möglicherweise "russischer Methoden" lieber einen Lagerbazieher für ca. 15€ 25€ besorgen, hat (mit dem erhitzten Gehäuse) bei mir super geklappt.
Das Einsetzen der neuen Lager und Wellen ist eigentlich auch problemlos:
Lagersitze, bzw. Motorhälften erwärmen (lieber nicht mit einem Brenner, die Gefahr der Überhitzung ist ungleich größer als im Ofen oder mit Kochplatte!) und ich packe zusätzlich die einzusetzenden Teile vorher auch immer noch einige Stunden ins Gefrierfach, damit das dann nur so rein flutscht. Lagerheizpilze habe ich auch benutzt und war sehr zufrieden damit. Da gibt´s welche für horrende Preise (ich meine, ich hätte einzelne für 40€ und auch mehr gesehen :shock: ) und auch welche, die für ca. 12-15€ bezahlbar sind. Da müssteste einfach alle gängigen Händler abklappern, da sind teils echt riesige Preisunterschiede. Ich meine, ich habe sogar einen Heizpilz von meiner Simson auch für den EM250 Motor nutzen können.

Wenn ich mich recht entsinne, war bei mir lediglich das Einsetzen des letzten Lagers an der Abtriebswelle friemelig: Die Abtriebswelle sitzt schon drin und das Lager muss gleichzeitig am Außenring in den Lagersitz und am Innenring auf die Welle passen. Wenn aber alles ohne "rohe Gewalt" geht, sollte das wohl passen. Ansonsten habe ich mich einfach an den Servicefilm gehalten, den du wahrscheinlich auch kennst. Im Großen und Ganzen war das alles kein Hexenwerk. :wink:
Zuletzt geändert von Faddi am 17. März 2021 09:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon MZElch » 17. März 2021 09:14

Faddi hat geschrieben:Moin,

Das Sacklochlager ist bei dir ja scheinbar gut rausgekommen. Für den Fall, dass das nicht gut rausgegangen wäre, würde ich auch statt möglicherweise "russischer Methoden" lieber einen Lagerbazieher für ca. 15€ besorgen, hat (mit dem erhitzten Gehäuse) bei mir super geklappt.
Im Großen und Ganzen war das alles kein Hexenwerk. :wink:


Wo kaufst du den passenden Sacklochabzieher für den Preis?

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Faddi » 17. März 2021 09:28

MZElch hat geschrieben:
Faddi hat geschrieben:Moin,

Das Sacklochlager ist bei dir ja scheinbar gut rausgekommen. Für den Fall, dass das nicht gut rausgegangen wäre, würde ich auch statt möglicherweise "russischer Methoden" lieber einen Lagerbazieher für ca. 15€ besorgen, hat (mit dem erhitzten Gehäuse) bei mir super geklappt.
Im Großen und Ganzen war das alles kein Hexenwerk. :wink:


Wo kaufst du den passenden Sacklochabzieher für den Preis?


Sorry, ich sehe gerade, dass ich mich um 10€ im Preis vertan hab:
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 17. März 2021 10:21

Also "Schlagen" ist jetzt von mir auch etwas falsch formuliert. Es ist mehr so ein "Plumps" locker aus dem Handgelenk, der Gummihammer fällt nur durch das Eigengewicht auf das Holzstück. Denn mit der richtigen Hitze waren die Motorhälften bisher immer sehr leicht zu trennen. Ich mache das übrigens auf dem Fußboden der Garage (glatter Waschbeton). Die Heizplatte steht nämlich auch auf dem Boden, ein altes Laken liegt daneben. Wenn der Block richtig heiß ist, hebe ich ihn nur von der Heizplatte auf das Laken, da sieht man meist schon, dass die Hälften einen mm auseinander sind. Dann kommt das lockere Klopfen vorn und hinten, drei vier mal abwechselnd, und dann ist das Ding auseinander. Die "Bodendemontage" hat den Vorteil, dass ich nicht aufpassen muss, ob irgendwo was runterfällt - und außerdem bleibt die Werkbank sauber.

Über einen Umluftofen habe ich auch schon mal nachgedacht. Das ist wirklich sehr elegant. Aber da fehlt mir der Platz in der Garage. Zumal der Umluftofen zwar für den Zusammenbau besonders schick ist, da sind alle Teile ja schön sauber. Aber bei der Demontage stinkt es doch recht ordentlich und altes Öl sifft vor sich hin, da ist so ein Umluftofen schnell total verdreckt, die Heizplatte ist wiederum schnell abgewischt. Da überlege ich eher, ob ich nicht einen alten Geschirrspüler irgendwo aufstelle (und wenn es Freiluft im Garten ist), da lassen sich nämlich die Motorhälften super reinigen ;) DAS wäre echt eine Arbeitserleichterung.

Was faddi übrigens gesagt hat, mit dem Lagern im Tiefkühler, das ist absolut richtig. Die KW-Lager setze ich immer vorab beide auf die KW auf. Die KW ist dabei vorher in der Tiefkühltruhe, die Lager natürlich nicht, zusätzlich heize ich die Lagerinnenringe mit dem Heizdorn nochmal etwas auf, dann plongt das super zusammen. Muss natürlich in einem Zug klappen, sonst ist blöd.
Die ganze KW mit Lagern kommt dann ebenfalls in den Tiefkühler, dann ploppt sie später ganz einfach in die warme Motorhälfte. Heizdorne sind wirklich eine gute Unterstützung - ich habe meine vor Jahren bei uns in der Lehrwerkstatt drehen lassen, gegen Kaffeeabgabe :) ... sowas geht inzwischen leider auch nicht mehr, der alte Lehrmeister des Metalllehrganges ist inzwischen im Ruhestand ;(

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 17. März 2021 11:18

Hallo zusammen, erstmal vielen Dank für die Beiträge. Nur meine Frage wurde noch nicht so wirklich beantwortet :-) :

Wie gehe ich mit dem Kurbelwellen-Lagersitz um, wo diese Berge und Täler drauf sind? Ist der so noch gut, muss ich irgendwas machen oder kann ich den "so wie er ist" weiterverwenden?
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon g-spann » 17. März 2021 12:17

Ich würde die "Berge" beiarbeiten, danach würde ich die Lagersitze ausmessen und, je nach Ergebnis, sicherheitshalber die Lager einkleben...kannst du das nicht messen, kleb sie danach ein und gut ist's...
Gruß aus dem Niederbergischen,

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 17. März 2021 13:06

zu den "bergen " habe ich mal eine frage :lupe:
wie sollen die denn entstanden sein :nixweiss:
soll das gehaeuse (lagersitz) etwas "taeler" in das lager gedrueckt haben :shock:

meiner ansicht nach kann doch nur korrosion mulden in den lagersitz erodiert haben :gruebel:
wenn man jetzt vermeinliche berge noch weschabt, dann enfernt man vermutliche noch "tragende stellen"

waere es mein gehaeuse wuerde ich nichts schaben und das lager zur sicherheit einkleben
selbst wenn der lagersitz noch gute klemmwirkung erzeugt wuerden die vorhanden taeler mit kleber aufgefuellt und
letzendlich fuer bessern halt sorgen
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 17. März 2021 15:44

Hallo Hermann, ich persönlich tippe auch auf Korrosion. Der Lageraußenring scheint mir etwas aufgeblüht zu sein.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 17. März 2021 15:52

g-spann hat geschrieben:Ich würde die "Berge" beiarbeiten, danach würde ich die Lagersitze ausmessen und, je nach Ergebnis, sicherheitshalber die Lager einkleben...kannst du das nicht messen, kleb sie danach ein und gut ist's...


Der andere Pfred ist ja erledigt, da hatte ich noch gefragt wie das mit dem Freischlagen der KW lager gehen soll, wenn die Lager geklebt sind ?

Gruß Klaus

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beim Sperrmüll vorm Haus und fragen ob der noch geht, dann ab in den Kofferraum.
Ob Umluft oder Ober-/Unterhitze ist egal, Blech nicht vergessen. :)

@ Faddi,
auch in obigen rein und dann die Hälfte plan auf einen Tisch geknallt.
Zu dem Innenabzieher wird ja noch eine Brück gebraucht.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Faddi » 17. März 2021 16:31

Klaus P. hat geschrieben:
g-spann hat geschrieben:@ Faddi,
auch in obigen rein und dann die Hälfte plan auf einen Tisch geknallt.
Zu dem Innenabzieher wird ja noch eine Brück gebraucht.

Das war natürlich mein erster Versuch, klappte aber nicht. Daher hatte ich mir einen passenden Abzieher besorgt :wink:
Und stimmt, zu dem Abzieher habe ich mir noch einen Gleithammer besorgt. Ok, dann war´s insgesamt doch noch teurer als 25€ :oops:
Den Abzieher konnte ich übrigens schon mehrmals nutzen, die Anschaffung hat sich für mich gelohnt. Für Radlager geht der auch.
Zuletzt geändert von Faddi am 17. März 2021 16:34, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße,
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 17. März 2021 16:33

Es kann nur Korrosion sein. Wahrscheinlich hat der Motor sehr lange irgendwo rumgelegen und da ist Wasser reingelaufen. Zumal die Materialpaarung Stahl / ALu elektrochemisch soundso schwierig ist. Frag mal die Landrover Defender Fahrer, mit ihren Alu-Karossen auf den Stahl-Leiterrahmen.

@ Klaus Vielleicht sollte ich wirklich mal auf die Suche nach einem alten Umluftofen im Sperrmüll gehen. Liegen ja öfter mal rum. Das Ofen-Blech läßt sich ja dann reinigen. Dann mache ich in der Garage die sogenannte "Motorenküche" auf, Umluftofen für Demontage und Montage, einen Geschirrspüler zur Motor- und Getriebewäsche und einen Tiefkühlwürfel für Lager und Kurbelwellen ;)

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 17. März 2021 16:57

Nebenbei: Lager o. Wellen habe ich noch nie gekühlt.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 17. März 2021 17:15

Den Tiefkühler verwende ich zu genau drei Zwecken: Kurbelwelle kühlen, bevor die KW-Lager drauf kommen und gesamte KW-mit Lagern kühlen, bevor die KW in die rechte (vorgeheizte) Motorhälfte eingesetzt wird - Radlager kühlen vor dem Einbau in die Nabe - und ebenfalls Lager kühlen für den Hinterradantrieb.
Es sind halt im Vergleich zu normaler Raumtemperatur eben nochmal zusätzlich ca. 40 Grad Temperaturunterschied.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon mz-mw » 17. März 2021 17:31

Klaus P. hat geschrieben:Nebenbei: Lager o. Wellen habe ich noch nie gekühlt.


Auch ich halte halte v.a. das Tiefkühlen der KW für unnötig und sogar risikobehaftet. Wenn die gekühlte Welle sich wieder aufwärmt kondensiert ne Menge Wasser daran. Ich habe da Korrosionsbedenken.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Jungpionier » 17. März 2021 19:04

Ich denke die Kondensation nach dem "auftauen "ist eher weniger problematisch. Die Welle erwärmt sich im aufgeheizten Gehäuse relativ schnell und trocknet.
Das teilen der Hälften ohne Brücke halte ich persönlich für bedenklicher hinsichtlich des Verkantens der Lager in den Sitzen.
Da glaube ich geht's mit der Brücke gleichmäßiger ;hab das mit dem Schonhammer jedoch auch nie probiert.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 17. März 2021 19:20

Backofen, Brücke angesetzt, Druckschrauben leicht angezogen und bei ca. 80 - 100°C fällt alles auseinander,
Backofentemparaturmesser als Helfer.
Gleithammer wäre mir auch nicht lieb.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 17. März 2021 20:25

Klar gibt es Kondenswasser auf der KW, aber sobald die KW samt Lager warm geworden ist, verfliegt dieses Kondenswasser auch schnell wieder, Korrosion ist da kein Thema, es wird ja auch alles gut eingeölt.

Die Lager verkanten sich nur, wenn man wirklich total schräg mit Gewalt davorschlägt. Wie ich schon sagte, immer links und rechts ein leichter Plopp, dann kommt das alles wunderbar auseinander, da verkantet nichts. Wichtig ist nur ein ordentlich heißes Gehäuse. Motto ist wie 89 Keine Gewalt! :) Es ist die Wildschrei-Methode. Der hat das auch ohne Abziehbrücke gemacht.
Aber das kann ja jeder für sich entscheiden :)

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon ea2873 » 17. März 2021 20:39

rausgucker hat geschrieben:Wichtig ist nur ein ordentlich heißes Gehäuse.


Spucketest... Spucke auf den Finger, wenn es zischt ist der Motor warm genug.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Pedant » 17. März 2021 21:18

ea2873 hat geschrieben:
rausgucker hat geschrieben:Wichtig ist nur ein ordentlich heißes Gehäuse.


Spucketest... Spucke auf den Finger, wenn es zischt ist der Motor warm genug.


Ich mach das mit der Spucke immer auf dem Motor, wenn Du das mit Spucke auf dem Finger ermitteln kannst.... 👍

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon alsitec » 18. März 2021 12:42

Hallo ich bin der Alex und beschäftige mich hauptsächlich mit Bohrungsinstandsetzung und defekten Lagersitzen.
Eventuell ist es für einige von Euch interessant, dass ich für diese Fälle Übermaß-Kugellager herstelle und einbaue! Dabei wird der defekte Lagersitz 1mm größer ausgespindelt und somit eine tragfähige Passung hergestellt, ohne die Wandstärke zu sehr zu schwächen. Natürlich ist das Lager teurer als Standard, bietet jedoch eine fachgerechte Reparatur Möglichkeit um das originale Gehäuse zu behalten. Lg aus Tirol
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 18. März 2021 16:47

sehr schoen
und welche kosten wuerde das bei 1 oder 2 lagern im kurbelwellenbereich
cirka ergeben?
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon alsitec » 18. März 2021 17:58

Bitte nicht erschrecken 😲
1 Stk 6205 offen oder 2-RS € 64,—
1 Stk 6006 offen oder 2-RS € 68,—
andere Größe nach Anfragen
Standard Lagerluft CN, ich kann aber auch C3 bauen.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 18. März 2021 18:06

und das ausspindeln beider lagersitze ?
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon alsitec » 18. März 2021 18:10

Ausspindeln je nach Aufwand ! Kann ich nicht mit fixpreis antworten! Aber zum Aufspindeln gibt’s sicher gute Leute hier...

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon 990sm-r » 18. März 2021 18:18

Wenn man das Bild vergrößert sieht das so aus als wenn da ein Ring aufgeschrumpft ist.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon alsitec » 18. März 2021 18:52

Der Aussenring ist massiv einteilig aus 100Cr6. Der Innenring, Käfig und Kugeln sind vom Standard Lager!
Zeichnung anbei.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 18. März 2021 18:54

@alsitec: Mach doch bitte mal einen eigenen Thread auf. Hier geht's ja eigentlich um was anderes.

Du kannst hierfür ja bspw. die Rubriken "Kommerzielle Angebote" oder "Dienstleistungen" nutzen. Da ist das sicherlich besser aufgehoben. Und die Reichweite ist auch höher. Zum Nutzen aller.

-- Hinzugefügt: 18/3/2021, 21:13 --

Das Gehäuse ist jetzt schön sauber. Leider habe ich beim Reinigen noch zwei kleine Ausbrüche an der Dichtkappe für die Abtriebswelle gefunden, aber die scheinen mir auf den ersten Blick unproblematisch zu sein. Im Kurbelwellengehäuse habe ich dann (zum Glück) auch noch einen kleinen Ausbruch gefunden, wo das Alumium noch drin saß. Das habe ich dann mit dem Schraubenzieher rausgepult, das Loch gespült und verschliffen. Sollte ich da noch irgendwas machen oder geht das so?

Ansonsten komplettiert sich so langsam der Ersatzteilbestand. Wenn ich am Wochenende Zeit finde, werde ich vielleicht mal einen ersten Durchgang im Komplettieren und Montieren des Gehäuses machen. Natürlich mit dem alten Gehäuse und Altteilen. :-)
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 20. März 2021 10:36

Guten Morgen zusammen ,

ich habe zwei Fragen zum weiteren Vorgehen:

Wie bekomme ich die Kurbelwellenlager von der Kurbelwelle gezogen, wenn ich kein Trennmesser habe? Die ganze Kurbelwelle auf eine Herdplatte?

Welches Dichtungsmittel empfiehlt sich für die Abdichtung zwischen den beiden Gehäusehälften?

Danke schon mal im Voraus.
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon ea2873 » 20. März 2021 10:44

koschy hat geschrieben:Wie bekomme ich die Kurbelwellenlager von der Kurbelwelle gezogen, wenn ich kein Trennmesser habe?


nimm ein Trennmesser. Ist nich so teuer und spart dir Arbeit, Risiko eines Schadens und Ärger. Es gibt auch Leute die klopfen die Lager mit Hammer und Meißel runter..... die bekommen dann nur 1 von 5 Sternen.

Willst du die KW so lassen oder überarbeiten lassen? Notfalls kann auch der Betrieb der die KW überholt die Lager ziehen, wenn du kein Trennmesser kaufen willst.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 20. März 2021 10:54

Ok, dann lass ich das Lager auf der Welle. Es geht sowieso nur um das probeweise Zusammenbauen eines Motors aus Altteilen. Und bei der dafür vorgesehenen alten Kurbelwelle ist halt ein Lager noch drauf. Aber dann lasse ich das einfach so und mach das zweite Lager einfach dazu.

Für den "scharfen" Zusammenbau habe ich schon eine regenerierte Welle hier liegen. Ich will aber erstmal bißchen üben 😛
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 20. März 2021 11:08

waerme hilft wegen der gleichheit der materialien nichts bis wenig

die anschaffung eines trennmessers ist sehr zu empfehlen

als dichmittel fuer die mittelflaeche nutze ich loctite 574
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 20. März 2021 11:45

hermann27 hat geschrieben:als dichmittel fuer die mittelflaeche nutze ich loctite 574
mfg hermann


Danke Hermann👍
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon gaudicoupe » 20. März 2021 11:55

Ich spanne die Kurbelwelle mit einem Lappen um die Hubscheiben in den Schraubstock, mit dem Zapfen mit Lager nach oben. Dann mit 2 flachen Schraubendrehern diagonal zwischen Lagern und Hubscheiben etwas "Druck" aufbauen. Einen alten Kurbelwellenlagerinnenring mache ich mit einem Gasbrenner richtig heiß und lege den dann auf den Lagerinnenring des festen Lagers. Nach kurzer Zeit macht es dann plopp und der "Druck", welchen die Schraubendreher aufgebaut haben, ist abgebaut. Jetzt kann man mit den Schraubendrehern das Lager etwas anlüften bis 2 Montierhebel drunter passen und mit diesen das Lager komplett entfernen. Gruß André

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon g-spann » 20. März 2021 13:47

Ja, so geht's...oder aber, wenn man einen zweiten Mann oder zumindest eine dritte Hand zur Verfügung hat, auch so: Mit den Schraubendrehern das Lager unter Druck setzen und mit dem Schweißbrenner direkt den Lagerinnenring an einer (!) Stelle richtig (!) heiß machen, darf ruhig glühen...der Kurbelwelle passiert nix dabei...
Nützt aber nix, wenn man nur nen Propanbrenner hat, dann kauft man sich besser ein Trennmesser...
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon P-J » 20. März 2021 14:01

g-spann hat geschrieben:dann kauft man sich besser ein Trennmesser...


"Das richtige Werkzeug, zur richtigen Zeit, in den richtigen Händen." Zittat meines Lehrmeisters. :ja:

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 20. März 2021 14:08

Dann aber unbedingt drauf achten, dass die "Messer" auch "scharf" sind.

Ich bin immer in eine benachbarte Werkstatt gegangen, zuletzt mußte ich zwar 30 € in die Kaffeekasse legen, früher 10.
Naja der neue Meister macht kümmert sich mehr um das Drum u. Dran.

Gruß Klaus

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon g-spann » 20. März 2021 14:14

P-J hat geschrieben:
g-spann hat geschrieben:dann kauft man sich besser ein Trennmesser...


"Das richtige Werkzeug, zur richtigen Zeit, in den richtigen Händen." Zittat meines Lehrmeisters. :ja:

Einer meiner früheren Chefs: "Mit dem richtigen Werkzeug kann jeder Depp arbeiten...wirkliche Fachleute können improvisieren..." Ich: "Du bist nur zu geizig, gescheites Werkzeug zu kaufen!" - "Ich bin schließlich Geschäftsmann!" - "Schulljung, ich dachte bis gerade, du bist Handwerksmeister!"
:lach: :lach: :lach:
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 20. März 2021 15:05

Wobei die MZ-Werkzeuge zum Abnehmen der KW-Lager eigentlich keine richtigen Trennmesser sind,sondern eher Abzieher. Denn dort wird das Lager am Außenring eingeklemmt - und dann drückt man die Klemmschelle quasi mit zwei Schrauben von der Hubscheibe ab.
Ich habe auch so ein Köfferchen mit zwei Trennmessern bei ebay mal eingesackt. War nicht teuer. Meine Methode ist etwas umständlich, geht aber auch. Ich bohre bei den alten Lagern die Käfige raus, nehme die Kugeln und den äußeren Lagerringen ab. Dann setze ich das Trennmesser in die Kugellaufbahn des noch verbliebenen inneren Lagerrings ein, ziehe es dort fest. Und dann drücke ich das Trennmessermit zwei 100 mm M8 Schrauben (die in gegenüberliegende Bohrungen passen) von der Hubscheibe ab. Dauert vielleicht eine Minute, dann ist der Lagerringen runter.
@ koshy, dann mal toi toi toi - aber die Getriebewellen solltest DU schon komplettieren ;) also vor der Montage :)

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon koschy » 20. März 2021 15:57

Ach Mist, ich hab gedacht, ich schmeiß einfach alle Räder und Wellen in den Getrieberaum und das klappt schon irgendwie 😛

Nee, die stecke ich in Ruhe zusammen. Da nehme ich mir Zeit für.

Ich hätte aber noch eine Frage zur Zentrierhülse, die am vorderen Ende des Gehäuses die beiden Hälften aufeinander zentriert: Kann die drin bleiben? Bei Wildschrei lese ich, dass sie neu eingetrieben werden soll. Bei mir sitzt die aber schon drin und ich sehe gerade nicht den Sinn, die erst rauszuziehen und dann wieder einzutreiben 🤔

Edit: Ziehe die Frage zurück. Wird wahrscheinlich schwierig, die rechte Gehäusehälfte schön sauber auf das Kurbelwellenlager zu setzen, wenn da diese Hülse stört 😁
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 20. März 2021 16:29

Die Gehäusehälften sollen aufeinander liegen, das rechte KW Lager am Platz sein und dann die Hülse die Gehäusehälften zentrieren.
J :wink: etzt habe ich den Satz schon geschrieben !

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon rausgucker » 20. März 2021 18:26

Du musst die Hülse ja nicht vollständig rausklopfen. Sie muss ja nur zurückgesetzt werden. Wenn die zweite Motorhälfte aufgesetzt ist und alle 14 Gehäuseschrauben drin, aber noch nicht final angezogen sind, dann schlage ich die Paßhülse an die richtige Stelle. Hab mir da mal einen Schlagdorn drehen lassen, der gehört auch zu den MZ-SPezialwerkzeugen wie die Heizdorne oder der Kolbenbolzenausdrücker.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon 990sm-r » 20. März 2021 19:51

koschy hat geschrieben:Ok, dann lass ich das Lager auf der Welle. Es geht sowieso nur um das probeweise Zusammenbauen eines Motors aus Altteilen. Und bei der dafür vorgesehenen alten Kurbelwelle ist halt ein Lager noch drauf. Aber dann lasse ich das einfach so und mach das zweite Lager einfach dazu.

Für den "scharfen" Zusammenbau habe ich schon eine regenerierte Welle hier liegen. Ich will aber erstmal bißchen üben 😛

Die Idee mit den alten und kaputten Teilen vorher zu üben finde ich einfach Klasse. Für den Ideengeber sind mindestens zwei rote Punkte aus der Lenintüte fällig. Nein, im Ernst, meiner Meinung nach gehört das vielleicht sogar in die Wissensdatenbank.

p.s. Wenn man sich im Forum für jeden Mz-Motortyp ein kaputtes Motorgehäuse zum testen ausleihen könnte....

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon Klaus P. » 21. März 2021 15:19

Wenn schon dann zum richtig Reingucken.
Kann ich dir schicken Christian,
(linker KW-lagersitz ist ausgeschlagen).

Gruß Klaus
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 21. März 2021 15:42

eine herrliche moeglichkeit, alle funktionen und distanzen des getriebes mal von "aussen" beobachten und kontollieren zu koennen.
tolle arbteit :!:
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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon beerdrinker » 21. März 2021 16:42

Wenn ich solche aufgeschnittenen Motorblöcke sehe, dann blutet immer mein kleines Herzchen. :cry:
Zumindest meine Oma hätte sich so ausgedrückt.

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Re: Motor ETZ 250 aufbauen

Beitragvon hermann27 » 21. März 2021 16:45

dann wegen nur eines defekten lagersitzes lieber wegwerfen ?

mfg hermann

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hermann27

 
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