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EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 13. Juni 2023 08:48
von Diesel3
Liebes Forum,

mein TS250/1-Gespann hat einen EM250 mit originalem langem Auspuff. Es ist die DDR-Elektronik-Zündung und die 12V-Elektrik der ETZ verbaut.
Der Vergaser ist ein "Bügelvergaser" mit "Leerlaufluft-System" aus DDR-Zeiten, also ein 30N3. Das Fahrzeug habe ich seit 1994. Der 300er Satz ist vielleicht erst seit 12 Jahren drauf.

Ich habe vor vielen Jahren einen 250er Zylinder aufgeschliffen auf 300cc samt zugehörigem Kolben verbaut. Der Zylinderdeckel wurde am Rand etwas ausgefräst.

Es sind "300er" Kopfdichtung eingebaut und das Spaltmass auf ca. 1.8mm erhöht. Der Zündzeitpunkt ist mit Uhr auf spät, ca. 2.5mm gestellt.

Ziel war, einen Motor mit gutem "Antritt" im niedrigen Drehzahlbereich zu erhalten. Gefahren wird 95'er Benzin (kein E10).

Leider wird der Motor (nach meinem Empfinden) sehr heiss und fällt mir im Schiebebetrieb mit deutlichem zu starkem Schieberuckeln auf.
Ich habe keine objektiven Temperaturmessungen gemacht.

An welcher Stelle sollte ich ansetzen, wenn ich ich vorrangig das Schieberuckeln reduzieren möchte?

Vergaser? - Zündzeitpunkt? - Verdichtung?

Danke Euch!

Gruß

Hendrik

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 13. Juni 2023 09:14
von Konstantin
Wenn du das Standgas (Drehzahl und gemisch) minimierst hast du weniger Schieberuckeln. Dummerweiser hat dieser Vergaser für das Standgas ein eigenes System (Umluftvergaser) wenn du hier zu wenig Luft gibst über die große Schraube und auch die Standgasgemischraube (kleine Schraube) zu mager einstellst, dannn wird der Übergang zur Teillast schlechter, leider generell ein Problem dieses Vergasers. Andererseits hat er ein sehr stabiles Standgas auch bei niedrigen Drehzahlen.
Bei den alten Vergasern wurde das Standgas über die Schieberanschlagschraube eingestellt, da war es oft üblich das komplett rauszudrehen, dafür aber die Gaszugbremse am Gasgriff etwas reinzudrehen, damit hat man dann beim Gaswegnehmen kein Schieberuckeln mehr und stellt an der Ampel dann individuell das Standgas über den Gasgriff ein - oder man hält mit Gasstößen den Motor am Leben...aber das muss man mögen bzw. abwägen was einem lieber ist. Im Stadtverkehr ziehe ich ein stabiles Standgas vor.

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 13. Juni 2023 09:17
von FSB
Hi, wenn du den Brennraum nur am Rand freigemacht hast, dann ist deine Quetschfläche und deine Verdichtung viel zu hoch. Das führt zu Klingeln und Überhitzung. Schau mal im Forum, ob vielleicht irgendwo eine Zeichnung zu finden ist, wie ein 300ccm Brennraum aussehen muss. Ich habe leider keine.

VG Felix

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 13. Juni 2023 18:55
von Diesel3
Danke für die Tipps.

Ich würde daraus mal ableiten, dass ich vermutlich immer noch mit zu hoher Verdichtung unterwegs bin, wenn der Brennraum nicht ausreichend angepasst wurde. Die Erhöhung des Spaltmass ist damit nicht ausreichend und eher eine "Bastellösung", als eine gute Lösung.

Der Vergaser ist in der Tat so eingestellt, dass das Motorrad schon kurz nach dem Kaltstart bei zurückgeschobenem Choke schon den Leerlauf selbständig zuverlässig hält. Ich kicke zwar gern mit dem linken Fuss, aber eine hohe Zuverlässigkeit des Leerlaufs ist mir tatsächlich recht wichtig beim niedertourigen Rangieren mit dem Gespann. Damit sollte es erstmal nicht zu mager sein, denke ich. Glücklicherweise wird bei der HU desöfteren die AU "vergessen"... Ich habe daher keine aktuellen CO Werte.

Als nächsten Schritt also mal der Versuch, einen Zylinderdeckel passend für die 300er zu bekommen oder meinen jetzigen Zylinderdeckel überarbeiten zu lassen. - Wäre es erfolgversprechend für einen Versuch, ob das grundsätzlich in die richtige Richtung geht, einfach mal noch einen Millimeter mehr Spaltmass durch weitere Kopfdichtungen einzubauen? - Oder ist die Form des Brennraums damit nicht aussagefähig?

Viele Grüße
Hendrik

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 13. Juni 2023 21:13
von Klappstuhl
Wo kommst du denn her? Gerne auch per PN.

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 14. Juni 2023 08:56
von ESJuenger
Hallo,
Bevor du zu Fräsen anfängst würde ich raten wie geschrieben den Zergaser nochmal angehen.
Die Verdichtung kannst du leicht mit Räubermethode ermitteln: Auspuff ab, Kolben in den OT, mit einer Spritze dickes Öl ins Kerzenloch füllen. Dann zuerst vorsichtig weiterdrehen. Das meiste Öl läuft dann aus dem Auslassschlitz. Dann ein paar mal kicken für den Rest...
Dann hast du das Volumen des Kompressionsraums. Vh kennst du ja.
Gruß Heiner

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 11. Februar 2024 16:13
von Diesel3
Um diese Geschichte hier fortzuschreiben:
Der damalige Umbau auf 300cc in Form von blossem Aufbohren auf den dicken Kolben ist im Grunde wohl ein unsauberer Umbau.
Mit einem 2mm Spaltmß und viel Spätzündung zwar fahrbar, aber nicht schön.
Nun habe ich den Zylinderkopf und den Zylinder zum "Optimieren" zu ORP gesandt.
Viele Grüße
Hendrik

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 14. April 2024 16:17
von Matze_2
Schon zurück bekommen?
Habe heute den Zylinderdeckel abgenommen und überlege, vielleicht doch gleich auf 300ccm + Schmiedekolben und dem überarbeiteten Kopf zu gehen. Grübel grübel....

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 14. April 2024 19:25
von DWK
Und dann noch einen 32er Vergaser 😉👍

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 14. April 2024 19:42
von Uwe6565
Matze_2 hat geschrieben:Schon zurück bekommen?
Habe heute den Zylinderdeckel abgenommen und überlege, vielleicht doch gleich auf 300ccm + Schmiedekolben und dem überarbeiteten Kopf zu gehen. Grübel grübel....


Nur mal als Anmerkung, ich fahre einen original 301 Motor.
Nach einem Pleulschaden und Kolbenklemmer habe ich einen Schmiedekloben und eine Deckelbearbeitung bei ORP
machen lassen. dazu noch einen 32iger Bing.
Das passt schon alles, Top speed 140 km/h
Aber im Vergleich mit der ETZ 250 eines Freundes ist nur die Endgeschwindigkeit anders.
Ein guter 250iger tut es auch. Fürs Ego ist es natürlich schön ,ich habe eine 300er :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 14. April 2024 20:33
von Diesel3
Hallo Matze,

leider nicht - noch nicht zurück.

Ich warte schon fast 2.5 Monate. Ich habe zwar den Zylinder mit dem Ringbund zurück, aber der Kopf ...

Mal schauen, obs nächste Woche irgendwann klappt.

Jedenfalls haben ich eine latente Idee, vielleicht mit dem Gespann im Juni nach Rumänien zu fahren, aber wenn ich nicht ausreichend "Probefahrt" vorher machen konnte, fahre ich wohl eher mit der Baghira.

Viele Grüße
Hendrik

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 15. April 2024 12:39
von Matze_2
Diesel3 hat geschrieben:Zylinder mit dem Ringbund


Spendier mal ein paar Bilder...

Habe gestern erst nur den Kopf demontieren wollen, habe heute morgen doch bohren/hohnen, Kolben und Kopfbearbeitung geordert.
Finde die Seite leider etwas dürftig mager gestaltet, keine Kleinteile zu finden, Fuß-und Kopfdichtung ect...

Von Ring-Bund habe ich auf der Seite auch nicht finden können, hake da aber nochmal nach, per Email bekommt man ja relativ fix eine Rückmeldung. Ich gehe einfach mal davon aus, das du den Zentrierbund meinst.
Uwe6565 hat geschrieben:Ein guter 250iger tut es auch. Fürs Ego ist es natürlich schön ,ich habe eine 300er

Geht mir gar nicht um Erhöhung der Endgeschwindigkeit. Sie fuhr so wie sie war 115-120km/h, auch wenn es bergig wurde. Bergab mehr, aber will man das mit einer ETZ? Ich nicht. Für Geschwindigkeitsrekorde habe ich dann auch andere Gerätschaften stehen.
Mir geht es eigentlich um mehr Bums unten rum.

Was mir gestern auffiel, dass der Kolben von unten direkt unter dem Kolbenboden Verbrennungsrückstände hat. Ist mir bei Simsonkolben nie aufgefallen. Muss mal ein paar Bilder einstellen, kann mir das kaum erklären. Hatte ständig während der Fahrt ein gewisses "Nageln", Kopf hat aber nicht abgeblasen.

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 18. April 2024 22:03
von Diesel3
Sooo - nun endlich. - heute kam endlich der Zylinderkopf von ORP.

Vor ein paar Tagen kam schon der Zylinder mit Kolben - ich sollte den Überstand nochmal messen.
War aber unverändert wir vorher 1.7mm. Naja - ins Ergebirge durchgegeben und dann kam nun der Kopf.

Dann alles montiert - erstmal eine 0.2er Dichtung drauf - kam ich bei etwa 0,8...1mm raus - je nach "Richtung".
Also kam die 0,4er Dichtung drauf - und dann passte es mit 1..1.2mm Quetschmaß.

Dann gings Richtung Zündung: - Aktuell waren es 2.6mm - und es ging nicht später zu stellen - ich war schon am Ende
der Langlöcher. Aber glücklicherweise habe ich genügend "DDR-Magneten" rumliegen - und habe einfach getauscht.
Schon wars bei 1.9mm und ich hatte wieder Verstellbereich. So konnte die 2.2mm einstellen.

Für einen Probelauf - oder gar eine Probefahrt hats nicht gereicht - das dauert noch etwas. Muss noch ein paar andere Dinge erledigen.
(PA-Buchsen am Stabi, Kettenschläuche).

Viele Grüße
Hendrik

PS: Verbrennungsrückstände am Kolbenboden hat mein 300er Kolben auch.

Re: EM 250 (300) - Frage zum Umbau (Schieberuckeln)

BeitragVerfasst: 22. April 2024 16:30
von Matze_2
Es werden keine Verbrennungsrückstände sein, eher durch das angesaugte Gemisch, welches im Prozess des Vorverdichtens am Kolbenboden Temperatur bekommt und sich nach einer Weile der Kolbenboden dunkel färbt.

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PA-Buchsen am Stabi...


Welcher Stabi?