ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Motor, Antrieb, Vergaser, Getriebe.

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ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » 19. April 2026 15:53

Liebe MZ Fahrer,

ich hatte mit meiner ETZ 250, Laufleistung laut Tacho 50.000km, plötzlich das Problem, dass Hochschalten nur noch ganz schwer möglich war. Es hat sich am Fuß angefühlt als würde ich ins Leere schalten, es war kein sonst üblicher Wiederstand zu spüren bis auf den der Schaltfeder. Mit vielen Versuchen und Geduld nach dem Auskuppeln war es irgendwie möglich zu schalten, aber von der Ampel wegzukommen war eine Qual.
Ich habe den Kupplungsdeckel abgebaut und konnte durch eines der Löcher sehen, dass am Schaltarm die (dünne) Druckfeder fehlt. Die eigentlich für Probleme bekannte Schaltfeder, welche den Schaltarm in Mittelstellung hält ist unbeschädigt.
Ich habe mal gehört die Druckfeder soll ewig leben.. Also klar ich schonmal: Mindestens die Druckfeder muss neu.
Dabei direkt die erste Frage: Bei der Schaltfeder werden nur hochwertige Federn empfohlen, da günstige wohl gerne schnell brechen. Wie sieht es mit der Druckfeder aus, reicht eine von FEZ, oder würdet ihr eine aus anderer Quelle empfehlen?

Ich habe den Motor heute gespalten. Dazu habe ich den Primärantrieb montiert, damit alle Wellen in der linken Hälfte bleiben, den Motor auf Herdplatten erhitzt und er fiel beim Anheben an der rechten Hälfte "Wie von selbst" auseinander.

Ich habe noch nie einen ETZ 250 Motor zerlegt, wohl aber die Kupplung, inklusive Lager erneuert und einen geschliffenen Zylinder mit ORP Schmiedekolben und ORP Zylinderkopf montiert.
Außerdem habe ich bereits einen Simson S51 M500er Motor komplett neu aufgebaut. Da sich das Getriebe allerdings grundlegend unterscheidet bitte ich um eure Einschätzung zum Zustand meines Motors.
Aktuell plane ich nur die Schaltfeder und durch das Zerlegen notwendige Teile wie z.B. Simmerringe zu erneuern, wenn es sich nicht vermeiden lässt würde ich natürlich auch mehr machen. Da die Zylindergarnitur inklusive oberes Nadellager gerade mal 9000km hinter sich haben, würde ich jedoch ungerne alle Lager und die Kurbelwelle neu machen.

Zum aktuellen Zustand der Kurbelwelle und dazugehörige Lager:
Ich kann weder im oberen noch im unteren Nadellager ein Radialspiel spüren. Das Axialspiel des unteren Nadellagers beträgt 0,45mm und sollte soweit ich recherchiert habe noch nicht verschlissen sein.
Ich kann auch in den Kurbelwellenlagern kein Radialspiel spüren. Die Kurbelwelle läuft leichtgängig ohne Geräusche etc. Wenn die das rechte Kurbelwellenlager drehe jetzt wo die Kubelwelle nicht in diesem steckt spüre ich jedoch ein leichtes kratzen im rechten Kubelwellenlager. Es lässt sich jedoch trotzdem leichtgängig drehen.

Das Kugellager der Abtriebswelle lässt sich leicht (diagonal) kippeln.

Zum Getriebe:
Ich sehe weder an den Zahnrädern, noch an den Schaltgabeln Anlauffarben. Die Schaltfenster kann ich ohne das Getriebe zu zerlegen nur teilweise einsehen. Ich habe so gut es geht ein Paar Fotos gemacht. Bisher hatte ich keine Probleme mit herausspringenden Gängen außer als die Kette mal zu locker war. Bei zu lockerer Kette ist diese im zweiten Gang bei Vollgas einige male gesprungen, dabei ist dann der 2. Gang herausgesprungen. Nachdem ich die Kette nachgespannt habe war das Problem beseitigt.

Zur Schaltfeder:
An der Schaltfeder sehe ich keinen Rost und ein Paar kleine Druckstellen, die man gerade so mit dem Fingernagel fühlen kann, aber, aus meiner Sicht, keine großen Verschleißspuren (Siehe Bilder). Jetzt überlege ich ob ich diese vorsorglich wechseln sollte und aus welcher Quelle oder ob ich gemäß dem Motto "Never change a running System" die bisherige Feder montiert lasse, da ich den Zustand noch als ganz ok bewerte. Ich habe auch schon einen Beitrag von einem Nutzer gelesen, bei welchem eine "gute" Schaltfeder von ich meine Guesi war es, gebrochen ist. Eine MZA/FEZ Feder werde ich natürlich nicht verbauen.

Was mir sonst noch aufgefallen ist: Der Motor war mit Innensechskantschrauben zusammengeschraubt. Diese haben unter anderem ein "m" am Kopf eingestanzt. Ich habe leider vergessen davon ein Foto zu machen. Verbaut sind DDR Lager. Kann es sein, dass der Motor vor (langer Zeit) mal geöffnet wurde oder gab es auch schon serienmäßig Innensechskantschrauben?

Zur Historie weiß ich, dass ich das Motorrad gekauft habe mit 33.000km auf dem Tacho, es stand länger und es war ein Wasser Ölgemisch im Motor, inklusive klarem, nicht gelöstem Wasser, unter dem Öl. Seitdem ich das Motorrad habe, habe ich schon öfters das Öl gewechselt, Addinol 80W GL4, es war also schon länger kein Wasser mehr im Öl, aber vielleicht war der Bruch der dünnen Feder ein Folgeschaden, auch wenn ich auf den Resten der Feder(siehe Bilder) kein Öl erkenne.

Zuletzt noch Bilder vom Schmiedekolben nach 9000, gefahren mit 1:66 Mannol 2 Takt Plus. Der untere Kolbenring hing zu ca. einem viertel fest und federte nicht raus. Habe den Sitz gereinigt, jetzt federt er wieder vollständig. Ich finde der Kolben hat doch nicht wenige Ablagerungen..

Jetzt die Frage an die Experten:

Reicht es die Druckfeder zu ersetzen?
Sollte auch die Schaltfeder neu?
Würdet ihr empfehlen Kurbelwelle und/oder die Lager zu machen?
Was haltet ihr vom Zustand des Getriebe?
Gibt es sonst noch etwas was ich bedenken sollte?

Anbei einige Bilder vom Motor.

Vielen Dank euch schonmal !
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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Uwe6565 » 19. April 2026 16:29

Zum Getriebe kann ich nicht viel sagen, aber laut dem Kolben war das Gemisch viel zu fettig.
Zum Emme fahren ist man nie zu alt

LG von Uwe6565 :D :D :D

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Kai2014 » 19. April 2026 16:40

Das Getriebe kann man so nicht beurteilen.
Willst du die alten Lager drin lassen und nur die Federn erneuern?
Ob die Welle eingelaufen ist, kann man nicht erkennen.
Nicht das die neuen Wedis, dann nicht Dichten.

Federn kaufe ich nur bei Güsi, FEZ wäre mir zu heiß.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » 19. April 2026 16:56

Genau, im Optimalfall möchte ich nur die Druckfeder oder ggf. auch die Schaltfeder erneuern.
Vor ca. 170000km habe ich neue viton Dichttinge eingebaut, diese hielten bisher dicht, deswegen gehe ich erstmal davon aus, dass neue Ringe wieder halten sollten.

Das mit dem Gemisch wird wohl stimmen, ich glaube ich brauche eine größere LLD damit ich den Leerlauf magerer abstimmen kann, der ist aktuell tatsächlich viel zu fett, damit das Übergangsverhalten erträglich ist..
Die HD ist jedenfalls so klein wie möglich, eine 2er Stude magerer und er rasselt/klingelt nach längerer Vollgasfahrt
Mit größerer LLD kann ich vlt die Nadel magerer stellen, ansonsten rasselt der Motor bei hoher Geschwindigkeit und nur wenig geöffnetem Gas(Hier wird vermutlich eine größere LLD mehr Gemisch geben)

Güsi nehm ich als Tipp schonmal mit, danke, meint ihr Gabor hat auch gute Federn? Habe da bisher zumindest Düsen bestellt und war immer zufrieden

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon thomsen61 » 19. April 2026 17:12

Nimm das Getriebe raus und sieh dir das Schaltrad 1+3 Gang genau an. Das ist eine Schwachstelle. Federn nur bei Güsi kaufen,diese sind besser als die Originalen.
Schaltfeder wechsle ich grundsätzlich. Schaltrad (falls erforderlich) gibt es in sehr guter Qualität ebenfalls bei Güsi.

Kleine Hilfestellung: https://www.youtube.com/watch?v=hCTwoPFomsI

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Kai2014 » 19. April 2026 17:47

Da das hier Geiz ist geil ist, bin ich raus. Ich will dir auch schreiben warum. Man macht das ordentlich und nicht so einen Pfusch.

Das Gehäuse wird nicht besser, vom ständigen auf und zu machen.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Treibstoff » 19. April 2026 18:20

Kai2014 hat geschrieben:... Man macht das ordentlich und nicht so einen Pfusch.

Das Gehäuse wird nicht besser, vom ständigen auf und zu machen.

So und nicht anders.
Der Motor ist einmal auf, dann sollte man auch die Gelegenheit nutzen, alle Bauteile penibelst zu prüfen. Also Getriebe komplett zerlegen und jedes Los- und Schaltrad und auch die Wellen inkl. KW auf Verschleiß prüfen. Und Verschleißteile werden grundsätzlich ersetzt, also Lager etc neu. Ich garantiere Dir, Du beißt Dir sowas von in den Allerwertesten, wenn Du den Motor nach Ersatz der defekten Feder wieder zumachst und dann im Sommer, meist bei einer schönen Ausfahrt, verreckt Dir der Motor und es hat noch Teile, die eigentlich noch gut waren, mit ins Jenseits befördert.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » 19. April 2026 18:21

Was heißt Geiz ist geil?
Wenn es einen objektiven Grund gibt mehr zu ersetzen mache ich das natürlich (gerade deswegen Frage ich ja hier die Experten). Aber warum zum Beispiel eine neue Kurbelwelle kaufen oder die aktuelle regenerieren lassen wenn das Spiel noch stimmt? Beim Axialspiel des unteren Pleullagers habe ich im Beispiel 0,8mm als Verschleißmaß gelesen, die sind noch lange nicht erreicht.

Und zum Gehäuse, genau das möchte ich ja gerade nicht, ich möchte keine Lager rausschlagen müssen, welche noch gut sind. Das Spalten jetzt ging wie beschrieben komplett ohne Gewalt, Hitze und Schwerkraft allein hat den Motor getrennt, ich denke schonender kann es für die Lagersitze gar nicht sein.

Wenn du nicht helfen willst ist das ok, aber zu tun als müsste jeder Geld scheißen können finde ich nicht fair.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon emzett » 19. April 2026 18:31

Da Fragt jemnad nach rat , Bekommt Fundierte aussagen und am Ender weiß er doch alles besser .
Ich würde auch die Alten DDR lager drin lassen, wer weis wie lange der neumodische Kram hät :cry:

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Treibstoff » 19. April 2026 18:43

Nur mal folgende Frage, weil Du ja geschrieben hattest, als Du sie gekauft hast, war reichlich Wasser im Motor und jetzt nach dem Spalten hast Du gesehen, es sind noch die alten DDR-Lager drin: Hattest Du nur das Öl und das im Motor befindliche Wasser abgelassen, dann neues Öl drauf und gut war's und so bist Du dann seit dem Kauf (33000km lt. Tacho) 17000km gefahren (aktueller Tachostand 50000km)? :shock:

Edit: Übrigens, Lager mußt Du keine rausschlagen, die sollten mit Wärme im Gehäuse von allein rausploppen.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » 19. April 2026 18:51

Ich habe das Öl abgelassen und den Motor ordentlich erwärmt bis jedes Wasser hoffentlich verdunstet war, anschließend habe ich nach 1000km direkt einen weiteren Ölwechsel gemacht um sicherzugehen, dass kein Wasser mehr im Öl ist.

Also ich verstehe dich so die DDR Lager sollten auf jeden fall raus?
Dann macht es doch auch nur Sinn direkt die Kurbelwelle zu wechseln wegen dem unteren Pleullager nehme ich an?

An der Stelle meine Frage: Welche Kurbelwelle wäre geeignet?
Ich finde unter anderem eine Welle von FEZ oder etwas teurer von Metallguss Leipzig, habe gehört bei den billigen Wellen hat das Pleullager zuwenig Spiel und der Motor ist ruck zuck kaputt. Trifft das nur auf die FEZ Welle oder auch die ML Welle zu?

Bei Güsi finde ich leider keine Kurbelwelle, bei ORP finde ich eine Welle zum 4-Fachen Preis, wobei ich weiß, dass die gutes Zeug machen.

Ich denke da müsste ich in den sauren Apfel beißen und die von ORP nehmen oder gibts weitere geeignete Alternativen?

Edit: Schonmal gut zu wissen, dass die Lager von alleine rausgehen, bei der Simson war das leider nicht der Fall, da war selbst mit Hitze Gewalt angesagt und das mache ich ungerne
Und ja, die Kilometerstände stimmen laut Tacho

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Treibstoff » 19. April 2026 19:08

Bauamt hat geschrieben:Ich habe das Öl abgelassen und den Motor ordentlich erwärmt bis jedes Wasser hoffentlich verdunstet war, anschließend habe ich nach 1000km direkt einen weiteren Ölwechsel gemacht um sicherzugehen, dass kein Wasser mehr im Öl ist.
...

:shock: :shock: :shock:
Dann sei froh, daß der Motor 17000 km geschafft hat.
Nach dieser Beichte kommt nur eins in Frage: Komplette Demontage. Aber wirklich komplett alles auseinander.
Und ja, auch das untere Pleullager kann dadurch Schaden genommen haben. Und wie Du selbst geschrieben hast, spürst Du ja beim Drehen des einen KW-Lagers ein Kratzen. Das kann durchaus ein kleiner Rostschaden sein. Stell Dich lieber auf das volle Programm bei dem Motor ein.

Edit: Der Kai hilft schon ganz gern und er hat auch ne ganze Ecke mehr Motoren gemacht, als z.B. ich. Aber wenn hier einer um die Ecke kommt und will bei einem gespaltenen Motor nur die defekte Feder ersetzen und die DDR-Lager drin lassen, dann kann ich schon verstehen, daß er Dir "Geiz ist geil" unterstellt. Wir scheißen hier alle keine Dukaten, aber wenn schonmal ein Motor gemacht wird, dann richtig, alles andere bedeutet durch sinnlose Nachfolgeschäden nämlich sinnlos verbrannte Kohle.
Zuletzt geändert von Treibstoff am 22. April 2026 19:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » 19. April 2026 19:26

Ich fürchte du sagst mir zwar nicht was ich hören will, dafür aber was ich hören muss.

Es war meine Hoffnung, dass es reicht die Feder zu tauschen, nicht meine Entscheidung. Aber von der Hoffnung lass ich gerade ab.

Reicht so ein SKF Metallkäfig Lagerset für den Motor oder müssen es welche mit Plastekäfigen sein?

Wenn noch jemand eine Empfehlung für eine geeignete Kurbelelle hat würde ich mich freuen, die muss dann ja wohl auch neu

Werde dann wohl nächstes Wochenende wenn alles klappt das Getriebe zerlegen. Danke schonmal für das Video!
Bräuchte dann nur Hilfe beim Bewerten des Getriebes :cry:

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon rausgucker » 19. April 2026 19:26

Die Motorgehäuse verschleißen bei jedem Öffnen - egal wie warm man sie gemacht hat. Nach 4-5 mal kann das Gehäuse dann schon durch sein - durchaus auch früher. Deswegen hat man selbst in der klammen DDR beim Öffnen der Motorgehäuse meist eine GR draus gemacht - weil es einfach sinnvoll war.
Auch die schon verwendeten Vitonringe sind nach dem Erhitzen des Gehäuses zu ersetzen. Ein Lagersatz kostet nicht die Welt, man kann preisgünstig auch alles mit Metallkäfig machen - das ist kein Hexenwerk. Für die KW gibt es Regenerierungsmöglichkeiten - GABOR macht das bspw. mit der eigenen KW. Bei einer originalen KW lohnt sich das ...
So wie die Garnitur aussieht, hat der Motor einiges runter. Da ist eine GR zwingend - nicht ohne Grund hat bereits eine Feder aufgegeben.
Der Zustand des Getriebes ist entscheidend ... Schaltgabel, Schaltklauen, Hinterschneidungen ...
Aber das haben die Kollegen hier alles schon angeführt ... und sie haben vollkommen recht.
Mehr ist nicht zu sagen - wer hier spart, schießt mehrere Eigentore auf einmal.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon thomsen61 » 20. April 2026 10:56

Bauamt hat geschrieben:
Wenn noch jemand eine Empfehlung für eine geeignete Kurbelwelle hat, würde ich mich freuen.



Hier werden Kurbelwellen in bester Qualität und mit jahrzehntelanger Erfahrung regeneriert. Kostet zwischen 120-150€.
Habe gerade mit Herrn Kunze gesprochen,Postversand ist möglich.

Warte aber nicht zu lange,der Seniorchef ist bereits Rentner!

https://www.autoplenum.de/autohaus/wild ... unze-40708

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Treibstoff » 21. April 2026 10:13

Den Kunze in Wildenhain kann ich auch empfehlen.
Da wohne ich ja fast daneben. 😁

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Marcus Schmalrippus » 21. April 2026 21:25

rausgucker hat geschrieben:Die Motorgehäuse verschleißen bei jedem Öffnen - egal wie warm man sie gemacht hat. Nach 4-5 mal kann das Gehäuse dann schon durch sein - durchaus auch früher. Deswegen hat man selbst in der klammen DDR beim Öffnen der Motorgehäuse meist eine GR draus gemacht - weil es einfach sinnvoll war.


Mich würde interessieren, was genau verschleißt beim Öffnen des Gehäuses, und woran kann man verschlissene Gehäuse erkennen (außer an klar sichtbaren Bruchstellen o.ä.) ?
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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Kai2014 » 21. April 2026 22:15

Die Lagersitze Verschleißen, durch das rein und raus.
Wenn die Lager dann kalt rein gehen, hilft nur noch Lagerkleber.

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Bauamt » Gestern 21:02

Danke für eure Unterstützung, ich habe mich jetzt entschieden den Motor gemäß dem Lebensmotto von Wolfgang Petry "Ganz oder garnicht" einmal komplett neu zu machen.

Habe daher neue Lager, eine neue Kurbelwelle (die alte hatte schon deutlich spürbare Spuren von den Simmerringen und das m7 Gewinde vom Rotor war schon etwas beschädigt), alle Federn neu(von Güsi), Sicherungsringe sowieso, Lagernadeln des Getriebes neu und ich werde mindestens das Schaltrad 1+3 Gang ersetzen, vielleicht auch das vom 2. Gang, dazu habe ich in einem andere Thema hier schon mein Getriebe bewerten lassen.

Die Zylindergarnitur hat erst ca. 9000km hinter sich und wird wieder verbaut, ich werde den Sitz des unteren Kolbenrings reinigen, damit dieser wieder leichtgängig federt, den Vergaser magerer abstimmen und damit weiterfahren, nach nur 9000km neu schleifen lassen wäre zu schade...

Möge der Motor dann nochmal 50.000km fahren!

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon Treibstoff » Heute 03:27

Zylinder nach 9tkm schleifen lassen, wäre wirklich Quatsch. Die Ringnuten ordentlich reinigen und den Gaser besser abstimmen, sollte reichen. Fährst Du eigentlich Frischöldosierung oder Gemisch? Welches Öl? Aber Achtung, wenn Du auf diese Frage antwortest, haben wir gleich wieder einen allseits beliebten Ölfred!😁 Und wo hast Du nun die neue KW bestellt?

Edit:
Gibt es eigentlich auch paar Bilder der kompletten Maschine?

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Re: ETZ 250 Druckfeder gebrochen, bitte um Beratung

Beitragvon rausgucker » Heute 08:48

@ bauamt
Eine kluge Entscheidung! Du wirst es nicht bereuen, denn der Motor ist nach einer vernünftigen GR wirklich für viele 10tausend km wieder "gefechtsfähig". Die Zylindergarnitur würde ich auch nicht schleifen, 9tkm sind noch keine riesige Laufleistung. Wie Treibstoff sagte, schön säubern, Ölkohle entfernen - und dann nochmal mindestens 15tkm fahren :) Beim Saubermachen ganz umsichtig mit den Kolbenringen sein. Die dürfen nicht zerbrechen, weil sie schon auf den Zylinder eingelaufen sind. Das sollte aber gelingen. Wenn die Garnitur dann doch mal vershclissen ist, dann ist die schnell getauscht bzw. geschliffen - da musst Du aber an den Rumpfmotor noch lange nicht ran.

@ M. Schmalrippus
Kai hat es korrekt gesagt. Es sind vor allem die Lagersitze, die durch das Heißmachen des Gehäuses und häufigen Lagerwechsel quasi ausleiern. Dann gehen die KW-Lager plötzlich kalt rein - obwohl der Lagersitz optisch tadellos ist. Da hilft dann nur noch Lagerkleber - was aber eine tricky Sache bei der Montage ist - und vor allem bei der nächsten Demontage. Die Lagersitze sind ja minimal kleiner als der Durchmesser des Lagers. Und durch die Wärmeausdehnung lassen sich die Lager montieren, das Gehäuse schrumpft beim Abkühlen die Lager dann fest - allerdings weiten sich die Lagersitze dann im Zuge mehrere Demontagen trotzdem aus usw. Aluminium ist nun mal ein weiches Metall, die Lager sind aus vergütetem Stahl. Wie gesagt, Lagerkleber geht da schon - das ist dann jedoch die finale Lösung. Zumal die Justierung der Achsen im Gehäuse dann ungenau wird.
Wer Lager kalt raus- und reinkloppt, kann diesen "Ausleiereffekt" übrigens schon nach einer Demontage haben ... deswegen immer mit Wärme arbeiten.
Man kann ein optisch wunderschönes Motorgehäuse haben - welches trotzdem Schrott ist, weil die Lagersitze durch sind. Man sollte also die Motorgehäuse möglichst wenig auseinandernehmen. Und wenn, dann gleich eine GR machen, damit dann lange Zeit Ruhe ist.

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