Vieles bekommt man dann automatisch mit, wenn man eine Weile fährt. Es hilft auch, im Forum ein wenig querzulesen, auch wenn es natürlich oft 11 verschiedene Meinungen verteilt auf 10 Leute gibt.
Mit der Serienbedüsung und Zündungseinstellung liegt man erst einmal so gut im Rennen, dass man von dort aus weitermachen kann. Immer im Hinterkopf behalten, dass das Motorrad von Werk aus ein Alltagsfahrzeug war, das von "normalen" Leuten ohne technischen Hintergrund gefahren werden sollte.
Einen zu heißen Motor hört man z.B. im Leerlauf gut an einem harten metallischen "Pleng Pleng" anstatt dem normalen gemütlichen "Deng Deng". Ein zu fetter Motor kommt ungern auf Touren, fühlt sich träge an. Ein Motor, der unter Last leise knistert (man hört es dennoch deutlich), ist unzufrieden (gibt verschiedene Ursachen) und so weiter. Alles Sachen, die man nach und nach erlernt.
Richtig schlimme Schäden wie Pleuellager sind eher selten, da brauch man sich keinen Kopf machen. Das "normale" Schlimmste ist eher ein Kolbenklemmer, daher ist ein Finger an der Kupplung immer eine Art Lebensversicherung für Fahrer und Motor (und natürlich schnelle Reflexe, sobald der Motor seinen Klang plötzlich deutlich verändert). Da kann man im Normalfall auch noch weiterfahren nach dem Abkühlen.
Gemisch muss immer passen (irgendwas zwischen 1:40 & 1:70 geht auf jeden Fall immer gut, auch hier keine Panik, wenn mal 50ml zuwenig Öl im Tank sind), der Rest findet sich.
Bergab bleibt auch bei den steilsten und längsten Alpenpässen (da waren auch schon >10km am Stück dabei) bei mir das Gas komplett zu, ich habe dann eher das Problem, im Tal das Gas wieder rechtzeitig zu öffnen, da der Motor komplett ersoffen ist und erstmal ein paar hundert Meter braucht, um wieder Leistung zu bringen, dürfte aber am anderen Vergaser (Bing) liegen. Serienmäßig ist bei meiner ES sogar ein komplettes Schließen des Gasschiebers möglich, um das Schieberuckeln (vom Rausgucker als "Nachschlagen" bezeichnet) zu verhindern. Dann bekommt der Motor weder Sprit noch Luft und das geht trotzdem gut. Ab und zu mal am Gas zu zupfen, richtet aber keinen Schaden an und beruhigt im Zweifel das Gewissen des Fahrers.
