von Wellblechente » Heute 13:39
Salut,
ich weiß nicht was Du mit Druck- bzw. Zugspeichen meinst. Alle üblichen Speichen, also Tangentialeinspeichung (also Speichen bei denen sich jeweils ein Paar überkreuzt)
sind auf nur auf Zug belastet. Bei üblichen gekröpften Speichen (typisch z.B. Fahrrad oder auch andere Moppeds außer MZ und BMW) unterscheidet man zwischen Kopf- Rückenspeichen je nachdem ob der Kopf oder der Rücken der Speichen außenliegend am Nabenflansch zu sehen ist. Bei einer MZ BK sind die dann sogar verschieden gekröpft.
Aber zu Deinem "Problem". Die Speichenlänge muß so bemessen sein daß die Nippel einige Gewindegänge packt und die Speiche wenn das Laufrad fertig eingespeicht ist nicht nach innen ins Felgenbett überragt, sprich zu lang ist. Dann würde sie nämlich leicht ein Loch in den Schlauch spießen. Wenn die Speichen so 1-2 mm herausragen kann man sie vorsichtig etwas kürzen. Was Dir jetzt an den Speichen auffällt ist daß das Gewinde mal mehr oder weniger weit unterhalb des Nippels zu sehen ist. Das kann verschiedene Ursachen haben:
Es gibt keine Norm wieweit das Gewinde auf die Speiche gerollt wird so daß schon wenn man Speichen aus 2 verschiedenen Packungen greift es Unterschiede in Bezug auf die Gewindelänge geben kann obwohl die Gesamtlänge identisch ist.
Dann kann es sein daß das Laufrad bewußt oder unbewußt mehr oder weniger versetzt eingespeicht wurde. Bei einem särkerem Versatz würde man in der Regel zwei verschieden lange Speichen für die beiden Flansche nehmen. Bei geringem Versatz kann man schon die gleiche Länge nehmen so daß man dann nachher durchaus das an den unterschiedlich zu sehenden Gewinden bemerken kann.
Es kann auch passieren daß beim Kauf eines Satzes Speichen die Nippel verschiedene Längen haben so daß die Gewindeüberdeckung verschieden ist. Das sollte natürlich nicht passieren genauso wie das mit den unterschiedlich lang aufgerolltem Gewinde aber passiert in der Praxis. Wenn die eine Packund mit Nippeln leer geworden ist öffnet man die nächste und vervollständigt den Satz mit Nippeln aus der Neuen. Genauso bei den Speichen. Das ist alles andere als optimal da das zügige korrekte Einspeichen dadurch erschwert ist.Aber einmal ordentlich eingespeicht und zentriert ist das tecnisch kein Problem mehr wenn auch dann optisch als Schönheitsfehler zu bemerken. An dem sichtbaren Gewinde setzt sich natürlich auch eher Dreck an
Was aber viel wichtiger ist, ist daß die Speichen genügend weit im Nippel geschraubt sind und daß die Enden nicht zur Felgeninnenseiten herausragen.
Und ja es gibt eine Formel um Speichenlängen zu berechnen, die ist recht komplex, aber zumindest für Fahrradfelge gibts das mittlerweile auch im Netz online.
In Deinem Fall könnte man das aber auch recht genau schätzen wieviel länger die Speichen sein - wenn es denn so wäre- müßten.
Also kontolliere bitte auf der Felgeninneseite ob dort die Speichen alle ähnlich gleich weit in die Nippeln gedreht sind und keine herausragt. Sie müssen nicht genau bündig mit dem Ende des Nippel abschließen können ruhig 2-3 mm zurückstehen. D. H. es gibt durchaus Toleranzen in welchem eine Speiche noch als die Richtige angesehen werden kann.
Grüße,
Roland
Fuhrpark: BK 350 Bj. 1956, RT 125/3 Bj 1960, ES 150/0 BJ. 1968, BMW R 80/7 Bj.84, ES 250/2-Gespann Bj 1971, ETS 250/1 G5 Bj. 1972; in Teilen: ETS/G Bj 68, ES 250/2 Bj. 1971 ...
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