So, ich möchte hier auch noch kurz berichten:
Ich habe die RD letzten Oktober dann von Graz nach Wien gefahren. Ein grauenhafter Ritt! Kaum Leistung und bestenfalls im vierten (von sechs) Gang 80 bis 90 km/h möglich. Sie wirkte wie zugeschnürt oder als ob man gegen ein Gummiband beschleunigen wollte. Da sie lange gestanden hatte kam mir ein Gedanke, vielleicht ein Untermieter im Luftfilterkasten. Probeweise einmal die Ansaugschläuche von den Vergasern genommen und die Fahrt gegen Bruck/Mur fortgesetzt (dort würde ich dann, wenn das besser läuft den ÖAMTC heimsuchen um vielleicht an den Luftfilterkasten zu kommen).
Ja, viel besser! Zuerst fürchterliches Gequalme, war wohl das Kurbelgehäuse vollgelaufen, aber locker 110 km/h drinnen. Darüber wirds gefühlt zu mager. Der ÖAMTC war leider sowohl bei der Bastelei eine Fehlanzeige als auch bei behelfsmäßigen Luftfilterchens - der Tank hat einen Ausgleichsschlauch unter dem Rahmenrohr durch und versperrt dadurch, weil nicht abnehmbar, den Weg zum Luftfilterkasten, brauchbaren Schaumstoff zum in die Ansaugstutzen zu stecken hatten sie auch nicht, war wohl eh besser (bevor sie sich das auch noch reinzieht.
In Wien wurde dann der Luftfilterkasten durchsucht, Fehlanzeige, alles frei. Ansaugschläuche wieder auf die Vergaser gesteckt und Probefahrt - maximal Halbgas und bei rund 80 bis 90 km/h rummsbumms zugeschnürt. Verreck! Weitersuchen warum die Mühle nicht richtig will. Ich habe viele Gedanken gewälzt, auch die üblichen Verdächtigen von den MZ. Ob sie sich eventuell das Getriebeöl reinzieht? Fehlanzeige, laut Messstab alles da und wird nicht weniger. Falscher Luftfilter, oder verkehrt eingebaut - Fehlanzeige. Vergaserbedüsung kontrolliert, alles laut Anleitung. Einzig die Düsennadeln waren im Reperaturkit die falschen. Diese auf die originalen zurück getauscht - Fehlanzeige. Zündung überprüft und nochmals neu eingestellt - Fehlanzeige. Fahren gegen ein Gummiband, Spucken und Spotzen sobald man mehr als Halbgas aufmacht. Viel weiter kam ich dann auch nicht mehr, die schlimmste Winterdepression seit Jahren hat mich etwa ab Mitte November völlig aus der Bahn geworfen!
Im RD Forum wurde der Hinweis gegeben, es könnte an der Luftkorrekturdüse liegen. Diese also nach beschreibung freigelegt und überraschend wenig Dreck dort rausgeputzt - nach der Beschreibung hätte die eigentlich komplett zu sein müssen. Bei der Reparatur auch festgestellt, daß diese Düse (dieser Luftkanal zum Düsenstock) mit der Lufteinstellschraube entgegen der gängigen Meinung genau nichts zu tun hat - die Luft kommt über an den Schwimmerkammern angeschlossenen Schläuchen vom Luftfilterkasten. Bei der Testfahrt die Ernüchterung - wieder nichts, Fahrverhalten wie gewohnt. Irgendwie wirkt es beim Fahren, als ob die Unterbrecher bei höheren Drehzahlen prellen würden.
Beim Lesen und Stöbern zur RD habe ich dann etwas über eine Hauptdüsenunterlegscheibe gelesen und mich erinnert, ich hatte die ganz sicher nicht drinnen. Ob sie sich vielleicht über die Einbaukerbe der Düsenstöcke (Nadeldüsen) einen gewaltigen Extraschluck Benzin gönnt? Gestern war ich einkaufen, X-Mas in Wien hatte diese Unterlegscheiben und sogar die passenden Unterbrecher für die in Europamodelle eingebaute Lichtmaschine (ich hatte da dereinsten leider welche für die Nordamerikaversion bekommen, obwohl in Deutschland bestellt).
Heute zuerst die Unterlegscheiben eingebaut und auf zur Testfahrt. Das übliche Spielchen, höchstens Halbgas und bei 80 bis 90 km/h am imaginären Gummiband hängengeblieben. Gefühlsmäßig ist die RD zwar williger aber es ist praktisch nicht wirklich besser, na zumindest mit Steigungen scheint die Sache besser zu sein - statt im 1. Gang wenigstens schon im 2. Gang bei Halbgas raufschleichen.
Nächster Schritt die Unterbrecher tauschen, neu einstellen und genau prüfen - paßt. Auf zur nächsten Testfahrt:
HUIIII, geht die ab!

So fühlen sich also die 30 Zweitaktrennpferde an wenn sie endlich losgaloppieren. Ich denke meinen breiten Grinser könnt ihr euch selber vorstellen!
