EM 250 Kolbenbolzen

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EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 2Takt-Fan » 9. Januar 2019 19:21

Hallo,
ich habe für einen EM250 Motor, einen geschliffenen Zylinder mit neuem Megu-Kolben und Kolbenbolzen erworben. Der Kolben hat einen schwarzen Punkt als Kennzeichnung. Der Kolbenbolzen wahrscheinlich weiß, was man noch auf dem Papier , in das er eingepackt war, erkennen kann. Eigentlich sollten doch beide die selbe Farbe haben, richtig ? Bin mir jetzt nicht sicher ob das zusammen passt.
Ich habe deshalb den Kolben auf ca. 40 Grad erwärmt, dann lässt sich der Bolzen mit Daumendruck in den Kolben schieben. Kalt geht er nicht rein.
Ich denke, das ist so in Ordnung, was meint ihr ?
Der Kolbenbolzen ist in der Mitte wo das Nadellager läuft in Ordnung, außen wo er im Kolben sitzt, ist die Oberfläche durch die Lagerung leicht angegriffen.
Was meint ihr zu dem Bolzen, geht der noch ? Ist halt noch ein originaler, ich habe auch einen Nachbau , aber bei dem ist das Loch außermittig.
Bekommt man noch irgendwo neue originale ?

Gruß Martin
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon trabimotorrad » 9. Januar 2019 19:45

Immer wenn ich eine MZ-Garnitur zur Firma Wahl bringe und der Kolbenbolzen geht im kalten Zustand nicht mit Fingerdruck in den Kolben ein zu drücken, dann läppt Herr Wahl die Bohrung so lange nach, bis der eingeölte Bolz durch sein Eigengewicht in die Bohrung gleitet.
Bisher waren Lolbenbolzenaugen vor allem bei den billigen Nachbaukolben IMMER zu eng - Herr Wahl hat da schon manches "liebe" Wort darüber verloren :wink:
Wo man neue und hochwertige Kolben zur Zeit kaufen kann, weiß ich nicht, aber ich würde Guesi fragen, wobei es durchaus auch andere Bezugsquellen geben wird :nixweiss: -
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon koschy » 9. Januar 2019 19:55

Ich hatte noch nie einen Kolben in der Hand, wo der Kolbenbolzen im kalten Zustand rein ging. Darunter auch originale Kolben und gute Nachbauten :nixweiss:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Christof » 9. Januar 2019 19:59

2Takt-Fan hat geschrieben:Ich habe deshalb den Kolben auf ca. 40 Grad erwärmt, dann lässt sich der Bolzen mit Daumendruck in den Kolben schieben. Kalt geht er nicht rein.


Laut MZ ist das genau so ok. Aber z.B bei Wartburg-Motoren ist es so, wie Achim beschrieb. Ich finde die MZ-Variante besser. Ich habe leider schon ausgeleierte Bohrungen gesehen, aber Wartburg-Motoren laufen auch. Man sollte es nicht so ernst nehmen, insofern sich der Bolzen im warmen Kolben ohne Zwang einschieben lässt.

Ein "weißer" Bolzen (+0 µm / -2,5 µm) ist im Maß übrigens größer als die "schwarze" Bohrung (-2,5 µm / -5 µm). :mrgreen:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon koschy » 9. Januar 2019 20:08

Christof hat geschrieben:
2Takt-Fan hat geschrieben:Ich habe deshalb den Kolben auf ca. 40 Grad erwärmt, dann lässt sich der Bolzen mit Daumendruck in den Kolben schieben. Kalt geht er nicht rein.


Laut MZ ist das genau so ok. Aber z.B bei Wartburg-Motoren ist es so, wie Achim beschrieb. Ich finde die MZ-Variante besser. Ich habe leider schon ausgeleierte Bohrungen gesehen, aber Wartburg-Motoren laufen auch. Man sollte es nicht so ernst nehmen, insofern sich der Bolzen im warmen Kolben ohne Zwang einschieben lässt.

Ein "weißer" Bolzen (+0 µm / -2,5 µm) ist in der Maß übrigens größer als die "schwarze" Bohrung (-2,5 µm / -5 µm). :mrgreen:


Nur noch mal der Vollständigkeit halber: Ein KoBo, der in kaltem Zustand nicht reingeht, ist also kein Qualitätsmangel, sondern das soll genau so sein? :?:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 20:15

Doch Kolben wo der Bolzen kalt rein reinzuschieben geht gibt es, aber sie sind selten.

Noch seltener sind solche die durchs Eigengewicht in die Bohrung gleiten, wie trabimotorrad erwähnt - aber auch die gibt es.

Zu straffe KoBos führen nach meiner Erfahrung zu Problemen, ich würde persönlich keinen Bolzen mehr verbauen der sich nicht mit einem Finger in den kalten Kolben einführen lässt.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon ea2873 » 9. Januar 2019 20:20

koschy hat geschrieben:Nur noch mal der Vollständigkeit halber: Ein KoBo, der in kaltem Zustand nicht reingeht, ist also kein Qualitätsmangel, sondern das soll genau so sein? :?:



es gibt mindestens 3 verschieden Hersteller von MZ Kolben bei denen das genau so ist, würde mich wundern, wenn die alle falsch liegen und ihr Geschäft nicht verstehen.

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon koschy » 9. Januar 2019 20:22

MZFieber hat geschrieben:Doch Kolben wo der Bolzen kalt rein reinzuschieben geht gibt es, aber sie sind selten.

Noch seltener sind solche die durchs Eigengewicht in die Bohrung gleiten, wie trabimotorrad erwähnt - aber auch die gibt es.

Zu straffe KoBos führen nach meiner Erfahrung zu Problemen, ich würde persönlich keinen Bolzen mehr verbauen der sich nicht mit einem Finger in den kalten Kolben einführen lässt.


Mich hat das schon immer stutzig gemacht, dass der KoBo angeblich in kaltem Zustand reingleiten soll. Warum: Ich habe MZ-Kolben von Megu, KAL, Kolben Schmidt, Episan und Goetze in der Hand gehabt und nirgendwo ging der KoBo in kaltem Zustand rein. Also entweder haben die alle Fehler in der Produktion gemacht oder der KoBo muss vielleicht doch nicht in kaltem Zustand reingehen?!

EDIT: ea2873 war schneller.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 20:23

Geschäfte machen heißt einen Preis bieten den der Kunde gerne bezahlt. Wie lange das funktioniert, ist auch wieder eine Frage die das Geschäft betrifft.

Bei problematischen, jedoch vorher bereits montierten Teilen hat man aber als Kunde ein ganz schlechte Diskussionsgrundlage. ;)

Ich hör jetzt auch auf, hab schon einige der straffen Bolzen verbaut (hat mal funktioniert und mal nicht). Soll jeder machen wie er mag. :ja:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Christof » 9. Januar 2019 20:33

Bei originalen Kolben, die mit Bolzen der gleichen Tolerierung (Farbpunkte) gepaart werden, ist das so.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 20:40

Kannst du das bitte noch erklären, was es bedeutet wenn gleiche Farbpunkte gepaart werden? Ich vermute Passung des Bolzen und der Bohrung passen dann und der Bolzen gleitet in Position?

Alles andere macht gefühlt keinen Sinn. :lach:

Würde andererseits natürlich auch heißen, das MZ damals der Meinung war das auch übermaßige Bolzen verwendbar sind? Wo zieht man denn da nun die Grenze... :| :?:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 990sm-r » 9. Januar 2019 20:53

Wenn der Kolbenbolzen ( Stahl,gehärtet) in den kalten Kolben ( Aluminiumlegierung) nicht locker "reinflutscht", was passiert bei Betriebstemperatur?

p.s. Nur als kleinen Denkanstoss. :nixweiss: :nixweiss: :nixweiss:

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Klaus P. » 9. Januar 2019 20:54

Christof hat geschrieben:
2Takt-Fan hat geschrieben:Ich habe deshalb den Kolben auf ca. 40 Grad erwärmt, dann lässt sich der Bolzen mit Daumendruck in den Kolben schieben. Kalt geht er nicht rein.


Laut MZ ist das genau so ok.

-- Hinzugefügt: 9. Januar 2019 20:55 --

MZFieber hat geschrieben:Kannst du das bitte noch erklären, was es bedeutet wenn gleiche Farbpunkte gepaart werden? Ich vermute Passung des Bolzen und der Bohrung passen dann und der Bolzen gleitet in Position?


Hat er das nicht gemacht ??

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 2Takt-Fan » 9. Januar 2019 20:59

Hallo, danke für eure Antworten ,
könntet ihr nochmal einen Blick auf das Bild werfen, kann man den Bolzen noch einbauen?

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 21:01

Es wurden verschiedene Optionen genannt.

Aus dem Satz "Bei originalen Kolben, die mit Bolzen der gleichen Tolerierung (Farbpunkte) gepaart werden, ist das so." werde ich nicht schlau (bin vielleicht auch zu doof).

Also bei gleichen Markierungen ist was wie und der Bolzen geht wie in die Bohrung? Wir wollen doch alle was dazulernen...
Zuletzt geändert von MZFieber am 9. Januar 2019 21:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Christof » 9. Januar 2019 21:02

MZFieber hat geschrieben:Kannst du das bitte noch erklären, was es bedeutet wenn gleiche Farbpunkte gepaart werden? Ich vermute Passung des Bolzen und der Bohrung passen dann und der Bolzen gleitet in Position?

Alles andere macht gefühlt keinen Sinn. :lach:


Das habe ich nicht geschrieben, oder? :wink:

Christof hat geschrieben:Bei originalen Kolben, die mit Bolzen der gleichen Tolerierung (Farbpunkte) gepaart werden, ist das so.


Das bedeutet, der Durchmesser der Bolzenbohrung ist mit dessen oberen Abmaß kleiner oder gleich groß dem unteren Abmaß des Kolbenbolzendurchmessers.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 21:04

Danke, die Landwirtschaft brauchts manchmal etwas ausführlicher erklärt. :roll:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 2Takt-Fan » 9. Januar 2019 21:28

Christof hat geschrieben:
2Takt-Fan hat geschrieben:Ich habe deshalb den Kolben auf ca. 40 Grad erwärmt, dann lässt sich der Bolzen mit Daumendruck in den Kolben schieben. Kalt geht er nicht rein.


Laut MZ ist das genau so ok. Aber z.B bei Wartburg-Motoren ist es so, wie Achim beschrieb. Ich finde die MZ-Variante besser. Ich habe leider schon ausgeleierte Bohrungen gesehen, aber Wartburg-Motoren laufen auch. Man sollte es nicht so ernst nehmen, insofern sich der Bolzen im warmen Kolben ohne Zwang einschieben lässt.

Ein "weißer" Bolzen (+0 µm / -2,5 µm) ist in der Maß übrigens größer als die "schwarze" Bohrung (-2,5 µm / -5 µm). :mrgreen:


Wie beurteilst du das Bild ?
Kann man den Bolzen noch verwenden?

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon koschy » 9. Januar 2019 21:37

990sm-r hat geschrieben:Wenn der Kolbenbolzen ( Stahl,gehärtet) in den kalten Kolben ( Aluminiumlegierung) nicht locker "reinflutscht", was passiert bei Betriebstemperatur?

p.s. Nur als kleinen Denkanstoss. :nixweiss: :nixweiss: :nixweiss:

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Ich bin kein Ingenieur, aber Wikipedia sagt, dass der Ausdehnungskoeffizient von Alumium doppelt so hoch ist wie der von Stahl: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausdehnungskoeffizient

Deswegen würde ich denken, dass mit zunehmender Betriebstemperatur das Kolbenauge dem KoBo immer mehr Raum gibt, dass also ab einer gewissen Temperatur der KoBo frei drehen kann, auch wenn er im kalten Zustand im Kolbenauge stecken bleibt.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Christof » 9. Januar 2019 21:39

Ja, den würde ich noch verwenden. Die Kratzer kannst du tolerieren. :ja: Wirkliche Ausschußkriterien sind auf eingelaufene oder blaue Bolzen.

Wie sitzt der Bolzen im oberen Pleuelauge, radial spielfrei?
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 21:40

Mein Ansatz nach dem was ich hier gelesen habe: versuch doch den Bolzen in den etwas mehr als handwarmen Kolben einzuführen. Wenn´s passt - gut. Nicht weiter drüber nachdenken.

5ym Toleranz ist nicht übertrieben "viel". Mit was wurden solche Maße eigentlich Mitte der 80er ermittelt? 5 oder sogar nur 2,5ym Toleranz - auf der Basis kann man heut ganz vortrefflich messtechnische Diskussionen führen ob das wirklich so ist. :lol:
Zuletzt geändert von MZFieber am 9. Januar 2019 21:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 990sm-r » 9. Januar 2019 21:45

Für mich ist der Kolbenbolzen nicht mehr verwendbar. Ich habe vor ewigen Zeiten eine Kurbelwelle mit leichten Flugrost an den untere Nadeln im Pleuel verbaut. Ergebnis war nach knapp 800 Kilometer, total Defekt. Der Kolbenbolzen hat zwar nicht diese Drehzahlen auszuhalten, aber der muss bei Betrieb "flutschig" im Kolben sein. Und das ist mit dem Bolzen nicht mehr gegeben.

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Christof » 9. Januar 2019 21:48

990sm-r hat geschrieben:Für mich ist der Kolbenbolzen nicht mehr verwendbar. Ich habe vor ewigen Zeiten eine Kurbelwelle mit leichten Flugrost an den untere Nadeln im Pleuel verbaut.


Flugrost geht gar nicht, aber ich sehe da die schwarze Markierung, also einen Farbpunkt. :nixweiss:

MZFieber hat geschrieben:Mit was wurden solche Maße eigentlich Mitte der 80er ermittelt?


Mit mechanischen Innenmessgeräten und Messuhren mit 1/1000 mm -Skala. :mrgreen: Das gab es schon vor dem 2.Weltkrieg. :ja:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 990sm-r » 9. Januar 2019 21:56

koschy hat geschrieben:
990sm-r hat geschrieben:Wenn der Kolbenbolzen ( Stahl,gehärtet) in den kalten Kolben ( Aluminiumlegierung) nicht locker "reinflutscht", was passiert bei Betriebstemperatur?

p.s. Nur als kleinen Denkanstoss. :nixweiss: :nixweiss: :nixweiss:

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Ich bin kein Ingenieur, aber Wikipedia sagt, dass der Ausdehnungskoeffizient von Alumium doppelt so hoch ist wie der von Stahl: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausdehnungskoeffizient

Deswegen würde ich denken, dass mit zunehmender Betriebstemperatur das Kolbenauge dem KoBo immer mehr Raum gibt, dass also ab einer gewissen Temperatur der KoBo frei drehen kann, auch wenn er im kalten Zustand im Kolbenauge stecken bleibt.


Genau darauf wollte ich hinaus. Viele würden sich wundern das in einen Handwarmen Kolben der Kolbenbolzen auf einmal reinzudrücken geht. Und zwar von Hand. :!: Ich würde mich wundern wenn der Kolbenbolzen in einen kalten Kolben "locker, flockig" rein geht. Da gibt es bei Betriebstemperatur sicherlich ordentlich Luft zum "Einarbeiten" ( Langloch).
Zuletzt geändert von Christof am 9. Januar 2019 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Doppelantwort entfernt

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Jena MZ TS » 9. Januar 2019 22:02

Meine Wahlkur inkl der kobo läppung war bisher von Erfolg gekrönt. Auf Arbeit hab ich 2 und 4t roller Zylinder in der Hand. Die kobo gehen alle wunderbar von Hand in kaltem Zustand in die Bohrung

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 990sm-r » 9. Januar 2019 22:06

Reden wir von 20Grad oder von 35 Grad?

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 22:08

Mit mechanischen Innenmessgeräten und Messuhren mit 1/1000 mm -Skala. :mrgreen: Das gab es schon vor dem 2.Weltkrieg. :ja:


OT? Den GRR% würd ich gern mal sehen. :mrgreen: Mir hat ein alter Mann, der gute Herr Breitmeier, mal gesagt ein ym ist das was man noch riecht nachdem man sich auf Toilette die Hände gewaschen hat. Ich wills‘ nicht bezweifeln das solche Genauigkeit (korrekter: Wiederholbarkeit der Messung) schon möglich war. Aber um solche geringen Toleranzen wird heut noch gekämpft und (oft) nur mit händischem läppen erreicht.

Da gibt es bei Betriebstemperatur sicherlich ordentlich Luft zum "Einarbeiten" ( Langloch).


Nicht zwangsläufig. Die straff sitzenden Bolzen sind nach geringer Laufleistung gerne schon blau... abgesehen von der Erfahrung, eine schlüssige technische Erklärung habe ich dafür nicht. :oops:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon schafferle » 9. Januar 2019 22:24

Man sollte es so machen wie es MZ in seinen vielen Reperaturanleitungen vorschreibt .Die Ingenieure haben sich dabei schon was gedacht. Kurz gesagt genaues durchlesen erspart manches Kopfzerbrechen und so manche Frage

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 22:39

Und um die vorhergehende Aussage mal noch mit etwas mehr Inhalt zu füllen:

Lt. MZ Ratgeber transpress, 1990, erste Auflage. Seite 100/101:

„... nun wird der Kolben auf einer Heizplatte auf eine Temperatur von etwa 50 Grad erhitzt. [...] den gut geölten Kolbenbolzen in die richtige Lage drücken. Das einschlagen mit einem Hammer muss unterbleiben.“

Im offiziellen blauen MZ Werkstatthandbuch stehen derlei Informationen (zB zum erhitzen des Kolbens) m.E. nicht. Aber das war jetzt ein Zufallstreffer weil das Buch grad hier lag. ;D
Zuletzt geändert von MZFieber am 9. Januar 2019 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon koschy » 9. Januar 2019 22:41

Ich habe noch das hier gefunden, verstehe es aber nicht wirklich...

Bildschirmfoto vom 2019-01-09 22-39-37.png
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 22:45

Die Tabelle zeigt die Markierung, Verwendbarkeit sowie Toleranzen klassierter Bolzen in Abhängigkeit zur klassierten Pleuelbohrung, d.h welche Nadellager zur Paarung empfohlen werden und welches Radialspiel die klassierte Pleuelbohrung hat.

Felder die leer sind stellen zu vermeidende Kombinationen dar. :mrgreen:

Best guess ohne Gewähr. ;)
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon schafferle » 9. Januar 2019 22:52

Das ist aus der Reparaturanleitung von 1989
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon Klaus P. » 9. Januar 2019 22:52

Könnte so einfach sein isses aber nicht.

Dann haste mal Klemmer im Bereich der Überströmer und alle wissen Kobobohrung zu eng,
obwohl die Farbmarkierungen stimmten.
Ich muß leider sagen, den Farben am Kobo trau ich nicht, zumal, wenn ich die wg falschen nachgeliefert bekam.

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 22:54

Ich trau den Toleranzen auch nicht siehe GRR, hilft aber dem Threadersteller nicht weiter.

Lt. Der Tabelle ist die Paarung iO und laut dem Reparaturhandbuch bzw. Büchern und bei der richtigen Temperatur sollte sich das zusammen finden wie gewünscht.
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 990sm-r » 9. Januar 2019 23:13

Ist schon erstaunlich wie penibel Mz die Paarungen ausgesucht hat- Heutzutage muss der Almot einfach nur laufen. Welchen Durchmesser hat der Kobo, die Nadeln ( vom Lager)und die Pleuelaugen? Ich glaube nicht das alles auf 1/1000 gefertig werden kann. Ich habe schon 5 Almot Kolben aus der gleichen Charge Vermessen (75,46mm vor 2Jahren) . 3 waren gleich und 2 waren über 0,1mm abmaßig.

p.s. Ich weiß wo ich einen Kolben messen muss. Stichworte: Ovalität und Konzitität

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 9. Januar 2019 23:19

Interessiert heute keinen mehr, früher ein Fortbewegungsmittel das auf jeden Fall funktionieren musste, heute wird es fast nur noch zum Spaß bewegt. Die MZ Ingenieure waren noch mit Ernst bei der Sache! 8)
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon hiha » 10. Januar 2019 06:46

Mein Senf zum Thema:
Egal was in irgendwelchen Werksbeschreibungen steht: Ein Kolbenbolzen der sich beim 20°warmen Kolben nur stramm durchdrücken lässt, macht voraussichtlich Ärger. Das wusste schon der Hertweck. Warum das so ist, obwohl die Wärmedehnung von Alu doch so viel größer ist, darüber wurde schon vielfach gerätselt und theoretisiert, aber bisher ohne ein mir einleuchtendes Ergebnis. Meine Teil-Theorie: Wenn der Kolbenbolzen im Betrieb mehr Luft hat, kann er in der Kolbenbohrung abrollen, was weniger Reibungswärme erzeugt als wenn er Gleiten würde. (Ja, irgendwas fehlt. Ich sag ja auch nicht, dass es stimmt...) Ein Ausschlagen der Bohrung im Kolben passiert auch nach langer Laufzeit nicht.

Zur Tolerierung der Kolbenbolzenlagerung: Heute gibts nur noch einbaufertige Einheitslager mit engen Toleranzen. Was in der Fertigung maßlich daneben liegt, also Pleuelauge, Kolbenbolzen und Nadelkranz, wandert in die Tonne. Zu DDR-Zeiten war das -zu Recht- Verschwendung, Arbeitszeit war im Vergleich zum Material billig, man leistete sich den Luxus, Lagerungen zu vermessen und zu paaren.

Zum Rostfleck am KoBo: An der Stelle würd ich ihn ignorieren. Wäre er auf der Nadellagerlauffläche, würd ich den Bolzen wegschmeissen.

Übrigens:
Wer die Expertise der Fa. Wahl anzweifelt, hat keine Vorstellung davon, was und für wen er und sein Vater schon alles Kolben entwickelt und gebaut haben. Kurzfassung: Alles was irgend eine Art von Rennen fährt. Vom Zweitakt-Fünfziger bis zu F1 und DTM. Und auch was nicht Rennen fährt. Und Prototypen für nahezu alle Motorenhersteller, international.

Gruß
Hans

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon kutt » 10. Januar 2019 08:43

990sm-r hat geschrieben:Wenn der Kolbenbolzen ( Stahl,gehärtet) in den kalten Kolben ( Aluminiumlegierung) nicht locker "reinflutscht", was passiert bei Betriebstemperatur?

p.s. Nur als kleinen Denkanstoss. :nixweiss: :nixweiss: :nixweiss:

mfg Normen


Das muß nix heißen, da man nicht weiß, wie warm die Teile werden.

Als Gegenargument könnte man jetzt sagen: Warum sind im Kolben Schmierbohrungen im Bereich des Kolbenbolzens?


Bei den vielen Klemmern, die ich bis jetzt bei meiner BK hatte, würde ich sagen, daß der Kolbenbolzen ein ganzes Stück heißer wird, als der Kolben und somit die Ausdehnung der ungleichen Matetialpaarung weitestgehend wieder ausgeglichen wird. Dazu kommen die Schmierbohrungen im Kolben - da kann man davon ausgehen das sich der Bolzen auf einem Ölfilm im Kolben drehen soll..

So hab ich die Bohrungen über die Zeit auch immer größer gemacht und fahre jetzt auch mit schwimmender Passung. Damit gibt es zumindest bei meiner BK die wenigsten Probleme...
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon trabimotorrad » 10. Januar 2019 09:13

...und bei sämtlichen Garnituren, die ich, weil sie geklemmt haben, zur "Wahl-Kur" gebracht habe, sind die Kolbenbolzen schwer bis sehr schwer im Kolben gesteckt...
In den fast 40 Jahren, in denen ich die Fima Wahl kenne, bin ich immer sehr gut damit gefahren, das ich genau das, was mir die Herren Wahl empfohlen haben, EINE zu EINS umgesetzt habe :wink:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon pierrej » 10. Januar 2019 10:10

Ich kannte das auch so von originalen MZ Garnituren das der KoBo in den erwärmten Kolben zu drücken ist und hatte damit nie Probleme, aber zwei Garnituren hatte ich bei Herrn Wahl und da wurden die Bolzen Augen im Kolben so bearbeitet wie Achim schreibt. Auch damit habe ich nie Probleme gehabt. Du kannst dir jetzt aussuchen ob Du den Kolben so einbaust oder die Augen Läppen lässt, es wird sicher beides funktionieren.

Gruß Pierre
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon ESJuenger » 11. Januar 2019 14:21

kutt hat geschrieben: Bei den vielen Klemmern, die ich bis jetzt bei meiner BK hatte, würde ich sagen, daß der Kolbenbolzen ein ganzes Stück heißer wird, als der Kolben

Moin Kutt, da würde ich mir glatt herausnehmen das zu bezweifeln. Als Wärmequelle käme da ja dort nur Reibung in Frage und das wäre der sofortige Tod jeder Gleitpaarung. Aber ich hätte da eine andere Theorie (hatte ich glaub ich schon Mal zum besten gegeben): Im Betrieb stellt sich ein ölgefülltes Spaltmaß (wahrscheinlich Mischreibung) zwischen Kolben und Bolzen ein. Das Öl isoliert den Wärmefluss vom Kolben in den Bolzen. Sitzt der KoBo stramm wird mehr Wärme vom Kolben übertragen und der gesamte KoBo wird wärmer. Dadurch ist das Spiel im oberen Pleuellager geringer und damit steigt DORT die Störanfälligkeit.

Zum Bolzen oben: Wenn er sonst unauffällig ist, stören die Riefen und der Fleck nicht. Ich plädiere auch für gleitendes Hand-Montieren bei handwarmen (um 20°C) Teilen.

Übrigens Kutt: Vielen Dank für die tollen Anleitungen zur Montage von Motor, Kardan und Getriebe der BK auf deiner Homepage! Bin gerade dabei und hoffe damit Lehrgeld zu minimieren.
Gruß
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon UlliD » 11. Januar 2019 16:49

Ich habe hier ja nun im Laufe der Jahre so einige Kolben gesehen mit feinen Klemmspuren rechts und links vom Bolzenauge.. und das wohl meist bei zu stramm sitzenden Kobos. Also muss es doch nicht verkehrt sein die Augen so wie es Herr Wahl tut aufzuläppen :nixweiss: :nixweiss:
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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon 2Takt-Fan » 12. Januar 2019 11:26

Hallo,
vielen Dank für eure Antworten.

Gruß Martin

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Re: EM 250 Kolbenbolzen

Beitragvon MZFieber » 23. Februar 2019 10:12

Habe heute einen EM150 Nachbaukolben verbaut den ich bei der Fa. Keilig in Freital habe einschliefen lassen. Der Bolzen war schon im Kolben, nicht wie sonst üblich separat im Tütchen dabei. Ob die Herren da auch das Auge nacharbeiten?

Auf jeden Fall ging der Bolzen wirklich mit leichtem Fingerdruck in den Kolben, obwohl er bei Minusgraden im Auto übernachtet hat. :ja:
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