Ladespannung senken

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Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 2. September 2016 22:16

Hallo

Nachdem ich Anleitung von Lothar gelesen hatte wollte ich das auch machen
http://pic.mz-forum.com/lothar/ELEKTRIK ... kung-7.pdf
Funzt die von ihm angegebene Schottky-Diode : MBR6045WT (0,5 V bei 10 A, max. St
rom 60 A)auch in einem 12 V System oder brauche ich da eine andere.
Wenn ja bitte Beispiele geben.
Mehr als 0,5V muss ich nicht runter.

Gruss
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon beres » 5. September 2016 10:20

Das geht auch. Wesentlich eleganter geht das wie etwas weiter unten beschrieben mit Schottky-Dioden parallel zu den Hilfsdioden am Gleichrichter.
Gruß

Bernd

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 5. September 2016 18:20

beres hat geschrieben:Das geht auch. Wesentlich eleganter geht das wie etwas weiter unten beschrieben mit Schottky-Dioden parallel zu den Hilfsdioden am Gleichrichter.

Da eine Vape 180W verbaut ist, ist das bei mir nicht möglich.

Ich hatte mir auch schon mal eine Schottky-Diode : MBR6045WT bestellt.
Die hatte 3 Kontakte ; Anode,Katode,Anode ; das ist doch nicht richtig oder?

mfg
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon daniel_f » 5. September 2016 20:05

Das ist schon richtig so. Da sind zwei Dioden in einem Gehäuse, die an der Katode verbunden sind. Ich hab die gleich parallel geschaltet, also die Anoden auch noch verbunden. Soll man zwar eigentlich nicht ohne Vorwiderstand für jede Diode in Reihe machen, läuft aber mittlerweile in drei Motorrädern problemlos.

Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 5. September 2016 21:08

also doch
dann war die bei mir defekt oder ich hab die zerstört.
wenn ich die so anschließe ,also die Anoden zusammmen, da erhöht die mir die Spannung auf 15 - 16V.

gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon daniel_f » 6. September 2016 21:12

Das kann nicht sein, außer du klemmst sie in die Masseleitung des Reglers. Vielleicht was falsch verdrahtet?
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 7. September 2016 17:22

Hallo
Ich weis nich.
Da wo das rote Kreuz ist hab ich die reingehangen.
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon daniel_f » 7. September 2016 21:32

Das sieht soweit gut aus. Interessant ist immerhin, daß du keine originale Lichtmaschine drin hast, sondern die VAPE.
Die 15...16V hast du direkt an der Batterie gemessen?
Evtl. kommt dein Meßgerät nicht mit der pulsierenden Gleichspannung aus der VAPE klar und es ist eine Fehlmessung.
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 8. September 2016 08:25

Hab grad noch mal gemessen.
Alles an der Batt.

ohne Diode wie sonst auch max 14.25V,dabei ist es fast egal ob Licht an oder aus.
mit Diode und Licht an max 13,85 V
mit Diode und Licht aus 16 V , und da mach ich schnell aus

muss mal ein anderes Messgerät leihen

bin jetzt übers WE nich da aber dann gehts weiter
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon motorang » 8. September 2016 08:37

Hi
Bitte bedenken, dass der Regler eine GUTE Masseverbindung braucht. ICH würde da je ein Kabel von der Reglermasse zum Batterieminus und zur Motormasse ziehen und dann nochmal messen.
Wenn das nix hilft würde ich den Regler reklamieren,falls da noch Gewährleistung ist. Die Spannung darf auch ohne Last nicht auf 16 Volt hochgehen.
Sicherung prüfen schadet auch nix (Wackler?)

Gryße!
Andreas, der motorang
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 8. September 2016 10:04

Das Problem mit der Diode ohne Last wird sein, daß der Regler die Batteriespannung nicht mehr "messen" kann, weil dem Strom der "Rückweg" zum Regler versperrt wird.
(Lothar: bitte keinen Herzinfarkt bekommen, ich versuche das hier einfach "volkstümlich" zu erklären... :-))

Ich würde versuchen: in die eine Richtung (vom Regler zur Batterie) zwei Dioden in Reihe, also doppelter Spannungsabfall, in die andere Richtung (Batterie zum Regler) nur eine.
Oder in Richtung Batterie eine normale Siliziumdiode, in die Gegenrichtung eine Schottkydiode.
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon voncy » 16. September 2016 13:01

Moin

Eine Extramasse hat nichts gebracht.
Aber wie Stefan meinte eine Diode parallel in Gegenrichtung zeigte Wirkung.

folgende Testmessungen gemacht:
1.
ohne Diode:
14,25 V o.Licht
14,3 V m.Licht
2.
Diode MBR 6045 WT je eine zur Batt.und zurück
14,32 V o.Licht
13,95 V m.Licht
3.
zwei parall. zur Batt. ,eine zurück
14,32 V o.Licht
13,65 V m.Licht - mit Gas geben 13,84 V
4.
Diode Schottky-Diode Vishay VS-63CPQ100PBF 60 A (U) 100 V
eine zur Batt. und eine MBR 6045 WT zurück
14,32 V o.Licht
13,85 V m.Licht
5.
zwei Vishay VS-63CPQ100 zur Batt. ,und eine MBR 6045 WT zurück
14,32 V o.Licht
13,50 V m.Licht - mit Gas geben 13,72 V

Ohne Verbraucher zeigt das alles keine Wirkung aber zumindest mit Licht an ,was ja der Standartzustand ist,bekomme ich so die Spannung runter.
Ich werd mal die Konfig.5 zusammenbasteln und einen Dauertest machen .

mfg Matze
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 28. April 2021 09:34

Hallo,

ich möchte diesen alten Thread noch einmal wiederbeleben, da ich gerade an so zeimlich der gleichen Stelle stecke.

Ausgang: ETZ250, Bj. 85, elektr. Originalzustand (außer Umbau auf KFZ-Flachsicherungen)
Neu:
- Umrüstung auf Vlies-Batterie CTM 2,6Ah/12V (AGM lt. Hersteller, Datenblatt im Anhang)
- Umrüstung auf elektr. Regler Hüco 130216 gemäß Lothars "MZ-Elektrik"

Gemessen (direkt am Akku):
- Akku nach Ladung mit Ladegerät und Ruhe über Nacht: 12,7V
- Akku eingebaut, Zündung an mit geschlossenem Unterbrecher, Spannungsabfall auf: 11,7V
- Motor gestartet, Licht an, Leerlauf: 13,8V
- Motor gestartet, Licht an, 4000 - 5000 U/min: 14,2-14,4V

Lt. Datenblatt soll die Batterie im Erhaltungsladebetrieb (lt. Lothar Normalfall bei KFZ-Nutzung) mit 13,62-13,68V geladen werden, damit ist die Ladespannung wohl deutlich zu hoch und müsste abgesenkt werden. Gefallen würde mir die im Forum mehrfach vorgeschlagene Nutzung eines Brückengleichrichterblocks, da dort die internen Dioden bereits isoliert sind und der Block damit einfach irgendwohin geschraubt werden kann, ohne elektrische Isolierung bei thermischer Leitfähigkeit gewährleisten zu müssen.

Offene Fragen:
- Die Brückengleichrichter haben eine Flussspannung von ca. 1V bei ca. 10A, damit ergeben sich rechnerisch nur noch ca. 13,2-13,4V Ladespannung auf der Landstrasse. Kann das noch toleriert werden?
- Gelegentlich wird hier von "Rückstromdioden" gesprochen, ist diese bei der 12V-ETZ notwendig, wenn in die Ladeleitung (von D+ von der Gleichrichterplatte) zur Batterie ein Brückengleichrichter eingebaut wird?
- Warum gibt es einen deutlichen Unterschied in der Bordspannung in Abhängigkeit davon, ob das Licht ein- oder ausgeschaltet ist? Sollte das ein intakter Regler nicht ausgleichen?

Wieder einmal vielen Dank im Voraus!
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 28. April 2021 11:49

Am Anfang ein dickes Lob für die umfangreiche und zielführende Zusammenstellung der bekannten Daten.
Da macht es mehr Spaß drüber nachzudenken, als bei dürftigen oder mitunter auch unzureichenden Angaben.


mm-HC hat geschrieben:Gemessen (direkt am Akku):
- Akku nach Ladung mit Ladegerät und Ruhe über Nacht: 12,7V
- Akku eingebaut, Zündung an mit geschlossenem Unterbrecher, Spannungsabfall auf: 11,7V
- Motor gestartet, Licht an, Leerlauf: 13,8V
- Motor gestartet, Licht an, 4000 - 5000 U/min: 14,2-14,4V

Der relative starke Abfall von 12,7 auf 11,7 ist sicher dem höheren Innenwiderstand der relativ kleinen Batteriekapazität geschuldet.
Eine AGM mit ca. doppelter Kapazität würde doch auch noch reinpassen.

Eine Spannungsreduktion um 0,5...0,6V wäre sicher für Drehzahl+Licht empfehlenswert.

mm-HC hat geschrieben:Offene Fragen:
- Die Brückengleichrichter haben eine Flussspannung von ca. 1V bei ca. 10A, damit ergeben sich rechnerisch nur noch ca. 13,2-13,4V Ladespannung auf der Landstrasse. Kann das noch toleriert werden?

Würde ich nicht machen.

mm-HC hat geschrieben:- Warum gibt es einen deutlichen Unterschied in der Bordspannung in Abhängigkeit davon, ob das Licht ein- oder ausgeschaltet ist? Sollte das ein intakter Regler nicht ausgleichen?

Das liegt daran, dass der Regler die Spannung nur an der Hilfsbrücke "sieht". Was im Hauptkreis passiert, kriegt er quasi nicht mit,
deshalb die Schwankungen. Desweiteren können natürlich auch Spannungsabfälle über der Kabelage zusätzlich mit verantwortlich sein.

Eine Absenkung um 0,3...0,4V wäre mit der Methode der 3 Huckepack-Schottkydioden zu machen, für 0,5...0,6V würde ich mal
die Methode mit der nach dem Reglerausgang eingefügten Diode (MBR6045WT) probieren.

Gruß
Lothar
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 28. April 2021 12:37

Vielen Dank für die Hinweise!

Die MBR6045WT scheint leider ausgelaufen zu sein (Conrad, Reichelt, ...)

Wenn ich dann nach aktuellen 10A-Schottky-Dioden im TO220-Gehäuse suche, haben die aber Flussspannungen von 1,5... 1,8V was wohl hier nicht passen würde.
(z.B. https://www.reichelt.de/sic-schottkydio ... os_8&nbc=1 oder auch https://www.reichelt.de/sic-schottkydio ... os_1&nbc=1 )

Gibt es dazu bekannte Alternativen?

Lothar hat geschrieben:für 0,5...0,6V würde ich mal
die Methode mit der nach dem Reglerausgang eingefügten Diode (MBR6045WT) probieren.


"Nach dem Regler" heißt das: in die Ladeleitung zur Batterie, im Falle des Hüco 130216 also in Ermangelung der integrierten Strombegrenzung also zwischen Ausgang der Gleichrichterplatte "D+" und die Batterie?
Was hat es mit der antiparallelen Diode auf sich, die hier manchmal erwähnt wird? Ist die bei der ETZ notwendig?

Danke und Gruß
Christian

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 28. April 2021 12:55

Was du auch machen könntest ist: in die +-Zuleitung der Batterie eine antiparallele Diode schalten, das kann z.B. eine Hälfte eines Brückengleichrichters sein, die zieht dann so ca 0,7V von der "Netzspannung" in Richtung Batterie ab. Allerdings hast du dann auch andersrum, wenn das Bordnetz aus der Batterie versorgt wird, nur noch 11,5 Volt oder so, was sich allerdings evtl. verschmerzen lässt.
Also die Lichtmaschine versorgt das Bordnetz mit 14,2V, aber an deiner Batterie kommen dann nur 13,5 an. 10A werden selten in deine Batterie hineinfließen, und wenn (sehr leer) dann ist es nicht schlimm wenn der Spannungsabfall an der Diode etwas höher ist.

Die antiparallele Diode erhältst du aus dem Brückengleichrichter in dem du + und - verbindest und diese Verbindung dann gegen eine der "~"-Anschlüsse benutzt. Der Vorteil vom Ganzen: sollte eine der benutzten Dioden kaputt gehen, hast du noch ein 2. Paar (am 2. ~-Anschluss :-) ) dabei.

Achtung, aus Erfahrung sage ich: die Brückengleichrichter immer gut gekühlt einbauen, mir ist schonmal ein 3-Phasen-Brückengleichrichter (als Ersatz für die originale "Diodenplatte") unterm Sitz kaputt gegangen, obwohl er mit 20 oder 25A nicht unterdimensioniert war.
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon XHansX » 28. April 2021 13:41

Moin Moin!

Was spricht denn dagegen, einen solchen einstellbaren Regler statt dem HÜCO zu verwenden?

Regler.JPG


MfG Hans
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon Hans-Juergen » 28. April 2021 15:05

mm-HC hat geschrieben: Die MBR6045WT scheint leider ausgelaufen zu sein (Conrad, Reichelt, ...)

Wenn ich dann nach aktuellen 10A-Schottky-Dioden im TO220-Gehäuse suche, haben die aber Flussspannungen von 1,5... 1,8V was wohl hier nicht passen würde.
(z.B. https://www.reichelt.de/sic-schottkydio ... os_8&nbc=1 oder auch https://www.reichelt.de/sic-schottkydio ... os_1&nbc=1 )


Hallo Christian,

was suchst und was du brauchst sind Silizium-Schottky-Dioden mit kleinen Sperrspannungen (45 V) und - wie bei der MBR6045 - mit 2 Dioden in einem gemeinsamen TO-247-Gehäuse.

Mit den Dioden, die du bei Reichelt gefunden hast, bist du auf einem völlig falschen Trip: Das sind SiC-Dioden (SiC = Siliziumkarbid) mit 650 V Sperrspannung - was völlig anderes und für dich nicht brauchbar.

Schau doch mal anderswo, z.B. bei RS-Components, Farnell oder so, und auch nach einer VS-MBR6045WT - die ist dann von Vishay und nicht von ON Semi. In deinem Fall sollten aber auch "kleinere" Typen, d.h. nicht mit 2 x 30 A, sondern z.B. 2 x 25 A oder 2 x 20 A ausreichend sein, da bei einer 12 V-Anlage nicht so hohe Ströme fließen.

Viel Erfolg!

Viele Grüße aus Aachen
Hans-Jürgen

-- Hinzugefügt: 28. April 2021 15:11 --

XHansX hat geschrieben:Moin Moin!

Was spricht denn dagegen, einen solchen einstellbaren Regler statt dem HÜCO zu verwenden?

Regler.JPG


MfG Hans


Hallo Hans,

gibt es irgendwo Informationen zu diesem Teil wie z.B. ein Datenblatt oder eine Beschreibung? Die Einstellbarkeit wäre ja schon interessant ...

Viele Grüße aus Aachen
Hans-Jürgen

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon XHansX » 28. April 2021 15:32

Hallo Hans-Jürgen,

ich finde leider keine weiteren Infos zu diesem Regler.
Das Ding hat ja scheinbar nicht einmal eine richtige Bezeichnung.
Wahrscheinlich müsste man es einfach mal ausprobieren.

Es gibt noch weitere einstellbare Regler.
Zum Beispiel den HÜCO 130318.

MfG Hans

-- Hinzugefügt: 28. April 2021 15:40 --

Am wichtigsten wäre es zu wissen, ob diese Regler DF+ oder DF- regeln.
Falls sie DF- regeln, wird die Integration in die ETZ aufwändiger.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon matthew » 28. April 2021 16:03

Regler

ich denke er regelt DF+. Ich habe den in meiner 2V-BMW eingestellt auf 14,5V zum Laden meiner Hawker PC680, die darf laut Spezifikation bis zu 24h mit 14,7 V schnell geladen werden...
Gruß Matthias
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon walkabout 98 » 28. April 2021 16:05

Vollständige Artikelbeschreibung

So wie es ausschaut, ist DF plusgeregelt

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon XHansX » 28. April 2021 16:17

Der einstellbare Regler mit Metallgehäuse nennt sich HC Cargo 136325.
Unter dieser Bezeichnung findet man ihn auch noch günstiger.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 28. April 2021 19:02

mm-HC hat geschrieben:Die MBR6045WT scheint leider ausgelaufen zu sein (Conrad, Reichelt, ...)
Die haben wir bei unseren Eigenbaureglern verwendet, und sie gibt es immer noch.
https://www.conrad.de/de/search.html?search=163574
Falls du sie bestellst, vergiss nicht, die Kleinteile für isolierte Montage mitzubestellen.

mm-HC hat geschrieben:"Nach dem Regler" heißt das: in die Ladeleitung zur Batterie, im Falle des Hüco 130216 also in Ermangelung der integrierten Strombegrenzung also zwischen Ausgang der Gleichrichterplatte "D+" und die Batterie?
Genaus so ist das.

mm-HC hat geschrieben:Was hat es mit der antiparallelen Diode auf sich, die hier manchmal erwähnt wird? Ist die bei der ETZ notwendig?
Nein, da im Fall, dass von der Batterie Stromgezogen wird, ebenfalls eine Spannungsreduktion erfolgt.

Gruß
Lothar
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 28. April 2021 19:48

Danke für die vielen Informationen!

@Lothar:
Entschuldige bitte, aber um nichts falsch zu machen, muss ich noch einmal nachfragen:
Dann gehört eine Diode zur Reduzierung der Ladespannung also zwischen "D+" der Gleichrichterplatte und dem Anschluss an der Sicherung auf dem Weg zur Batterie "+" eingebaut.
Der Effekt wäre dann, dass zum Laden der Batterie die um die Diodenflussspannung verminderte Bordspannung zum tragen kommt, währen dbei Versorgung des Bordnetzes aus der Batterie das Bordnetz die volle Bordspannung angebotenbekommt, da diese von der Batterie auf die Sicherung eingespeist wird.

Habe ich das so richtig verstanden?

Skizze.PNG


Danke!!

Und einen schönen Abend!

Christian
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon walkabout 98 » 28. April 2021 20:27

D+ von der Lichtmaschine muss schon auf D+ vom Regler. Dann über Diode zur Batterie.

download/file.php?id=279965&mode=view

Der elektromechanische Regler hat mich verwirrd 🙄🤦🏻‍♂️
Zuletzt geändert von walkabout 98 am 28. April 2021 20:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon Mainzer » 28. April 2021 20:32

walkabout 98 hat geschrieben:D+ von der Lichtmaschine muss schon auf D+ vom Regler. Dann über Diode zur Batterie.

download/file.php?id=279965&mode=view

Jetzt schmeiß hier kein Gleichstromzeug rein ;)
Grüße aus Bodenheim, Nils
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 28. April 2021 20:49

mm-HC hat geschrieben:Habe ich das so richtig verstanden?

Du hast das schon richtig verstanden. Die Schaltskizze ist nur insofern irritierend, dass du ja keinen
elektromechanischen Regler hast, der dort gezeichnet ist. Aber die rote Änderung ist schon OK so.
Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 28. April 2021 21:40

Nochmal herzlichen Dank allen für die Unterstützung!

@Lothar:
Jetzt ist das Prinzip erstmal klar und ich muss es nur noch umsetzen, danke!

Schönen Abend!
Christian

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 3. Mai 2021 19:16

Hallo,

jetzt muss ich doch nochmal um weitere, vorbereitende Unterstützung bitten:

- bei der Diodenauswahl ist der "MZ_Elektrik" zu entnehmen, dass tendenziell größere zulässige Ströme (z.B. 2x15A) und niedrigere Sperrspannungen (z.B. 45V) zu den in diesem Fall gewünschten niedrigen Flusspannungen (z.B. ca. 0,5V) führen
- weiterhin ist zu lesen, dass wegen unzureichender Spannungsfestigkeit bei dem 100V-Gleichrichter (wie in meinem Fall da Bj.1985) zur Vermeidung von Spannungsspitzen im Bordnetz ein Kondensator notwendig ist

Dazu die Fragen:
- welche Kapazität muss der Kondensator haben? (Ich habe im Forum Angaben gefunden von 2,5µF und 100µF...)
- welche Spannungsfestigkeit muss der Kondensator haben?
- darf es auch eine Ausführung als gepolter Elektrolytkondensator sein?
- Kann die hinreichende Funktionsfähigkeit des vorhandenen originalen Kondensators mit einfachen Mitteln geprüft werden?

Danke!

VG Christian

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 3. Mai 2021 20:50

mm-HC hat geschrieben:- welche Kapazität muss der Kondensator haben? (Ich habe im Forum Angaben gefunden von 2,5µF und 100µF...)
- welche Spannungsfestigkeit muss der Kondensator haben?

In der Ersatzteilliste der ETZ findet man:
031412 Kondensator 2,5/160 TGL 5187/02 (BV 56070)
also 2,5µF / 160V.

mm-HC hat geschrieben:- darf es auch eine Ausführung als gepolter Elektrolytkondensator sein?

Wahrscheinlich ja, aber die HF-Eigenschaften von Elkos sind sehr unterschiedlich, besser also nicht.

mm-HC hat geschrieben:- Kann die hinreichende Funktionsfähigkeit des vorhandenen originalen Kondensators mit einfachen Mitteln geprüft werden?

Ja, Kapazität messen und Isolationswiderstand.

Denkbar wäre heutzutage auch, den Glättungskondensator durch eine Schutzdiode zu ersetzen, z.B. so was:
TVS-Diode P6KE47CA DO-204AC 44.7 V 600 W

Man kann natürlich auch schauen, ob man eine Gleichrichterplatte günstig bekommt, da die Dinger ja bei der
Ausrüstung mit dem komplett-Vape-System übrig bleiben. Vielleicht hat jemand im Forum eine spannungsfeste rumliegen.

Gruß
Lothar
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 3. Mai 2021 22:24

@ Lothar:
vielen Dank für Dein bereitwillig geteiltes Wissen!

Die Kapazitätsmessung beherrscht mein Multimeter leider nicht. Sind erfahrungsgemäß Ausfälle des Kondensators ein häufiges Problem oder eher die große Ausnahme?

Wenn die Empfindlichkeit des Gleichrichters gegen Überspannungen durch Austausch kuriert werden kann, bleibt das Problem der nur begrenzten Spannungsfestigkeit der Diode(n) zur Absenkung der Ladespannung, z.B. https://www.reichelt.de/dual-low-vf-tre ... ol_0&nbc=1 , vermutlich dennoch bestehen?

Wenn eine Unterdrückung von Spannungsspitzen zum Schutz der Diode zur Absenkung der Ladespannung notwendig ist, was passiert dann bei Ausfall dieser Unterdrückungseinrichtung (Kondensator oder TVS-Diode)? ==> die Diode zur Absenkung der Ladespannung muss auch die Spannungsspitzen ertragen und:
- fällt aus (=nicht mehr leitfähig) ==> Batterie wird nicht mehr geladen ==> Fehler fällt auf ohne weitere Zerstörung zu verursachen oder
- brennt durch (=Kurzschluss) ==> Batterie wird wieder mit der vollen Bordspannung geladen und stirbt daher vorzeitig, dabei werden ebenfalls keine weiteren Schäden verursacht.
Ist das so richtig?

Wenn ich einmal darüber nachdenke, eventuell auch den Gleichrichter zu tauschen (und dann auf den Kondensator zu verzichten), kommen die nächsten Fragen:

- warum nicht gleich einen neuen Brückengleichrichter, z.B. https://www.reichelt.de/brueckengleichr ... os_3&nbc=1 verwenden ?
- davon bräuchte man dann wohl 2 Stück um auch den "Hilfsgleichrichter" zu realisieren
- Welche Ströme fließen hier durch den Hauptgleichrichter möglicherweise dauerhaft (und verursachen abzuführende Verlustleistung)?
- Entstehen bei einer solchen Umrüstung Nachteile im Fehlerfall gegenüber der originalen Ausrüstung der ETZ? (also bei Ausfall eines der "modernen" Bauelemente?)

So entwickelt sich die angestrebte, einfache Absenkung der Ladespannung zu einem spannenden Thema... ;-)

Vielen Dank für die Unterstützung!
VG Christian

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 4. Mai 2021 07:52

mm-HC hat geschrieben:@ Lothar: vielen Dank für Dein bereitwillig geteiltes Wissen!
Ich wurde in einer Region sozialisiert, in der Wissen keinen Preis hatte ... (;-)
mm-HC hat geschrieben:Die Kapazitätsmessung beherrscht mein Multimeter leider nicht. Sind erfahrungsgemäß Ausfälle des Kondensators ein häufiges Problem oder eher die große Ausnahme?
Selten. Der originale DDR-Kondensator ist von der Bauart dem DDR-C in der Unterbrecherzündung ähnlich. Dort hatten wir
Alterungserscheinungen, dass sich die Kapazität erhöhte und zudem besonders bei Erwärmung ein Vielfaches sein könnte,
was zum Ausfall der U-Zündung führte. Für diesen Effekt der Kapazitätserhöhung ist mir bis heute keine plausible Ursache bekannt.
Das dürfte jedoch an der Gleichrichterplatte keine Rolle spielen, inwieweit die Glättungsfähigkeit von Störspitzen dadurch betroffen ist,
kann ich nicht sagen, dazu liegen mir keine Untersuchungen vor. Übrigens - weil ich den Elko an dieser Stelle ablehnte - kann man natürlich
durchaus einen ungepolten (z.B. MKC-)Kondensator einsetzen.

mm-HC hat geschrieben:Wenn die Empfindlichkeit des Gleichrichters gegen Überspannungen durch Austausch kuriert werden kann, bleibt das Problem der nur begrenzten Spannungsfestigkeit der Diode(n) zur Absenkung der Ladespannung, z.B. https://www.reichelt.de/dual-low-vf-tre ... ol_0&nbc=1 , vermutlich dennoch bestehen?
Theoretisch ja, allerdings wird mit einem größeren max. Strom auch die Größe der Sperrschichtkapazität größer, was dem kapazitiven Schutz
durch einen externen Kondensator dieser Größe entspricht. Dazu kommt, dass bei elektronischen Reglern - im Gegensatz zu den mit
beweglichen mechanischen Kontakten - eher weniger Störspitzen durch Schalten induktiver Lasten entstehen. Und man wird das Zündkabel
nicht unbedingt auf die Diode legen ...

mm-HC hat geschrieben:Wenn eine Unterdrückung von Spannungsspitzen zum Schutz der Diode zur Absenkung der Ladespannung notwendig ist, was passiert dann bei Ausfall dieser Unterdrückungseinrichtung (Kondensator oder TVS-Diode)? ==> die Diode zur Absenkung der Ladespannung muss auch die Spannungsspitzen ertragen und:
- fällt aus (=nicht mehr leitfähig) ==> Batterie wird nicht mehr geladen ==> Fehler fällt auf ohne weitere Zerstörung zu verursachen oder
- brennt durch (=Kurzschluss) ==> Batterie wird wieder mit der vollen Bordspannung geladen und stirbt daher vorzeitig, dabei werden ebenfalls keine weiteren Schäden verursacht. Ist das so richtig?
Der Fall eines Durchschlags im Sperrbereich führt meist zur anschließenden "Sperrschichtschmelze", wodurch die Diode zum Kurzschluss wird.
Der Fall, dass sie zur Unterbrechung wird, ist m.E. nach seltener. Es gibt langjährige positive Erfahrungen mit diesen Diodentypen in 6-V-Anlagen,
wo sie als Rückstromdiode in elektronischen Eigenbaureglern eingesetzt wird.

mm-HC hat geschrieben:- warum nicht gleich einen neuen Brückengleichrichter, z.B. https://www.reichelt.de/brueckengleichr ... os_3&nbc=1 verwenden ?
- davon bräuchte man dann wohl 2 Stück um auch den "Hilfsgleichrichter" zu realisieren
- Welche Ströme fließen hier durch den Hauptgleichrichter möglicherweise dauerhaft (und verursachen abzuführende Verlustleistung)?
Das haben in der Tat schon Foristi gemacht. Nachteilig ist nur, dass man ziemlichen Aufwand für die geänderte Befestigung und ggf. Kühlung hat.

mm-HC hat geschrieben:- Entstehen bei einer solchen Umrüstung Nachteile im Fehlerfall gegenüber der originalen Ausrüstung der ETZ? (also bei Ausfall eines der "modernen" Bauelemente?)
Nö, die Katastrophe ist die gleiche ...

mm-HC hat geschrieben:So entwickelt sich die angestrebte, einfache Absenkung der Ladespannung zu einem spannenden Thema... ;-)
Das ist - nach meinem Verständnis - der tiefere Sinn dieses Forums ...

Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 4. Mai 2021 08:02

Die Diode zur Ladespannungsabsenkung wird nie eine Sperrspannung deutlich über 12V sehen. Woher auch?
Und wenn die durchschlagen würde und dann die Ladespannung nicht mehr absenken würde, dann würdest du das trotzdem höchstwahrscheinlich nicht bemerken.

Ganz viele Gelbatterien fahren ganz lange mit zu etwas zu hoher Ladespannung. Die wissen einfach nicht, daß sie sofort sterben müssen, und weil sie das nicht wissen, passiert auch nichts.

Ansonsten den oben erwähnten einstellbaren Regler einbauen und gut.

Wenn ich mich nicht irre ist die Temperaturkennlinie von so einer Diode übrigens genau "falschrum" was die erwünschte Temperaturkompensation der Ladespannung angeht 8)
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 4. Mai 2021 09:51

seife hat geschrieben:Die Diode zur Ladespannungsabsenkung wird nie eine Sperrspannung deutlich über 12V sehen. Woher auch?
Es geht ja um extrem kurze Störspitzen und nicht um die typischen Gleichspannungsverhältnisse. Auf dem Zündkabel gibt es
Spannungsänderungen von ca. 10kV im Mikrosekundenbereich. Dabei könnte sich bei Annäherung durchaus eine 100V-Mikrosekunden-Spitze
kapazitiv übertragen.

seife hat geschrieben:Wenn ich mich nicht irre ist die Temperaturkennlinie von so einer Diode übrigens genau "falschrum" was die erwünschte Temperaturkompensation der Ladespannung angeht 8)
Das ist richtig, der Temperaturgang beträgt für pn- und Schottky-Dioden etwa -2mV/K. Innerhalb eines Tempraturbereiches von 50K
(z.B. -5°C .... +45°C) hätten wir somit +/- 50mV gegen z.B. 20°C, was etwa +/-10% vom Grundwert entspricht. Für den beabsichtigten
Zweck kaum von Bedeutung. Es ist aber richtig, dass es zu einer wünschenswerten Temperaturkompensation gegenläufig ist.
Bei einer 12V-Batterie bräuchten wir Absenker-Dioden anstatt mit -2mV/K mit etwa +12mV/K +24mV/K, die gibt es aber leider nicht ...

Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon Hans-Juergen » 4. Mai 2021 12:39

lothar hat geschrieben: Bei einer 12V-Batterie bräuchten wir Absenker-Dioden anstatt mit -2mV/K mit etwa +12mV/K, die gibt es aber leider nicht ...


Hallo Lothar,

damit ich hier nicht in Verwirrung gerate: Ich ging bisher davon aus, dass man für Bleibatterien eine Temperaturkompensation der Ladespannung je Zelle mit -4 mV/K vornehmen sollte. Das macht bei einer 12 V-Batterie aber -24 mV/K. Oder geht es hier um einen anderen Batterietyp mit anderen Daten?

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon net-harry » 4. Mai 2021 13:17

Hans-Juergen hat geschrieben:
lothar hat geschrieben: Bei einer 12V-Batterie bräuchten wir Absenker-Dioden anstatt mit -2mV/K mit etwa +12mV/K, die gibt es aber leider nicht ...


Hallo Lothar,

damit ich hier nicht in Verwirrung gerate: Ich ging bisher davon aus, dass man für Bleibatterien eine Temperaturkompensation der Ladespannung je Zelle mit -4 mV/K vornehmen sollte. Das macht bei einer 12 V-Batterie aber -24 mV/K. Oder geht es hier um einen anderen Batterietyp mit anderen Daten?

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Das scheint tatsächlich herstellerabhängig und auch nichtlinear zu sein, ich habe eben auf die schnelle Werte von -2mV/K bis -5mV/K gefunden... :roll:
$matches[2]

Kompensation2.jpg

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon Hans-Juergen » 4. Mai 2021 14:54

net-harry hat geschrieben: Das scheint tatsächlich herstellerabhängig und auch nichtlinear zu sein, ich habe eben auf die schnelle Werte von -2mV/K bis -5mV/K gefunden...

Hallo Harald,

interessant - danke für die Info. Wo hast du das erste Diagramm gefunden?

Zum Thema Temperaturkompensation der Ladespannung hat man den Eindruck, dass es offenbar auf breiter Basis einfach ignoriert wird. Zumindest wird es in den Threads, bei denen es um Spannungsregler etc. geht, nicht angesprochen.

Wie sieht es eigentlich bei den Reglern von HÜCO, VAPE etc., die hier vielfach verwendet werden, damit aus? Bei den spärlichen Angaben, die man zu diesen Teilen findet, ist keine Rede von Temperaturkompensation. Bei den bekannt gewordenen Selbstbau-Modellen wüsste ich nur, dass Lothars Regler dafür zumindest vorbereitet ist.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 4. Mai 2021 15:17

Es gibt zumindest theoretisch den Hella 5DR 004 243-041, der hat eine Temperaturkompensation, aber der ist nirgends lieferbar soweit ich weiß.
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon net-harry » 4. Mai 2021 16:54

Hans-Juergen hat geschrieben:
net-harry hat geschrieben: Wo hast du das erste Diagramm gefunden?...

...im (wahrscheinlichen) Akku-Basishandbuch von Panasonic...im PDF Seite 22
Hier.
Und hier nochmal anders dargestellt.
Gruß Harald

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon Hans-Juergen » 4. Mai 2021 17:31

net-harry hat geschrieben:
Hans-Juergen hat geschrieben:
net-harry hat geschrieben: Wo hast du das erste Diagramm gefunden?...

...im (wahrscheinlichen) Akku-Basishandbuch von Panasonic...im PDF Seite 22
Hier.
Und hier nochmal anders dargestellt.
Gruß Harald


Danke - dann habe ich jetzt ausreichend Lektüre!

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 4. Mai 2021 18:42

Hans-Juergen hat geschrieben: Ich ging bisher davon aus, dass man für Bleibatterien eine Temperaturkompensation der Ladespannung je Zelle mit -4 mV/K vornehmen sollte. Das macht bei einer 12 V-Batterie aber -24 mV/K.

Hans-Jürgen, du hast Recht, habe die falsche Zahl eingetioppt, der typische Wert, den man vielerorts finden kann ist -4mV/K und Zelle.
Ich habe das oben korrigiert.

Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 4. Mai 2021 21:00

Danke für die vielen Informationen, jetzt muss ich erst einmal sichten...

VG Christian

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon mm-HC » 5. Mai 2021 22:04

Die interessanteste und flexibelste Lösung wäre der o.g. einstellbare Regler von HC-Cargo. Den findet man bei verschiedenen Händlern. Ich habe ca. 10 von ihnen angeschrieben, mit der Frage, o es sich um einen Plusregler handelt und man mir ein Datenblatt zusenden könne. Nach mittlerweile über einer Woche habe ich leider bisher von KEINEM irgendeine Antwort erhalten, obwohl alle auf ihren Webseiten sehr damit werben, alle Fragen potentieller Kunden kurzfristig beantworten zu wollen...
Dieses Verhalten der Händler lässt mich an diesem Regler etwas zweifeln, auch mit Blick auf die Haltbarkeit und evtl. Garantieansprüche.

Kann hier eigentlich jemand sagen, ob der Einbau eines möglicherweise "minus-geregelten" Reglers zu Schäden an der Motorradelektrik führen würde oder einfach nur nicht funktioniert? Sprich, könnte man den Regler gefahrlos einfach ausprobieren?

Wenn ich ansonsten obigen Verlauf noch einmal zusammenfassen darf, kann man wohl festhalten:
- nach Umrüstung auf den elektronischen Regler Hüco 130625 ist nicht mehr mit gravierenden Spannungspitzen im Bordnetz zu rechnen, da es keine mechanischen Schaltelemente im Regler mehr gibt
- daher ist auch die Spannungsfestigkeit einer Diode zur Absenkung der Ladespannung nicht so entscheidend und mit den verfügbaren 45V hinreichend dimensioniert
- da der verbaute originale Gleichrichterblock (SY.../1 = 100V) bisher keinen Anlass zu klagen gibt und nur im Zuge des Themas Kondensator einbezogen wurde und wir von Spannungsspitzen >100V mit dem elektronischen Regler nicht mehr ausgehen müssen, gibt es keinen Grund diesen Gleichrichterblock akut zu ersetzen
- also wäre die einzige erforderliche bzw. sinnvolle Maßnahme der Einbau einer Diode zur Absenkung der Ladespannung in die Ladeleitung der Batterie wie weiter oben in rot skizziert
- dies wäre sogar recht einfach möglich, da ich bei Reichelt eine Diode gefunden habe ( https://www.reichelt.de/dual-low-vf-tre ... ol_0&nbc=1 ), die über ein isoliertes Gehäuse verfügt und nach meinem Verständnis damit beliebig montiert werden kann, z.B. auch auf das Halteblech für den elektron. Regler

Eine Frage ergibt sich aus der im Datenblatt verfügbaren Kennlinie für mich:
Wie bereits oben diskutiert, entspricht der Verlauf der Temperaturkennlinie der Diode gerade nicht unseren Wünschen, ist aber nur relativ unbedeutend.
Ist dabei die Stromabhängigkeit des Spannungsabfalls über der Diode nicht viel gravierender? Wenn wir uns im Normalfall immer nur im Bereich der Erhaltungsladung bewegen, sollte auch nur ein geringer Ladestrom fließen - und dann wird auch der gewünschte Spannungsabfall über der Diode sehr klein:
UF-Diagramm.JPG


Ist damit der gewünschte Effekt mittels Schottky-Diode überhaupt in ausreichendem Maße erzielbar?
Ich würde davon ausgehen, dass die Kurve von 25°C Sperrschichttemperatur dem praktischen Einsatz am nächsten kommt, da die Diode bei kleinen Strömen ja auch nicht sehr warm werden sollte.

Wenn ich das Diagramm richtig lese, ergäbe sich bei einem hohen Ladestrom eine deutliche Spannungsreduzierung, die sich mit sinkendem Ladestrom dann aber in Richtung von nur noch 0,2V verringern würde.
Oder habe ich hier was falsch verstanden?

Danke und VG
Christian

-- Hinzugefügt: 5. Mai 2021 22:39 --

Und noch eine Idee in diesem Zusammenhang (möglicherweise auch völlig abwegig):

Ich bin leider kein Schaltungstechniker, aber wäre es nicht möglich, mit Hilfe eines geeigneten Transistors eine "einstellbare Diode" zu bauen?

Es gibt doch heute frei programmierbare Microcontroller wie Arduino, ESP8266 u.ä. auch auf sehr kleinen Leiterplatten (kleiner als die Grundfläche einer Streicholzschachtel) für <5€ zu kaufen. Diese haben mindestens einen Analogeingang mit einer Auflösung von 1024 Stufen und mindestens einen Pseudo-Analogausgang (pulsweitenmoduliert) mit ebenfalls 1024 Stufen. Dazu bräuchte man noch eine Spannungsversorgung 12V==> 3,3V, ebenfalls <5€.

Damit könnte man die aktuelle Ladespannung nach dem Regler messen und in Abhängigkeit davon dann mit dem PWM-Ausgang den Transistor so ansteuern, dass sich über diesem der gewünschte Spannungsabfall einstellt und an der Batterie die zulässige Ladespannung eingehalten wird.

Nebenbei wäre es mit einem solchen Controller auch möglich, noch die Umgebungstemperatur zu ermitteln (Sensor < 3€) und damit per Software die Temperaturkompensation nach Wunsch zu realisieren.

Wenn man den ganzen Aufbau dann noch vergießen würde, könnte ich mir vorstellen, dass es prinzipiell hinreichend robust würde.

Zur Dauerhaltbarkeit dieser kleinen, preiswerten Controller kann ich mangels Erfahrung leider nichts sagen...

Gibt es Transistoren (o.ä. Bauelemente), deren Flussspannung sich zwischen 0...1V variieren lässt?

Kann hier jemand interessehalber die Umsetzbarkeit beurteilen? Oder ist das eine physikalische Unmöglichkeit? Ist halt nur so eine Idee...

Danke und VG
Christian
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon hiha » 6. Mai 2021 06:48

mm-HC hat geschrieben:
Es gibt doch heute frei programmierbare Microcontroller wie Arduino, ESP8266 u.ä. auch auf sehr kleinen Leiterplatten (kleiner als die Grundfläche einer Streicholzschachtel) für <5€ zu kaufen. Diese haben mindestens einen Analogeingang mit einer Auflösung von 1024 Stufen und mindestens einen Pseudo-Analogausgang (pulsweitenmoduliert) mit ebenfalls 1024 Stufen. Dazu bräuchte man noch eine Spannungsversorgung 12V==> 3,3V, ebenfalls <5€.

Diese Controllerboards gibts für unter €3.- mit auf der Platine sich befindendem Spannungsregler. (Beispielspweise 5 Stck. €10.-: https://www.az-delivery.de/products/dig ... 6615171168)

Von daher wärs wirklich billig. Als Leistungssteller könnte ich mir einen P-Kanal Mosfet vorstellen, die es mittlerweile mit sehr niedrigen Verlustleistungen gibt. Damit könnte man genau das machen was Du unten schreibst. Ich glaube aber, dass eine normale Diode (nicht Schottky) das auch so gut kann, dass es reicht :-)

Damit könnte man die aktuelle Ladespannung nach dem Regler messen und in Abhängigkeit davon dann mit dem PWM-Ausgang den Transistor so ansteuern, dass sich über diesem der gewünschte Spannungsabfall einstellt und an der Batterie die zulässige Ladespannung eingehalten wird.

Nebenbei wäre es mit einem solchen Controller auch möglich, noch die Umgebungstemperatur zu ermitteln (Sensor < 3€) und damit per Software die Temperaturkompensation nach Wunsch zu realisieren.


Gruß
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Re: Ladespannung senken

Beitragvon beerdrinker » 6. Mai 2021 07:35

Hallo zusammen,
ich habe jetzt diesen Fred zum x-ten mal gelesen und muss immer wieder feststellen, dass mir das grundsätzliche Verständnis für Elektrik fehlt.
Klar kann ich eine normale Verdrahtung am Krad vornehmen, aber was das jetzt im einzelnen bedeutet, eine Scotty-Diode oder doch lieber am Regler drehen.
Ihr merkt schon: ich habe keine Ahnung. Ich denke, so geht es vielen. Zumindest, wenn ich an die völlig verbastelten Elektriken mancher Kräder denke, die ich schon gesehen habe. Nun ist es ja gut & richtig, dass die Wissenden sich hier so ausführlich austauschen. Aber mal für uns völlig vom Strom-Geist unbeleckten gesprochen:
wie senke ich denn nun die Ladespannung für eine Blei-Vlies-Batterie so ab, dass ich das mit einfachen Mitteln selber machen kann, ohne wirklich zu wissen, was in den black-boxes abläuft?
Mir schwebt da ein kleines Bauteil vor wie z.B. eines der chinesischen LED-Blinkrelais, ihr wißt schon, die bei ebay für 2 Euro. Die steckt man im Stromkreis ein, dreht evtl. an einem Poti bis man die gewünschten 14 Volt hat, und fertig.
Ist das zu blauäugig? Gibt es das schon? Hat das einer?
Das wäre genau das, was ich suche.
In diesem Sinne.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 6. Mai 2021 08:42

Also bevor ich hinter einem normalen, bei vielen Usern hier problemlos ohne Spannungsabsenkung funktionierenden HÜCO Regler eine selbstgebastelte Temperaturkompensation per Mikrokontroller (und dann mit NUR 10 BIT AUFLÖSUNG!!! DAS IST DOCH VIEL ZU UNGENAU!!!!) basteln würde, würde ich einfach selber einen Temperaturkompensierten regler entwerfen.

Oh, halt. Den gibts ja schon. Das hat Lothar ja schon gemacht! Mist, wieder keine Erfindung die ich selber machen kann!

HC-Cargo ist ein Unternehmen der Bosch-Gruppe. Da hätte ich jetzt erst mal prinzipiell keine Angst daß der komplett Müll ist. Der Regler ist im Katalog als https://hc-cargo.de/catalog/p/136325--regler "Wie HC-CARGO 130675, aber justierbar." bezeichnet, also https://hc-cargo.de/catalog/p/130675 und siehe da, in der "Ersatz" Liste sieht man, daß der dieselben Bosch Nummern ersetzt wie der HÜCO 130216, z.b. die Bosch 0190600009.
Der wird also auch für die plusgeregelte Lichmaschine geeignet sein. Das alles habe ich mit ca 5 Minuten Suche in der Suchmaschine meiner Wahl und dem Studium der öffentlich im Interenet verfügbaren Informationen der Hersteller / Händler herausgefunden.
Wenn du dir selber zutraust eine Mikroprozessorgesteuerte "Regeldiode" zu konstruieren, dann solltest du meiner Meinung nach auch in der Lage sein zu erkennen was passiert, wenn man einen "Minusregler" an die Spule einer Plusgeregelten Lichtmaschine anschließt (Ich gebe einen Tipp: garnichts).

Daß die Händler sich für einen zu erwartenden Umsatz von unter 15€ nicht gerade überschlagen, insbesondere wenn die Frage so etwa auf dem Qualitätslevel wie "welche Gewindesteigung haben denn ihre DIN 933 M10 Schrauben?" ist, das kann ich durchaus nachvollziehen.

So langsam kommt in mir der Verdacht auf, daß du uns hier trollen wollen könntest... ;-)

@beerdrinker: baue infach den HC-Cargo regler ein und dreh den soweit runter wie du es für richtig hältst, oder fahre einfach wie bisher. Das funktioniert bei sehr vielen Usern hier auch ohne Absenkung sehr gut.
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon beerdrinker » 6. Mai 2021 08:55

Ja, Versuch macht kluch. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wieso 14,4 Volt so tödlich für eine Batterie sein sollen, die selber 13Volt abgibt.

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon hiha » 6. Mai 2021 09:42

seife hat geschrieben:Also bevor ich hinter einem normalen, bei vielen Usern hier problemlos ohne Spannungsabsenkung funktionierenden HÜCO Regler eine selbstgebastelte Temperaturkompensation per Mikrokontroller (und dann mit NUR 10 BIT AUFLÖSUNG!!! DAS IST DOCH VIEL ZU UNGENAU!!!!) basteln würde, würde ich einfach selber einen Temperaturkompensierten regler entwerfen.

10Bit sind Dir zu ungenau? Scherzbold? Wenn ja, dann bitte nächstesmal ein passendes Smilie verwenden. Mann, ich bin irritiert...

Zum Overkill mit Mikrocontroller: Die Kleinstplatinen sind so billig, um das Geld geht keine Analogschaltung her. Es ist unbedingt zu überlegen, sowas zumindest mal auszuprobieren...

Gruß
Hans

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon seife » 6. Mai 2021 10:16

Ich dachte die ausufernden Ausrufezeichen hätten das besser als jeder Smiley gekennzeichnet ;-)
Ich wollte einfach mal den vermeintlichen Troll zurücktrollen...

10 bit, also 1024 Werte, das gibt übrigens bestenfalls ca 20mV Auflösung (in der falschen Annahme daß der A/D-Wandler max. 1 Bit "falsch geht").... Und das wo er doch 4mV/K kompensieren will!!!!1!!1! ;-)

Was man auch nicht unterschätzen darf ist, daß du so einen digispark (den noch eher) oder einen ESP nicht mal "einfach so" aus dem Bordnetz betreiben kannst. Ich mach mir grad eine IAT/Kühlmitteltemperaturanzeige mit ESP8266 an meine neue Honda, und damit das ding nicht ständig spontan rebootet oder kaputt geht, muß man relativ aufwändig filtern.
Den Aufwand zu betreiben, damit man statt einem einstellbaren Regler (ok, nicht temperaturkompensiert, aber dafür eindeutig für automotive-Einsatz konstruiert) für 15€ einen nicht einstellbaren für 12€ benutzen kann.... Sorry, das erschließt sich mir nicht ganz. Ich bin ja ein begeisterter Mikrokontrollerfricker, auch am Motorrad (siehe dem Gerd sein Dingeling-Gespann...), aber als reiner Selbstzweck? Wenn ich der Meinung wäre, daß die Temperaturkompensation überlebenswichtig für meine Batterie wäre, dann würde ich eher den Aufwand betreiben und Lothars Regler nachbauen.

Ich zweifle übrigens nicht an, daß die Temperaturkompensation korrekt ist, das ist sie zweifelsohne.
Ich denke bzw. behaupte aber, daß eine etwas geringere Ladespannung mittels einstellbarem Regler in der Praxis genauso gut funktioniert.
Insbesondere weil es der ETZ es im Praxisbetrieb (meiner Meinung nach) ziemlich egal ist, ob die Batterie zu 100% geladen ist oder nur zu 90%, da kein E-Starter betätigt werden muss. Die Batterie muß nur für die Zündung reichen. Ich denke auch deswegen fahre ich sehr gut seit Jahren mit einer 3,3AH Gelbatterie (und stinknormalem Regler).
Gruß, Stefan

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Re: Ladespannung senken

Beitragvon lothar » 6. Mai 2021 12:05

mm-HC hat geschrieben:Kann hier eigentlich jemand sagen, ob der Einbau eines möglicherweise "minus-geregelten" Reglers zu Schäden an der Motorradelektrik führen würde oder einfach nur nicht funktioniert? Sprich, könnte man den Regler gefahrlos einfach ausprobieren?

Am Motorrad wird kaum was passieren, aber man kann nicht sagen, dass der (unbekannte) Regler ganz bleibt.

mm-HC hat geschrieben:- also wäre die einzige erforderliche bzw. sinnvolle Maßnahme der Einbau einer Diode zur Absenkung der Ladespannung in die Ladeleitung der Batterie wie weiter oben in rot skizziert

Warum handelst du so wegen des Kondensators, klemm doch einen MKT oder MCK-Kondensator an, das ist ein Pfennigartikel!
Schaden tut er auf keinen Fall.


mm-HC hat geschrieben:- dies wäre sogar recht einfach möglich, da ich bei Reichelt eine Diode gefunden habe ( https://www.reichelt.de/dual-low-vf-tre ... ol_0&nbc=1 ), die über ein isoliertes Gehäuse verfügt und nach meinem Verständnis damit beliebig montiert werden kann, z.B. auch auf das Halteblech für den elektron. Regler

Elektrisch mag die funktionieren, du solltest allerdings den thermischen Widerstand lt. Datenblatt mal z.B. mit der 40CTQ045 vergleichen,
ob der in der gleichen Liga spielt.


mm-HC hat geschrieben: Wenn wir uns im Normalfall immer nur im Bereich der Erhaltungsladung bewegen, sollte auch nur ein geringer Ladestrom fließen - und dann wird auch der gewünschte Spannungsabfall über der Diode sehr klein:

Mit Licht bist du schon über 5A + Batterieladestrom.

mm-HC hat geschrieben:Wenn ich das Diagramm richtig lese, ergäbe sich bei einem hohen Ladestrom eine deutliche Spannungsreduzierung, die sich mit sinkendem Ladestrom dann aber in Richtung von nur noch 0,2V verringern würde.

Ja, aber das kommt nicht dauerhaft vor.

mm-HC hat geschrieben:Ich bin leider kein Schaltungstechniker, aber wäre es nicht möglich, mit Hilfe eines geeigneten Transistors eine "einstellbare Diode" zu bauen?

Dann kannst du auch gleich einen Regler bauen, der alles kann.

Gruß
Lothar
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